ROBIN WOOD protestiert gegen Räumung der Waldbesetzung gegen die A39 in Lüneburg
Widerstand gegen A39 wird weitergehen
Heute Morgen gegen 7:30 Uhr haben Polizeikräfte damit begonnen, die Waldbesetzung in Lüneburg gegen den Bau der Autobahn A39 zu räumen. Unabhängige Klimaschützer*innen hatten dort am 13. Dezember 2025 in einem Waldstück im Lüner Holz Bäume besetzt und darin Baumhäuser errichtet.
Etwa 30 Polizist*innen, mindestens 13 Fahrzeuge und ein Rettungswagen waren heute früh in den Wald gefahren. Ab etwa 9:00 Uhr kamen Polizeikräfte einer kletternden Spezialeinheiten hinzu. Für die am Mittag noch andauernde Räumung nutzen sie eine Hebebühne.
„Es ist ein Trugschluss, dass der Widerstand gegen die A39 sich durch diese unnötige Maßnahme abräumen lässt. Er ist sehr breit, vielfältig und ausdauernd. Das haben auch die Baumbesetzer*innen bewiesen, die trotz Eiseskälte alles gegeben haben, damit der Wald bleibt und nicht zubetoniert wird“, sagt Florian Kubitz von ROBIN WOOD Hamburg/Lüneburg.
Ein breites Bündnis, darunter das Klimakollektiv Lüneburg, der VCD und ROBIN WOOD, kämpft auf verschiedenen Ebenen gegen den Autobahnbau und die damit verbundene Naturzerstörung, Verlärmung der Umgebung und Blockade einer klimafreundlichen Mobilitätswende.
Vor Ort auf der Brücke der B209 im Lüner Holz gibt es heute wieder eine Mahnwache als Anlaufstelle für Menschen, die ihre Solidarität mit der Waldbesetzung „Lüni bleibt“ zeigen wollen. Erst gestern hatte es im Wald eine öffentliche Veranstaltung für Besucher*innen gegeben. Bei Kaffee und Kuchen waren sie unter dem Slogan „Ruhe nach dem Sturm“ zusammengekommen.
Lüneburg liegt im ersten von insgesamt sieben Bauabschnitten der geplanten, rund 105 Kilometer langen Autobahn nach Wolfsburg. Aufgrund der aktuellen Klagen des BUND gegen das Projekt ist die A39 nicht auf der Liste der Autobahnprojekte in Deutschland gelandet, die noch 2025 eine Baufreigabe und Finanzierungszusage bekommen hatten; erste bauliche Maßnahmen sind aber trotzdem bereits in der Vorbereitung. Die Autobahn GmbH will offenbar Fakten schaffen.
In Gefahr sind mehrere Naturschutzgebiete sowie seltene Tier- und Pflanzenarten. Außerdem sorgen der Bau und der zunehmende Verkehr für Emissionen, die die Klimakrise weiter anheizen.
ROBIN WOOD hält - angesichts der Folgen von Klimakatastrophe und Artensterben - jeglichen Neubau von Autobahnen für nicht mehr verantwortbar und zeitgemäß und fordert daher einen sofortigen Stopp des A39-Projekts!
Kontakt:
- Annika Fuchs, ROBIN WOOD-Mobilitätsreferentin: Tel. 015161813942, verkehr@robinwood.de
- Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel. 0171 8359515, presse@robinwood.de
Weitere Informationen:
Aktuelle Infos gibt es auf dem Ticker der Besetzung.
Adresse der Soli-Mahnwache: Brücke der B209 im Lüner Holz, Koordinaten auf Openstreetmap: 53.2691482, 10.4289986