Gemeinsam gegen den Bau der A20: Umwelt-Protest beim Spatenstich für ersten Bauabschitt im Ammerland
Mit Trillerpfeifen, Protestbannern und Plakaten haben Umweltschützer*innen von lokalen Initiativen und ROBIN WOOD heute Mittag gegen den inszenierten Baubeginn für den ersten Abschnitt der A20 demonstriert. Für den Spatenstich angereist sind Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sowie Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies.
„Der Bau der A20 zerstört Moore und heizt das Klima an. ROBIN WOOD fordert die Bundesregierung auf, öffentliches Geld nicht in den Bau von noch mehr Autobahnen, sondern in das Schienennetz zu investieren und damit ihren Verpflichtungen zum Schutz von Klima und Umwelt gerecht zu werden”, sagt Annika Fuchs, Mobilitäts-Referentin bei ROBIN WOOD.
Der erste Bauabschnitt ist einer von 18 geplanten Abschnitten der A20, gegen die seit über 20 Jahren zivilgesellschaftlicher Protest läuft. Denn das Neubauprojekt ist eines der klimaschädlichsten in Deutschland: Die 214 Kilometer lange Strecke durch Niedersachsen und Schleswig-Holstein verläuft zu etwa 80 Prozent durch kohlenstoffhaltige Moor- und Marschböden. Durchschnitten würden dadurch ökologisch wertvolle FFH-Gebiete, unersetzliche Artenvielfalt ginge verloren. Das Projekt soll mindestens 8,5 Milliarden Euro kosten.
Bereits vor einer Woche starteten die bauvorbereitenden Maßnahmen beim Seepark Lehe in Wiefelstede (Landkreis Ammerland). Erst für zwei der 18 Abschnitte gibt es eine vollziehbare Baugenehmigung – einer davon ist der 13 Kilometer lange erste Bauabbschnitt zwischen Westerstede und Jaderberg, der 340 Millionen Euro kosten soll. Auch auf diesem Abschnitt werden Moorböden zerstört, die enorme Mengen CO2 binden. Das widerspricht den Klimaschutzgesetzen des Landes Niedersachsen und des Bundes.
„Für uns ist klar: Die A20 darf nicht gebaut werden! Während die Bundesregierung gerade mit dem Infrastrukur-Zukunftsgesetz den Autobahnbau als überragendes öffentliches Interesse definieren will, setzen wir uns dafür ein, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Dies sollte das gemeinsame ‘überragende Interesse’ sein!”, sagt ROBIN WOOD-Aktivistin Antonia Klotz.
Der Entwurf für das sogenannte Infrastrukur-Zukunftsgesetz greift Umweltstandards in radikaler Weise an: Die Verpflichtung, reale Kompensationsflächen zu garantieren, soll gestrichen werden. Umwelt- und Raumverträglichkeitsprüfungen sollen ausgesetzt sowie Beteiligungs- und Klagerechte abgebaut werden. Statt die verfassungsrechtliche Verpflichtung zum Klimaschutz ernst zu nehmen, bewegt sich die Verkehrspolitik der Bundesregierung in Richtung Demokratieabbau, Militarisierung und Klimakrise zugleich.
Terminhinweis:
Gegen den Bau der A20 ruft Fridays for Future für den 6. Juni 2026 zu einer Fahrraddemo auf. Sie startet um 12 Uhr am Bahnhof in Rastede und führt etwa 30 Kilometer bis zur Protestkundgebung des Wesercamps in Brake.
Im Anschluss an die Kundgebung, die um 16:30 Uhr an der Kaje in Brake/Unterweser beginnt, gibt es die Möglichkeit, am Programm des Wesercamps teilzunehmen. Dort besteht auch die Möglichkeit zu campen und sich zu vernetzen. Weitere Infos dazu: https://wesercamp.org/
Pressekontakt:
• Annika Fuchs, Fachreferentin Mobilität, Tel. 0151 61813942, verkehr@robinwood.de
• Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 8359515, presse@robinwood.de