Thermometer mit über 40 Grad C. vor sonnigem Himmel

Hitzerekorde und Flächenbrände in Europa

Was folgt aus den Wetter-Extremen für die Klimapolitik?

30. Juli 2026
Verschiedenes
Ute Bertrand
Blog

Fast 10.000 Hitzetote in Deutschland bereits in diesem Sommer durch Temperaturen auf Rekordniveau. Verheerende Flächenbrände in Frankreich, Spanien, Portugal und der Türkei. Drastisch wird uns vor Augen geführt: Unterlassener Klima- und Artenschutz kostet Menschenleben! Was für viele Menschen in anderen Erdteilen längst bitterer Alltag ist, lässt sich auch hier nicht mehr verdrängen. Die Extremwetter-Ereignisse nehmen zu. Europa heizt sich so rasant auf wie kein anderer Kontinent.  

 

Hitzewellen und Brände kommen alles andere als überraschend. Es sind keine Naturkatastrophen, sie sind menschengemacht: durch zu hohe Treibausgasemissionen aus Kraftwerken, Autos und Flugzeugen, durch fortgesetzten Raubbau an der Natur, durch brandgefährliche Monokulturen und immer mehr versiegelte Flächen in unseren Städten. 

Jetzt herrscht für kurze Zeit Alarmstimmung. Doch werden Konsequenzen daraus gezogen?

Mit dem Verbrenner-Aus, dem Bau von Gaskraftwerken und weiteren Autobahnen reitet uns die Bundesregierung gerade noch tiefer in die Klimakrise. Wer den Schuss gehört hat, müsste jetzt endlich den Hebel umlegen und mindestens mal die 500 Milliarden Euro aus dem durch Schulden finanzierten sogenannten „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ in den Schutz von Menschen vor der Klimakrise investieren und nicht in deren weitere Verschärfung. 

Wir brauchen die Energie- und Mobilitätswende genauso wie mehr Natur- und Artenschutz in unseren Wäldern. Wir brauchen grüne Städte mit mehr entsiegelten Flächen und Bäumen, weil sie die besten natürlichen Klimaanlagen sind. Wir brauchen Sofortmaßnahmen für den Schutz vor den Folgen der Klimaerhitzung genauso wie eine konsequente Bekämpfung von deren Ursachen.

Klimaschutz ist kein Luxus, sondern lebenswichtig. Das gilt vor allem für Menschen, die jetzt der Hitze nicht entfliehen können, zum Beispiel, weil sie draußen auf Baustellen arbeiten oder in überhitzten Zimmern in Pflegeheimen ausharren. Auch Menschen, die krank sind, keine Wohnung oder wenig Geld haben, treffen die Folgen der Klimakrise besonders hart. Die Hitze-Toten dieses Sommers bezahlen Versäumnisse in der Klimapolitik mit ihrem Leben.