Steineichen sollen für Porsche-Rennstrecke weichen

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Ein Redner vor einigen Menschen und einem gelben Foto ▸ ROBIN WOOD

ROBIN WOOD nahm heute an einer Demo des Stuttgarter Aktionsbündnis gegen Umwelt- und Naturzerstörung durch Porsche im In- und Ausland teil. Nach einer Solidaritäts-Kungebung am Porscheplatz zogen viele Menschen gemeinsam vor das Werk 1 des Automobilherstellers. Kraftvoll zeigten wir dem Großkonzern, dass ihre unverschämten und zukunftsverachtenden Umweltfrevel nicht geduldet werden!

Das plant Porsche

Porsche plant den Ausbau ihrer Rennstrecke im italienischen Apulien, die mitten in einem 200 ha großen Wald aus gesunden und mehrere hundert Jahre alten Steineichen, dem Bosco dell‘ Arneo, realisiert werden soll. Porsche brauche den Ausbau und Labore, um neue Technologien zu erforschen, so das Unternehmen. Als Ausgleichsmaßnahme sei die Aufforstung von 600 ha mit 1,2 Millionen Bäumen direkt vor dem Areal auf dem freien Feld geplant.

Der Plan stinkt zum Himmel!

Beim Wald handelt es sich um einen Jahrhunderte alten Wald, der zudem eine durch die EU geschützte Natura 2000 Fläche ist. Ihn an anderer Stelle wieder aufzuforsten, ist unmöglich. Es ist ein Desaster für das Klima, die Artenvielfalt und letztendlich unsere Existenz. Zu einem Zeitpunkt, an dem Tausende Hektar Olivenbäume wegen des Feuerbakteriums sowie der Trockenheit und Hitze abgestorben sind, will Porsche einen intakten, zusammenhängenden Eichenwald, eine konservierte Zeitkapsel der unversehrten Natur, einfach platt machen.

Baumpflanzprojekte bedeuten in der Region eine aufopferungsvolle Betreuung jedes einzelnen Baumes. Porsche gibt an, die geplanten Ersatzaufforstung lediglich fünf Jahre lang zu begleiten, dabei braucht es eine langfristige Pflege, damit diese Aufforstungen erfolgreich sein können. Mit welchem Wasser will Porsche die 1,2 Millionen geplanten Bäume gießen, ohne dass eine Versalzung des Grundwasser durch das Nachrücken von Meerwasser in Kauf genommen wird? Den Boden, den die neue Anlage versiegelt, kann keine ohnehin existierende unversiegelte Fläche aufwiegen.

Die Genehmigung basiert wohl auf dem Versprechen, dass der Bau relevant für das Gemeinwohl sei. Wie können Luxuskarossen gemeinwohlfördernd sein? Oder soll der versprochene Helikopterlandeplatz die frappanten Schäden aufwiegen? Oder die versprochene Berufsfeuerwehr, die ohne Porsche-Ausbau doch bereits schon existiert? Und wie konnte es passieren, das Porsche die benötigten Genehmigungen zusammenbekommen hat?

Nicht einmal einen Alternativplan, die Anlage auf nahen freien Feldern zu errichten, zieht Porsche in Erwägung – wegen Sicherheitsbedenken und längerer Wege.

Wir fordern den sofortigen Stop der Planungen und den Erhalt des Eichenwaldes Bosco dell‘ Arneo! Für Luxuskarossen darf kein intakter Wald von diesem Planeten gefegt werden!

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Ein Redner vor einigen Menschen und einem gelben Foto ▸ ROBIN WOOD