Billigflieger sind "Klima-Teufel"

Anlass der heutigen Aktion war der Start der Ryanair-Verbindungen ab "Frankfurt International". Bereits um halb sechs hatten sich zahlreiche Flugreisende an dem neuen Schalter der irischen Fluglinie im Bereich E des Terminals 2 eingefunden. Tickets für die 7-Uhr-Verbindung nach Mallorca gab es ab 80 Euro hin und zurück - das ist der Taxipreis vom Flughafen in die City.

Warum es besonders gegen die Billigflieger ginge, wollte ein Radioreporter wissen. Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Wer billig fliegt, zahlt nur einen Bruchteil der Kosten, die er verursacht. Und die gehen zu Lasten der AnwohnerInnen und der globalen Umwelt - und letztlich auch auf Kosten derer, die am Flughafen arbeiten.

Und: Was billig ist, ist in der Empfindung der Fluggäste auch wenig wert - ein Wertverlust des Fliegens, der sich zum Werteverlust ausweitet. Warum ein teures Hotelzimmer in London nehmen, wenn es günstiger ist, jeden Tag von Frankfurt nach London hin und zurück zu fliegen? Wenn die Klimaschädigung und auch die Verlärmung der Region so wenig kostet, dann kann sie doch auch nicht so schlimm sein....

Das Teufelsmotiv ist auch bewusst gewählt. Der Teufel ist ja nicht dumm, er macht Angebote, die man eigentlich nicht ablehnen kann. Wie beim Billigflug. Am Ende profitiert aber nur der Teufel, und ganz zuletzt sieht man, dass sich ins eigene Fleisch gestochen hat. Wie bei den Folgen des Klimawandels, der von der Vielfliegerei angeschoben wird.

Lange ging die Aktion nicht, der Radioreporter moderierte: "Der Demonstrant wurde schnell aus dem Terminal herauskomplimentiert."

Es war aber bestimmt nicht die letzte Aktion gegen Billigflug.

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Eigentlich haben Flugzeuge ja ein wohlgefälliges "Gesicht" mit ihrer großen Nase. Nicht so das Gesicht auf dem Transparent, welches am Dienstagmorgen im Terminal 2 entrollt wurde: Aus dem Cockpit wachsen rot beleuchtete Teufelshörner, umrahmt von der Aufschrift "Klimateufel Billigflug"
Foto ▸ Peter Illert