Logbuch Tag 13 - Kein Tropenwald im Futtertrog

Heute morgen wurden wir früh von Donner und Blitzen geweckt. Nach der Hitze des gestrigen Tages waren die ersten Regentropfen eine gute Erfrischung.

Beim Frühstück besprachen wir in unserer allmorgendlichen Runde, was wir uns jeweils für den Tag vorgenommen haben. So lässt sich unser Leben auf dem Floß gemeinsam organisieren.

Einige hatten schon seit der Ankunft in Nienburg den Wunsch, eine klettertechnisch sehr einladende Fußgängerbrücke zu erklimmen und ein Transparent zu hängen. Da wir heute dort sowieso einen Infostand angemeldet hatten, passte das perfekt. Während einige das Floß abfahrbereit machten, bereiteten andere die Klettergurte und das Transparent vor. An der Brücke angekommen, machten wir eine Ankerübung und kamen so zum Halten, dass Besucher*innen uns von der Brücke aus sehen konnten.

Die Kletternden machten sich bereit und erklommen besagte Brücke. Sie hängten ein Transparent mit der Aufschrift „Kein Tropenwald im Futtertrog“.

Damit machten sie auf den Zusammenhang von Tropenwaldzerstörung und Massentierproduktion aufmerksam. Zurzeit importiert Deutschland jährlich 6,3 Mio. Tonnen Soja um eine eiweißreiche Futterversorgung sicherzustellen. Mehr als die Hälfte davon kommt aus Südamerika. Dafür werden dort große Flächen Tropenwald gerodet und Menschen von ihrem Land vertrieben. Um die dortigen Ökosysteme zu erhalten, müssen wir Futtermittelimporte stoppen. Würden wir dieses Soja allerdings hier anbauen, bräuchten wir eine Fläche so groß wie Mecklenburg-Vorpommern - einer von vielen Gründen, hier die Tierproduktion drastisch zu reduzieren. Von Passant*innen bekamen wir für die Aktion positives Feedback, auch wenn einigen bereits beim Anblick der Kletternden schwindelig wurde.

Nach der gelungenen Aktion machten wir uns auf dem Weg nach Drakenburg, wo wir morgen unseren Urlaubstag genießen werden. Am Ende der Fahrt leiteten wir den Urlaubstag schon ein und genossen einen spontanen Badespaß mit Kuh im Weserwasser.