Erneut Anti-Kohle-Protest in Hamburg-Moorburg

ROBIN WOOD-Aktivist*innen protestieren seit heute Vormittag mit einer Kletteraktion an der Kattwyk-Brücke in Hamburg-Moorburg gegen den Import und die Verbrennung von Steinkohle. „Capitalism kills Climate“ und „Unplug Coal“ steht auf den Bannern, die die Kletterer*innen in fünf Metern Höhe über dem Fahrwasser der Süderelbe entrollten. Damit solidarisieren sich die Kletter*innen mit der zeitgleich stattfindenden Aktion des Bündnisses deCOALonize Europe. Aktivist*innen des Bündnisses verhindern mit einer Sitzblockade auf der Hubbrücke die Durchfahrt für Kohlefrachter zum Kohlekraftwerk Moorburg. Das deCOALonize Europe-Bündnis hat für den 4. bis 6. Oktober an verschiedenen Orten in Deutschland zu Aktionstagen gegen Steinkohle aufgerufen.

„Unter uns fahren sonst die Frachter, die das Vattenfall-Kraftwerk Moorburg mit Steinkohle beliefern. Diese Kohletransporte sind Teil einer global ungerechten, zerstörerischen Energieproduktion. Für den Abbau der Kohle werden in anderen Ländern Menschen vertrieben und Natur wird zerstört. Hier machen Konzerne mit der Energieproduktion Profit und heizen den Klimawandel an, von denen die Menschen im globalen Süden am stärksten betroffen sind. Gegen diesen fossilen Kapitalismus wehren wir uns“, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Danial Schirojan.

In Deutschland ansässige Energiekonzerne importieren jährlich rund 40 Millionen Tonnen Steinkohle – hauptsächlich aus Russland, den USA, Australien und Kolumbien. Dort geht der Abbau der Kohle oft mit der Verletzung von Menschenrechten und Umweltzerstörung einher. So zerstört die Steinkohleindustrie beispielsweise im russischen Kuzbass Land und Dörfer der lokalen indigenen Bevölkerung durch riesige Steinkohletagebaue.

Auch das globale Klima wird durch die Kohleverstromung enorm belastet. Allein in Deutschland wurden 2018 110 Millionen Tonnen Kohlendioxid durch die Verbrennung von Steinkohle in die Atmosphäre entlassen.

„Die Energiekonzerne müssen jetzt aufhören, Steinkohle zu verbrennen – zum Schutz des Klimas und um das Zerstörungswerk in den Abbauregionen der Steinkohle zu beenden!“, fordert ROBIN WOOD-Energiereferentin Ronja Heise. „Obwohl klar ist, dass dringend gehandelt werden muss, verschleppt die Bundesregierung den Kohleausstieg. Auch Hamburg ist weit davon entfernt, aus der Kohle auszusteigen.“

Der Großteil des in Hamburg verbrauchten Stroms wird weiterhin aus Steinkohle gewonnen. Vattenfall hat noch 2015 das Kraftwerk Moorburg in Betrieb genommen. Es ist eines der dreckigsten Steinkohlekraftwerke Deutschlands. Bei Volllastbetrieb stößt es 8,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus, hinzu kommen große Mengen Feinstaub und giftige Schwermetalle. Zudem liegt der größte Steinkohle-Seehafen Deutschlands, der Hansaport, in Hamburg.

An diesem Wochenende finden bundesweit Aktionen gegen Steinkohle statt. Neben der Aktion in Hamburg mobilisiert das deCOALonize Europe-Bündnis heute zu einer weiteren Protestaktion gegen das Kraftwerk Datteln 4 bei Dortmund und zu einer Demonstration in Bremen am morgigen Samstag. Zusätzlich werden Kleingruppenaktionen gegen Steinkohle-Infrastruktur erwartet.

Kontakt:

  • vor Ort: Danial Schirojan, ROBIN WOOD-Aktivist, Tel. 0151 / 24 69 40 09
  • Ronja Heise, ROBIN WOOD-Energiereferentin: 0160 / 929 10 288, energie [at] robinwood.de

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Aktionsfoto DeCoalonize-Europe von Michael Trammer
Anti-Kohle-Protest am 4.10. über der Elbe in Hamburg in Solidarität mit dem Bündnis deCOALonize Europe
Foto ▸ Michael Trammer