Greenpeace Energy

Greenpeace Energy ist ein genossenschaftlich organisierter Energieversorger, der Ende der 1990er Jahre aus einer Kampagne der Umweltorganisation Greenpeace e. V. hervorging. Im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes – der freien Wahl des Stromanbieters – startete Greenpeace die „Aktion Stromwechsel“, bei der Verbraucher*innen angeben konnten, ob sie bereit sind, auf Ökostrom umzusteigen. Ziel war es u. a., dem Argument entgegenzutreten, für Strom aus Erneuerbaren Energien gebe es „keinen Markt“. Die Resonanz auf den Greenpeace-Appell zum „Stromwechsel“ zeigte, dass bei Verbraucher*innen durchaus ein Interesse an „sauberem Strom“ besteht. Da sich zu diesem Zeitpunkt kein Stromanbieter finden ließ, der die von Greenpeace aufgestellten „Kriterien für sauberen Strom“ erfüllen konnte, gründete man die Greenpeace Energy eG, die heute rund 170.000 Strom- und Gaskund*innen mit Ökostrom versorgt und bis heute nach den strengen „Kriterien für sauberen Strom“ von Greenpeace e. V. wirtschaftet.

Woher kommt der Strom von Greenpeace Energy?

Der Strom-Mix von Greenpeace Energy eG setzte sich im Jahr 2018 aus folgenden Energieträgern zusammen: 46,53 % Wasserkraft, 53,34 % Windkraft und 0,13% Solarenergie.

2018 bezog Greenpeace Energy von 66 Kraftwerken Strom, darunter 33 Wasser- und 30 Windkraftwerke in Österreich und Deutschland sowie zwei Fotovoltaikanlagen in Deutschland. Dabei stammten 6,39 % des Stroms aus Kraftwerken, die maximal zehn Jahre alt sind, und 34,22 % aus Anlagen, die 21 Jahre und älter sind. Mehr zu den Kriterien, nach denen Greenpeace Energy eG seine Lieferantenkraftwerke auswählt, finden Sie unter: https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/201...
Detaillierte Informationen zu den Kraftwerken und deren Eigentümer können in der Tabelle zum Download weiter unten eingesehen werden.

Wie investiert Greenpeace Energy in die Energiewende?

Beim „Solarstrom Plus Tarif“ von Greenpeace Energy enthält der Strompreis einen Förderbetrag von 0,84 Cent / Kilowattstunde (kWh), der z. B. für die Initiierung und den Bau neuer regenerativer Energieanlagen, zur Förderung neuer Technologien oder zur Finanzierung von Studien oder Kulturveranstaltungen verwendet wird. Greenpeace Energy investiert außerdem in den Bau neuer Kraftwerke. Greenpeace Energy betreibt eigene Kraftwerke. Zur Förderung der dezentralen Energiewende hat Greenpeace Energy neben den normalen Stromtarifen auch Mieterstrom- und Wärmepumpentarife im Angebot. Darüber hinaus arbeitet Greenpeace Energy in politischen (Fach-)Gremien und Verbänden mit und gibt wissenschaftliche Studien in Auftrag.

Das Unternehmen Greenpeace Energy

Greenpeace Energy eG wurde 1999 als Genossenschaft gegründet und ist im Besitz von 25.048 Genossenschaftsmitgliedern (Stand: Ende 2018). Der Energieversorger beschäftigt zurzeit 115 Mitarbeiter*innen. Über die 100 %ige Tochtergesellschaft Planet energy GmbH sowie deren Projektgesellschaften und Betreibergesellschaften projektiert, baut und betreibt Greenpeace Energy eG saubere Kraftwerke. Die Kraftwerke werden über Bürgerbeteiligungen sowie von institutionellen Investoren und Greenpeace Energy als Eigenkapitalgeber finanziert. Die Projekt- und Betreibergesellschaften sind Tochtergesellschaften der Planet energy GmbH, die zu diesem Zweck als GmbH & Co. KG gegründet werden. Darüber hinaus hat Greenpeace Energy mehrere weitere Tochtergesellschaften (eine detaillierte Aufstellung kann im Geschäftsbericht des Energieversorgers eingesehen werden). Von der Organisation Greenpeace e. V. ist die Genossenschaft Greenpeace Energy rechtlich und finanziell unabhängig. Bedingung für die Verwendung des Namens „Greenpeace“ ist die Einhaltung der „Greenpeace-Kriterien für sauberen Strom“, die von Greenpeace e. V. festgelegt und zuletzt im Jahr 2017 überarbeitet wurden.

Wirtschaftliche Verflechtungen der Kraftwerksbetreiber

Greenpeace Energy bezog 2018 eine Teil des verkauften Stroms aus drei Kraftwerken der VERBUND Trading GmbH. Die VERBUND AG als Muttergesellschaft ist mehrheitlich im Besitz der Republik Österreich und gewinnt 95 % ihres Stroms aus Wasserkraft, betreibt aber aktuell immer noch auch ein mit Steinkohle und Gas befeuertes Heizkraftwerk in Österreich.

Durch den Strombezug aus Kraftwerken der VERBUND AG verdient der Energiekonzern EnBW AG geringfügig am Strombezug mit, da dieser indirekt an der VERBUND AG beteiligt ist. Eine direkte Einflussnahme durch die EnBW AG auf  die VERBUND AG, kann jedoch aufgrund des begrenzten Umfangs der Beteiligungen ausgeschlossen werden.

Weitere Energieangebote

Greenpeace Energy bietet auch den Bezug von Gas an. Über den Tarif „proWindgas“ erhalten die Kund*innen ein Erdgas-Ökogas-Gemisch. Die beigemischte Menge Ökogas (Wasserstoff) wurde seit 2015 von rund 653.000 kWh auf inzwischen rund 3.341.000 kWh erhöht, um die gestiegene Zahl von Kund*innen kontinuierlich mit einem Wasserstoffanteil von bis zu 1 % versorgen zu können. Dazu bezieht Greenpeace Energy inzwischen Windgas aus vier verschiedenen Elektrolyseuren, hat mit dem Stadtwerk Haßfurt einen eigenen Elektrolyseur in Betrieb genommen und baut derzeit einen zweiten, eigenen Elektrolyseur. Der Tarif „proWindgas“ enthält einen Förderbetrag von 0,34 Cent / kWh, der z. B. zur Förderung der Windgastechnologie verwendet wird. Der Lieferant des Erdgasanteils ist die Gelsenwasser AG.

 

Die Recherchen für den aktuellen Bericht wurden zwischen August und November  2019 durchgeführt. Für den Bericht sind wir in weiten Teilen auf die, uns vom Anbietern zur Verfügung gestellten Informationen angewiesen.