Hamburger Buschholz-Projekt auf der Kippe

ROBIN WOOD begrüßt es, dass die Hamburger Umweltbehörde den Prüfprozess zur Machbarkeit der Nutzung namibischer Buschbiomasse jetzt bis auf weiteres ausgesetzt hat. ROBIN WOOD sieht darin eine Reaktion auf die breite, fachlich fundierte Kritik aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft an dem Vorhaben, im Heizkraftwerk Tiefstack künftig Holz aus Namibia statt Kohle zu verbrennen. Die Umweltorganisation bekräftigt ihre Forderung nach einer Absage des Projekts. Die Regierungen in Hamburg und Berlin sollten jetzt anerkennen, dass die Verbrennung von Holz keine Förderung als erneuerbare Energie verdient und keinen Platz in einem klimafreundlichen Energiemix haben darf.

„Offenbar ist unsere Kritik an den mangelnden fachlichen Grundlagen des Biomasse-Projekts bei der Umweltbehörde angekommen und sie hat nun Konsequenzen gezogen. Das ist ein gutes Signal. Das Projekt in Hamburg hat damit seine Funktion als Türöffner für weitere Vorhaben dieser Art verloren“, sagt ROBIN WOOD-Waldreferentin Jana Ballenthien. „Allerdings ist die Kuh noch nicht vom Eis. Die Aufgabe der Prüfung wurde lediglich ans Bundesentwicklungsministerium weitergereicht. Sollte von dort grünes Licht kommen, könnte die Hamburger Umweltbehörde schnell durchstarten. Auch ein Umschwenken auf Holz aus anderen Quellen, zum Beispiel aus alten intakten Wäldern aus Übersee, darf nicht passieren.“

Mit einer Stellungnahme, einem offenen Brief an Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und einer Protestaktion am Kraftwerk hat ROBIN WOOD auf die avisierte Umrüstung des Kraftwerks aufmerksam gemacht und zusammen mit anderen NGOs und Wissenschaftler*innen Fakten und Argumente in die öffentliche Debatte eingebracht. Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe und unterstützt von Peter Wohlleben hat ROBIN WOOD zudem die Petition „Keine Büsche und Bäume in Großkraftwerken verfeuern!“ initiiert, die in den ersten beiden Wochen bereits mehr als 70.000 Menschen unterzeichnet haben.

Auch wenn das Projekt in Hamburg jetzt kippt oder sich zumindest um Jahre verzögert, bleibt viel zu tun. Denn vor dem Hintergrund des Kohleausstiegs und der Aussicht auf Fördermittel für die Verfeuerung von Holz sind in zahlreichen Städten ähnliche Projekte geplant, etwa in Wilhelmshaven, Rostock und Altbach/Deizisau.

„Um die Klimakrise zu bekämpfen, müssen wir jetzt raus aus der Kohle und rein in die Erneuerbaren! Statt die Verbrennung von Holzbiomasse – egal welcher Herkunft – in Großkraftwerken zu prüfen, müssen Energiewirtschaft und Politik endlich den Ausbau von Wind und Solar entschlossen voranbringen!“, fordert ROBIN WOOD-Energiereferentin Ronja Heise.

Kontakt:

  • Jana Ballenthien, Waldreferentin, Tel. 040 380 892 11, wald [at] robinwood.de
  • Ronja Heise, Energiereferentin, Tel. 040 380892 21, energie [at] robinwood.de
  • Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 835 95 15, presse [at] robinwood.de