Kletterprotest am hessischen Landtag: Ausbau der A49 sofort stoppen!

ROBIN WOOD fordert von der Landesregierung, Zwangsräumung der Waldbesetzung im „Danni“ zu unterlassen

06. Oktober 2020
Mobilität
Wald
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Stephan Röhl / ROBIN WOOD
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Die hessische Landesregierung soll Zwangsräumung der Waldbesetzung gegen die A49 stoppen - Wald statt Asphalt!
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Pressemitteilung

Heute morgen haben Kletteraktivist*innen von ROBIN WOOD am hessischen Landtag in Wiesbaden gegen den Ausbau der A49 und für den Erhalt des Dannenröder Waldes – kurz Danni –  demonstriert. Sie entrollten über dem Eingangsportal zum Landtag ein Banner mit der Aufschrift „Ausbau der A49 sofort stoppen! Wald statt Asphalt!“ ROBIN WOOD fordert die hessische Landesregierung auf, zur Deeskalation beizutragen und den Polizeieinsatz gegen die Waldbesetzung sowie die Rodungsarbeiten zu stoppen. In Zeiten von Klimakrise und Artensterben ist eine sozial-ökologische Mobilitätspolitik erforderlich und kein Neubau von Autobahnen wie der A49.

Seit dem 1. Oktober lässt der Landkreis Vogelsberg Baumhäuser räumen und Rodungsarbeiten im Herrenwald vornehmen. Durch den Herren- sowie den benachbarten Dannenröder Wald soll die neue Trasse für die A49 gebaut werden. Zuvor hatte der Kreis eine Allgemeinverfügung erlassen und den Waldbesetzer*innen angedroht, sie zwangsweise zu räumen und ihnen obendrein die Kosten für Abriss und Beseitigung der Baumhäuser in Rechnung zu stellen. 

„Das Vorgehen der hessischen Landesregierung ist eine maßlose Respektlosigkeit gegenüber den Waldnaturschützer*innen, die sich mit ihren Körpern gegen die skandalöse Zerstörung unserer Lebensgrundlage wehren. Eine Räumung mitten in der Corona-Pandemie durchzusetzen, ist besonders riskant und verantwortungslos. Herr Bouffier, nehmen Sie den breiten und vielfältigen Protest für den Erhalt des Dannenröder Waldes und der angrenzenden Waldgebiete endlich ernst!“, fordert Dominique Just, Mobilitätsreferentin von ROBIN WOOD. 

Hessens Grüne tragen diese klimaschädliche und rückwärtsgewandte Verkehrspolitik in der Koalition mit der CDU mit. „Dass sich die Grünen mit Landesverkehrsminister Tarek Al-Wazir vor den Karren dieser autofixierten Asphaltpolitik spannen lassen, ist eine klimapolitische Bankrotterklärung“, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Aaron Schinker. „Wenn selbst die Spitze der Grünen auf Bundesebene ein Moratorium für neue Autobahnen und Bundesstraßen fordert, dürfen Hessens Grüne nicht daran mitwirken, das Gegenteil umzusetzen.“

Seit September 2019 ist die geplante Autobahntrasse im Dannenröder Wald in Nordhessen von Waldnaturschützer*innen besetzt. Auch der benachbarte Herrenwald, ein durch EU-Recht geschütztes Flora-Fauna-Habitat, ist durch den geplanten Autobahnbau bedroht. Beide Wälder befinden sich in einem für die Trinkwasserversorgung Nordhessens sehr wichtigen Trinkwasserschutzgebiet.

Am vergangenen Sonntag hatten nach einem gemeinsamen Aufruf mehrerer Umweltverbände über 5.000 Menschen am Dannenröder Wald für eine grundlegende Verkehrswende und gegen die Zerstörung des „Danni“ demonstriert.

ROBIN WOOD engagiert sich im Bündnis „Wald statt Asphalt“ gegen den A49-Ausbau und hat sich gemeinsam mit knapp 30 regionalen und bundesweiten Akteur*innen der Klimagerechtigkeitsbewegung solidarisch mit der Waldbesetzung im Dannenröder Wald erklärt. 

Kontakt:
    • Dominique Just, Verkehrsreferentin, Tel. 040 380 892 12, verkehr [at] robinwood.de 
    • Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 835 95 15, presse [at] robinwood.de 

Twitter: https://twitter.com/robin_wood