Rückblick Rheincamp: Wertvolles Wasser

09. September 2026
Umweltschutz selber machen
Irmgard Kahl
Regionalgruppe Köln
Blog

Um auf Verschmutzung und Ver(sch)wendung der wertvollen Ressource Wasser aufmerksam zu machen, organisierten verschiedene Initiativen und Verbände vom 27. bis 30.08.2026 ein Wassercamp am Rhein. Außerdem sollte das erste Rheincamp in Monheim zur besseren Vernetzung der verschiedenen Umweltorganisationen und weiterer Wasserschützer*innen dienen. Hierzu trugen das Wasserbündnis Rheinisches Revier, das Klimakollektiv und auch ROBIN WOOD maßgeblich bei.

In drei verschiedenen Workshopzelten haben wir beispielsweise über Wassergerechtigkeit diskutiert, über die Einleitung von Pestiziden durch die Bayer AG berichtet, Vergleiche zu anderen Wasserkonflikten an der Donau und in Südamerika gezogen. In Workshops wurden Strategien für die Wasserbewegung entwickelt und weitere Aktionen geplant. Ergänzend gab es abends Kabarett, eine Filmvorführung, am Sonntag eine Kunstperformance sowie eine botanische Exkursion an den Rhein.

Bei der Demonstration mit Start an der Verwaltung von Bayer Crop Science in Monheim am Samstag haben wir mit Redebeiträgen und Musik von "Lebenslaute" friedlich gegen die Einleitung giftiger Stoffe und PFAS in den Rhein protestiert. Dennoch waren zeitweise mehr Polizist*innen als Demonstrant*innen vor Ort. Auch beim Aufbau des Camps war massive Polizeipräsenz vor Ort, bis die Ordnungshüter nach einigen Tagen feststellten, dass von den Aktiven keinerlei Gefahr ausging.

Ursprünglich war die Demonstration in Dormagen an dem Startpunkt für die Rheinwassertransportleitung von RWE in den Braunkohletagebau geplant, musste aber wegen des anhaltenden Niedrigwassers auf die gleiche Rheinseite wie das Camp verlegt werden. Die Fähre konnte wegen Niedrigwasser nicht fahren ... doch woher soll dann das ganze Wasser für die Befüllung des Tagebaus kommen, wenn im Hitzesommer der Pegel des Rheins auf wenige Zentimeter fällt? Zudem ergeben sich zukünftig neue Probleme wie zu hoher Schadstoffeintrag durch die Chemieindustrie mangels Verdünnungseffekten und das Trockenfallen wertvoller Feuchtgebiete und Auenlandschaften. Zu Recht stellten die Aktivist*innen im Rheincamp die Frage: "Was wäre, wenn der Rhein eigene Rechte hätte?" 

Wir müssen dringend unseren Umgang mit der lebenswichtigen Ressource Wasser überdenken. Daher erinnerten die Aktiven der Regionalgruppe ROBIN WOOD Köln mit ihrem Transparent auf der Demo daran: Wasser ist Leben! Und ohne sauberes Trinkwasser können wir alle kein gutes Leben auf diesem Planeten genießen.