Klima
16. Dezember 2009

Klimawandel in Kopenhagen

Heute Abend waren wir auf dem Treffen des Climate Justice Now! Netzwerkes (CJN), wo die heutigen Ereignisse besprochen wurden und so kann ich diese aus erster Hand weitergeben. Nach dem, was heute alles passierte, und dem was zum Beispiel die Tagesschau berichtet, erscheint dies auch bitter nötig.

Die Delegation von Friends of the Earth (bei uns der BUND) wurde bereits im Vorfeld der heutigen Aktionen komplett vom Klimagipfel ausgeschlossen und durften das Bella-Center nicht mehr betreten.

Climate Justice Action

Der Climate-Justice-Action(CJA) – Sprecher Josie war heute heiser vom Schreien im Bella Center: Mehr als 200 Vertreter von NGOs marschierten aus dem Bella-Center und wollten sich mit den Demonstrierenden treffen, die Polizei versprach sie durchzulassen. Kaum aber waren sie draußen angekommen, wurde dieses Versprechen wieder zurückgenommen.

In einem Beratungszirkel wurde abgesprochen, dass die Vertreter der NGOs und kleinerer Länder zivilen Widerstand leisten, dies aber so geschieht, dass sich von Ausweisung bedrohte zurückhalten. Sie drückten gewaltfrei gegen die Absperrungen und es kam zu einem Knüppeleinsatz der Polizei. Das symbolisches Treffen durch den Sichtkontakt mit der Demonstration war für sie aber ermutigend.

CJN and CJA sehen die Demonstration heute als wichtige Aktion und Symbol des zivilen Widerstands. Dieser wurde zum Teil brutal gestoppt. Es gab keinen gewalttätigen Teil der Demonstartion, wie z.B. in der Tagesschau berichtet, der gesamte Sturm auf das Bella-Center erfolgte gewaltfrei – von Seiten der Demonstrierenden. Der große Erfolg bestand darin, dass alle Regierungsvertreter im Bella-Center fühlten, dass etwas nicht stimmt, dass auf diesem Klimagipfel etwas schief läuft.

Im Bella-Center selbst stürmten zwei Umweltaktivisten die Bühne und forderten Klimagerechtigkeit. Viele Delegationen, besonders des globalen Südens, applaudierten.

Die Nachrichten vom Klimagipfel sind erschreckend. So sollen monokulturelle Baumplantagen als CO2-Senken anerkannt werden, was dazu führen wird, dass noch mehr Regenwald in Plantagen (z.B. für Palmöl) umgewandelt werden wird.

Die Industriestaaten bieten, wenn überhaupt, nur Geld gegen den Klimawandel und wollen selbst keinerlei Strukturen ändern. Business as usual.

Aber wie geht es denn nun weiter? Der Gipfel ist noch nicht zu Ende – die Ergebnisse werden erschreckend sein.

Schon jetzt muss der Prozess beginnen, die Energie aus Kopenhagen wieder in unsere Gruppen und Länder zu tragen. Wir müssen nun, unabhängig vom Ausgang des Klimagifpels, noch stärker für das Klima streiten.

Der nächste Klimagipfel wird übrigens in Bonn stattfinden, also fast zu Hause.

Energie, Klima
16. Dezember 2009

Kurz aus Kopenhagen

"Leave it in the ground" - Keine neuen Tagebaue! ist unsere konkrete Forderung, fossile Rohstoffe im Boden zu lassen. In der Lausitz möchte Vattenfall 3 neue Tagebaue eröffnen.  (Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD)

"Leave it in the ground" - Keine neuen Tagebaue! ist unsere konkrete Forderung, fossile Rohstoffe im Boden zu lassen. In der Lausitz möchte Vattenfall 3 neue Tagebaue eröffnen. (Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD)

Auch wir haben an der Demonstration teilgenommen, die in einer “Konferenz der Menschen” am Bella-Center enden sollte.

Mehrere kleinere Demonstrationen näherten sich dem Bella-Center aus verschiedenen Richtungen. Unsere Demonstration mit mehr als 1.500 Menschen kam ohne größere Probleme zum Bella-Center durch, während andere schon frühzeitig von der Polizei aufgehalten wurden (hier gab es scheinbar 200 Verhaftungen).

Angekommen am Bella-Center kam es zu extremen Szenen. Die Polizei drängte und schubste die friedlich Demonstrierenden, während diese wiederum versuchten, in das Bella-Center zu kommen. Mehr als 200 Vertreter_innen von NGOs und verschiedenen Staaten versuchten den Menschen außen entgegenzukommen – und wurden von der Polizei gestoppt.

Draußen setzte die Polizei Schlagstöcke und Tränengas gegen die Demonstration ein – keine gute Idee, wenn eine dichte Menschenmenge weder vor noch zurück kann.

Die Demonstration geht noch weiter, deshalb später mehr.

Klima
15. Dezember 2009

Neues in und aus Kopenhagen

Die Demonstration Change the food system not climate!” heute verlief ohne größere Störungen. Eine Sambaband spielte, die Polizei war für Kopenhagener Verältnisse relativ entspannt und so konnten endlich auch die politischen Ziele der Demonstration besser kommuniziert werden.

Regionale Produkte zu verwenden ist gur für das Klima, Bio-Genüse ist noch besser (Foto: Daniel Häfner ROBIN WOOD)

Regionale Produkte zu verwenden ist gut für das Klima, Bio-Genüse ist noch besser (Foto: Daniel Häfner ROBIN WOOD)

Lediglich das Wetter spielte nicht ganz mit und es gab Schneeregen. Vor einem Discounter-Supermarkt einer auch in Deutschland bekannten Kette, stoppte die Demo. Der Eingang blockiert, es wurden einige Reden gehalten und Flyer verteilt. Das Thema hier war der unsinnige Transport von Lebensmitteln. Im Anschluss zog die Demo weiter zu einer Tankstelle. Diese wurde in weiser Voraussicht von der Polizei abgesperrt, so dass sie nicht blockiert werden musste. Einige Aktive aus Indonesien sprachen hier über Agrotreibstoffe, für die Regenwald vernichtet wird, wodurch Fläche für den Nahrungsmittelanbau verloren geht.

Ich war heute auch noch bei einem Podiumsgespräch zum Thema Leave it in the ground!. Hier habe ich das erste mal mit einer Indonesierin und einem Vertreter der Arbeiterbewegung auf einem Podium gesessen. Ich habe vieles gelernt und auch das erste mal das globale dieses Treffens in Kopenhagen wirklich begriffen.

Morgen soll es den Peoples-Summit im Bella-Center geben. Der Konferenzraum des Klimagipfels soll von Menschen besucht werden, die dort sonst keinen Zugang haben, um ihnen eine Stimme zu geben. Im Vorfeld der Aktion wurde bereits einer der Pressesprecher von Climate Justice Action verhaftet und eine weitere Durchsuchung fand statt, bei der Fahrräder für die morgige Aktion beschlagnahmt wurden. Viele der Aktiven rechnen heute Nacht mit Durchsuchungen der Schlafquartiere.

Klima
15. Dezember 2009

Heute in Kopenhagen

In Kopenhagen findet heute ein Agrar-Aktionstag von Via Campesina statt. Wir werden uns beteiligen. Es geht darum, klar zu machen, dass wir eine Regionalisierung der Nahrungsmittelproduktion brauchen.

Warum die Tomaten aus Spanien kaufen, die inklusive des Transports bis zu 50 Mal mehr Emissionen verursachen als die Tomaten des Bauern nebenan?

Es tut mir auch leid, dass in diesem Blog aus Kopenhagen so viel über die Polizei steht, aber jeglicher politische Protest, der das Image des sauberen Klimagipfels stört, welcher doch nur das Beste will und die Welt rettet, wird einfach marginalisiert und weggesperrt.
Hier noch ein Video zu der gestrigen Demonstration, das ROBIN WOOD Banner und somit wir sind im Hintergrund zu sehen.

Der gestrige Auszug der G77, die mittlerweile insgesamt 130 Entwicklungsländer vertreten, steht in Zusammenhang mit weiter stattfinden exklusiven Gesprächen, der “großen westlichen Industrienationen”.

In diesen Gesprächen zeichnet sich ab, dass der Pfad des Kyoto-Protokolls verlassen werden soll, in eine Richtung, die den Industrienationen nutzt und den globalen Süden benachteiligt.

Eigentlich ist dieser Gipfel nur eine Fortsetzung der politischen Agenda von Seattle (1999) und dem G8-Treffen in Deutschland. In Hinterzimmergesprächen wird die Welt dominiert und in der Presse wird danach verkündet, dass die Welt gerettet sei. Aber was ist denn aus der “kontrollierten Globaisierung” und der “Klimarettung” geworden, die uns damals versprochen wurden? Finanzkrise und Klimachaos?

Auch damals wurden die Proteste diskreditiert und mißverstanden.Wir haben 10 Jahre des Handelns verloren.

Heute Nachmittag gibt es ein Podiumsgespräch beim Klimaforum09, dem alternativen Gipfel, an dem ich teilnehme. Hierbei geht es um eine alternative Energiepolitik. Was bedeutet denn: Lasst die fossilen Energieträger im Boden?

Nun, aber geht es zunächst zu Via Campesina: “Change the food system not climate!”

Aktion, Klima
14. Dezember 2009

Wieder frei, wieder dabei

Mit auf der Demo: Das wieder freigelassene Transparent (Foto: Christian Grodotzki, ROBIN WOOD)

Mit auf der Demo: Das wieder freigelassene Transparent (Foto: Christian Grodotzki, ROBIN WOOD)

Die gestern festgenommenen Kletteraktivist_innen von ROBIN WOOD sind wieder frei. Das Transparent der gescheiterten Kletteraktioen wurde von der Polizei wieder herausgegeben, so dass es heute auf der Demonstration “Climate Justice is not just about CO2″ (Bei Klimagerechtigkeit geht es nicht nur um CO2) zum Einsatz kommt.

Klimaflüchtlingen wird kein Asyl gewöhrt, schon gar nicht in den Ländern, die selbst am stärksten zum Klimawandel beitragen und beigetragen haben.

Wieder frei: Transparent und Kletteraktivist_innen (Foto: ROBIN WOOD)

Wieder frei: Transparent und Kletteraktivist_innen (Foto: ROBIN WOOD)

Unterdessen zeichnet sich immer mehr ein Scheitern des Klimagipfels ab: Die Vertreter_innen der Entwicklungsländer, G77, boykottieren nun die Verhandlungen und haben die Konferenz verlassen. Alle NGOs wurden unterdessen aus dem Plenarsaal verwiesen.

Update (15:10 Uhr): Die G77 wollen nun doch weiter verhandeln.

Update (15:15 Uhr): Die Demo wurde eingekesselt und aufgelöst, noch ist unklar, ob die Demonstrierenden abziehen dürfen.

Update: Es war das erste mal auf einer Demonstration in Kopenhagen, welche eingekesselt war, dass nicht alle Anwesenden vorbeugend festgenommen wurden.
Einige Videosequenzen der Situation gibt es hier.

Die Demonstartion ging dann weiter, wurde aber aus der Innenstadt gedrängt und endete in Christiania. Dort gab es eine warme Suppe und Tee für die Demonstrierenden.

Auf de.Indymedia gibt es eine Zusammenfassung der Demo.

Update: Gegen 23.30 ist ein massives Polizeiaufgebot in den besetzten Stadtteil Christiania eingefallen und hat über 200 der anwesenden Personen (BewohnerInnen und Gäste) unter Tränengas- und Wasserwerfereinsatz festgenommen. Dort fand gerade eine Party von Climate Justice action statt. Vorher hatte die Autorin von “No Logo”, Naomi Klein, zur Teilnahme an den Protesten am Mittwoch aufgerufen.

Klima
13. Dezember 2009

Endlich: Kopenhagen rettet das Klima

Endlich! Kopenhagen rettet das Klima! (Foto: ROBIN WOOD, Lizenz: <a href=

Endlich! Kopenhagen rettet das Klima! (Foto: ROBIN WOOD, Lizenz: cc-by)

Wer kennt sie nicht, die grandiose Rettung des Waldes vor dem Waldsterben. Anknüpfend an diesen wunderbaren Erfolg, wurde nun dem Klimawandel der Kampf angesagt.

Aktion, Klima
13. Dezember 2009

ROBIN WOOD Aktive frei

ROBIN WOOD in Kopenhagen (Foto: Christian Grodotzki / ROBIN WOOD)

ROBIN WOOD in Kopenhagen (Foto: Christian Grodotzki / ROBIN WOOD)

Soeben wurde bestätigt, dass alle ROBIN WOOD Aktive in Kopenhagen definitiv in einem Polizeibus zur nächsten S-Bahn-Haltestelle gefahren werden. Wir stellen für sie eine Flasche Rotwein bereit.

Auch die anderen Massenverhafteten werden nun nach und nach entlassen.

Zu den gestrigen vorbeugenden Festnahmen gab es zahlreiche Proteste. Die Unterbringung der Gefangenen wäre menschenunwürdig gewesen.
So mussten Menschen stundenlang auf dem Rücken gefesselt verbringen, durften nicht auf Toilette gehen und mussten stundenlang gefesselt auf der Straße sitzen.

Die Zahl der gestern vorbeugend Festgenommenen erhöhte sich auf 968.

Aktion, Klima, Verkehr
13. Dezember 2009

“Hit the production” und (k)eine ROBIN WOOD Aktion

Gefesselter ROBIN WOOD Aktivist in Kopenhagen (Foto: ROBIN WOOD)

Gefesselter ROBIN WOOD Aktivist in Kopenhagen (Foto: Christian Grodotzki/ ROBIN WOOD)

Der Sonntag in Kopenhagen stand unter dem Motto “Hit the production” und eine Wurzel der Treibhausgasemissionen sollte thematisiert werden.

Im Schiffsverkehr haben sich die Emissionen von Kohlendioxid seit dem Kyotoprotokoll mehr als verdoppelt. Das Kyotoprotokoll erfasst Emissionen aber immer nur national, internationale Emissionen, wie durch Flüge oder eben den Schiffsverkehr, werden nicht erfasst.

Gegen 12:30 Uhr setzte sich eine Demonstration zu diesem Thema vom Platz Trianglen in Bewegung, gen Süden, zum Hafen. Nach bereits 2 Stunden wurde die Demonstration eingekesselt und mehr als 400 Menschen wurden vorbeugend festgenommen.

Auch ROBIN WOOD beteiligte sich am Protest. Gegen 14:45 Uhr seilten sich zwei ROBIN WOOD Aktivisten von einer Fußgängerbrücke in der Nähe des Kastellets und der kleinen Meerjungfrau, dem Wahrzeichen Kopenhagens, ab — und wurden von Zivilpolizisten gestoppt.

Auf dem Transparent stand: “Transportation kills the climate – Pay climate debt for Bunker-Fuels“.

Insgesamt 5 Menschen wurden verhaftet und das Käfig-Gefängnis nach Valby gebracht. Derzeit ist der Ermittlungsausschuss informiert und wir hoffen, dass die Aktiven bald wieder frei kommen.

Doch eines bleibt:

ROBIN WOOD fordert, dass auch der internationale Schiffs- und Flugverkehr zum Klimaschutz beiträgt. Ihre Reparationszahlungen sollen in einen Fonds fließen, aus dem Klimaschutzprojekte im globalen Süden finanziert werden.

Wenn Sie Rechtshilfe für AktivistInnen unterstützen möchten, spenden Sie bitte an:

Renald Orth
Stichwort: Rechtshilfe für AktivistInnen
Kto 84 120 00
BLZ 251 205 10
Sozialbank Hannover

Klima
13. Dezember 2009

Bunte Demonstration mit 958 Verhafteten

Die Demonstration in Kopenhagen begann bunt, global und kreativ mit mehr als 100.000 Menschen. Der Demonstrationszug setzte sich gegen 14.30 Uhr in Richtung Bella Center, dem Tagungsort des Klimagipfels, in Bewegung. Die Demonstration war bunt gemischt, mit Menschen verschiedenster Herkunft und politischer Ansichten. In einem waren sie sich einig: Es ist Zeit zu handeln!

Climate Justice Action, welches ROBIN WOOD unterstützt, fordert:

  • die fossilen Brennstoffe im Boden zu lassen
  • die Energieversorgung zu sozialisieren und zu dezentralisieren
  • die Regionalisierung der Nahrungsmittelproduktion
  • Anerkennung und Rückzahlung der Klimaschulden
  • Respekt der Rechte der Indigenen und Waldvölker
Den Indigenen eine Stimme zu geben ist eine Forderung von Climate Justice Action

Den Indigenen eine Stimme zu geben ist eine Forderung von Climate Justice Action (Foto: Christian Grodotzki, ROBIN WOOD)

Der Demonstrationszug ist noch nicht weit gekommen, plötzlich sind Sirenen hinter uns zu hören und mehrere Polizeiautos kommen aus der Seitengasse gerast. Die Menge beginnt zu laufen, doch plötzlich vorn das selbe Bild: Polizisten springen aus den Wagen.

Noch ist Einiges an Platz, um durchzukommen. Ich habe Glück und komme im letzten Moment aus dem Kessel.
Die Polizei beginnt nun, die Eingekesselten einzeln zu fesseln und in Reihen hintereinander zu setzen. Einige können noch weglaufen, ein Betrunkener wird von der Polizei frei gelassen.

Im Polizeikessel befinden sich knapp 300 Menschen, darunter Gewerkschafter, schwarz gekleidete und auch einige Krishnas.
Das Bild ist absurd: die Polizeilinien sind für die Pressevertreter offen, diese machen die Bilder, die nun weltweit in den Medien sind.
Teilweise sind die Eingeschlossenen nur einen Meter, getrennt durch die Polizei, von Unterstützer_innen entfernt.

Ein Freund von mir ist im Kessel. Dank der Handys können wir noch einige Dinge klären, dann bricht der Kontakt ab.

“This is what democracy looks like!” skandieren die Menschen innerhalb und außerhalb des Kessels. Einen Grund für den Polizeieinsatz kennt niemand. Nichts wurde gesehen oder gehört. Der Ort des Einsatzes liegt aber taktisch günstig, links und rechts eine enge Häuserschlucht, vorn und hinten auf jeweils nur einer Seite eine Seitenstraße.

Alle Menschen im Kessel werden verhaftet und abgeführt. Sie landen im berüchtigten neuen Gefängnis, welches eigens für den Klimagipfel umgebaut wurde. Nach knapp 8 Stunden kommt mein Freund frei, seine Personalien wurden aufgenommen, sonst gab es scheinbar aber nicht einmal den Versuch für oder gegen etwas zu ermitteln.

Die Tageschau meldet zunächst noch 400 Verhaftete, in Wirklichkeit sind es 958.
Alle sind vorbeugend festgenommen worden. Vorbeugend vor Änderungen in der Klimapolitik?

Polizeiauto auf einem Transparent

Polizeiauto auf einem Transparent (Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD)

Morgen bloggen wir dann andere, vielleicht positivere Einblicke in die Demonstration. Mir wurde die Demo verdorben – vorbeugend.

Klima
12. Dezember 2009

700 auf Verdacht verhaftet. Kein Happy End in Sicht

Festnahme in Kopenhagen (Foto: Christian Grodotzki, ROBIN WOOD)

Festnahme in Kopenhagen (Foto: Christian Grodotzki, ROBIN WOOD)

700 Protestierende wurden heute im Zuge der Großdemonstration in Kopenhagen verhaftet, der überwiegende Teil auf reinen Verdacht hin. Was in Deutschland als Unterbindungsgewahrsam gegen einzelne angewendet wird, findet in Kopenhagen im Großen Maßstab statt: Massen von Menschen werden unter Generalverdacht gestellt, wer seine Grundrechte wahrnehmen will, macht sich verdächtig.

Die Maßnahmen in Kopenhagen zeigen deutlich auf, dass wir auf dem besten Weg sind, Europa zu einem Präventivstaat zu machen. Wie in einem Internierungslager aufgereiht, aneinandergefesselt, werden Menschen dafür gedemütigt, sich für die Zukunft dieses Planeten auszusprechen und dies durch Protest einzufordern.

Festnahme in Kopenhagen am 11. Dezember (Foto: Christian Grodotzki, ROBIN WOOD)

Festnahme in Kopenhagen am 11. Dezember (Foto: Christian Grodotzki, ROBIN WOOD)

Nicht diejenigen, die unseren Planeten an den Abgrund bringen, werden verfolgt, sondern diejenigen, die vielleicht stören könnten, wenn die Mächtigen wieder beim Dinner zusammensitzen und doch keine Lösungen finden, sondern die Probleme und Irrwege nur weiter zementieren, den Lobbyisten der Klimazerstörung jeden Wunsch von den Augen ablesen und jene zu verfolgen, wegzusperren und abzuschieben, die dies anprangern. Es ist unser Planet, für den wir eintreten und es sind unsere Stimmen, die zum schweigen gebracht werden sollen. Ist es glaubwürdig, dass die Mächtigen das Klima retten wollen, wenn Sie Gewalt gegen jene anwenden, die genau dies fordern? Durch diese Willkürmaßnahmen gegen Grund- und Menschenrechte, gegen die Menschen, gegen uns, hat sich Cop15 delegitimiert. Etwas ist faul im Staate Dänemark. Es wird kein Happy End geben.