„Erdgashauptstadt Berlin“

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Foto ▸ Kristoffer Schwetje

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Foto ▸ ROBIN WOOD / Knut Hildebrandt

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Heute hat das Bündnis GasExit gemeinsam mit ROBIN WOOD vor dem Erdgaskraftwerk in Berlin-Mitte für einen zügigen Erdgasausstieg protestiert. Unter dem Motto „Hier entsteht die nächste Hitzewelle“ zogen ca. 30 Menschen vor das Vattenfall-Schild „Hier kann man der Energiewende bei der Arbeit zuschauen“ vor dem Heizkraftwerk Mitte. Sie saßen und lagen erschöpft am Boden und stellten Menschen dar, die unter der Hitzewelle als Folge der Klimakrise leiden, die durch die Verbrennung von Erdgas noch verschärft wird. Vattenfall warfen sie vor, die Öffentlichkeit bewusst zu täuschen.

„Nach außen hin gibt sich Vattenfall ein grünes Image, doch der Schein trügt. Anstatt die Berliner Kohlekraftwerke durch erneuerbare Wärmequellen zu ersetzen, plant der Konzern, das größte Berliner Kohlekraftwerk Reuter West ab 2030 in ein gigantisches Erdgas-Kraftwerk umzurüsten. Vattenfall setzt jetzt noch auf fossile Energien und erwirtschaftet damit Profite, damit machen sie sich mitschuldig an einer globalen Krise. Leider schaut die Berliner Politik tatenlos los zu und hat es in fünf Jahren nicht geschafft, die fossile Gier von Vattenfall gesetzlich zu regulieren. Den Titel ‚Erdgashauptstadt‘ hat sich Berlin damit redlich verdient“, sagt Julian Frisch vom Bündnis GasExit.

Die Aktion ist Teil eines bundesweiten Aktionstags gegen den Bau neuer Gaskraftwerke und -infrastruktur. GasExit fordert den Ausstieg aus der Erdgasnutzung, die Abschaffung fossiler Subventionen und eine soziale Wärmewende. Um das 1,5°-Limit einzuhalten, muss Deutschland bis 2035 vollständig aus der Wärme- und Stromversorgung mit Erdgas ausgestiegen sein.

„Auch wenn es aktuell auf allen Kanälen wiederholt wird: Das Märchen vom Klimaschützer Erdgas ist eine Lüge! Berücksichtigt man die Emissionen entlang der Lieferkette und die extrem hohe Klimaschädlichkeit des entweichenden Methans, können Erdgaskraftwerke genauso klimaschädlich sein wie Kohlekraftwerke. Die lokale Politik ist verantwortlich für eine nachhaltige und sozialverträgliche Wärmeversorgung vor Ort. Dafür müssen Erdgasausstiegspläne entwickelt und umgesetzt und nicht neue Erdgaskraftwerke gebaut werden. Jetzt in die Erschließung regenerativer Wärmequellen wie Solarthermie und Wärmepumpen zu investieren, rechnet sich nicht nur für das Klima, sondern mittelfristig auch wirtschaftlich. Die notwendige Transformation muss jetzt beginnen, weil die nächsten Jahre für das Klima die Entscheidenden sind“, ergänzt Ronja Heise, Energiereferentin von ROBIN WOOD.

Pressekontakt:

  • Julian Frisch, GasExit, Tel. 0157 39355930, presse [at] gasexit.de
  • Ronja Heise, ROBIN WOOD, Tel. 040 380 892 21, energie [at] robinwood.de

 

Über GasExit: 
GasExit ist ein basisdemokratisch organisiertes, bundesweites Netzwerk, das durch Wissensvermittlung und Aktivismus für einen Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung kämpft. Mit buntem, fröhlichem und frechem Widerstand richtet sich GasExit gegen die weitere Nutzung von fossiler Energie, insbesondere Erdgas. GasExit versteht sich dabei als Teil der globalen Klimagerechtigkeitsbewegung.

Über Erdgas:
Erdgas besteht fast vollständig aus Methan, einem extrem klimaschädlichen Gas. Es ist (berechnet auf 20 Jahre) 87mal so klimawirksam wie CO2. Bei der Förderung und dem Transport entweichen oft große Mengen, die in aller Regel nicht in die Klimabilanz der Nutzung eingehen. Werden diese durch Leckagen entweichenden Mengen berücksichtigt, ist Erdgas bei der Energieerzeugung ähnlich klimaschädlich wie Kohle. Um sensible Kipppunkte nicht zu überschreiten, müssen die Methanemissionen kurzfristig massiv gesenkt werden.