Klimaschädlich und unfair: Heizen in Hamburg mit Holz aus Namibia

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Bannerprotest vor dem Kraftwerk Tiefstack in Hamburg / Die Hamburger Umweltbehörde plant, dort statt Kohle künftig Holz aus Namibia zu verfeuern
Foto ▸ Mirko Boll / ROBIN WOOD

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Weil Holz als erneuerbare Energie eingestuft wurde, sähe die Klimabilanz Hamburgs auf dem Papier besser aus - für das Klima aber wäre nichts gewonnen, denn auch Holzverbrennung in Großkraftwerken ist klimaschädlich. Ein großer Biomasse-Schwindel!
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Buschholz aus Namibia nutzen, um damit Wohnzimmer in Hamburg zu heizen - das widerspricht der Verpflichtung des Hamburger Senats auf das Ziel einer sozial gerechten und klimaverträglichen Energieversorgung und trägt koloniale Züge
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Die Hamburger Umweltbehörde ist aufgefordert, dem Import von Holz aus Namibia für Hamburger Kraftwerke jetzt eine klare Absage zu erteilen! Protestaktion vor dem Kraftwerk Tiefstack in Hamburg, 28.02.21
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ROBIN WOOD-Aktivist*innen haben heute mit Bannern und Rauch vor dem Heizkraftwerk Tiefstack in Hamburg protestiert. Der Grund: Die Hamburger Umweltbehörde prüft zurzeit, im Kraftwerk Tiefstack – statt Kohle – Holz aus Namibia zu verheizen. Das Projekt ist international eines der ersten Vorhaben, für das in industriellem Maßstab Holz aus Afrika zur Energiegewinnung in eine EU-Land geliefert werden soll. Aus Sicht von ROBIN WOOD und rund 40 weiteren umwelt- und Entwicklungsgruppen wäre dies eine krasse Fehlentscheidung, die dem Ziel einer klimafreundlichen, sozial gerechten Energieversorgung zuwider liefe.

Die Welt steckt mitten in der Klimakrise. Auch Hamburg muss seinen CO2-Ausstoß drastisch senken. Da will es sich die Stadt zunutze machen, dass die Bundesregierung im Zuge des Kohleausstiegs die Energiegewinnung aus Biomasse als vermeintlich erneuerbare Energie fördert. Hamburg stünde dadurch auf dem Papier bei seiner Klimabilanz besser da, obwohl das industrielle Verfeuern von Holz Klima und Artenvielfalt massiv schadet. In Namibia hingegen würden die Treibhausgasemissionen negativ zu Buche schlagen. Sie entstünden etwa durch eine Nutzung der abgeholzten Flächen für die Rinderhaltung, bei der Produktion von Pellets bzw. Holzhackschnitzeln sowie beim Transport des Holzes.

„Wenn wir für warme Wohnzimmer hier in Hamburg die Ökosysteme Namibias verheizen, ist das klimaschädlich, gefährdet die Artenvielfalt und ist unfair. Hamburg stellt das Projekt als Hilfe für Namibia dar. Dabei sollen mal wieder Ressourcen des Globalen Südens ausgebeutet werden, um den unersättlichen Rohstoffhunger reicher Industrieländer im Norden zu stillen. Hat Hamburg nichts aus seiner grausamen Kolonialgeschichte gelernt?“, fragt Ute Bertrand von ROBIN WOOD.

ROBIN WOOD hat mit vielen anderen Akteur*innen in Hamburg den Volksentscheid für den Rückkauf der Energienetze erstritten. Seitdem ist die Stadt verpflichtet, für eine sozial gerechte, klimaverträgliche und demokratisch kontrollierte Energieversorgung aus erneuerbaren Energien zu sorgen. Das Verfeuern von Holz aus Namibia widerspricht diesem Ziel.

ROBIN WOOD fordert den Hamburger Umweltsenator auf, die Energiewende entschlossen voranzutreiben und der Umrüstung des Kraftwerks Tiefstack auf Holzverbrennung jetzt eine klare Absage zu erteilen. Das hätte auch Signalwirkung für ähnliche Projekte in anderen Städten.

Kontakt:

  • Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 835 95 15, presse [at] robinwood.de
  • Jana Ballenthien, Waldreferentin, Tel. 040 380 892 11, wald [at] robinwood.de