Blog, Düsseldorf, Klima, Tropenwald
11. Dezember 2012

Wie Unilevers Expansionskurs schöngeredet wird

Der Konzern Unilever hat ja seit vergangenem Freitag einen weiteren Preis in seiner Sammlung (Kategorie: „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategie“). Verliehen hat ihn – wider alle öffentliche Kritik – die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis.

Unilever schrieb dazu in einer Pressemitteilung: „Unilever überzeugte die Jury vor allem mit seiner ambitionierten, öffentlichen Zielsetzung: Das Unternehmen will die eigene Größe verdoppeln. Gleichzeitig will Unilever die Auswirkungen auf die Umwelt halbieren, 100 Prozent der landwirtschaftlichen Rohwaren aus nachhaltigem Anbau beziehen und das Leben von einer Milliarde Menschen verbessern.“

Ausgezeichnet wurde ein Konzern, der weiter stark expandieren, der seine eigene Größe verdoppeln will. Er wurde ausgezeichnet für Versprechungen, obwohl – wie auch die Jury zugesteht – die gegenwärtige Praxis der Rohstoffbeschaffung, insbesondere von Palmöl, verheerende Auswirkungen für Menschen, Natur und Klima hat. Anzeichen, dass dies in Zukunft besser werden könnte, gibt es nicht.

Der Jury-Vorsitzende der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis, Günther Bachmann, versuchte mit inzwischen drei Briefen an Robin Wood und Rettet den Regenwald zu rechtfertigen, dass Unilever den Preis bekommt. In seinem jüngsten Schreiben führt er zunächst aus, wie schlimm die Lage ist: “Die Abscheulichkeiten eines umweltzerstörerischen und menschenunwürdigen Raubbaus an natürlichen Rohstoffen, hier Palmöl, stehen jedem vor Augen, der seinen Blick nicht verschließt, wenn Urwald illegal vernichtet wird und unsere Lebensgrundlagen verloren gehen.” Dann erklärt er, wie wichtig doch Suffizienz sei: „Obligatorisch erscheint mir der Gedanke der Suffizienz. Er muss neben die Transformation hin zu einer umweltgerechten Produktion von Palmöl treten. Wir müssen auch über ein Weniger an Verbrauch reden“, so Günther Bachmann.

Schöne Worte über Suffizienz. Und die Taten? Die Stiftung vergibt einen Preis an einen Konzern, der Profite mit Raubbau in den letzten Regenwäldern Indonesiens macht und erklärtermaßen voll auf Expansionskurs ist.

Mehr Argumente und den Briefwechsel mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis gibt es hier.

Ausführliche Berichte über unsere Greenwashing-Kritik gab es u.a. im DLF, bei Wdr.de  und in der FAZ (“Kontroverse um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Umweltverbände werfen Unilever “Greenwashing” vor und kritisieren Auszeichnung des Konsumgüterkonzerns”, 7.12.12).

P.S. Der Konzern Wilmar, Palmöl-Lieferant von Unilever, hat übrigens beim diesjährigen Umwelt-Ranking von Newsweek im Vergleich mit 500 global operierenden Konzernen den allerletzten Platz gemacht.

Klima, Tropenwald
30. November 2012

Unilever preisverdächtig – als Meister des Greenwashings

Die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis hat den Konsumgüterkonzern Unilever nominiert – und zwar in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Zukunftsstrategien“. Am kommenden Freitag soll mit viel Pomp und Prominenz die Preisverleihung in Düsseldorf stattfinden.

Das Dorf Sungai Beruang nach der Zerstörung durch den Palmöl-Multi Wilmar (Foto: H. Schultze/ROBIN WOOD)

Das Dorf Sungai Beruang nach der Zerstörung durch Unilevers Palmöl-Zulieferer Wilmar (Foto: H. Schultze/ROBIN WOOD)

Ein Nachhaltigkeitspreis für einen der großen Profiteure des Raubbaus im Regenwald?

ROBIN WOOD und Rettet den Regenwald haben die Mitglieder von Jury, Vorstand und Kuratorium der Stiftung schriftlich aufgefordert, den Preis nicht an Unilever zu vergeben. Was soll an Regenwaldzerstörung, Landraub und Menschenrechtsverletzungen nachhaltig und zukunftsweisend sein? Genau davon profitiert Unilever, wenn der Konzern in großen Mengen Palmöl aus industriellen Monokulturen in den Tropen für seine Markenprodukte wie Rama und Knorr verbraucht.

Der Jury war das Palmöl-Problem bekannt. In der Begründung für die Nominierung heißt es jedoch über Unilever: „Kritische Stimmen (z.B. zur Kennzeichnung von Produkten, der Palmölproblematik und nachhaltiger Landnutzung) wurden intensiv diskutiert.“ Doch wem nutzen die intensiven Diskussionen, solange der Raubbau ungehindert weitergeht? Die Diskussionen täuschen vor, es würde gehandelt, tatsächlich aber fressen sich die riesigen Plantagen weiter in die Landschaft – mit verheerenden Folgen für Menschen und Natur. Und bei Unilever klingelt weiter die Kasse. Das schmierige Geschäft wird womöglich noch mit einem Nachhaltigkeits-Preis gekrönt, worüber Unilever wieder schön kommunizieren kann.

Unilever hätte nur einen Preis wirklich verdient: den fürs dreisteste Greenwashing!

Der Vorsitzende der Jury, Günther Bachmann, hat übrigens bereits auf das Schreiben von ROBIN WOOD und Rettet den Regenwald reagiert. Er sehe „keine Veranlassung, das Votum der Jury zurückzunehmen“.

Mehr Infos und den Wortlaut des Briefes gibt es hier.

Tropenwald
9. November 2012

Palmölhändler Wilmar – Dreckkonzern im Öko-Ranking

Der größte Palmölhändler der Welt, Wilmar, hat bei einem Umwelt-Ranking von Newsweek den allerletzten Platz belegt. Verglichen wurden 500 global operierende Konzerne. In die Wertung floss ein, wie stark die Konzerne die Umwelt belasten etwa durch den Ausstoß klimaschädlicher Gase, durch Wasserverbrauch, Luftverschmutzung und Müll. Berücksichtigt wurde zudem die Qualität des konzerneigenen Umweltmanagements und der Umweltberichterstattung. Bei Wilmar sah es am düstersten aus.

ROBIN WOOD kritisiert Wilmar seit langem für sein zerstörerisches Palmölgeschäft, das zu Menschenrechtsverletzungen, Raubbau in den Tropen und immensen Klimaschäden führt. Um mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf die Machenschaften von Wilmar zu lenken, demonstrierten am 17. September dieses Jahres ROBIN WOOD-AktivistInnen vor der Palmölraffinerie von Wilmar im niedersächsischen Brake.

Ein wichtiger Palmöl-Kunde von Wilmar ist der Lebensmittelkonzern Unilever (Knorr, Langnese, Rama…). Unilever gibt sich nach außen gern einen „grünen“ Anstrich. Wer hinter die Kulissen schaut, aber erfährt, woher die Zutaten der viel beworbenen Markenprodukte kommen: von einem der dreckigsten Konzerne weltweit.

 

 

Aktion, Tropenwald
19. September 2012

Gesprächsangebot von Wilmar an ROBIN WOOD

In Folge der Protestaktion von ROBIN WOOD-AktivistInnen vor der Palmöl-Raffinerie von Wilmar in Brake hat der Konzern noch am selben Tag ROBIN WOOD ein Gesprächsangebot gemacht.  Der Chef von Wilmar Europa, Remond van Dorland, erklärte per Email, Wilmar sei innerhalb der nächsten Wochen zu einem konstruktiven Dialog mit relevanten Stakeholdern – eingeschlossen ihm selbst – bereit.
An Medien versandte Wilmar mit Bezug auf die Demonstration in Brake ein Statement mit der Überschrift: „Wilmar bekräftigt Bekenntnis zu offener und konstruktiver Lösung von Konflikten über Landnutzungsrechte“. Darin heißt es u.a.: „Wilmar ist für einen konstruktiven Dialog mit den relevanten Beteiligten und NGOs offen und hat auch Robin Wood ein entsprechendes Angebot gemacht.”

ROBIN WOOD ist ebenfalls an einem konstruktiven, ergebnisorientierten Dialog interessiert und wird nun zeitnah einen Gesprächstermin mit Wilmar-Entscheidern vereinbaren. ROBIN WOOD will erreichen, dass Wilmar die Expansion von Palmöl-Plantagen sofort stoppt und Landkonflikte zugunsten der lokalen Bevölkerung löst.

Hier finden Sie online Filmbeiträge über die Aktion vom 17.9.12:

Beitrag von graswurzel-tv

Weitere Beiträge:
Radio Bremen (Sendung “buten und binnen”)

Fotostrecke und Video von der Nordwest Zeitung

Aktion, Tropenwald
17. September 2012

ROBIN WOOD-AktivistInnen protestieren vor Wilmar-Raffinerie

Seit heute Morgen um 9:30 Uhr demonstrieren ca. 25 Robin Wood AktivistInnen vor den Ein- und Ausfahrten der Wilmar-Raffinerie in Brake, in der Palmöl verarbeitet wird. Um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen, verwenden die AktivistInnen drei sogenannte Tripods, ca. 6m hohe Dreibeine. Ihr Protest richtet sich an den Palmöl-Giganten Wilmar, den weltweit größten Produzenten für Palmöl, der verantwortlich ist für immense Umweltschäden und zahlreiche Landrechtskonflikte in Indonesien. Die AktivistInnen fordern, dass Wilmar auf Palmöl aus Raubbau verzichtet, die Expansion der Plantagen stoppt und Landrechtskonflikte zugunsten der lokalen Bevölkerung löst.

Im vergangenen Jahr besuchte ein ROBIN WOOD Recherche-Team Indonesien und konnte sich dort ein eigenes Bild von den katastrophalen Umständen machen – Informationen und Berichte zur Recherchereise sind unter www.palmoilleaks.org zu finden.

Foto: Grodotzki/Neugebauer/Robin Wood

11:00 Uhr: Die Demonstration steht nach wie vor. Bei leicht bewölktem Wetter genießen die AktivistInnen am Boden und in der Luft die Atmosphäre und freuen sich über die erfolgreich gelungene Protestaktion.

13:23 Uhr: Die Polizei beginnt, die Demonstration zu räumen.

13:51 Uhr: Ein Sondereinsatzkommando (SEK) beginnt mit der Räumung eines Tripods!

14:55 h: Mittlerweile hat das SEK die drei Tripods vor der Raffinerie geräumt. Doch noch sind fünf Aktive in Betonpyramiden angekettet.

16:30 Uhr: Die Aktion wurde abgeschlossen, aber die Proteste gegen Zerstörung und Vertreibung für Palmöl werden nicht abreißen, solange dieses Unrecht fortgesetzt wird!

Hintergrund-Informationen: http://www.robinwood.de/palmoel
Hintergrund zur Recherchereise: http://www.palmoilleaks.org
Pressemitteilung: http://www.robinwood.de/Newsdetails.13+M571d08465de.0.html
Twitter: twitter.com/robinwood

Hier ein Video von Graswurzel-TV zur Aktion

Einen Filmbeitrag von Radio Bremen (Sendung “buten und binnen”) über die Protestaktion vom 17.9.12 gibt es hier.
Und hier eine Fotostrecke und ein Video von nwz-online.

Aktion, Bremen, Tropenwald, Welt retten
18. April 2012

„Rama-Mädchen“ mit Maschinengewehr unterwegs: Protest gegen Landraub für Magarine!

Blutiges Palmöl für Rama-Margarine

“Rama-Mädchen” setzt Gewalt gegen Affen und Menschen ein

Am 17.4. beteiligten sich ROBIN WOOD-Aktive in Bremen an den Protesten gegen Landraub und Umweltzerstörung. Aufgerufen hatte ein buntes Bündnis um das transnationale Netzwerk Afrique-Europe-Interact, das auch 24 Stunden die Deutsche Bank besetzte.

Grund für die Besetzung ist die weltweite Beteiligung und Finanzierung des Unternehmens an skrupellosen Landspekulationen, welche zur Verdrängung der ansässigen lokalen Bevölkerung und einem weltweiten Anstieg der Lebensmittelpreise führt.

Nicht nur die inakzeptablen Finanzierungs- und Kreditgeschäfte der Deutschen Bank, sondern auch die verantwortungslose Einkaufspolitik multinationaler Lebensmittelkonzerne wie Unilever fördert das Leid und Elend der Menschen im globalen Süden! Unilever ist mit führenden Marken wie Rama, Langnese und Lipton weltweit einer der größten Palmölabnehmer. Für die Expansion von Palmölplantagen werden Urwaldflächen zerstört, wodurch der Klimawandel angeheizt wird und zahlreiche Tiere ihren Lebensraum verlieren. Auch Menschen werden unter Anwendung von Gewalt vertrieben und ganze Dörfer müssen den Palmölplantagen weichen.

Video “Rama-Mädchen” erschießt Affen und Menschen:

Bewaffnet mit einer Gewehrattrappe zog daher unser „Rama-Mädchen“ mit goldener Haarpracht über den Domshof, um symbolisch Platz für weitere Palmölplantagen zu schaffen. Etliche Tiere und Menschen, die versuchten sich ihm in den Weg zu stellen, fielen dem Rama-Mädchen zum „Opfer“.

Unterstützend zu dieser Aktion wurden Flyer verteilt, um den Passanten die schmutzigen Geschäfte Unilevers näher zu bringen. Da Unilever trotz etlicher ROBIN WOOD Proteste nichts an seiner Unternehmenspolitik geändert hat, werden wir weiterhin mit Aktionen wie dieser auf die bestehenden Missstände hinweisen!

Tropenwald
3. September 2011

Der Tritt in den Fettnapf

Eigentlich hätte alles so schön werden sollen: Der Lebensmittelkonzern Unilever und die „Umwelthauptstadt“ Hamburg hätten sich im Glanze der berühmten Affenforscherin und engagierten Umweltschützerin Jane Goodall gesonnt, auf dass etwas von ihrem guten Image auf sie abstrahle.

Jane Goodall

Jane Goodall (Fotos: Michael Deininger)

Doch es kam anders. Ohne jeden Glamour und auch ohne jede Beteiligung von Unilever wurde Goodall heute nicht im Unilever-Haus in der Hamburger HafenCity, sondern bei einer Pressekonferenz im nüchternen Sitzungssaal 151 des Rathauses zur internationalen Botschafterin der europäischen „Umwelthauptstadt“ erklärt.

Bei der PK waren vor allem viele Fotografen, die Jane Goodall mit ihrem kleinen Stofftieraffen ablichteten. Kinder aus einer Hamburger Schule durften Frau Goodall vorbereitete Fragen stellen. Umweltsenatorin Jutta Blankau sprach von Mut, Vorbildcharakter und unserer besonderen Verantwortung für den Klimaschutz und wirkte dabei genau wie das Gegenteil – mutlos und angeschlagen.

Jane Goodall und Jutta Blankau

Lächeln für die Kameras -Jane Goodall und Umweltsenatorin Blankau im Innenhof des Hamburger Rathauses, 3.9.2011

Interessant war vor allem, was nicht gesagt wurde. Nichts zu den verfehlten Klimaschutzzielen der Stadt Hamburg, nichts zur Vorgeschichte der Veranstaltung, der Ortsverlegung und zu Unilever. Dabei hatte die Kritik von ROBIN WOOD an der Tropenwaldzerstörung für das Palmöl von Unilever in den Tagen zuvor eine Debatte in Hamburger Medien ausgelöst und zur Verlegung der Veranstaltung geführt.

Am Rande der PK darauf angesprochen, sagte Frau Blankau, sie fände es gut, dass der Ort gewechselt wurde. Das Rathaus sei ja schließlich auch ein würdiger Ort.

Warum dann nicht gleich so? Politiker, so Blankau, zerbrächen sich nicht immer den Kopf, wo denn Veranstaltungen stattfänden. Außerdem sei das Unilever-Haus aufgrund seiner Bauweise  eines der nachhaltigsten in der ganzen Stadt. Unilever sei offizieller Sponsor der Umwelthauptstadt. Der Zusammenhang mit den Affen sei ihnen erst durch die Kritik aufgegangen.

Wen kann das überzeugen? Der Ort ist angeblich gedankenlos gewählt. Ein nachhaltiges Gebäude zählt mehr als das natur- und klimaschädliche Kerngeschäft des darin wirkenden Konzerns. Wer Sponsor ist, darf Greenwashing betreiben und ansonsten muss die “Umwelthauptstad”t erst von Umweltorganisationen darauf hingewiesen werden, dass für Plantagen Wald und damit Lebensraum von Affen zerstört wird.

Wie ernst nimmt sich die Umwelthauptstadt  eigentlich selbst? Ganz so einfach ist ein grünes Image hoffentlich nicht zu haben – weder für die Stadt, noch für Unilever.

Tropenwald
24. Mai 2011

Hoffentlich nicht Allianz versichert

ROBIN WOOD startet Online-Protest gegen schmierige Palmöl-Geschäfte

DWS – die Fondgesellschaft der Deutschen Bank – reagierte prompt auf den Protest von ROBIN WOOD und verzichtete auf den Handel mit Aktien des Raubbaukonzerns Wilmar. Auch Deka – die Fondgesellschaft der Sparkassen – hatte auf Nachfrage von ROBIN WOOD, den Handel mit Wilmar-Papieren schon vor Monaten beendet. Nur die Allianz will weiter mit Wilmar-Aktien ein gutes Geschäft machen.

Worum geht es genau? Für Palmöl aus Indonesien werden Regenwälder zerstört und Menschenrechte mit Füßen getreten. Wilmar ist der größte Palmölhändler weltweit und betreibt in Malaysia und Indonesien riesige Plantagen. Wilmar ist in der Vergangenheit bei illegalen Brandrodungen erwischt worden, betreibt indonesischen UmweltschützerInnen zufolge einige seiner Plantagen illegal und ist in zahlreiche Landrechtskonflikte mit der lokalen Bevölkerung verstrickt.

Die Allianz muss Wimar den Geldhahn zu drehen. Deshalb brauchen wir Eure Unterstützung. Bitte macht mit bei unserem Online-Protest.

 

Tropenwald
13. August 2010

Indonesien: Landkonflikt mit Palmöl-Multi Wilmar eskaliert

Aus Indonesien erreichte uns ein Hilferuf unserer Partnerorganisation Walhi aus Jambi. Der Landkonflikt mit dem Palmölkonzern Wilmar endete für einige Menschen im Gefängnis. 16 BewohnerInnen des Dorfes Bungku auf Sumatra wurden nach Angaben des Umweltaktivisten Feri Irawan von der Polizei in Haft genommen. Offizieller Vorwurf: Diebstahl von Palmöl.

Walhi-Jambi Dorfbewohner werden auf der Polizeistation inhaftiert

Dieser Anschuldigung ist aber abwegig, denn dieser so genannte Diebstahl hat sich auf einem Landstück ereignet, dass seit Generationen von den DorfbewohnerInnen bewirtschaftet wird. Wilmar wird von den Menschen vor Ort beschuldigt, sich das Gebiet für seine Palmölplantagen illegal unter den Nagel gerissen zu haben. Jetzt haben die Menschen das Recht in die eigene Hand genommen und geerntet, was nach Ihrer Ansicht auf Ihrem eigenen Grund und Boden wächst.

Dass die Polizei mit Wilmar unter einer Decke steckt, ist nach Ansicht von Feri ausgemachte Sache. Wilmar verfolgt mit diesen Verhaftungen das Ziel, die Menschen im Widerstand zu kriminalisieren. Feri und seine Kollegen von Whali haben den Inhaftierten mittlerweile einen Anwalt besorgt und bitten jetzt um internationale Unterstützung. ROBIN WOOD wird sich gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen für die Freilassung der Menschen einsetzen.

Zur Erinnerung: Große Konzerne wie Unilever kaufen trotz der Warnungen von ROBIN WOOD weiter Palmöl beim Skandalkonzern Wilmar. Unilever versucht die Probleme bei Wilmar auszusitzen und weigert sich bis lang, Wilmar als Lieferanten für seine Produkte (Rama, Becell, Sanella etc.) zu streichen.

Wenn Ihr selbst aktiv werden wollt: Die Fax-Nummer der Polizeistation lautet +62 74323112. Ein kurzes Protestfax wie „The arrest of people in Bungku is a scandal. I urge their prompt release“ sollte seine Wirkung nicht verfehlen.

Tropenwald
2. Juni 2010

Erste Ergebnisse des Groundcheck in Indonesien

Endlich sind die lang ersehnten Bilder aus Indonesien da. Wir hatten mit Nordin, unserem Kollegen von Save our Borneo, Indonesien, vereinbart, dass er Luftaufnahmen und einen sogenannten Groundcheck von den 130 000 Hektar macht, die wir vor der Zerstörung durch den Palmölproduktionsgiganten Wilmar International gemeinsam mit ihm retten wollen.

Vernichteter Regenwald in Indonesien (Foto: Nordin / ROBIN WOOD)

Was wir auf den Bilder sehen können, ist schlimmer als dass, was wir erwartet hatten, und es zeigt uns, dass wir noch schneller handeln müssen. Die ersten Bilder zeigen weite Flächen, die überschwemmt sind, durchaus normal in Indonesien, doch die weiteren Bilder, die Nordin uns schickt, zeigen gerodete Flächen. Er hat sogar die Geo-Koordinaten mit auf die Bilder geschrieben, sodass es uns möglich ist, genau zu sagen, wo er die Aufnahmen gemacht hat.
Bei einem kurzen Telefonat sagt er uns, dass er noch weiter Aufnahmen hat. Da seine Internetverbidung aber nicht so gut ist, hat er sie uns auf eine CD gebrannt und sie per Post auf den Weg geschickt. Wir sind sehr gespannt, was wir auf diesen Bildern noch zu sehen bekommen, auf alle Fälle zeigen uns die Aufnahmen, dass es dringend nötig ist weiter aktiv zu sein für den Schutz der Natur Borneos. Palmölgiganten wie Wilmar International müssen in ihrem Expansionswahn gestoppt werden!