Film-Tipp: „Lacoma – der Kohle im Weg“
Die Filmdokumentation „Lacoma – der Kohle im Weg“ wurde auf dem Brandenburgischen Festival des Umwelt- und Naturfilms in Potsdam ausgezeichnet. ROBIN WOOD gratuliert der Umweltgruppe Cottbus, die den Film produziert hat, zu der Auszeichnung und freut sich, dass die Doku jetzt frei zugänglich im Internet verfügbar ist. Sie zeigt den Widerstand gegen die Abbaggerung des Ortes Lacoma durch den Braunkohletagebau Cottbus-Nord in Brandenburg, an dem sich auch ROBIN WOOD-Aktive beteiligt haben.
„Mit kleinem Budget finanziert, gelingt es dem Film, mit einfachen Mitteln große Themen zu verhandeln: Heimat und Gemeinschaft, Umwelt- und Klimaschutz. Der Film macht Lust auf Widerstand. Nicht klagend oder denunzierend, sondern ermutigend, sich einzusetzen für die eigenen Visionen, für unsere Umwelt, für künftige Generationen“, heißt es in der Begründung der Preisjury.
1992 wurde mit Lacoma erstmals ein Dorf aus Protest gegen den Braunkohleabbau besetzt. Menschen aus der Lausitz führten dort einen Kampf weiter, der schon zu DDR-Zeiten begonnen hatte und schufen einen kulturellen Freiraum, der 2007 schließlich durch den Energiekonzern Vattenfall zerstört wurde. ROBIN WOOD-Aktive unterstützten die Proteste gegen die Erweiterung des klimaschädlichen Braunkohletagesbaus mit einer Baumbesetzung am Hammergraben in Lacoma.
Eine damals beteiligte ROBIN WOOD-Aktivistin kommt in dem Film ausführlich zu Wort. Der Film nimmt sich Zeit dazustellen, wie der Protest ihre Biografie und die ausgewählter weiterer Menschen, die sich dem Tagebau entgegen stellten, verändert hat. Dadurch eröffnet er neue Perspektiven auf die vielfältigen Wirkungen von zivilgesellschaftlichem Protest.
Authentische Zeitzeug*innen-Berichte bleiben auf diese Weise erhalten, werden einem breiten Publikum zugänglich und im kollektiven Gedächtnis wach gehalten. Den Autor*innen gelingt es, ein Kapitel Umweltgeschichte von unten mitzuschreiben, das in der offiziellen Geschichtsschreibung fehlt. Sehr sehenswert!
