Pappsarg "R.I.P." vor Autowerk von VW im Dunkeln

VW: Sozial-ökologische Produktionsumstellung wurde versäumt!

Vernetzung „Zukunftswerk Osnabrück“ kritisiert Übernahme des VW-Werks durch Rüstungskonzern

07. September 2026
Mobilität
Gemeinsame Pressemitteilung vom „Zukunftswerk Osnabrück" und ROBIN WOOD
Pressemitteilung

 Aktivist*innen aus der Vernetzung „Zukunftswerk Osnabrück“ kritisieren scharf, dass VW und die niedersächsische Landesregierung den Weg dafür geebnet haben, in der Friedensstadt Osnabrück – statt ökologisch sinnvollen Gütern wie Kleinbussen – Kriegsgerät zu produzieren. Heute wurde dazu eine Absichtserklärung zwischen dem Land Niedersachsen, Volkswagen und einem Investor geschlossen. Als erstes Projekt sollen in der Fabrik Rüstungsgüter des israelischen Unternehmens Rafael produziert werden. 
 

„Volkswagen und das Land Niedersachsen haben die Übergabe des Werks an die Rüstungsindustrie angestrebt. Dabei gab es Vorschläge einer Demokratisierung der Produktion sowie einer Umstellung auf Kleinbusse für den öffentlichen Nahverkehr“, sagt Annika Fuchs, Fachreferentin für Mobilität bei ROBIN WOOD. „Solche zivilen Alternativen hat VW jedoch nicht ernsthaft ausgelotet. Unterm Strich kostet der Verkauf nun auch noch Hunderte von Arbeitsplätzen.“

„Besonders bitter ist es, dass auch die örtliche IG Metall und der Betriebsrat den einzigen Weg für ‚Sicherung von Arbeitsplätzen‘ in einer Rüstungskonversion sehen. Dabei ist klar, dass dies Pfadabhängigkeiten in Richtung Kriegswirtschaft schafft – und damit auch die Arbeit davon abhängig wird, dass weltweit Kriege geführt werden“, ergänzt Andreas Buderus von der Kampagne „Sagt Nein!“ 

Die Vernetzung „Zukunftswerk Osnabrück“ beendet mit der heutigen Aktion ihre Kampagne für eine sozial-ökologische Transformation des Osnabrücker VW-Werks. Seit Sommer 2025 hatten unter dem gemeinsamen Label „Zukunftswerk Osnabrück" unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen kreative Protestaktionen, Austauschtreffen und Infoveranstaltungen organisiert und damit überregional sichtbar gemacht, dass nicht alle mit einer Rüstungskonversion in der Friedensstadt einverstanden sind. 

„Die Stadt Osnabrück und ihre Anwohner*innen müssen aber nun mit der Entwicklung umgehen“, sagt Jens Scheller vom Zukunftswerk. „Denn hier vor Ort werden künftig Rüstungsgüter von Menschen hergestellt, die genau wie wir in der Friedensstadt leben. Und wir müssen uns damit beschäftigen, für welche Kriege diese Rüstungsgüter eingesetzt werden.“

Die Absichtserklärung folgt auf die einstimmige Entscheidung des VW-Aufsichtsrats, im Konzern weitere 50.000 Arbeitsplätze abzuschaffen und die Zukunft vier weiterer Werke zur Disposition zu stellen. 

„Notwendig bleibt, an klimaverträglichne, sozial gerechten Auswegen aus der industriellen Krise zu arbeiten, um daraus eine Chance für eine Mobilitätswende zu machen. Sonst droht auch anderen Standorten der Verlust von zivilen Arbeitsplätzen oder ein Kahlschlag zu Lasten der Beschäftigten“, ergänzt Fuchs.

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