Energiewende: Holzverbrennung ist auch ökonomisch nicht nachhaltig
Zum Tag des Baumes am 25. April 2026
Zum morgigen Tag des Baumes 2026 warnen die Umweltorganisationen ROBIN WOOD, NABU und Biofuelwatch sowie die Initiative 180° Wärmewende Leipzig davor, weiterhin bei der Wärmewende auf das Verfeuern von Holz zu setzen. Dies schädigt Wälder, Klima und Gesundheit und ist auch ökonomisch nicht nachhaltig.
Wie unrentabel es werden kann, Holz zur Stromproduktion zu verfeuern, mussten die Leipziger Stadtwerke (LSW) realisieren. Sie haben - wie der Holzkurier berichtete - zwei große, baugleiche Biomassekraftwerke geschlossen. Demnach wurde der Betrieb des Kraftwerks in Bischofferode (Thüringen) bereits zum Jahreswechsel 2025/26 beendet, der des Kraftwerks Lutherstadt Wittenberg-Piesteritz (Sachsen-Anhalt) im ersten Quartal 2026. Beide Anlagen rechneten sich nicht – obwohl die Stadtwerke dafür über zwanzig Jahre lang im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetz Subventionen erhalten hatten.
Beide Anlagen verfeuerten jeweils pro Jahr bis zu 130.000 Tonnen Holz, das zum Teil noch für die Herstellung von Holzprodukten nutzbar gewesen wären. Für die extrem ineffiziente Stromproduktion wurden Baumstämme sogar aus FFH-Schutzgebieten verbrannt. Die kommunalen Stadtwerke hatten beim Bau der Anlagen hohe Summen investiert.
„Die Millionensummen, die die Leipziger Stadtwerke in die klimaschädliche Holzverbrennung gesteckt haben, wären viel besser in den klimafreundlichen Umbau der Wärmeversorgung der Stadt investiert worden”, sagt Jupp Trauth von 180° Wärmewende Leipzig. „Das muss jetzt schleunigst nachgeholt werden. Wir fordern außerdem, die Beschäftigten der beiden Holzkraftwerke nicht einfach im Stich zu lassen, sondern in zukunftsfähige Bereiche der LSW zu übernehmen.“
Auch in anderen Städten wurden Neu- oder Umbauten von Kraftwerken zur Holzverbrennung inzwischen gestoppt, etwa in Hamburg-Tiefstack, in Bremen und in Altbach-Deizisau (Baden-Württemberg).
„Holz wird teurer und die Konkurrenz um den wertvollen Rohstoff wird härter. Wer jetzt noch Heizkraftwerke baut, geht ein hohes Risiko ein“, warnt Jana Ballenthien, Waldreferentin von ROBIN WOOD, die heute zusammen mit weiteren ROBIN WOOD-Aktiven die Anlage in Bischofferode besuchte. „Es lohnt sich für alle, unsere schon jetzt stark geschwächten Waldökosysteme zu schonen und Holz vor allem für langlebige Produkte einzusetzen.“
„Wälder sind Klimaschützer und Orte der Artenvielfalt. Eine Bundesregierung, die klimaschädliche Holzverbrennung fördert, untergräbt die selbst gesteckten Ziele für den Klima- und Artenschutz. Am Ende zahlen die Bürger*innen die Rechnung durch höhere Strom- und Wärmekosten. Zusätzlichen Schaden haben Anwohner*innen durch eine erhöhte Feinstaubbelastung in der Umgebung der Anlagen”, sagt Almuth Ernsting von Biofuelwatch.
ROBIN WOOD, NABU und Biofuelwatch werden sich weiterhin gegen Holzverbrennung in Kraftwerken einsetzen, etwa gegen den Bau neuer Anlagen in Berlin und im niedersächsischen Stade.
Kontakt:
- ROBIN WOOD: Jana Ballenthien, Waldreferentin, Tel. 040 38089211, wald@robinwood.de und Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 8359515, presse@robinwood.de
- 180° Wärmewende Leipzig: Jupp Trauth, Tel. 0170 2478739, jupp.trauth@posteo.de
- NABU: Eric Häublein, Referent Bioenergie, Eric.Haeublein@NABU.de, Tel. +49(0)162-2694781
- Biofuelwatch: Almuth Ernsting, Co-Direktorin, biofuelwatch@gmail.com, Tel. +44-7930227525