Polarstern

Die Polarstern GmbH wurde 2011 von drei Privatpersonen aus München gegründet mit dem Ehrgeiz die Energiewende auf dem Wärmemarkt zu fördern. Als sie keine Vertriebspartner für ihr Konzept eines vollständigen Ökogasprodukts fanden, gründeten sie kurzentschlossen einen eigenen Energieversorger. Zwei der Gründer, Simon Stadler und Florian Henle, leiten das Unternehmen als Geschäftsführer heute noch. Polarstern hat im Jahr 2015 eine Gemeinwohlbilanz veröffentlicht, in der das Wirtschaften des Unternehmens nachzulesen ist.

Woher kommt der Strom von Polarstern?

2018 bezog Polarstern seinen Ökostrom zu 100 % vom Laufwasserkraftwerk in Feldkirchen (Deutschland), das im Besitz der VERBUND Innkraftwerke GmBh ist. Das Kraftwerk wurde 1970 in Betrieb genommen, ist also 49 Jahre alt.

Detaillierte Informationen zu den Kraftwerken und deren Eigentümer können in der Tabelle zum Download weiter unten eingesehen werden.

Wie investiert Polarstern in die Energiewende?

Polarstern investiert 1  ct/kWh in Projekte in Deutschland und Europa, mit denen die Energiewende vorangetrieben werden soll, wie z. B. Mieterstromprojekte und den Ausbau von Reststoff-Biogasanlagen. So wurden rund 80 Fotovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerke mit einer Gesamtleistung von ca. 2,4 Megawatt (MW) gebaut. Außerdem werden jährlich 20 Euro pro Kund*in in Energiewende-Initiativen in Entwicklungsländern investiert.

Neben Mieterstromprojekten unterstützt Polarstern die dezentrale Energieversorgung, indem sie Eigenheimbesitzer*innen mit eigener PV-Anlage sowie ggf. Stromspeicher über den Tarif „Wirklich Eigenstrom“ fehlende Strommengen liefert. Auch ist das Unternehmen in Forschungsprojekten aktiv, die sich etwa mit der Erzeugung von grünem Wasserstoff beschäftigen.

Das Unternehmen Polarstern

Die Polarstern GmbH ist privat finanziert und gehört zu 65 % ihren Gründern. Florian Henle hält mit seiner Firma Melchior Ventures 29 % an Polarstern, Simon Stadler mit seiner Firma Baltasar Ventures 22 % und Dr. Jakob Assmann mit seiner Firma Casper Ventures 14 %. Die übrigen 35 % liegen bei Energie 360 , einem kommunalen Wärmeversorgungsunternehmen aus der Schweiz. Das Unternehmen bietet Erdgas mit Biogasanteilen, Holzpellets und Erdwärme sowie individuelle Energie- und Netzdienstleistungen an.

Wirtschaftliche Verflechtungen des Kraftwerksbetreibers

Das einzige Bezugskraftwerk ist im Besitz der VERBUND Innkraftwerke GmbH. Die VERBUND AG als Muttergesellschaft ist mehrheitlich im Besitz der Republik Österreich und gewinnt 95 % ihres Stroms aus Wasserkraft, betreibt aber immer noch auch ein mit Steinkohle und Gas befeuertes Heizkraftwerk in Österreich. Dessen Stilllegung wurde 2014 beschlossen und ist für 2020 geplant.

Durch den Strombezug aus Kraftwerken der VERBUND AG verdient der Energiekonzern EnBW AG geringfügig am Strombezug mit, da dieser indirekt an der VERBUND AG beteiligt ist. An der Kraftwerksbetreibergesellschaft VERBUND Innkraftwerke GmbH ist der EnBW ebenfalls indirekt beteiligt. Eine direkte Einflussnahme durch die EnBW AG auf  die VERBUND AG, kann jedoch aufgrund des begrenzten Umfangs der Beteiligungen ausgeschlossen werden.

Weitere Energieangebote

Polarstern selbst vertreibt Biogas aus einer Biogasanlage, in der organische Reststoffe der Zuckerproduktion verarbeitet werden. Außerdem bietet das Unternehmen Energiedienstleistungen etwa in der Elektromobilität an, z. B. Stromtarife für private und öffentliche Elektroauto-Ladestationen und Flottenlösungen. Das an Polarstern beteiligte Unternehmen Energie 360  in der Schweiz bietet ebenfalls E-Mobilitätslösungen an, und ab 2020 vertreibt es an Privatkund*innen ausschließlich Erdgasprodukte mit 20 % Biogasanteil oder mehr.

 

Die Recherchen für den aktuellen Bericht wurden zwischen August und November 2019 durchgeführt. Für den Bericht sind wir in weiten Teilen auf die uns vom Anbietern zur Verfügung gestellten Informationen angewiesen.