AtomkraftgegnerInnen steigen Hamburger Grünen aufs Dach

Atomtransporte_HH_1_2017-04-11.png

Seit knapp zwei Jahren sind die Grünen in der Regierung, und noch immer fahren Woche für Woche Atomtransporte durch Hamburg.
Foto ▸ Tim Christensen/ ROBIN WOOD

170411-RobinWood_rw (192).JPG

Foto ▸ Renate Wegener

Atomtransporte_TIM_3409_v2.JPG

Allein in 2016 liefen rund 160 Atomtransporte per Schiff, Zug und LKW durch Hamburg.
Foto ▸ Tim Christensen/ ROBIN WOOD

170411-RobinWood_rw (229).JPG

Foto ▸ Renate Wegener

170411-RobinWood_rw (223).JPG

Die Feuerwehr rückte mit einer Drehleiter an, obwohl keine Hilfe benötigt wurde
Foto ▸ Renate Wegener

170411-RobinWood_rw (159).JPG

Kameramann im Einsatz
Foto ▸ Renate Wegener

001schiff1.jpg

Urantransport durch Hamburg am 6. Juli 2015. Verladung vom Containerschiff "Sheksna" auf LKW.
Foto ▸ ROBIN WOOD

003schiff3.jpg

Urantransport durch Hamburg am 6. Juli 2015. Verladung vom Containerschiff "Sheksna" auf LKW.
Foto ▸ ROBIN WOOD

010lkw2k.jpg

Urantransport durch Hamburg am 6. Juli 2015. Verladung vom Containerschiff "Sheksna" auf LKW.
Foto ▸ ROBIN WOOD

012lkw4.jpg

Urantransport durch Hamburg am 6. Juli 2015. Verladung vom Containerschiff "Sheksna" auf LKW.
Foto ▸ ROBIN WOOD

013lkw6.jpg

Urantransport durch Hamburg am 6. Juli 2015. Verladung vom Containerschiff "Sheksna" auf LKW.
Foto ▸ ROBIN WOOD

Heute Vormittag sind ROBIN WOOD-AktivistInnen den Hamburger Grünen aufs Dach gestiegen, um politisch Druck zu machen für einen Stopp von Urantransporten durch Hamburg. Zwei Frauen seilten sich gegen 11 Uhr am Bürohaus des Landesverbands der Partei in der Burchardstraße ab und entrollten Banner mit einem Atom-Totenkopf sowie der Forderung: „Urantransporte stoppen! Sofort!“

Andere AktivistInnen verteilten Flyer. Dies wollen sie heute Abend fortsetzen, um weitere Mitglieder der Partei zu erreichen. Dann trifft sich der Landesausschuss der Grünen. Das Thema Urantransporte steht wieder einmal nicht auf der Tagesordnung. Dabei hatte Rot-Grün 2015 im Koalitionsvertrag vereinbart, darauf hinzuwirken, dass „relevante Unternehmen“ auf Transport und Umschlag von „radioaktiven Stoffen aus Zwecken oder für Zwecke als Kernbrennstoff“ verzichten. Passiert aber ist nichts, obwohl die Stadt Mehrheitseigner der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) ist und Anteile an der Reederei Hapag Lloyd hält.

„Seit knapp zwei Jahren sind die Grünen in der Regierung, und noch immer fahren Woche für Woche Atomtransporte durch Hamburg. Das ist ein Armutszeugnis für eine Partei, die sich den Atomausstieg auf die Fahnen schreibt“, sagt ROBIN WOOD-Aktivistin Cécile Lecomte.

Allein in 2016 liefen rund 160 Atomtransporte per Schiff, Zug und LKW durch Hamburg. Im Zeitraum 1. Januar bis 1. Dezember 2016 stellte die Hamburger Polizei an Schiffstransporten von radioaktiver Fracht (Gefahrgutklasse 7) 232 Mängel fest, darunter 79 sicherheitsrelevante wie „keine Ladungssicherung“, „Schweißnaht eingerissen“ oder „Loch im Querträger“. Die Gefährdung steigt zudem dadurch, dass Schiffe und Züge die radioaktiven Stoffe häufig zusammen mit anderen entzündlichen oder explosiven Gefahrstoffen laden.

Mitten durch die Millionenmetropole Hamburg transportiert werden radioaktive Stoffe wie Uranerzkonzentrat und Uranhexafluorid. Sie werden zu Brennstoff für Atomkraftwerke in aller Welt verarbeitet und dienen deren unverantwortlichem Weiterbetrieb.

„Wer den Atomausstieg will, darf keinen Brennstoff für Atomkraftwerke herstellen und transportieren. Rot-Grün steht in der Pflicht, die Hamburger Bevölkerung vor vermeidbaren Gefahren zu schützen. Der Hamburger Hafen ist die zentrale Schaltstelle für das internationale Atomgeschäft. Rot-Grün muss jetzt den Schalter umlegen und die unverantwortlichen Atomtransporte stoppen“, sagt Lecomte.

Ein Teil der Urantransporte geht in die Uranfabrik nach Gronau und in die Brennelementefabrik in Lingen. Beide Anlagen sorgen aktuell für Schlagzeilen, weil Uran aus diesen Anlagen in den belgischen Pannenreaktoren Thiange und Doel eingesetzt wird. ROBIN WOOD fordert, diese und alle weiteren Atomanlagen sofort zu schließen. Der Stopp der Versorgungstransporte, die den Weiterbetrieb dieser Anlagen ermöglichen, wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

Atommüll muss verhindert werden, bevor er entsteht!

Für Rückfragen:
Cécile Lecomte, ROBIN WOOD-Aktivistin, Tel. 0160 / 17 96 531
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 / 835 95 15, presse [at] robinwood.de