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Route der Floßtour von Hannover nach Bremen
Unsere Route: Von Hannover bis nach Bremen

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Luftbild von gerodeter Fläche im Amazonas-Regenwald
Der Sojaanbau ist, nach der Weidehaltung für die Produktion von Rindfleisch, der größte Waldvernichter in Lateinamerika. Etwa ein Viertel der Amazonas-Entwaldung bis 2004 ging auf das Konto des Sojaanbaus.
Foto ▸ Jim Wickens/Ecostorm via Mighty Earth

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Protest gegen Ausweitung der Schlachtanlage in Niederlehme zum Erörterungstermin am 30.3.17 Foto ▸ S. Kaben, ROBIN WOOD

Übersicht

Worum es geht
Mitfahren
Veranstaltungen und Anlegestellen
Logbuch
Frühere Floßtouren
Weitere Infos

Worum es geht

Fleischproduktion in Massen

Hierzulande wird immer mehr Fleisch produziert, zwei Millionen Tonnen Fleisch waren es in Deutschland allein im ersten Quartal 2018. Die Tierproduktion verursacht enormes Leid für Mensch und Tier, und sie schädigt die Wälder – in unseren Breiten ebenso wie im globalen Süden. Aus Protest dagegen ist ROBIN WOOD im Sommer 2018 mit einem Aktionsfloß auf Mittellandkanal und Weser unterwegs. Unser Motto:
„Uns ist der Wald nicht wurst – Tierproduktion drastisch reduzieren!“

Die Tour führt auch durch Niedersachsen – die Hochburg der Fleischproduktion. Letztes
Jahr lebten hier zehnmal so viele Hühner wie Menschen. Diese Tiere werden von immer weniger Betrieben unter qualvollen Bedingungen produziert. So erlaubte das Gewerbeaufsichtsamt dem Geflügelkonzern Rothkötter bereits 2010, allein im Geflügelschlachthof Wietze bei Celle täglich 432.000 Tiere zu töten. Insgesamt stieg die Schlachtmenge der Fleischproduktion zwischen 2006 und 2016 in Deutschland um 23 Prozent.

Kein Tropenwald in den Futtertrog!

Fleischproduktion im industriellen Maßstab lässt sich nur mit großen Mengen proteinreicher Futtermittel wie Soja realisieren. Ein Großteil der Soja-Importe stammt aus Südamerika. Dort werden dafür riesige Tropenwald-Flächen gerodet.
Allein für das Soja, das Landwirte in Deutschland an Tiere verfüttern, wird eine Fläche so groß wie Mecklenburg-Vorpommern benötigt. Wo zuvor artenreicher Tropenwald wuchs, stehen nun Monokulturen. Das schadet auch dem Klima, weil ohne Tropenwald viel weniger Kohlendioxid in Böden und Pflanzen gebunden wird.

Der industrielle Sojaanbau liegt heute in der Hand weniger großer Agrarkonzerne. Für
größtmögliche Erträge setzen sie Gentechnik und Spritz-Gifte ein. Dies birgt unkalkulierbare Risiken, verringert die Artenvielfalt noch weiter und macht Menschen krank. Die ortsansässigen Kleinbäuer*innen und ihre Familien profitieren auch wirtschaftlich nicht vom Soja-Boom. Im Gegenteil: Landraub und Vertreibungen sind an der Tagesordnung.

Gülle killt Wald

Was die Tiere fressen, müssen sie auch wieder ausscheiden. Jährlich fallen bundesweit rund 200 Millionen Kubikmeter Gülle an. Dies führt zu einer Überdüngung der Wälder. Bäume werden dadurch anfälliger für Hitze, Windbruch und Schädlingsbefall, z.B. durch Borkenkäfer. Böden versauern, und in bestimmten Waldgebieten geht die Artenvielfalt zurück.

Mehr als zwei Drittel der Wälder in Deutschland sind inzwischen geschädigt. Besonders stark leiden Eichen und Buchen. Eine entscheidende Ursache dafür sind die hohen Stickstoffemissionen aus der Tierproduktion.

Unser Trinkwasser ist in Gefahr

Nitrat aus der Tierhaltung belastet zunehmend auch das Grundwasser. In der Region um Cloppenburg und Vechta überschreitet jede zweite Messstelle den EU-Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Dieses Wasser darf nicht mehr direkt für die Trinkwasserversorgung verwendet werden, sondern muss entweder teuer gereinigt oder mit anderem Wasser verdünnt werden. Die Aufbereitung ist aufwändig, und die Trinkwasserpreise steigen. Nitrat im Trinkwasser erhöht vermutlich das Krebsrisiko und kann in zu hohen Dosen insbesondere für Säuglinge und Schwangere gefährlich werden.

Flüsse und Seen werden durch den Eintrag von Nitrat und Phosphat so stark überdüngt, dass darin nur noch wenige Arten überleben können.

Werde selbst aktiv

Auch du kannst etwas zum Schutz von Tieren und Wäldern beitragen, indem du weniger
Tierprodukte wie Fleisch sowie Ei- und Molkereierzeugnisse konsumierst. Informiere dich über die Herkunft deiner Produkte und achte auf Regionalität und artgerechte Haltung.
Positioniere dich gegen die Massentierhaltung und die Fleischindustrie, sprich mit Menschen in deinem Umfeld oder werde in einer Gruppe aktiv.
Mitte November 2018 wird in Hannover wieder die EuroTier stattfinden, die weltweit größte Messe für Tierproduktion. Dies ist ein Anlass, sich an vielfältigen Protesten zu beteiligen.

Die Floß-Crew freut sich über Besuch und Unterstützung!

Erreichen könnt ihr uns unter: Tel. 040 / 380 892 0, info [at] flosstour.de
Direkter Kontakt zur Floß-Crew: 0151 / 24 69 40 09

Mitfahren

Natürlich darf und soll das Engagement für die Umwelt auch Spaß machen. Wer sich aktiv für umweltpolitische Ziele einsetzen will, kann sich uns gerne für ein paar Tage anschließen. Sprecht uns an! Gefahren wird in der Regel nur tagsüber. Wir sind normalerweise zwischen vier und acht Stunden unterwegs, in Extremfällen auch mal zwölf.

Ihr könnt auch gerne mit dem Fahrrad neben dem Floß herfahren, oder auch mit dem Kanu, falls ihr eins mitbringen könnt. Kommt also gern mit dem Fahrrad oder Kanu ein Stück mit. Das Floß ist zwischen 5 und 7 Kilometer pro Stunde schnell.

An den Liegeplätzen bauen wir den Infostand auf, sprechen mit interessierten BesucherInnen.

Die Floßtour ist als Gemeinschaftsprojekt gedacht. Nutzt die Aufmerksamkeit, die das Floß auf sich zieht. Es gibt zwar ein Grundprogramm, aber noch viel Raum für eigene Ideen. Vorträge, Aktionsideen, Aktivitäten können und sollten von euch kommen. Wenn ihr einen Vortrag oder anderes anbieten wollt, sagt möglichst eine Woche vorher Bescheid, damit wir das in der Presse ankündigen können!

Das solltet ihr mitbringen:
nur 1 Rucksack – auf dem Floß ist nur begrenzt Platz für Gepäck
•Isomatte und Schlafsack
•Sonnen- und Regenschutz
•Zelt (nach Möglichkeit)
•12-Volt-Adapter oder -Kabel für deine Handy, Elektrogeräte usw.
•Feste Kleidung, Wechselkleidung
•gute Laune
•Musikinstrumente, Jongliersachen, Ideen für Aktivitäten…
•Chaostoleranz
•Abenteuerlust

 

Veranstaltungen und Anlegestellen

Wird laufend aktualisiert, Infotelefon: 0151 / 24 69 40 09
Auch Floßkino wird es an unterschiedlichen Orten geben!

27.-29.7. Hannover
Anlegestelle: Wehr Schneller Graben, Anlegestelle beim Ihme-Center. Häufige Ortswechsel im Stadtgebiet entlang der Ihme wahrscheinlich.

27.7. Aktionen zu Wasser und zu Lande

27. – 29.7. Infostände, Floßbesichtigungen

30.7.-1.8. Mittellandkanal Anleger Restaurant Bad Hiddenser Born: Infostände, Floßbesichtigungen

1.8.-3.8. Minden Liegeplatz Straßenbrücke Kaiserstr.: Infostände, Floßbesichtigungen

3.8.-4.8. Petershagen Windheim Fährverein: Infostände, Floßbesichtigungen

4.8.-6.8. Stolzenau Liegeplatz unterhalb Wohnmobil-Stellplatz: Infostände, Floßbesichtigungen

6.8.-8.8. Nienburg Hafen: Infostände, Floßbesichtigungen

7.8.: Infostände gemeinsam mit BUND. Vegane Häppchen, Holz-Wurst selber herstellen. Ab 15h Kescher-Aktion für Kinder. 18h im Gasthaus am Hafen:
Vortrag über die Auswirkungen der Tierproduktion auf die Grund- und Oberflächengewässer.

10.-12.8. Hoya Schiffsanleger: Infostände, Floßbesichtigungen

12.-15.8. Verden Liegestelle Am Bollwerk: Infostände, Floßbesichtigungen

15.8.-16.8. Achim Hafen: Infostände, Floßbesichtigungen

16.8.-19.8. Bremen Anleger 2, An der Schlachte (kurz vor der Teerhofbrücke): Infostände, Floßbesichtigungen

17.8. 20h Konzert mit dem Liedermacher*innen Duo “Spezielle Geräusche für landwirtschaftliche Grauzonen“

18.8. Überraschungs-Abschluss-Sause. Es wird sportlich, aber alles ist für jede*rmensch geeignet. Klar wie Weserbrühe!

Logbuch

Während unserer Fahrt werden hier Logbucheinträge für euch erscheinen.

Frühere Floßtouren

Floßtour 2017 „Mal richtig abschalten – Urantransporte stoppen“ 
Floßtour 2014 „Energiewende nicht kentern lassen" 
Floßtour 2013 „Kohle killt Klima"
Floßtour 2011 „Mit dem Strom gegen Atom - Stadtwerke atomstromfrei"
Floßtour 2010 „Klar zum entern! Klimaschutz selber machen"

Weitere Infos