Weil Radioaktivität keine Grenzen kennt

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Foto ▸ Tim Christensen/ROBIN WOOD

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„Tschernobyl. Fukushima. Fessenheim? Abschalten für immer!“ - Ein Protestbanner mit dieser Aufschrift spannten zwei KletteraktivistInnen der Umweltorganisation ROBIN WOOD heute Mittag an einer Stadtmauer des Münsterbergs in Breisach am Rhein. Sie fordern die endgültige Stilllegung des AKW Fessenheim – dem ältesten und besonders maroden Atommeiler in Frankreich. Mit dem Kletterprotest unterstützen die AktivistInnen deutsch-französische Demonstrationen für die endgültige Abschaltung des AKW Fessenheim, die heute in Breisach und Donaueschingen stattfinden.

Der Reaktorblock 2 des AKW-Fessenheim steht seit Juni 2016 still. Nun hat der Betreiber auch den weiteren Block vom Netz genommen, angeblich um Brennstäbe zu versetzen und Dachreparaturen vorzunehmen. „Das AKW ist komplett vom Netz und sollte dies auch für immer bleiben. Das Risiko einer Nuklearkatastrophe ist nicht zu verantworten. Wir fordern: Rückbau jetzt!“, so ROBIN WOOD-Aktivistin Rebecca Weber.

Fessenheim wurde 1977 vom staatlichen französischen Energiekonzern EdF (Électricité de France) in Betrieb genommen. Seitdem sorgte es mit einer Serie von Störfällen für Negativschlagzeilen und entschiedenen Protest in Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Informationen über den wohl riskantesten Störfall in der jüngeren Geschichte dieses AKW kamen im Mai 2016 - mit zwei Jahren Verzögerung - zutage: Durch das unkontrollierte Eindringen von Wasser in Leittechnikschränke war das Sicherheitssystem außer Betrieb gesetzt worden, was das reguläre Herunterfahren der Anlage unmöglich machte. Im Juni 2016 entzog die französische Atomaufsicht ASN das Zertifikat für einen Dampferzeuger des Reaktorblocks 2, dessen Material grundlegende Mängel aufwies. Seitdem stehen der Erzeuger aus der Produktion der AREVA und der Reaktorblock still - laut Netzbetreiber bis mindestens Januar 2018.

„Die Vertuschung von Störfällen und die Täuschung der Öffentlichkeit zeigen, wie der Betreiber EdF vorgeht. Die Konsequenz kann nur heißen: sofortige und endgültige Stilllegung des AKW Fessenheim!“, sagt ROBIN WOOD-Aktivistin Rebecca Weber.

Bislang ist unklar, wann das AKW stillgelegt werden soll. Noch vor der französischen Präsidentschaftswahl verabschiedete die damalige Regierung im Februar 2017 ein Dekret, mit dem sie die Stilllegung des AKW Fessenheim an die Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Atomreaktors Flamanville in der Normandie koppelte. ROBIN WOOD fordert von der französischen Regierung, dieses Dekret zurück zu nehmen.

Protest ist weiterhin nötig – auch gegen die deutsche Atompolitik. Denn aus den Atomanlagen in Lingen und Gronau werden hochradioaktive Brennelemente nach Fessenheim geliefert. Zudem hält der baden-württembergische Energiekonzern EnBW 17,5 Prozent der Anteile am AKW Fessenheim. Gewinnmaximierung steht hier im Vordergrund - ungeachtet der lebensbedrohenden Risiken für ganze Landkreise, das Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz und ganz Europa.

„Radioaktivität kennt keine Grenzen. Auch unser Protest ist grenzüberschreitend“, so Aktivistin Rebecca Weber.

Für Ihre Rückfragen:

  • Vor Ort: ROBIN WOOD-AktivistInnen Aaron Schinker und Paula Gärtner, Tel.: 0157 / 87 27 88 58, freiburg [at] robinwood.de
  • ROBIN WOOD-Pressestelle: Ute Bertrand, Tel.: 0171 / 835 95 15, presse [at] robinwood.de