Banner auf ausgetrocknetem Boden "Red Bull verleiht Dürre"

Zum Red Bull-Rennen in Stuttgart: Wasser und Wald schützen – nicht die Interessen von Red Bull

03. September 2026
Wald
ROBIN WOOD Stuttgart
Pressemitteilung

Anlässlich eines Radsport-Events des Unternehmens Red Bull am kommenden Wochenende in Stuttgart kritisiert ROBIN WOOD die geplante Zerstörung von Wald in Brandenburg und Sachsen für den Dosengetränke-Hersteller. Während Mountain-Biker*innen vor großem Publikum durch die Stadt rasen werden, wird ROBIN WOOD mit einem Infostand auf dem Wilhelmsplatz präsent sein und über umweltschädliche Projekte des Veranstalters Red Bull informieren.

 

Die Kritik richtet sich dabei ausdrücklich nicht gegen den Mountainbike-Sport oder die Radsport-Veranstaltung („Red Bull Stuttgart Cerro Abajo") in Stuttgart. Vielmehr geht es den ROBIN WOOD-Aktivist*innen um diese zwei umweltschädlichen Bau-Projekte:

Bei Baruth in Brandenburg will Red Bull zusammen mit dem Getränke-Hersteller Rauch eine Fabrik errichten, um dort jährlich Milliarden Dosen "Energy Drink" zu produzieren. Dafür sollen rund 17 Hektar Kieferwald gerodet werden – die Fabrik würde sogar ins Wasserschutzgebiet hineinragen.

Das Wasserwerk Baruth darf jährlich rund 2,5 Millionen Kubikmeter Grundwasser entnehmen. Die Getränke-Unternehmen verfügen bereits über das Recht, davon bis zu 92 Prozent für ihre Produktion zu nutzen. Für die Bevölkerung sollen nur acht Prozent bleiben. Grundlage dieser Entscheidung über die Wasserentnahme ist ein fast 20 Jahre altes Gutachten, das weder die Klimakrise noch die anhaltende Trockenheit Brandenburgs mit kontinuierlich sinkendem Grundwasserspiegel berücksichtigt.

Der Vertrag über die Wasserentnahme wurde bislang nicht offengelegt. Damit ist unklar, zu welchem Preis das kostbare Grundwasser vergeben wird – und wer im Fall von Wasserknappheit Vorrang hat: die Bevölkerung oder die Industrie.

„Die enorme Ungerechtigkeit bei der Wasserverteilung und die Intransparenz sind inakzeptabel“, sagt Vitus Heller von ROBIN WOOD. „Wir fordern von Red Bull, den geplanten Fabrikbau in Baruth zu stoppen. Die Stadtverordneten von Baruth fordern wir auf, dem neuen Bebauungsplan für die Erweiterung des Werks nicht zuzustimmen und nach Wegen zu suchen, die Waldrodung und die immense Grundwasserentnahme zu unterbinden.“

Das zweite Projekt betrifft die drohende Rodung des Capa-Waldes bei Leipzig. Die Stadt Leipzig will ein rund drei Hektar großes Waldstück zwischen Capastraße und Cottaweg an den Fußballclub RB Leipzig verkaufen, dessen Hauptgesellschafter Red Bull ist. Der will diesen Wald für neue Trainingsflächen roden. Der Capa-Wald liegt im Biotopverbund Leipziger Auwald und bildet einen Korridor zwischen dem nördlichen und südlichen Auwald. Pflanzen und Tiere sind auf diese Verbindung angewiesen, um sich auszubreiten und genetisch auszutauschen.

„Jeder Baum und jeder Wald mit seiner Artenvielfalt zählen im Kampf gegen die Klimakrise“, sagt Christine Fabricius von ROBIN WOOD. „Deshalb dürfen weder der Kieferwald bei Baruth noch der Capa-Wald bei Leipzig gerodet werden.“

Der diesjährige Sommer hat gezeigt, wie schnell die Klimakrise eskaliert: Deutschlandweit sind bis Mitte August in 2026 15.800 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Durch lang anhaltende Hitze und Dürre sind Flüsse und Seen in Europa ausgetrocknet, die Grundwasserspiegel sind weiter gesunken. Waldschäden haben zugenommen und Waldbrände waren kaum zu kontrollieren. 

„Grundwasser ist die wichtigste Trinkwasserquelle der Bevölkerung und muss geschützt werden. Wald wiederum ist ein Trinkwasserspeicher und als CO2-Senke ein zentraler Verbündeter im Kampf gegen die Klimakrise. Deshalb machen wir uns dafür stark, Wälder zu erhalten und nicht den kurzfristigen Interessen von Unternehmen wie Red Bull zu opfern“, sagt Krischan Müller von ROBIN WOOD.

ROBIN WOOD lädt alle Interessierten zum Austausch am Infostand ein:

  • Wo: Stuttgart, Wilhelmsplatz 7
  • Wann: Samstag, den 05.09.26, ab 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr und Sonntag, den 06.09.26, ab 08:30 Uhr bis 13:00 Uhr

Kontakte:

  • ROBIN WOOD Stuttgart, Eberhard Linckh, Tel. 0179 5236835
  • ROBIN WOOD-Pressestelle, Ute Bertrand, Tel. 0171 835 95 15, presse@robinwood.de