Alternativen zu BigTech stärken – Öffentlichkeit zurückerobern!
Klimagerechtigkeit braucht digitale Unabhängigkeit und Demokratie
Die Umwelt- und Klimabewegung ist wie andere soziale Bewegungen auf Öffentlichkeit, Debatte und Aufmerksamkeit angewiesen. Die Möglichkeit, sich vielfältig zu informieren und seine Meinung frei zu äußern, ist ein Grundpfeiler der Demokratie.
Deshalb sind auch wir als Umweltorganisation in großer Sorge, dass wenige Milliardäre und Big-Tech-Monopole, insbesondere aus den USA und China, zunehmend das Internet beherrschen. Plattformen wie X, Instagram, Facebook und TikTok sammeln massenhaft Daten ihrer Nutzer*innen, halten die verwendeten Algorithmen geheim und bestimmen die Grundregeln digitaler Öffentlichkeit. Verbunden mit ihrer wirtschaftlichen Monopolstellung ist Meinungsmacht im gesellschaftlichen und politischen Diskurs, die Leugnung des menschengemachten Klimawandels inklusive. Der Einsatz von KI vergrößert die Macht der Mächtigen und bringt massive neue Herausforderungen, zum Beispiel durch neue Möglichkeiten für gezielte Falschinformation wie Deepfakes.
Die Plattform-Logiken folgen kommerziellen Interessen, nicht demokratischen Leitlinien und Qualitätsstandards. Dies erhöht den Druck auf den Journalismus, zumal sich auch andere Massenmedien anpassen und noch stärker an Klicks und Quoten orientieren, um ein Stück vom Kuchen des Werbemarkts und der Aufmerksamkeit aller Bevölkerungsschichten abzubekommen.
„Wir wollen nicht ein größeres Stück vom Kuchen, wir wollen die ganze Bäckerei“, hieß es früher mal. Ein guter Ansatz – auch heute noch. Entsprechend muss es darum gehen, Strukturen in Form von demokratisch kontrollierten, am Gemeinwohl orientierten Plattformen zu stärken. Das ist auch eine wichtige Maßnahme, um eine sorgfältig recherchierte, differenzierte und unabhängige Berichterstattung über Umwelt- und Klimathemen zu ermöglichen. Sie kommen trotz ihrer existentiellen Bedeutung und hohen Relevanz auf vielen Kanälen zurzeit nur noch unter ferner liefen vor.
ROBIN WOOD unterstützt daher zusammen mit vielen anderen Organisationen und Einzelpersonen einen Aufruf der 2025 gegründeten Initiative Save social zur Rettung der sozialen Netzwerke als demokratische Kraft.
Aktuell hat Save Social einen DI.Day angezettelt. Die Abkürzung steht für Digital Independence Day, ein digitaler Unabhängigkeitstag. Ein breites Bündnis, darunter der Chaos Computer Club, Digitalcourage und bekannte Einzelpersonen wie der Autor Marc-Uwe Kling, ruft nun jeden ersten Sonntag im Monat dazu auf, mit einem digitalen Dienst auf die gute, demokratie- und datenschutzfreundliche Seite zu wechseln, etwa von WhatsApp zu Signal oder anderen Messengern, von X zum sozialen Netzwerk Mastodon oder von der Google-Suche zu alternativen Anbietern.
Menschen, die keine IT-Nerds sind, macht das Bündnis den Wechsel mit ansprechend gestalteten und gut verständlichen Rezepten schmackhaft. Selbst ausprobieren und weiterempfehlen.
ROBIN WOOD wünscht guten Hunger!