Autoindustrie darf nicht zur Rüstungsschmiede werden!

ROBIN WOOD kritisiert drohende Übernahme von Auto-Werken durch Rüstungsfirmen in Osnabrück und anderswo

11. März 2026
Mobilität
Pressemitteilung

Während die Rüstungsindustrie in Deutschland boomt, spitzt sich die Krise der Autoindustrie weiter zu. Wie der Volkswagen Konzern mitteilte, sind seine Gewinne im vergangenen Jahr um fast die Hälfte eingebrochen. Etwa 50.000 Stellen sollen gestrichen werden. Zugleich ist Deutschland zwischen 2021 und 2025 zum viertgrößten Waffenexporteur der Welt aufgestiegen.

 

„Der Niedergang der Autoindustrie und der Boom der Rüstungsindustrie gehen Hand in Hand. Hier kommt nun industriepolitisch gefährlich etwas ins Rutschen: Die Autoindustrie sucht nach neuen Aufträgen. Parat steht die Rüstungsindustrie, die vom Staat lukrative Aufträge bekommt. Doch es ist brandgefährlich, zivile und militärische Wirtschaftszweige zu verflechten und die Wirtschaft immer stärker auf Krieg auszurichten, denn das führt schnell auch zu politischen Pfad-Abhängigkeiten“, sagt Annika Fuchs, Mobilitäts-Referentin bei ROBIN WOOD. 

Konkret wird diese Entwicklung etwa am VW-Standort Osnabrück. Nachdem im vergangenen Jahr der Rüstungskonzern Rheinmetall bereits Interesse an dem Werk bekundet hatte, ist nun VW bereit, es als Produktionsort für Kriegsgerät zur Verfügung zu stellen. Im Laufe des Jahres 2026 wolle die VW-Konzernspitze entscheiden, wie es für die 2.300 Beschäftigten am Standort weitergeht. Man sei auch in Gesprächen mit Rüstungsunternehmen, erklärte Konzernchef Oliver Blume laut Medienberichten. Am Wochenende war bekannt geworden, dass in Osnabrück innerhalb von nur etwa vier Monaten unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereits zwei Prototypen von Militärfahrzeugen (MV.1 und MV.2) entwickelt wurden. 

„Dass innerhalb weniger Monate ein militärisches Modell in Osnabrück entwickelt werden konnte, zeigt, dass die Entwicklungsabteilung vor Ort großes Potential hat“, sagt Fuchs. „ROBIN WOOD fordert, dieses Potential in klimafreundliche Produkte zu investieren und den Standort in ein Pilotprojekt der Verkehrswende zu verwandeln.“

Das VW-Werk in Osnabrück hat eine über einhundertjährige Tradition mit der Produktion von Karmann-Fahrzeugen, Volkswagen-PKW und -Kleinbussen. Seit Sommer 2025 protestieren zivilgesellschaftliche Gruppen in und über Osnabrück hinaus für eine Konversion des Standorts hin zu einem Ort für eine sozial-ökologische Mobilitätswende, zum Beispiel durch die Produktion von Elektro-Kleinbussen für den ländlichen Raum. 

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