Großes Interesse an der Ausstellung WALDWELTEN
Erlebnisbericht von der Vernissage
Großes Interesse an der Foto-Ausstellung WALDWELTEN
Erlebnisbericht von der Vernissage in Frankfurt am Main
Wow, was war ich überrascht davon, dass das Konzept der Fotoausstellung WALDWELTEN – ZWISCHEN SCHÖNHEIT UND LEID tatsächlich so gut funktioniert! Zuvor hatten wir Wetten abgeschlossen, wie viele interessierte Menschen wohl zu unserer Ausstellungseröffnung in Frankfurt/M. kommen würden. Ich bot vorsichtige 20 und wunderte mich über die Fotograf*innen Yvonne Albe und Markus Albert, die über potentiell zu wenige Sektgläser und Einlass-Stopps diskutierten. Dass wir in dem Atelier Open-Nord von "Sven Kils - Photography“ an der Bornheimer Landstraße schließlich mit rund 150 Menschen die Schönheit und Dramatik der fotografierten Waldwelten betrachten und angeregt diskutieren würden, hätte ich nicht zu träumen gewagt!
Aber von vorne. Im Sommer letzten Jahres kam Markus Albert mit folgender Anfrage auf mich zu: „Ich bin Landschaftsfotograf und plane eine Ausstellung in meinem Showroom in Frankfurt.“ Meine Frage: „Wärt ihr an einer Kooperation interessiert?“ Nach einem Besuch seiner Website war ich so begeistert, dass wir direkt ein Online-Treffen vereinbarten. Schnell stand fest, dass auch Yvonne Albe mit ihrer fantastischen Waldfotografie mit an Bord ist.
Gemeinsam entwickelten wir die Idee, neben die ästhetisch ansprechenden Waldfotografien nicht nur einen Infotisch von ROBIN WOOD zu stellen. Ich entwickelte einen eigenen, eher dokumentarisch geprägten Part mit Bildern von schlechter Forstwirtschaft, Waldschäden und Kahlschlägen. Mit eigenen Fotos sowie Fotos von Aktivist*innen und Waldnaturschutzorganisationen aus Europa wird die Ästhetik und Schönheit der Waldfotografien von Yvonne und Markus kontrastiert. Dadurch wird deutlich, wie wichtig Waldnaturschutz ist. Ergänzt werden die Bilder durch informative Hintergrund-Texten zur aktuellen Waldpolitik und Waldnutzung.
Um die Bilder von zwei Fotograf*innen plus einen dokumentarischen Part ausstellen zu können, brauchten wir größere Räumlichkeiten. Sven Kils und seine Kolleginnen aus dem Atelier Open-Nord waren etwas überrumpelt von unserer Anfrage, denn sie hatten sich erst wenige Tage zuvor zu einer Bürogemeinschaft mit Atelier zusammengeschlossen. Dass es nun so schnell gehen würde, hatten sie nicht erwartet. Und so war unsere gemeinsame Fotoausstellung zugleich die Veranstaltungspremiere für das Atelier Open-Nord.
Die Vernissage selbst war ein get-together der besonderen Art. Kulturell interessierte Menschen und Waldliebhabende trafen aufeinander und kamen miteinander ins Gespräch. Im Showroom lief - zusätzlich zu den Fotos - ein Video von verschiedenen Kahlschlägen und Protestaktionen in Europa. Der Hauptanteil des Videozusammenschnitt bestand aus dem jüngst veröffentlichen Dokumentar-Kurzfilm Blood Wood des Filmteams El Flamingo, der sowohl die Zerstörung der rumänischen Wälder als auch die Repression thematisiert, die Waldaktivist*innen in Rumänien ausgesetzt sind. Ein weiteres Video zeigt eine Aktion, die ROBIN WOOD erst wenige Tage vor der Vernissage mit befreundeten Umweltorganisationen aus Schweden und Dänemark sowie einer Sámi Organisation während der Copenhagen Fashion Week in Kopenhagen realisiert hat, um gegen die Zerstörung schwedischer Naturwälder zu protestieren.
Durch die Videos und durch das Einspielen von Waldgeräuschen und Vogelgezwitscher an anderer Stelle des Atelier entstand ein passender akustischer Raum.
Wir erreichten mit unserem Raumkonzept etwas fantastisches: Als Naturpädagogin mag ich die Herangehensweise, Menschen das Erleben der Natur mit allen Sinnen zu ermöglichen. Das Credo „Nur was ich kenne, schütze ich“ wird dadurch mit allen Sinnen erweitert. Was ich mit meinen Augen wirklich wahrgenommen habe, was ich mit meiner Nase gerochen habe, was ich mit meinen Ohren erlauschen konnte und was ich mit meiner Haut und mit allen meinen Sinnen gleichzeitig erspüren konnte, das begreife ich als wirklich einzigartig und fantastisch und als schützenswert.
Unsere Ausstellung hat durch die emotionale Kraft von Waldbildern das sinnliche Erleben gefördert. Zudem wurde der Blick für die Bedrohungen geschärft, denen Wälder in Deutschland und weltweit ausgesetzt sind. Die Ausstellung regt damit zum Nachdenken an – und idealerweise auch zum Handeln für einen besseren Waldschutz.
In der Bilanz hat sich dieses Konzept der Fotoausstellung mehr als bewährt. Unsere Botschaft kam bei den Besucher*innen an. Manche von ihnen blieben einige Stunden und viele schienen sowohl nachdenklich als auch beseelt, als sie sich auf den Nachhauseweg machten.
Der Eintritt zur Ausstellung ist gratis. Zusätzlich zu Spenden erhielt ROBIN WOOD 15 Prozent des Gewinns aller am Nachmittag der Vernissage verkauften Bilder.
Die Ausstellung hat bis zum 25. Februar 2026 noch an folgenden Tagen geöffnet:
- 18.02. und 25.2., 17:00 – 19:00 Uhr
- 27.02., 16:00 – 20:00 Uhr mit öffentlicher Finissage
- sowie nach Vereinbarung.
Es gibt erste Überlegungen, die Ausstellung an anderer Stelle zu wiederholen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.