Gelbes Banner gegen Autobahnbau hängt im Wald

A39: Widerstand gegen Autobahnbau geht weiter

Umwelt-Protest vor Stadtratssitzung in Lüneburg / Stadtrat soll sich zur Räumung der Waldbesetzung gegen die A39 äußern

12. Februar 2026
Mobilität
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Kundgebung vor dem Sitzungssaal des Lüneburger Stadtrats: Die Politik soll darüber informieren, wer die Räumung der Waldbesetzung gegen die A39 beauftragt hat und auf welcher Rechtsgrundlage
Foto: ROBIN WOOD
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Die Waldbesetzung gegen die A39 war Teil andauernder Proteste gegen den Autobahnbau und für eine klimafreundliche Verkehrswende
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Pressemitteilung

„Die Besetzung ist geräumt, unser Widerstand geht weiter: Keine A39!“ – unter diesem Motto wird heute Nachmittag ab 16:00 Uhr ein Bündnis von Umweltgruppen vor der „Ritterakademie“ in Lüneburg protestieren. Dort tagt ab 17:00 Uhr der Rat der Hansestadt. Bei der Sitzung wird es – u.a. in der Einwohnerfragestunde und wegen einer Anfrage von der Gruppe DIE LINKE – auch um die Einsätze von Polizei, Feuerwehr und städtischen Unternehmen gegen die Waldbesetzung im Lüner Holz gehen. Klimaaktivist*innen hatten dort seit dem 13. Dezember 2025 mit einer Baumbesetzung gegen den Neubau der Autobahn von Lüneburg nach Wolfsburg protestiert. Am 12. Januar 2026 waren sie gegen ihren Willen geräumt worden.

 

„Erst wurde der legitime Protest im Lüner Holz geduldet, dann haben Polizei, AGL (Abwasser, Grün & Lüneburg Service GmbH) und Feuerwehr im Dezember 2025 ohne Vorwarnung die Bodeninfrastruktur der Protestversammlung beseitigt und im Januar 2026 schließlich die Baumbesetzung vollständig geräumt. Wir erwarten, dass der Lüneburger Stadtrat und das niedersächsische Innenministerium transparent machen, wer für die Räumung verantwortlich ist und auf welcher Rechtsgrundlage Einsatzkräfte und städtische Unternehmen gehandelt haben. Auch die Parteien müssen Farbe bekennen, auf welcher Seite sie stehen: auf der des Klima- und Artenschutzes oder auf Seiten der Autolobby“, fordert Cécile Lecomte, aktiv beim Klimakollektiv Lüneburg und bei ROBIN WOOD. 

„Klimaschutz ist kein Verbrechen. Der Bau einer neuen Autobahn aber schon”, ergänzt Anwohnerin Melanie Giesen, die sich dem Lüner Holz und der Natur sehr verbunden fühlt. „Waldsterben, Luftverschmutzung, globale Erwärmung – wir können uns nicht länger leisten, diese existentiellen Gefahren zu ignorieren. Es ist 5 nach 12 und schon jetzt zahlt die nächste Generation einen hohen Preis.“

„Wir zeigen heute, dass der Protest gegen den Bau der A39 mit der Räumung im Lüner Holz keineswegs abgeräumt wurde. Im Gegenteil: Unser Widerstand gegen die A39 wird weiter Fahrt aufnehmen!“, sagen Aktivist*innen der Aktionsgruppe „Flederhörnchen“, die die Bäume besetzte.

Lüneburg liegt im ersten von insgesamt sieben Bauabschnitten der geplanten, rund 105 Kilometer langen Autobahn nach Wolfsburg. In Lüneburg wurde die Bundesstraße, die im Zuge des A39-Baus ausgebaut werden soll, bereits Anfang Dezember 2025 in A39 umbenannt. Aktuell hat die Autobahn GmbH eine chemische Gewässer-Analyse entlang der künftigen Trasse ausgeschrieben. All das ist geschehen, obwohl es bislang keine Baufreigabe und keine Finanzierungs-Zusage für die A39 gibt. Zeitungsberichten zur Folge will das Bundesverwaltungsgericht im ersten Halbjahr 2026 über die Klage der Umweltorganisation BUND gegen die A39 entscheiden.

„Für dieses Jahr hat die Bundesregierung schon Baufreigaben für 23 Straßen-Neubauprojekte erteilt und dafür Gelder freigegeben. Dieses Geld fehlt nun für die dringend nötige Sanierung der bestehenden Infrastruktur und für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Deutschland. Wir wehren uns dagegen, dass die 100 Kilometer Asphalt der A39 das nächste Projekt sind, in dem Milliarden öffentlicher Gelder versenkt werden. Der Bund muss jetzt dieses überflüssige und umweltschädliche Vorhaben stoppen!“, fordert Annika Fuchs, ROBIN WOOD-Mobilitätsreferentin.

Terminhinweis:

Die Kundgebung gegen die A39 beginnt heute, am 12. Februar 2026, um 16:00 Uhr vor dem Gebäude der Stadtratssitzung, „Ritterakademie“, Am Graalwall 12, 21335 Lüneburg.

Pressekontakt: 

  • Cécile Lecomte, ROBIN WOOD Hamburg/Lüneburg, Tel. ⁨0170 6028362⁩
  • Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin, Tel. 0171 8359515, presse@robinwood.de