Mit schwarzen Pellets in die Insolvenz
Umweltorganisationen warnen: Cemex könnte ähnlich scheitern wie finnischer Pellet-Hersteller
Das einzige Pelletwerk Europas, das angekohlte, schwarze Holzpellets produzieren sollte, hat Insolvenz angemeldet. Diese Meldung kommt aus Finnland, während beim Zementhersteller Cemex in Rüdersdorf bei Berlin ein Genehmigungsantrag für eine Anlage zur Produktion schwarzer Pellets erwartet wird.
Die Umweltorganisationen NABU, ROBIN WOOD und Biofuelwatch warnen davor, aus stofflich nutzbarem Altholz durch Verkohlen sogenannte torrefizierte Pellets herzustellen, weil dies indirekt zu mehr Holzeinschlag auf Kosten von Wäldern und Klima führt. Zudem sei die Technologie bislang noch in keiner vergleichbar großen Anlage demonstriert worden und berge beträchtliche Sicherheitsrisiken. Ihre Argumente haben die Umwelt-NGOs kürzlich in einem Faktenpapier veröffentlicht.
In Finnland hatte ein Konsortium von Unternehmen unter dem Namen Joensuu Biocoal eine – von der österreichischen Firma Andritz gelieferte – Anlage für die Produktion torrefizierter Holzpellets errichtet. Die finnische Anlage wurde im Mai 2025 angefahren und produzierte Probe-Chargen, ohne dabei je in Vollzeitbetrieb gegangen zu sein. Nun hat Joensuu Biocoal Insolvenz angemeldet. Aus einem Finanzbericht der Firma Taaleri Plc, die an der Finanzierung des finnischen Pelletwerks beteiligt war, geht hervor, dass es technische Probleme gegeben hatte.
„Der finnische Versuch, torrefizierte Holzpellets herzustellen, ist bei weitem nicht der erste. Bislang sind alle gescheitert. Wir hoffen, dass Cemex daraus seine Schlüsse zieht und statt in Holzpellets in wirklich klimafreundliche Technologien investiert”, sagt Almuth Ernsting von Biofuelwatch.
Eric Häublein vom NABU fügt hinzu: „Der Zementhersteller Cemex steht vor einer Fehlinvestition, die das Unternehmen noch vermeiden kann. Große technische Probleme sind ungelöst. Zudem ist das Verbrennen von stofflich nutzbarem Altholz schädlich für Klima und Wälder. Deshalb täte Cemex besser daran, an der Elektrifizierung der Zement- und Klinkerproduktion mitzuarbeiten.”
Kontakte:
- NABU: Eric Häublein, Referent für Bioenergie, Tel. 0162-2694781, Eric.Haeublein@NABU.de
- Biofuelwatch: Almuth Ernsting, Co-Direktorin, Tel. +44-7930 227525, biofuelwatch@gmail.com
ROBIN WOOD: Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 8359515, presse@robinwood.de