Klimacamp: Workshop zur Tierproduktion

22. August 2017
Verschiedenes
Alex
AG Wald und Tierproduktion
Blog

Es ist mal wieder Klimacamp im Rheinland. Auf einer Wiese haben über tausend Menschen ihre Zelte aufgeschlagen. Während mit Blick auf die Donnerstag beginnenden Massenaktionen gegen Braunkohleverstromung die Spannung langsam steigt, läuft derzeit noch ein vielfältiges Kultur- und Workshopprogramm. Dabei geht es nicht nur um Braunkohle, sondern um ein breites Spektrum linker Debatten und Umweltschutzthemen. In einem eigenen Zelt geht es um Themen rund um die Landwirtschaft. Hier werden Fragen wie der Zugang zu Land und Saatgut, die Verdrängung von Kleinbäuer*innen und die Verträglichkeit von Tierproduktion diskutiert. Auch Aktive von Robin Wood waren mit einem eigenen Workshop zu Wald und Tierproduktion dabei.

In einem ersten Input wurden die Zusammenhänge von Tierhaltung, Stickstoffbelastung und Waldschäden aufgezeigt. Die Stickstoffeinträge besonders aus der Gülle sind einer der wichtigsten Gründe für den schlechten Zustand unserer Wälder. Sie versauern den Boden, verändern den Nährstoffhaushalt der Bäume negativ, beeinflussen die Strauch- und Krautschicht und führen so zur Verminderung der Biodiversität. Ist das Waldökosystem einmal geschädigt, sind die Auswirkungen des Klimawandels dort umso verheerender. Die Belastung von Grundwasser und Meeren durch Stickstoffverbindungen kommt noch hinzu. Auch hier wirkt der Klimawandel zusätzlich verschärfend. In einem zweiten Block ging es um die Tierproduktion in Deutschland. Die ist in den letzten zwanzig Jahren kräftig gewachsen, es gibt immer wenige Betriebe, die aber immer mehr Tiere halten. Während der Fleischkonsum hierzulande seit Jahrzehnten rückläufig ist, sind die Exporte stark gestiegen, Deutschland gehört heute zu den größten Fleischexporteuren der Welt. Das hat viel mit politischen Machtverhältnissen zu tun. In Südamerika werden Regenwälder für Futtermittel gerodet, diese werden nach Deutschland exportiert wo die hiesigen Mäster und Fleischkonzerne den Großteil der Gewinne einstreichen.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass es großes Interesse an diesen Zusammenhängen gibt, die selbst einer kritischen Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind. Daher gab es auch großen Zuspruch für die Robin Wood-Kampagne zu Wald und Tierproduktion. Wir werden auch nach dem Camp mit Aufklärung und spektakulären Aktionen weiter Druck machen!