Erste Studienergebnisse vorgestellt
Für eine zivile Zukunft am VW-Standort Osnabrück braucht es ein Verkehrswende-Gesamtkonzept
Am 2. Juni 2026 haben ROBIN WOOD und die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Osnabrück die ersten Ergebnisse der Studie „Kleinbusse statt Kriegsgerät“ vorgestellt. Sie untersucht, welche Potenziale es für eine sozial-ökologische Konversion des VW-Werks Osnabrück gibt. Wird die Mobilitätswende häufig vor allem in Form von Verhaltensänderungen oder dem Aus- und Umbau von Infrastrukturen gedacht, wird hierbei der Blick auf die industriepolitische Ebene der Verkehrswende gelenkt.
Der Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Fertigung von MOIA-Fahrzeugen, die früher in Osnabrück bereits vom Band gelaufen sind: Dieser Elektro-Kleinbus könnte als On-Demand-Verkehr im öffentlichen Raum eingesetzt werden. Ob dies möglich ist, schaut sich die Studie genauer an und fragt dabei vor allem danach, ob es eine ökonomische Nachfrage nach dem Fahrzeug gibt und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit solch ein Fahrzeug Teil einer regionalwirtschaftlichen Verkehrswende werden könnte. Das Zwischenfazit der Autor*innen Jule Heinz-Fischer und Dr. Hendrik Sander: Es gibt ein Umsetzungspotential, wenn bestimmte weitere Faktoren erfüllt werden. So ist es vor allem nötig, den öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum auszubauen und besser zu finanzieren, damit genug Nachfrage für E-Kleinbusse entsteht. Damit die produzierten Fahrzeuge zudem direkt der Region dienen und im Nordwesten Deutschlands eingesetzt werden können, wäre es außerdem nötig, dass das Land Niedersachsen das Werk VW abkauft. Denn dann wäre es ein öffentliches Unternehmen – dies vereinfacht die Beschaffung dieses lokalen Produkts durch regionale Verkehrsverbände.
Eine angeregte Diskussion und Medieninteresse begleitete die Vorstellung dieser ersten Studienergebnisse in Osnabrück. Eine Veröffentlichung der durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung finanzierten Studie folgt in Kürze. Bis dahin können Interessierte unter dem unten stehenden Link bereits auf Kernergebnisse der Studie zugreifen, die einen Impuls für die Debatte um die Zukunft des VW-Standorts Osnabrück mit seinen etwa 2.000 Beschäftigten geben möchte.
Die Ausrichter*innen der Veranstaltung – namentlich die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen, das Zukunftswerk Osnabrück und ROBIN WOOD – hoffen, dass sich auch weitere Akteur*innen daran beteiligen, Konzepte für eine zivile und ökologische Zukunft des Standorts zu entwickeln.