Naturnahe Flüsse und Wälder dienen dem Schutz vor Extremwetter
ROBIN WOOD fordert anlässlich der „Niedrigwasser-Konferenz“ wirksamen Klimaschutz statt Aktionismus
Angesichts des historisch niedrigen Wasserstands von Flüssen wie Rhein, Donau und Elbe lädt der neue Bundesverkehrminister Steffen Bilger kurzentschlossen für morgen zu einer „Niedrigwasser-Konferenz“ nach Bonn ein. Dort will er auch darüber diskutieren lassen, für die Binnenschifffahrt „Fahrrinnen tiefer auszubauen“. Hintergrund ist, dass Industrieunternehmen über Kostensteigerungen für Transporte klagen, die wegen niedriger Pegelstände zurzeit nicht mit voller Ladung stattfinden können.
„Wegen der Extremwetterlagen ins Handeln zu kommen, ist nötig. Doch wer jetzt ausgerechnet eine Debatte über das Ausbaggern von Flüssen beginnt, hat auch fünf Jahre nach der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal nichts gelernt“, sagt Mobilitätsreferentin Annika Fuchs. „Die Klimakrise ist auch bei uns zu spüren und kein Zukunftsszenario mehr. Gerade deshalb ist es wichtig, Maßnahmen gegen die Ursachen der akuten Probleme zu ergreifen und Klimaanpassung immer in Hinblick auf Klimaschutz zu betreiben. Wir müssen den Flüssen mehr Raum lassen, denn sie sind natürlicher Hochwasserschutz und unersetzlicher Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten. Die Schiffe müssen sich dem Fluss anpassen, nicht umgekehrt. Ebenso muss sich unsere Wirtschaftsweise den neuen Gegebenheiten in der Klimakrise anpassen. Werden die Fahrrinnen vertieft, drohen beim nächsten Hochwasser noch dramatischere Schäden als in der Vergangenheit.“
ROBIN WOOD sieht Steffen Bilger in der Pflicht, die Ursachen der zunehmenden Extremwetterlagen – das Verbrennen fossiler Energie insbesondere für Wärme und Mobilität und den daraus resultierenden Klimawandel – klar zu benennen und zu bekämpfen. „Wir fordern den neuen Bundesverkehrsminister auf, seine Politik nicht einseitig an den Interessen der Industrie auszurichten. Sonst drohen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel die Naturzerstörung weiter zu verschlimmern, Menschen zu gefährden und die Kosten für die Allgemeinheit zu erhöhen“, sagt Fuchs.
Insbesondere muss sich Bilger nun als Mitglied der Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Gelder des Klima- und Transformationsfonds (KTF) inklusive aller Einnahmen aus dem europäischen Emissionshandel vollständig und ausschließlich in Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und zum Schutz vor den Folgen zunehmender Extremwetterlagen eingesetzt werden.
Kontakt:
- Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 8359515, presse@robinwood.de
- Annika Fuchs, Mobilitätsreferentin, Tel. 0151 61813942, verkehr@robinwood.de