Allgemein, Klima, Tropenwald
16. September 2014

Palmöl-Protest: AktivistInnen wehren sich vor Gericht

Gegen Landraub und Regenwaldzerstörung für Palmöl – Protest vor der Palmölraffinerie von Wilmar in Brake, 17.9.2012 (Foto: visual rebellion, C. Grodotzki)

Die Aktion liegt schon länger zurück, die beteiligten UmweltschützerInnen aber müssen sich auch Jahre danach noch mit Repressionen und Gerichtsakten befassen. So geht es auch ROBIN WOOD-Aktiven, die am 17. September 2012 vor einer Fabrik von Wilmar in Brake bei Bremen gegen Raubbau-Palmöl und Menschenrechtsverletzungen demonstriert hatten. Acht von ihnen erhielten nach der Aktion Strafbefehle. Alle legten Widerspruch dagegen ein. Über einen dieser Widersprüche wird am 8. Oktober 2014 vor dem Amtsgericht Brake verhandelt.

Der Prozess hat eine Vorgeschichte. Das Amtsgericht Brake hatte sich am 30. Oktober vergangenen Jahres schon einmal mit der Sache beschäftigt. Nach siebenstündiger Verhandlung waren damals alle Vorwürfe gegen die beschuldigte ROBIN WOOD-Aktivistin entkräftet. Selbst der Strafantrag, den eine für Wilmar tätige und angeblich geschädigte Firma gestellt hatte, hatte sich in Luft aufgelöst: der Geschäftsführer der Firma hatte sich im Gerichtssaal eines Besseren besonnen und ihn zurückgezogen. Trotzdem gab es keinen Freispruch. Die Staatsanwaltschaft beharrte vielmehr darauf, einen Polizeizeugen zu vernehmen, der unentschuldigt nicht zum Prozess erschienen war. Dieser Zeuge ist nun zum Termin am 8. Oktober erneut geladen.

Die Verfolgung der AktivistInnen hatte damals international Protest ausgelöst. Die AktivistInnen freuen sich auch weiterhin über Solidaritäts-Bekundungen – gern hier als Kommentar im Blog oder direkt per Mail an die Betroffenen: palmoelsoli@riseup.net

Es ist wichtig, dass solche Prozesse unter den Augen der Öffentlichkeit ablaufen und viele Leute den Prozess weiterhin verfolgen. Um auf den Termin aufmerksam zu machen, haben die AktivistInnen einen Soli-Flyer entworfen, den man runterladen und weiterverteilen kann (Vorder- und Rückseite des Flyers: pdf-Dateien Soliflyer_front1, Soliflyer_back_0810). Eine Anfahrtsbeschreibung zum Amtsgericht Brake gibt es hier.

Solidarität ist weiterhin nötig. Wer nicht zum Prozess kommen kann, kann die Betroffenen auch mit einer Rechtshilfe-Spende unterstützen. Für seine Rechte zu streiten, ist nicht umsonst.

Wer sich selbst einen Eindruck von der Aktion am 17.9.2012 machen möchte, kann den Filmbeitrag von graswurzel-tv anschauen: “Robin Wood-Aktion bei Wilmar – Raffinierte Zerstörung und Vertreibung” von Jonathan Happ und Kathy Becker; Länge: 3:45 Minuten.

Hintergrund-Informationen zum Thema Palmöl und die Machenschaften von Wilmar stehen auf der ROBIN WOOD-Tropenwald-Seite.

Weitere interessante Berichte:

“Palmöl tötet!” (ROBIN WOOD-Magazin 2/2014)

“Landraub für Margarine” (DER SPIEGEL 18/2014)

Aktion, Berlin, Verkehr
8. September 2014

Strafverfahren! Senatsverwaltung behandelt A100-GegnerInnen wie Kriminelle

Anfang Februar rückte eine Großaufgebot der Polizei an, um die Baumbesetzung gegen die A100 zu räumen. Über ein Jahr lang war die Protestpappel ein Ort des Austausch und des Widerstands gewesen, der die öffentliche Debatte über die fatalen Folgen der Autobahnverlängerung am Laufen hielt. Am 3. Februar rückten mehrere Hundertschaften, die Hundestaffel und diverse Spezialeinheiten an, um dem ein Ende zu machen.

Nachdem so mit polizeilichen Zwangsmitteln die Trasse des umstrittenen Großprojekts geräumt wurde, drohen nun mehreren Personen Strafverfahren. Treibende Kraft dahinter ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

Fünf Personen haben Strafbefehle wegen Hausfriedensbruch zu je 30 Tagessätzen erhalten. Alle haben Einspruch dagegen eingelegt, um sich politisch und juristisch gegen den Vorwurf zu verteidigen. Nun dürfte es in der nächsten Zeit zur Verhandlung am Amtsgericht Tiergarten kommen.

Hausfriedensbruch ist ein sogenanntes reines Antragsdelikt (§ 123 II StGB). Das heißt, die Justiz wird nur dann tätig, wenn der Geschädigte Strafantrag stellt. Der Strafantrag kann jederzeit wieder zurückgenommen werden. Dann wird das Verfahren automatisch eingestellt.
In diesem Fall hat ein Beamter der Senator Müller unterstellten Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (Abteilung X – Tiefbau) Strafantrag gestellt. Aus der Tatsache, dass vorher die Polizei zur Räumung des Grundstücks gerufen wurde, folgt keine Pflicht, einen Strafantrag zu stellen. Es ist eine bewusste Entscheidung der Politik, A100-GegnerInnen vor Gericht zu zerren!

Kleingarten-Anlage hinter der Beermannstraße in Berlin-Treptow, die für die verlängerung der Stadtautobahn A100 geopfert werden sollDer Zeitpunkt zu dem das passiert, ist bemerkenswert. In der Beermannstraße 20 und 22 sollen nach dem Willen des Senats fünf Wohnhäuser für die Profite der Bauindustrie und für drei Kilometer Autobahn vernichtet werden. Es wird immer noch versucht, die MieterInnen ohne Entschädigungen aus ihren Wohnungen zu werfen. Das da in einer Stadt wie Berlin, wo die sozialen Gegensätze wachsen und bezahlbarer Wohnraum immer knapper wird, mit Widerstand zu rechnen ist, liegt auf der Hand. Das bei der Senatsverwaltung Widerstand unerwünscht ist, ist genauso klar. Sind die Strafanträge ein Versuch, engagierte Menschen einzuschüchtern?

Politisch motivierte Einschüchterungskampagnen scheitern, wenn sie politisch beantwortet werden. Gerade jetzt bleibt Protest und Widerstand gegen das Milliardengrab A100 richtig und notwendig. Und es kommt auf Solidarität an, etwa durch Nachfragen bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung oder den Besuch des anstehenden Strafprozesses. Der Prozesstermin wird hier veröffentlicht werden, bitte achtet auf Ankündigungen.

Strafantrag zurücknehmen!

Beermannstraße erhalten!

A100 stoppen!

ROBIN WOOD-Regionalgruppe Berlin, geposted von

Allgemein, Blog, Hamburg/Lüneburg, Prozess, Robin Wood regional
31. Juli 2014

Wieder mal rechtswidrig: Polizei gegen Kletteraktivistin

Im Verwaltungsgerichtsstreit zwischen der Lüneburger Kletteraktivistin Cécile Lecomte und der Polizeidirektion wurde gestern nach einer 8-stündigen mündlichen Verhandlung mit 5 Zeugenbefragungen ein Urteil gesprochen. Das Gericht stellte die Rechtswidrigkeit von polizeilichen Maßnahmen gegen die ROBIN-WOOD-Aktivistin anlässlich einer Kletteraktion am Streckenaktionstag gegen den Castortransport im Jahre 2011 fest. Rund 10 AktivistInnen hatten sich im Wald in Höhe Tiergarten zusammen getroffen, um ihre Meinung mittels gelben Xen (Widerstandssymbol) und Transparenten an Waldwege an der Castorstrecke kund zu tun. Die Polizei ging aber dazwischen und beschlagnahmte die Kletterausrüstungen der sich bei ihrer Ankunft am Boden befindlichen VersammlungsteilnehmerInnen.
Im Einzelnen rügte die Kammer die Rechtswidrigkeit von Filmaufnahmen durch die Polizei sowie die Sicherstellung von Kletterausrüstungen. Ein mit Gründen versehenes schriftliches Urteil wird in den kommenden Wochen folgen. (mehr …)

Allgemein, Blog, Energie, Hamburg/Lüneburg, Prozess
27. Juli 2014

Klage von Kletteraktivistin wird vorm Verwaltungsgericht verhandelt

Die mündliche Verhandlung findet am Mittwoch den 30. Juli um 09:30 Uhr im Sitzungssaal 1 des Verwaltungsgerichts Lüneburg.

Die Klage von der RÓBIN WOOD Aktivistin richtet sich gegen polizeiliche Maßnahmen anlässlich einer Demonstration in Bäumen ( Tiergarten) gegen einen anstehenden Castortransport im Jahre 2011. (mehr …)

Aktion, Blog, Hamburg/Lüneburg, Münsterland, Prozess, Robin Wood regional
23. Juni 2014

1 Tag Knast für 10 Euro Bußgeld wegen Atommüllschiff-Blockade in Münster

Umweltaktivist tritt heute seine Haftstrafe in Lüneburg an.

0623_LG_Haftantritt-1Am 28.05.12 blockierten Umweltaktivist*innen im Rahmen einer Anti- Atomkraft-Demonstration das Frachtschiff „MS EDO” der Firma Nuclear Cargo Service, welches radioaktiven Müll geladen hatte.

Die Aktion fand an der Kanalbrücke der Wolbecker Straße in Münster statt, an der sich zwei Aktivist*innen aus Lüneburg von der Brücke abseilten und ein Transparent entfalteten.

Nach mehrtägiger Verhandlung vor dem Dortmunder Schifffahrtsgericht wurden beide Robin Wood Kletteraktivist*innen zu Bußgeldern in Höhe von 20 und 10 Euro verurteilt. Die Aktivist*innen weigern sich zu zahlen. Gegen einen Aktivisten hat nun die Staatsanwaltschaft Dortmund einen Antrag auf Erzwingungshaft gestellt, welcher vom Schifffahrtsgericht positiv beschieden wurde.

Der Aktivist muss nun einen Tag in einer JVA absitzen oder seine 10 € Bußgeld zahlen. (mehr …)

Allgemein, Blog, Energie, Münsterland, Robin Wood regional
18. Juni 2014

Alles wie erwartet: Amtsgericht Steinfurt verurteilt Anti-Atom-Aktivist_innen

Vor dem Amtsgericht Steinfurt fiel am fünften, Verhandlungstag am 16.6.2014 das Urteil im Prozess gegen zwei Anti-Atom-Aktivist_innen. Sie wurden zu 70 und 110 Tagessätzen verurteilt.

Vorgeworfen wird den beiden Aktivist_innen mit einer Ankettaktion im Sommer 2012 einen mit Uranhexafluorid beladenen Zug aus der Urananreicherungsanlage in Gronau aufgehalten zu haben, worin die Staatsanwaltschaft eine Störung öffentlicher Betriebe sieht. „Die Verurteilung war vorhersehbar, wir lassen uns davon nicht unterkriegen und sehen uns auf der nächsten Blockade“, so Robin Wood Aktivist Martin Placht, einer der beiden Angeklagten.

Alle rund 60 Inhaltlichen Anträge der Verteidigung wurden von Richterin Klapproth ohne nennenswerte Überprüfung als bedeutungslos abgelehnt. Auch eklatante Widersprüche in den Zeugenaussagen wurden vom Staatsanwalt Woltering und der Richterin ignoriert. „Die Entscheidung ist mehr eine politische als eine juristische“, führt Robin Wood Aktivistin Cecile Lecomte aus, die als Verteidigerin im Prozess auftrat, „Das es auch anders geht bewies im November 2013 das Amtsgericht Ribnitz-Damgarten, welches in einem ähnlich gelagerten Fall freisprach.“ (mehr …)

Blog, Prozess, Tropenwald
27. Mai 2014

Neuer Termin für Palmöl-Prozess in Brake

Wie wir jetzt erfahren haben, gibt es einen neuen Termin im Palmöl-Prozess vor dem Amtsgericht Brake: Die Verhandlung wird am Mittwoch, den 8. Oktober 2014 stattfinden. Beginn ist um 9:00 Uhr Uhr in Saal 103. Das Gericht hatte den ursprünglich vorgesehenen Termin (21. Mai 2014) abgesetzt.

Mit dem Prozess wehrt sich eine ROBIN WOOD-Aktivistin gegen einen Strafbefehl, den sie nach einer Demonstration vor der Palmöl-Raffinerie von Wilmar in Brake bekam. Auch etliche ihrer MitstreiterInnen gegen Landraub und Tropenwaldzerstörung für Palmöl sind Repressionen ausgesetzt.

Mehr zur Vorgeschichte

Unterstützt die AktivistInnen, indem ihr selbst zu dem Gerichtsprozess kommt und andere darauf aufmerksam macht. Einen Soli-Flyer zum Ausdrucken und Verteilen findet ihr hier (Soliflyer_front1 Soliflyer_back_0810 ).

Blog, Prozess, Tropenwald
13. Mai 2014

Neuer Termin für Palmöl-Prozess in Brake frühestens im August

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Gegen Landraub und Regenwaldzerstörung für Palmöl – Aktion vor der Wilmar-Raffinerie, Brake, 17.9.2012 (Foto: C. Grodotzki)

Eigentlich sollte sich das Amtsgericht Brake kommende Woche Mittwoch (21. Mai 2014) mit dem Protest von ROBIN WOOD-AktivistInnen gegen die Palmöl-Raffinerie von Wilmar in Brake befassen. Doch das Gericht hat den Termin abgesetzt. Inzwischen haben wir erfahren, dass es dafür keine inhaltlichen Gründe gibt. Das Gericht hat schlicht wegen anderer, fristgebundener Sachen den Palmöl-Prozess verschoben.

Die AktivistInnen und alle, die sie solidarisch unterstützen, stellen sich nun auf einen neuen Verhandlungstermin ein. Der steht noch nicht fest, wird aber voraussichtlich frühestens im August stattfinden. Wir halten Euch auf dem Laufenden!

Hier findet ihr mehr zur Vorgeschichte.

Prozess, Tropenwald
25. April 2014

Palmöl-Prozess in Brake: Staatsanwalt überzieht ROBIN WOOD-AktivistInnen mit neuen Vorwürfen

+ + + Prozesstermin: 21. Mai um 9:00 Uhr am Amtsgericht Brake + + +

Von Ute Bertrand und Matthias Weyland

Update v.27.5.2014: WICHTIGE TERMINÄNDERUNG

Das Amtsgericht Brake hat den Termin für die Hauptverhandlung am 21. Mai 2014 abgesetzt. Die Verhandlung findet stattdessen am 8. Oktober 2014 statt. [U.B.]

Damit hatte niemand gerechnet. Der Prozess wegen der Demonstration gegen die Palmöl-Raffinerie von Wilmar in Brake schien so gut wie eingestellt – alle Vorwürfe hatten sich vor Gericht in Luft aufgelöst. Doch die Staatsanwaltschaft scheint nicht beigeben zu wollen, kommt jetzt plötzlich mit neuen Vorwürfen und erwägt sogar, weitere Strafbefehle auszustellen.

Was ist passiert?

Gegen Landraub und Regenwaldzerstörung für Palmöl - Aktion vor der Wilmar-Raffinerie, Brake, 17.9.2012 (Foto: C. Grodotzki)

Gegen Landraub und Regenwaldzerstörung für Palmöl – Aktion vor der Wilmar-Raffinerie, Brake, 17.9.2012 (Foto: C. Grodotzki)

Das Amtsgericht in Brake befasste sich am 30. Oktober 2013 sieben Stunden lang mit einer Protestaktion von ROBIN WOOD-AktivistInnen vor der Palmölfabrik von Wilmar in Brake. Rund 30 ROBIN WOOD-AktivistInnen hatten am 17. September 2012 öffentlichkeitswirksam gegen Regenwaldzerstörung und Landraub protestiert und Wilmar zur Abkehr vom Raubbau-Palmöl aufgefordert. (ROBIN WOOD-PM v. 17.9.2012)

Deswegen hatten acht der Beteiligten Strafbefehle bekommen, gegen die sie Widerspruch einlegten. Über den ersten Widerspruch wurde am 30. Oktober verhandelt.

Den AktivistInnen wurde vorgeworfen, sie hätten während ihrer Protestaktion Mitarbeiter von Barghorn, einer Dienstleistungsfirma von Wilmar, über Stunden daran gehindert, das Werksgelände zu verlassen. Doch an dem Vorwurf war nichts dran. Das belegten u.a.  Zeugenaussagen und Fotos der Aktion aus der örtlichen Presse. Zudem zog der Barghorn-Chef seinen Strafantrag, durch den alles ins Rollen gekommen war, zurück.

Der Vorwurf hatte sich in Luft aufgelöst, folglich schien alles auf eine Einstellung oder einen Freispruch hinauszulaufen. Doch Monate nach dem Gerichtstermin behauptet die Staatsanwaltschaft nun plötzlich, es seien andere Leute genötigt worden, nämlich LKW-Fahrer, die angeblich wegen der Demonstration warten mussten. Das hätten Nachermittlungen ergeben. Zwar habe man bisher noch keine Namen ermittelt, das könne aber nachgeholt werden. Die Staatsanwaltschaft hat sogar Ermittlungen gegen drei weitere beteiligte ROBIN WOOD-AktivistInnen wieder aufgenommen, deren Verfahren zwischenzeitlich eingestellt worden waren und prüft, auch gegen sie Strafbefehle zu beantragen. Dann wären insgesamt elf AktivistInnen von Strafverfolgung betroffen.

Während Wilmar sein brutales Geschäft mit dem Palmöl fortsetzt, sind alle, die gegen den Raubbau protestieren, Repressionen ausgesetzt. Schon vor dem ersten Prozesstag gab es daher eine Welle starker, internationaler Solidaritätsbekundungen. Da die Staatsanwaltschaft die Kriminalisierung des Protests vorantreiben möchte, brauchen die AktivistInnen weiterhin breite Unterstützung.

Was könnt ihr tun?

Kommt zum neuen Prozess nach Brake! Termin: Mittwoch, den 21. Mai 2014, 9:00 Uhr. [Achtung! Termin wurde abgesetzt. Aktueller Termin: Mittwoch, 8. Oktober 2014, U.B.] Vor dem Gericht wird es wieder eine Mahnwache geben. (Anfahrtsbeschreibung zum Amtsgericht Brake)

Macht andere auf den Prozess aufmerksam, z.B. mit diesem Soli-Flyer. (Soliflyer_back_2105 und Soliflyer_front1-1)

Schreibt Soli-Mails! Die AktivistInnen erreicht ihr direkt unter: palmoelsoli@riseup.net

Auch Spenden helfen, damit die AktivistInnen mit den Repressionskosten nicht allein dastehen. Dafür gibt es ein unabhängiges Rechtshilfekonto.

Danke!

Blog, Tropenwald
13. März 2014

Getötet für Palmöl – Gewalt gegen die letzten Waldnomaden Indonesiens eskaliert

In Indonesien herrscht Krieg, Krieg für Palmöl. In Sumatra kämpft die Palmölmafia gegen Indigene, die ihr Land gegen die Ölpalmplantagen verteidigen.

SAD, PTAP SAD

 

Ein Indigener der Suku Anak Dalam (SAD) wurde dabei getötet, sechs weitere sind schwer verletzt. Am 5. März erreichte uns diese Nachricht unserer Partnerorganisation Perkumpulan Hijau:

Es gibt einen Toten namens Puji. Heute Abend um 23.03 Uhr Westindonesischer Zeit verstarb eines der Opfer durch die von Militär und der Security von PT Asiatic Persada verübten Gewalt. Zum Zeitpunkt seines Todes war Puji an Händen und Füßen mit Handschellen gefesselt. Sein Gesicht war verletzt und voller Wunden von den Schlägen. Puji kam um 19:30 Uhr im Krankenhaus an und erhielt ungenügende Behandlung. Zum gleichen Zeitpunkt wurde in Johor, das zum Dorf Bungku gehört, weiter auf die Leute geschossen. Einige weitere Opfer der Schläge sind ebenfalls in dem Krankenhaus zur Behandlung.“

Chronologie Conflict in the PT Asiatic Persada Concession leads to a casualty

Sicherheitskräfte und Soldaten von PT Asiatic Persada verprügelten und folterten Puji. Als er starb war er mit Handschellen gefesselt und am ganzen Körper geknebelt. Seine Augen waren schwer verletzt und sein Gesicht mit Blutergüssen übersäht.

Die Gewalt und Willkür gegen die letzten Waldnomaden dauert seit 30 Jahren an. Die Palmölfirma PT Asiatic Persada überfiel erst im Dezember 2013 die Dörfer der Indigenen, bedrohte sie und zerstörte ihre Häuser.

Seit dem 21. Februar stehen die Suku Anak Dalam in ihrem Dorf Bungku unter scharfer Bewachung von Sicherheitskräften der Palmölfirma PT Asiatic Persada. Der Tod Pujis ist der traurige Höhepunkt im Kampf um Land und die wachsende Nachfrage nach Palmöl für Kekse, Kosmetika und Agrokraftstoffe.

SAD/Indonesien/ Feri

Nach Angaben unserer Partnerorganisation Perkumpulan Hijau bezieht der Palmölkonzern Wilmar weiterhin Palmöl von PT Asiatic Persada. Vergangenes Jahr hatte Wilmar die Plantage heimlich an die Ganda Group verkauft, allerdings bleibt sie in der Familie. Der Mediationsprozess der Weltbank ist dadurch zum erliegen gekommen. Die Indigenen fühlen sich von Wilmar verraten und protestierten Ende vergangenen Jahres in Medan gegen diese Machenschaften.

Abnehmer des blutigen Öls ist unter anderem Unilever. Die Gewalt für Margarine und Tütensuppen muss ein Ende nehmen! Wir fordern einen sofortigen Verzicht von Palmöl, einen Expansionsstopp und die Rückgabe des Landes an die Indigenen.

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Chronologie:

5. März

Ein Bauer wurde entführt, sechs SAD wurden von Militär und Brimob geschlagen.

Um 15:12 Uhr Die Repressionen begannen, als Militär und Polizei den Bauern Herrn Titus unter Zwang aus seinem Haus schleppten. Sie gaben Warnschüsse ab und verprügelten ihn.

15:20 Uhr 20 Sicherheitskräfte brachten Herrn Titus zu der Fabrik von PT. Asiatic Persada im Dorf Bungku, Kreis Bajubang, Distrikt Batanghari.

16:10 Uhr Hunderte Bürger und die Familie des Entführten kamen zu der Fabrik, um Titus zu holen. Sie wurden jedoch von bewaffneten Sicherheitskräften in indonesischen Militäruniformen und der Security daran gehindert.

16:30 Uhr Einige der Bauern und der Waldnomaden (Suku Anak Dalam) näherten sich dem Bürogebäude im Dorf Bungku. Sie wurden jedoch geschlagen, einige von ihnen wurden schwer verletzt. (Stichverletzungen, Schläge mit Rattanstöcken) Herr Titus bleibt verschwunden.

17:10 Uhr Militär und Brimob trieben die Menge und die Familie des Opfers mit Gewehrschüssen auseinander. Puji wurde brutal verprügelt.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt dauern die repressiven Maßnahmen der Sicherheitskräfte an. Die Leute, Hunderte Waldnomaden und Bauern von Mentilingan, bleiben noch im Transmigrantendorf Trans-sosial 1, Dorf Bungku, Kreis Bajubang, Batanghari, Jambi.

19:30 Uhr- Puji wird von Asiatic Persadas Sicherheitskräften ins Krankenhaus gebracht, er erhält aber keine ausreichende Behandlung. In Johor wird währenddessen auf die Leute geschossen, weitere Verletzte kommen in das Krankenhaus

23:03 Uhr: Puji stirbt

 

Bis heute sind sechs der geschlagenen Suku Anak Dalam auf der Flucht und verstecken sich vor dem korrupten Militär und der Security der Palmölfirma. Asiatic Persada hat erneut Gewalt angedroht, wenn die Suku Anak Dalam ihr Land nicht verlassen.

Fotos: Feri Irawan, Perkumpulan Hijau Jambi

 

Im aktuellen Robin Wood Magazin berichten wir im Artikel “Vertrieben für Palmöl”

 

über den Kampf der Suku Anak Dalam gegen die Palmöl-Mafia.

weitere Details erfahren sie hier:

“Clash with palm oil company leaves one indigenous community member death in Sumatra”

Fotostrecke: Sumatras Wälder brennen für Palmöl

Grüne Lügen, Wilmars Nachhaltigkeitsversprechen