Atomwaffen-Standort Büchel dicht machen!

Sitzblockaden vor den Toren der Militäranlage / ROBIN WOOD-AktivistInnen unterstützen Proteste

12. September 2016
Energie
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Sitzenbleiben statt stramm stehen - ROBIN WOOD-AktivistInnen vor Tor 1 des Atomwaffen-Standorts Büchel
Robin Wood
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Bei Sonnenaufgang: Antimilitaristische AktivistInnen auf der Landebahn des Fliegerhorstes Büchel
Junepa
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Junepa
Pressemitteilung

Seit heute früh gegen 5:15 Uhr blockieren rund 30 Friedens- und UmweltaktivistInnen den Atomwaffenstützpunkt Büchel in Rheinland-Pfalz. Die geteerten Zufahrtswegen sind durch Sitzblockaden versperrt. Gleichzeitig haben sich mehrere AktivistInnen Zugang zum Gelände verschafft und halten sich auf der einzigen Start- und Landebahn des Fliegerhorstes auf. Ein Start der Tornado-Kampfflugzeuge, die im Einsatzfall die Atombomben abwerfen sollen, ist so momentan unmöglich (Stand: 12.9.16, 7:00 Uhr *) Die Aktion wurde vom Jugendnetzwerk für politische Aktionen (JunepA) initiiert.

Auch mehrere ROBIN WOOD-Aktive beteiligen sich an den Demonstrationen vor den Toren der Militäranlage und entrollten vor Tor 1 ein Banner mit den Slogans: „Atomwaffen verschrotten – Atomausstieg jetzt!“ und „Kein Rückfall ins Atomzeitalter“. Die Proteste richten sich gegen die geplante Aufrüstung und Modernisierung der Atomwaffen am Standort Büchel. ROBIN WOOD setzt sich für einen vollständigen und sofortigen Ausstieg aus jeglicher Nutzung von Atomtechnik ein und unterstützt die Forderung nach einem Abzug der Atomwaffen aus Büchel.

Mit Billigung von US-Präsident Obama soll eine neue Atomwaffe (Typ B61-12) ab dem Jahr 2020 in Serienfertigung gehen und dann auch in Büchel in der Eifel stationiert werden. Dort lagern – auch wenn die Bundesregierung dies offiziell nicht bestätigt – Atomwaffen aus Zeiten des Kalten Krieges. Die Bundesregierung beteuert zwar, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen, tatsächlich unternimmt sie bislang jedoch nichts gegen die Neustationierung von Atomwaffen in Büchel. Zudem stimmte Deutschland im August dieses Jahres dagegen, in der UN-Generalversammlung Verhandlungen über die völkerrechtliche Ächtung von Atomwaffen aufzunehmen.

„Der Einsatz einer Atombombe würde eine humanitäre und ökologische Katastrophe für einen ganzen Kontinent bedeuten. Atomwaffen gefährden den Frieden und gehören verschrottet – in Büchel und weltweit. Sollte Donald Trump Präsident der USA werden, sehen wir die Gefahr weiter wachsen, dass sie – wider alle menschliche Vernunft – eingesetzt werden könnten“, sagt eine Aktivistin von ROBIN WOOD, die sich an den Protesten beteiligt.

In Büchel sind sowohl US-amerikanische SoldatInnen als auch Bundeswehrangehörige stationiert. Für den Betrieb des Atomwaffenlagers sind zwar US-SoldatInnen zuständig, allerdings würden deutsche Tornado-Flugzeuge sie im Ernstfall zu ihren Zielen tragen. Dies wird verharmlosend als „Nukleare Teilhabe“ bezeichnet. Bei einer Stationierung neuer Atomwaffen müssten auch Bundeswehr-Tornados umgerüstet und länger in Betrieb gehalten werden. „Die Bundesregierung muss klarstellen“, sagt die ROBIN WOOD-Aktivistin, „dass für die Bundeswehr jegliche Mitwirkung am Einsatz von Atomwaffen kategorisch
ausgeschlossen ist.“

ROBIN WOOD fordert den sofortigen Ausstieg aus der Atomtechnologie – auch weil diese Technik nie rein zivil ist, sondern immer militärische Wurzeln und Verwendungszwecke hat. Ein konsequenter Atomausstieg umfasst daher die Stilllegung sämtlicher Atomanlagen einschließlich der Fabrik in Gronau zur Urananreicherung und der Brennelemente-Herstellung in Lingen sowie den Verzicht auf jegliche atomare Bewaffnung.

Kontakt:

vor Ort: Pressehandy der ROBIN WOOD-AktivistInnen: 0157 / 713 03 018

ROBIN WOOD-Pressestelle, Ute Bertrand, Tel. 0171 / 835 95 15, presse(at)robinwood.de

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* Update, 12.9.16, 11:00 Uhr

Die Aktion der antimilitaristischen AktivistInnen auf der Start- und Landebahn wurde inzwischen beendet. Gegen 9:50 Uhr startete ein Tornado. Die Sitzblockaden vor den Toren zur Militäranlage wurden gegen 10:30 Uhr aufgelöst.