Rheincamp: Wassergerechtigkeit in der Klimakrise!
Der Rhein leidet in der Klimakrise unter historischem Niedrigwasser, doch die Politik ist erst alarmiert, wenn Industrieunternehmen deswegen Probleme bekommen. Um Klima- und Wassergerechtigkeit einzufordern, beteiligt sich ROBIN WOOD an dem ersten Flußcamp am Rhein. Es beginnt morgen (27.08.2026) im nordrhein-westfälischen Monheim am Rhein. Mit Workshops, Vernetzungs- und Kulturveranstaltungen rund um das Thema Wasser soll dort bis Sonntag der Grundstein für eine weitere organisierte Zusammenarbeit zahlreicher Initiativen und Fachleute aus dem Bereich Gewässerschutz gelegt werden. ROBIN WOOD zählt gemeinsam mit weiteren Gruppen wie dem Klimakollektiv und dem Wasserbündnis Rheinisches Revier zu den Organisator*innen des Camps. Ein breites Bündnis ruft für kommenden Samstag zudem zu einer Demo vor der Bayer AG (Crop Sciene) in Monheim auf.
„Wir machen uns zusammen dafür stark, dass der Rhein und seine flussbegleitenden Ökosysteme erhalten oder renaturiert werden. Intakte Auen und Ufer sind unersetzliche Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten und sichern die Vielfalt unserer Natur. Eine Rheinvertiefung schädigt dagegen das Ökosystem und ist daher der falsche Weg, auf die Krise von Klima- und Artenschutz zu reagieren“, sagt Irmgard Kahl von ROBIN WOOD in Köln. „Wir setzen uns beim Rheincamp für einen sparsamen, umweltverträglichen Umgang mit Wasser ein. Die Kosten für die Wasserentnahme müssen gerecht verteilt werden ebenso wie Verschmutzungsrechte.“
Deutschlands größter Fluss ist belastet durch Chemikalien wie die Ewigkeitschemikalien PFAS und andere giftige Stoffe wie Pestizide und Produktionsrückstände der chemischen Industrie.
Der Energiekonzern RWE will obendrein dem Rhein riesige Wassermengen abzapfen, um damit seine gigantische Braunkohletagebau-Grube im Rheinischen Revier zu füllen. Dafür soll eigens eine Transportleitung gebaut werden. „Der Bau der Rheinwasser-Transportleitung ist ein Musterbeispiel für Wasserungerechtigkeit. RWE profitiert, doch anderen fehlt das Wasser. Wie erst soll das Projekt funktionieren, wenn der Rhein mitten in der Klimakrise häufiger so extremes Niedrigwasser führt?“, fragt Kahl.
ROBIN WOOD fordert zusammen mit den Bündnispartnern des Rheincamps ein Moratorium für die Rheinwasser-Transportleitung. Außerdem sollen strengere Standards und Auflagen dafür sorgen, dass die Belastung mit Pestiziden und anderen giftigen Stoffen im Rhein reduziert wird. Die europäische Wasser-Rahmenrichtlinie muss konsequent umgesetzt werden. Folgekosten der industriellen Nutzung und Verschmutzung des Rheins dürfen nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt werden, während die Industrie auf Kosten der Natur Gewinne macht.
„Wasser ist Leben. Wasser ist kostbar. Es braucht unseren Schutz“, betont Irmgard Kahl. „Ohne Wassergerechtigkeit kann es kein gutes Leben für uns alle geben!“
Kontakt:
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel. 0171 8359515, presse@robinwood.de