A49-Ausbau: ROBIN WOOD verurteilt Rodungen im Naturschutzgebiet Herrenwald

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Aus Protest gegen den Ausbau der A49 in Nordhessen ist der Wald seit rund einem Jahr besetzt, um ihn vor der Rodung zu retten
Foto ▸ Sophie Reuter

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Karl der Käfer wurde nicht gefragt - erste Rodungsfläche im FFH Gebiet Herrenwald für den Ausbau der A49
Foto ▸ Alex Müller, Fotograf aus Stadt Allendorf

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Foto ▸ Jana Ballenthien

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Foto ▸ Jana Ballenthien

Begleitet von einem Großaufgebot der Polizei haben Baufirmen heute mit den Rodungsarbeiten für den Ausbau der Autobahn 49 im hessischen Vogelsbergkreis begonnen. Gleich zum Ende der Vegetationsphase am heutigen 1. Oktober wurden die ersten Bäume im Herrenwald gefällt. Er liegt in fußläufiger Entfernung zum Dannenröder Wald, der seit über einem Jahr aus Protest gegen den A49-Ausbau besetzt ist. ROBIN WOOD verurteilt das Vorgehen und fordert die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen auf, den Polizeieinsatz zu stoppen und – anstatt des Autobahnausbaus – endlich eine ökologische Mobilitätswende einzuleiten.

Mit dem Herrenwald östlich von Stadtallendorf wird ein ökologisch wertvolles Flora-Fauna-Habitat zerstört. Das FFH-Gebiet beherbergt zahlreiche geschützte Arten wie den Kammmolch, die Bechsteinfledermaus und den Schwarzblauen Ameisenbläuling. Die EU hat ein Netz von FFH-Gebieten geschaffen, um länderübergreifend den Schutz gefährdeter, wildlebender Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume zu sichern. In diese Gebiete darf nur eingegriffen werden, wenn dies zum Wohl der Allgemeinheit zwingend ist.

„In Deutschland geht der Naturschutz immer nur so weit, wie der wirtschaftliche Profit ihm Platz lässt. Doch gerade Wälder sind unsere Lebensversicherung. Hier zeigt sich besonders krass, dass die Landesregierung zusammen mit der Asphalt-Lobby an allen Ästen sägt, auf denen wir sitzen und die wir zum Überleben dringend benötigen“, sagt ROBIN WOOD-Waldreferentin Jana Ballenthien.

Hessens Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender Volker Bouffier hält den Ausbau der A49 für ein Kernstück der Politik zur Entwicklung des ländlichen Raumes. „Der Ausbau der Schieneninfrastruktur auf dem Land muss Priorität haben. Mehr Straßen bringen vor allem mehr Lärm, mehr Feinstaub und mehr Treibhausgasemissionen“, sagt ROBIN WOOD-Verkehrsreferentin Dominique Just. „Die Grünen tragen de facto diese klimaschädliche Verkehrspolitik ihres Koalitionspartners mit. Nicht der Wald in Hessen, sondern eine Politik, die trotz Klimakrise ein 40 Jahre altes, aus der Zeit gefallenes Autobahnprojekt durchzieht, gehört abgesägt!“

ROBIN WOOD engagiert sich im Bündnis „Wald statt Asphalt“ gegen den A49-Ausbau und hat sich gemeinsam mit knapp 30 regionalen und bundesweiten Akteur*innen der Klimagerechtigkeitsbewegung solidarisch mit der Waldbesetzung im Dannenröder Wald erklärt.

Kontakt:

  • Dominique Just, Verkehrsreferentin, Tel. 040 380 892 12, verkehr [at] robinwood.de
  • Jana Ballenthien, Waldreferentin, Tel. 040 380 892 11, wald [at] robinwood.de
  • Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 835 95 15, presse [at] robinwood.de (presse@robinwood.d)presse [at] robinwood.de (e)