Zalando trennt sich vom Forstgiganten SCA
Nach Nestlé lehnt nun ein weiteres großes Unternehmen Produkte aus umstrittener schwedischer Forstwirtschaft ab
Der E-Commerce-Riese Zalando hat sich dazu entschlossen, Verpackungsmaterialien des schwedischen Forstunternehmens SCA aus dem Sortiment zu nehmen. Diese Entscheidung fiel, nachdem Zalando eine unabhängige Untersuchung zur Überprüfung der Forstpraktiken von SCA in Auftrag gegeben hatte, wie die schwedische Zeitung Dagens Nyheter berichtet. Zalando will diese Entscheidung innerhalb weniger Monate umsetzen. Damit wird SCA nach einer entsprechenden Entscheidung von Nestlé im November 2025 nun einen weiteren internationalen Großkunden verlieren.
Zalando, Europas führende Online-Plattform für Mode und Lifestyle, hatte einen unabhängigen Berater beauftragt, die Waldkonflikte in Nordschweden zu untersuchen, mit denen SCA in den vergangenen Jahren konfrontiert war.
Seit Jahren gibt es massive Kritik von schwedischen Umwelt- und Indigenen-Organisationen an der Forstwirtschaft von SCA. Fünf Organisationen aus Schweden, Dänemark und Deutschland prangerten Ende Januar 2026 während der Copenhagen Fashion Week mit einer Protestaktion die Rolle von Zalando bei der Zerstörung der natürlichen Wälder Schwedens an. Kurz darauf kündigte Zalando an, den Handel mit Produkten von SCA einzustellen.
Der Verlust eines weiteren Großkundens zeigt, dass mangelnde Rücksichtnahme auf ökologische und soziale Belange in der schwedischen Forstwirtschaft vom internationalen Markt bestraft wird.
„Jetzt ist es an der Zeit, dass SCA und andere schwedische Forstunternehmen die massive Kritik ernst nehmen. Ihre falsche Darstellung der schwedischen Forstwirtschaft als weltweit führend in Sachen Nachhaltigkeit beginnt zu bröckeln“, sagt Daniel Rutschman, internationaler Kampagnenleiter bei Protect the Forest, Schweden.
Zalando kauft Papierproduktevom Verpackungsgiganten DS Smith, einem der Hauptkunden von SCA. Indem Zalando von seinen Lieferanten verlangt, forstwirtschaftliche Produkte von SCA auszuschließen, übt das Unternehmen Druck auf die gesamte Lieferkette aus.
„Es ist ein Teilerfolg, dass Zalando keine Materialien mehr von DS Smith und SCA beziehen will. Jetzt sollten mehr Unternehmen diesem Beispiel folgen und Druck auf sämtliche Forstunternehmen ausüben, die Wälder mit Naturschutzwert abholzen. Der Wandel darf an dieser Stelle nicht aufhören. Wir fordern Zalando auf, ehrgeizige Schritte in Richtung wiederverwendbarer Verpackungen zu unternehmen und wegzukommen vom Fast-Fashion-Trend hin zu Produkten mit einer längeren Lebensdauer“, sagt Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD.
Die Umweltbewegung wird ihre Arbeit fortsetzen, um internationale Unternehmen über die Bedingungen in der schwedischen Forstwirtschaft zu informieren.
„Wenn die schwedische Forstpolitik der Industrie einen Freifahrtschein für die Fortsetzung eines veralteten und zerstörerischen Modells gibt, werden die Marktkräfte zu unserem schärfsten Instrument. Jedes internationale Unternehmen, das seine eigenen Nachhaltigkeits-Versprechen ernst nimmt, wird früher oder später erkennen müssen, dass die Aktivitäten von SCA eine Belastung für seine Marke darstellen“, sagt Karolina Carlsson, Waldaktivistin bei Greenpeace in Schweden.
Kontakt:
- ROBIN WOOD: Jana Ballenthien, Waldreferentin, ROBIN WOOD, wald@robinwood.de, +49 40 38089211; Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 49 171 8359515, presse@robinwood.de
- Protect the Forest Sweden: Daniel Rutschman, internationaler Kampagnenleiter, daniel.rutschman@skyddaskogen.se, +46(0) 76-112 88 26
- Greenpeace in Schweden, Karolina Carlsson, Waldaktivistin, karolina.carlsson@greenpeace.org, +46 (0) 73-986 50 96