Alster Hamburg Becher Aktionstag

Das Aufbegehren gegen Wegwerfbecher geht weiter

22. März 2017
Papier
Wald
Jannis Pfendtner
Gianina Plätzer
Blog

Organisationen aus aller Welt haben sich im „Environmental Paper Network“ zusammengetan und ein „Cupifesto“ entworfen. Das Manifest richtet sich gegen die Kaffeebecher-Wegwerfkultur und wird am 22.März 2017 mit dem „Cupifesto Action Day“ zelebriert. Wir haben drei der teilnehmenden Organisationen zu einem kurzen Gespräch gebeten.

 

Kurzinterview mit Wen Bo vom „Environmental Paper Network China“, Peg Putt von „Markets for Change“ aus Australien und Ross Hammond von „Stand“ aus den USA

1. Könnt ihr eure Organisation bitte kurz vorstellen?

Wen Bo: Das „China Environmental Paper Network“ ist ein Netzwerk chinesischer Umweltgruppen und Individuen, die sich für den Regenwaldschutz einsetzen, die Entwicklung der Papier- und Zellstoff-Industrie in China beobachten, sowie Gewässerverschmutzung durch Papierfabriken und verschwenderischen Papierkonsum bekämpfen wollen.

Peg Putt: „Markets for Change“ (MFC) ist eine marktorientierte Umwelt-NGO, die Unternehmen und Produkte untersucht und entblößt, die Umweltzerstörung antreiben, um so Händlern einen Impuls zu liefern, sich für eine ökologisch und sozial verantwortliche Beschaffungspolitik zu entscheiden – damit ein Markt geschaffen wird, der ökologische Verantwortung trägt.

Ross Hammond: „Stand.earth“ fordert von Firmen und Regierungen, Menschen und die Umwelt mit Respekt zu behandeln, denn unser Leben ist davon betroffen.

 

2. Welche Motivation steckt bei euch dahinter, sich am „Cupifesto“ zu beteiligen?

Wen Bo: China verbraucht eine riesige Menge an Papierbechern. Je wohlhabender die städtische chinesische Gesellschaft wird, umso üblicher wird auch der Gebrauch von Wegwerfbechern aus Papier. Dieses verschwenderische Konsum-Muster muss gestoppt werden! Während die Produktion und der Verkauf von Wegwerfbechern ein profitables Geschäft geworden ist, führt dies zu einem immer größeren Verbrauch von natürlichen Ressourcen wie Wald, Wasser und Boden. Und sobald sich Menschen daran gewöhnt haben, werden sie die Folgen ihrer Gewohnheiten auf unsere natürliche Umwelt einfach ignorieren. Die Öffentlichkeit sollte notwendigerweise den Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und der Erde, auf der sie lebt, begreifen. Werden Papierbecher weggeworfen, so werden im Grunde üppige, grüne Bäume entsorgt.

Peg Putt: Wir wollten Aufmerksamkeit auf die Verschwendung und die Waldzerstörung lenken, die durch Wegwerf-Kaffeebecher entstehen und zu einer Lösung beitragen, indem wir Teil eines weltweiten Bestrebens sind.

Ross Hammond: Gemeinschaftliches Handeln ist immer wirkungsvoller als individuelles Vorgehen. Mit Partnern zu arbeiten verspricht uns, dass wir verändern können, wie Papierbecher gemacht werden, um Millionen von Bäumen davor zu bewahren, gefällt zu werden.

 

3. An was arbeitet ihr noch, um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken?

Wen Bo: Wir arbeiten an einem kurzen Video, das durch die sozialen Medien verbreitet werden soll. Es werden unterschiedliche Aktionen in verschiedenen Städten Chinas wie Wuhu, Harbin oder Zhengzhou stattfinden. Unsere Ehrenamtlichen haben Poster gestaltet, um chinesische Mitbürger aufzurufen, auf Wegwerfbecher zu verzichten.

Peg Putt: Wir haben ein Programm mit Becher-bewussten Cafés gestartet, welche mit Aufklebern kenntlich machen, dass sie Mehrwegbecher befüllen. Mehr dazu auf unserer Website: cupconsciouscafe.com. Im Moment legen wir auch Handzettel in den Cafés aus, die die Auswirkungen von Wegwerfbechern erklären. Wenn die Bewegung größer wird, werden wir teilnehmende Cafés auf unserer Website vorstellen und mit Koordinaten versehen, sodass Menschen, die in der Nähe sind, leichter zu ihnen finden. Wir hoffen, dass wir die Becher-bewusste Gemeinschaft ermutigen können, bald freiwillig Papierbecher aus ihrer Stadt zu verbannen.

Ross Hammond: Wir setzen Starbucks unter Druck, damit es sein Versprechen von vor 9 Jahren einlöst, Recyclingbecher anzubieten und seinen Kunden mehr Anreize gibt, wiederverwendbare Becher zu nutzen. Wir machen dies durch öffentlichen Protest, soziale Medien, Zusammenarbeit mit Starbucks-Angestellten, um Veränderungen von innen zu bewirken, sowie durch das Anfertigen von Berichten und Videos.

 

Papierbecher nicht mehr zu benutzen, heißt wertvolle Ressourcen schützen - und damit auch Wälder!
ROBIN WOOD