Protest-Personen tragen Sarg aus Papp-Kartons

Beerdigungs-Protestaktion auf der Copenhagen Fashion Week prangert Zalandos Rolle in der zerstörerischen Forstwirtschaft an

28. Januar 2026
Wald
Gemeinsame Pressemitteilung von Miljøbevægelsen NOAH, Protect the Forest, ROBIN WOOD, Sáminourra und Skogsupproret
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Protest anlässlich der Fashion Week in Kopenhagen: Zalando soll die Kooperation mit Firmen stoppen, die für die Produktion von Verpackungen Naturwälder zerstören und Rechte von Indigenen verletzen
Foto: unwisemonkeys_NOAH
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Daniel Rutschman von Protect the Forest Sweden: „Zalando wird von dem umstrittenen schwedischen Forstgiganten SCA beliefert - einem Unternehmen, das dafür bekannt ist, Naturwälder zu zerstören und wichtige Weideflächen für Rentiere ohne Zustimmung der indigenen Sámi-Gemeinden abzuholzen. Dies ist unvereinbar mit ihrem Anspruch, Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit in der Modebranche zu sein.“
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Mit Liedern und einer Trauerprozession durch Kopenhagen machen Umweltschützende aus Dänemark, Schweden und Deutschland gemeinsam aufmerksam, wie stark die Produktion von Verpackungen für den Online-Handel den Wäldern schadet
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Zulieferer von Zalandos Verpackungen stehen in der Kritik, wertvolle Naturwälder abzuholen. Das schadet nicht nur Artenvielfalt und Klima, sondern zerstört auch Weideland für die Rentiere der Sámi - diese Verletzung indigener Rechte muss gestoppt werden!
Foto: unwisemonkey_NOAH
Pressemitteilung

Fünf Organisationen für Umweltschutz und Indigenen-Rechte haben heute Morgen anlässlich der Copenhagen Fashion Week gemeinsam eine symbolischen Beerdigungs-Zeremonie in Szene gesetzt, um den Hauptsponsor Zalando aufzufordern, seinen Handel mit Unternehmen einzustellen, die schwedische Naturwälder zerstören und die Rechte der Indigenen verletzen.

 

Die Aktion fand vor der Nikolaj Kunsthal im Zentrum von Kopenhagen statt. Getragen wurde sie von einer internationalen Gruppe von Umweltschützenden von Miljøbevægelsen NOAH (Dänemark), Protect the Forest (Schweden), Sáminourra (Sápmi), Skogsupproret (Schweden) und ROBIN WOOD (Deutschland). Sie protestieren damit gegen die Copenhagen Fashion Week und das E-Commerce-Unternehmen Zalando. 

Während in der Nikolaj Kunsthal eine von der Copenhagen Fashion Week und Zalando veranstaltete Diskussion stattfand, hielten die Umweltschützenden eine Trauerfeier ab, um den Verlust wertvoller Naturwälder zu betrauern. Menschen in Baumkostümen trugen Kartons – wie sie Zalando für den Versand seiner Produkte verwendet – als Symbol für die gestorbenen schwedischen Naturwälder. Sie fordern, dass Zalando keine Kartons und Verpackungen mehr von DS Smith oder anderen Unternehmen verwendet, die ihren Rohstoff von SCA oder von anderen Unternehmen beziehen, die in Schweden Wälder mit hohem Naturschutzwert abholzen. 

Banner mit Aufschriften wie “Natural Forest – destroyed by Zalando“ („Naturwald – zerstört durch Zalando“) und “Indigenous rights – violated by Zalando“ (Indigene Rechte – verletzt durch Zalando“) wurden an großen aufblasbaren Würfel befestigt, die den Raum vor der Nikolaj Kunsthal füllten. Das kreative Straßentheater lenkte die Aufmerksamkeit auf die Lieferkette von wertvollen, alten Wäldern zu Einweg-Kartonprodukten, die mit der Fast-Fashion-Kultur und dem Online-Handel in Verbindung stehen.

Das deutsche Unternehmen Zalando ist Europas größter Online-Händler für Mode- und Lifestyle-Produkte. In der Vergangenheit wurde Zalando breits wegen seiner fragwürdigen Nachhaltigkeitszertifikate kritisiert. Das Unternehmen ist auch mitverantwortlich für die Abholzung schwedischer Naturwälder, da es Holz aus diesen Wäldern zur Herstellung von Verpackungen verwendet, in denen es seine Waren ausliefert.

Zalando bezieht durch Forstwirtschaft hergestellte Produkte vom globalen Verpackungsunternehmen DS Smith, einem wichtigen Abnehmer von Zellstoff schwedischer Forstunternehmen wie SCA. Im April 2025 hat Zalando bekannt gegeben, dass es seinen Vertrag mit DS Smith als bevorzugtem Lieferanten verlängert hat. Insbesondere SCA steht seit langem in der Kritik, weil es wertvolle Naturwälder abholzt, die nicht nur für die Artenvielfalt und den Klimaschutz von enormer Bedeutung sind, sondern auch als Weideland für die Rentiere der Sámi dienen.

„In den vergangenen Jahren haben wir Zalando darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Lieferant für Papierverpackungen von dem umstrittenen schwedischen Forstgiganten SCA beliefert wird, einem Unternehmen, das dafür bekannt ist, Naturwälder zu zerstören und wichtige Weideflächen für Rentiere ohne Zustimmung der indigenen Sámi-Gemeinden abzuholzen“, sagt Daniel Rutschman, internationaler Kampagnenleiter bei Protect the Forest Sweden, und fügt hinzu: „Dies ist unvereinbar mit ihrem Anspruch, Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit in der Modebranche zu sein.“

„Die Wirtschaftspraktiken des deutschen Unternehmens Zalando schaden den Wäldern anderer Länder. Waldholz ist ein so wertvoller Rohstoff, dass es nicht länger für die Herstellung von Einwegprodukten verwendet werden sollte, egal ob es aus Schweden oder anderswoher stammt! Und die Rechte Indigener müssen respektiert werden! Zalando muss endlich aufhören, Materialien von DS Smith und SCA zu beziehen!“, fordert Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD.

„Wir sind hier, um deutlich zu machen, dass es Zeit für Zalando ist, die nicht nachhaltige und zerstörerische Forstwirtschaft von SCA nicht länger zu unterstützen. Zalando muss die Folgen von Fast Fashion kritisch hinterfragen und in nachhaltige Materialien und Produkte sowie Recyclingtechnologien investieren!“, sagt Tobias Jespersen, Waldaktivist von NOAH Friends of the Earth Denmark.

„Zu unseren Rechten als indigene Sámi gehört das Recht auf Land und Kultur, basierend auf traditioneller Nutzung und internationalen Standards. Die schwedische Holzindustrie, von der Zalando seine Produkte bezieht, zerstört nicht nur Schwedens wertvolle Wälder, sondern auch unsere Kultur. Unsere Fähigkeit, naturbasierte Rentierzucht zu betreiben, ist ernsthaft bedroht, wenn Weideland zerstückelt, flechtenreiche Wälder abgeholzt und die Landschaft ohne unsere freie, vorherige und informierte Zustimmung industrialisiert wird“, sagt Anne-Saila Åhrén von der Sámi-Jugendorganisation Sáminourra. 

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Forderungen an Zalando im Kontext der Forstwirtschaft in Schweden

Die beteiligten Organisationen fordern, dass Zalando die Beschaffung von Forstprodukten von SCA und anderen Unternehmen, die in Schweden Wälder mit Naturschutzwert abholzen, einstellt, bis die folgenden Forderungen erfüllt sind:

  1. In allen schwedischen Kontinuitätswäldern und anderen Wäldern mit Naturschutzwert wird ein sofortiges Abholzungs-Moratorium verhängt.
  2. Die Forstwirtschaft muss die Rechte der indigenen Bevölkerung respektieren und den Forderungen der samischen Rentierzucht nachkommen. Dazu gehört auch die Einhaltung des Prinzips der freien, vorherigen und informierten Zustimmung (FPIC, free, prior and informed consent).
  3. Die Pflanzung der nicht-heimischen Baumart Lodgepole-Kiefer (Pinus contorta) muss sofort eingestellt, und es muss mit der Stilllegung bestehender Lodgepole-Kiefernplantagen begonnen werden.


Kontakt für weitere Informationen und Statements:

  • Jana Ballenthien, Waldreferentin, ROBIN WOOD (Deutschland), Tel. +49 40 38089211, wald@robinwood.de
  • Tobias Jespersen, Wald-Campaigner, NOAH (Dänemark), Tel. +45 26 71 64 90, mads@noah.dk
  • Anne-Saila Åhrén, Vorstandsmitglied, Sáminourra (Schweden): Tel. +46 76-788 20 05, annesaila@saminuorra.org
  • Daniel Rutschman, internationaler Campaigner, Protect the Forest (Schweden), Tel. +46 (0)76-112 88 26, daniel.rutschman@skyddaskogen.se


Bei Angabe der Quelle frei verfügbare Fotos der Aktion finden Sie hier: https://aktiv.robinwood.de/s/Fo7rsgK4AQ5QBpx