Protestbanner gegen Privatjets hängt an drei grünen Ballons in der Luft

Die meisten „Geschäftsflüge“ mit Privatjets vom Hamburger Flughafen gehen zu Urlaubsinseln

ROBIN WOOD präsentiert neue Studie und fordert Privatjet-Verbot in Hamburg

29. Oktober 2026
Mobilität
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Privatflüge sind das Gegenteil von sozialem Klimaschutz - ROBIN WOOD-Aktive im Gespräch mit Abgeordneten der Hamburger Bürgerschaft während einer Protestaktion für ein Verbot von Privatjets in Hamburg, 30.06.2026
Foto: ROBIN WOOD
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Die Privatflüge starten vom "Geschäftsflieger-Zentrum" des Hamburg Airport, gehen aber besonders häufig zu beliebten Urlaubsinseln. Dabei lässt sich Sylt von Hamburg aus direkt mit dem Zug in unter dreieinhalb Stunden erreichen.
Grafik: ROBIN WOOD mit Daten von CE Delft
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Grafik: ROBIN WOOD mit Daten von CE Delft
Pressemitteilung

Die meisten Privatflüge vom sogenannten „Geschäftsflieger-Zentrum“ des Hamburger Airports gehen nach Mallorca und Sylt. Dies zeigt eine aktuelle Studie, die ROBIN WOOD heute in Hamburg vorgestellt hat. Die Umweltorganisation kritisiert diese Form der Luxus-Mobilität auf Kosten des Klimas und der Allgemeinheit und fordert ein Verbot von Privatflügen in der Hansestadt.

 

Die vom Forschungsinstitut CE Delft im Auftrag von ROBIN WOOD erstellte Studie belegt: In den vergangenen drei Jahren (2023-25) gab es 20.949 Starts und Landungen von Privatjets am Hamburg Airport. Das sind etwa 7.000 pro Jahr. Hamburg liegt damit konstant auf Platz 3 der von Privatfliegern meistgenutzten Airports innerhalb Deutschlands. 

Zu den häufigsten Destinationen der vermeintlichen „Geschäftsflüge“ zählen bekannte Urlaubsinseln. Im untersuchten Zeitraum (2023-25) gab es 448 Flüge von Hamburg nach Palma de Mallorca und 441 nach Sylt. Dabei lässt sich Sylt von Hamburg aus direkt mit dem Zug in unter dreieinhalb Stunden erreichen.

Ein durchschnittlicher Privatflug schädigt das Klima etwa so stark wie ein durchschnittlicher EU-Bürger in acht Monaten. Die Privatflüge in Hamburg verursachten zwischen 2023 und 2025 128.000 Tonnen CO₂-Äquivalente. Die Klimawirkung der allein im Jahr 2025 dort gestarteten Privatflüge entsprach ungefähr 370.000 einfachen Autofahrten zwischen Hamburg und Berlin, ausgehend von einem durchschnittlichen Pkw. 

„Die Luxus-Mobilität sehr weniger sehr wohlhabender Menschen geht zu Lasten der Allgemeinheit und des Klimas. Wir wollen Hamburg zu einer gerechteren Stadt machen und fordern daher als Sofortmaßnahme ein Start-und Landeverbot für Privatjets am Hamburger Airport“, sagt Merle Riebandt vom Mobilitäts-Team bei ROBIN WOOD.

„Soziale Ungleichheit ist einer der wesentlichen Treiber steigender Treibhausgasemissionen“, bekräftigt Jan Wilkens von CLICCS, einem Forschungsverbund für Klimawandel und Gesellschaft an der Uni Hamburg. „Privatjet-Flüge sind zahlenmäßig nur ein Teil des Problems, aber ein starkes Symbol dafür, wie ungleich die Lasten und Freiheiten in der Klimakrise verteilt sind.“

Mit dem „Hamburger Zukunftsentscheid“ hatte eine Mehrheit der Hamburger*innen für ein stärkeres Klimaschutzgesetz und sozialen Klimaschutz gestimmt. Die im Sommer 2026 veröffentlichte Schätzbilanz der Stadt für das Jahr 2025 zeigt jedoch, dass die Emissionen in Hamburg im Vergleich zum Vorjahr sogar noch weiter gestiegen sind. 

Die Stadt steht in der Pflicht, das Votum der Bürger*innen umzusetzen. Am Hamburg Airport kann sie als Mehrheitseigentümerin entscheiden. Die niederländische Stadt Eindhoven hat bereits gezeigt, wie es gehen kann: Seit Beginn des Jahres 2026 dürfen dort keine Privatjets mehr starten und landen. 

Veranstaltungs-Hinweis

Damit das Thema auch in der Hamburger Stadtgesellschaft breiter diskutiert wird, veranstaltet ROBIN WOOD eine Podiumsdiskussion mit dem Titel: „Sollen Privatjets noch eine Zukunft in Hamburg haben?“ Mit dabei sind die renommierte Umweltrechtlerin Dr. Roda Verheyen, der Bürgerschaftsabgeordnete der Linken, Stephan Jersch, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Rosa Domm, der Klimawissenschaftler der Universität Hamburg, Dr. Jan Wilkens sowie ein Vertreter des Hamburger Flughafens (angefragt). 

Die Podiumsdiskussion beginnt am 30.11.2026 um 19:00 Uhr im Vortragssaal der Staats- und Universitätsbibliothek in Hamburg. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Wir freuen uns, wenn Sie in Ihrem Medium auf den Termin hinweisen. Redaktionen werden um Anmeldung per Email an presse@robinwood.de gebeten. Herzlichen Dank!

 

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