Greenwashing durch angebliche Negativemissionen bei der Hansekraft

Gemeinsame Pressemitteilung von NABU, ROBIN WOOD, Biofuelwatch und der BI Bützfleth vom 24.06.2026

25. Juni 2026
Energie
Pressemitteilung

“Pläne nicht haltbar” - Umweltorganisationen kritisieren BECCS-Aussagen zum geplanten Holzkraftwerk in Stade

Die Umweltorganisationen NABU, ROBIN WOOD, Biofuelwatch sowie die BI Bützfleth  kritisieren die Aussagen der Hansekraft zu Bioenergy with Carbon Capture and Storage (BECCS) am geplanten Holzheizkraftwerk in Stade-Bützfleth als nicht haltbar und als Greenwashing. Das Stader Tageblatt hatte am 23.6.2026 ein Interview mit dem Geschäftsführer des Unternehmens veröffentlicht. Demnach werden die Planungen derzeit überarbeitet. Es soll “wenn die CO2-Speicherung marktreif ist, eine wesentlich größere Abscheidungsanlage problemlos an die bestehende angekoppelt werden können”.  

Trotz Konjunktiv wird in dem Artikel bei der Darstellung der Pläne zur CO2-Abscheidung der Eindruck erweckt, die Holzverbrennung in Bützfleth könne klimaneutral erfolgen beziehungsweise sich sogar positiv auf das Klima auswirken.

“Hansekraft hat keinerlei Erfahrung in der CO2-Abscheidung und ohnehin existiert diese Technologie im großen Maßstab bisher nur auf dem Papier. Das Unternehmen will durch das Herumwerfen von beeindruckenden technologischen Begriffen die Öffentlichkeit und die lokale Politik beruhigen. Beruhigend ist aber nichts an dem Versprechen von CO2-Neutralität mit unbewiesenen Methoden. Selbst wenn Hansekraft CO2 im großen Rahmen abscheiden könnte - worauf nichts hinweist - würde das nicht die Tatsache ändern, dass das Verbrennen von stofflich nutzbarem Altholz dazu führt, dass mehr Bäume für die Holzwerkstoffindustrie gefällt werden müssen, was dem Klima schadet”, sagt Almuth Ernsting von Biofuelwatch. 

“Hansekraft hat nach eigenen Angaben die Genehmigungsunterlagen nochmal überarbeitet und eine eigene Machbarkeitsstudie erstellt, um nun die Vorzüge der CO2-Abscheidung anzupreisen. Das ist eine Farce. Statt einzusehen, dass die gigantische Holzverbrennungsanlage aus klimaschädlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Gründen eingedampft werden muss, klammert sich das Unternehmen an einen letzten rettenden Strohhalm, um das Projekt nach dem Ausstieg von Airbus und der Stadt als Wärmeabnehmer doch noch irgendwie lukrativ zu bekommen. Gemeinsam mit der lokalen Bürgerinitiative werden wir uns weiter dafür einsetzen, dieses irrlichternde Projekt zu stoppen", ergänzt Eric Häublein vom NABU.

Jan Witt von der örtlichen Bürgerinitiative pflichtet ihm bei: “Hansekraft macht wie bisher Werbung mit Halbwahrheiten, anstatt sachlich und transparent zu informieren. Das geht nun seit zwei Jahren schon so.”

Die Organisationen haben gemeinsam mit der BI in der Vergangenheit bereits mit einer gemeinsamen Petition und einem Infopapier immer wieder auf die umweltschädlichen Aspekte des Vorhabens hingewiesen. So soll der Brennstoff der Anlage Altholz sein. Altholz sollte in erster Linie stofflich genutzt und nach dem Kaskadenprinzip recycelt werden. Da in Bützfleth zukünftig auch stofflich verwertbares Altholz der Klassen AI und AII verbrannt werden soll, steht dieses Vorhaben im Gegensatz zu einer klimatechnisch und wirtschaftlich vertretbaren Verwendung. 

“Alle Nationalstaaten, aus denen Hansekraft Altholz importieren will, verbrennen selbst Altholz und große Mengen an Holz, das direkt aus dem Wald kommt. Dies trägt zur Degradierung von Wäldern bei. Wenn diese Länder Altholz nach Deutschland exportieren, hat dies zur Folge, dass sie selbst noch mehr Waldholz verbrennen. Bei dieser Faktenlage kann von Klimaneutralität keine Rede sein, selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, dass CO2-Abscheidung marktreif wird und alle weiteren Gefahren und ökologischen Kritikpunkte an der Technologie aus dem Weg geräumt wären”, sagt Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD.

Das gesamte Info-Papier der Verbände finden Sie unter folgendem Link: https://www.biofuelwatch.org.uk/wp-content/uploads/Butzfleth-Info-Papier.docx.pdf

Petition “Deutschlands größtes Holzkraftwerk in Stade verhindern”: https://www.robinwood.de/holzkraftwerk-petition 

 

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