Aktion, Energie, Klima
13. August 2010

Haftantritt gegen das Klimachaos

Heute tritt die unabhängige Umwelt-Aktivistin Franziska Wittig eine 14 tägige Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt in Brühl an. Sie weigert sich, eine Strafe zu bezahlen, die wegen des Protests gegen das Kohlekraftwerk Moorburg im Jahre 2008 gegen sie verhängt wurde. Sie hatte dort die Kraftwerksbaustelle besetzt und eine Aktion unterstützt, bei der sich mehrere Aktive  von einem Kran abseilten und ein Transparent entrollten.

Pro Jahr würde das Kraftwerk Moorburg mehr als acht Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Das entspricht den jährlichen Abgasen von mehr als 1,4 Millionen PKW – mehr als das Doppelte des gesamten Straßenverkehrs in Hamburg.

ROBIN WOOD fordert alle Menschen auf, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln und darüber hinaus gegen die Konzernpolitik von Vattenfall aktiv zu werden. Mit den Initiativen gegen die Moorburgtrasse und für die Rekommunalisierung der Versorgungsnetze gibt es dazu auch in Hamburg vielfältige Möglichkeiten. Auch gegen das Greenwashing von Vattenfall bei den Cyclassics am nächsten Wochenende sind Proteste angekündigt.

Am 20.08.2008 hatte Franziska Wittig gemeinsam mit rund 40 anderen Aktiven die Baustelle des Kraftwerks besetzt. Dort wurde ein Kran bestiegen und ein Transparent entrollt. Während der Proteste vor dem Kraftwerk im Umfeld des Klimacamps 2008 wurden ca. 30-50 Protestierende in Gewahrsam genommen. Auch das Vorgehen der Polizei gegen Protestierende einige Tage später war brutal und illegal, um die Konzerninteressen von Vattenfall zu schützen. So wurden Journalisten und andere Menschen von hinten geschlagen und niedergeknüppelt.

Weitere Informationen zu den Prozessen:
http://de.indymedia.org/2009/03/244098.shtml
http://de.indymedia.org/2009/03/244621.shtml

Für Menschen, die Franziska bis zum 27.08. schreiben möchten, hier die Adresse:
Franziska Wittig
Justizvollzugsanstalt Karlsruhe
-Außenstelle Bühl-
Hauptstraße 94
77815 Bühl

Update:

Frau Wittig hat uns gebeten, richtig zu stellen, dass sie sich selbst nicht am Kran abgeseilt hat. Sie möchte sich da nicht mit fremden Loorbeeren schmücken. Dies haben wir im Blogbeitrag getan.

Energie, Klima
5. August 2010

Kohlekraftwerk Datteln verhindert?

Das geplante Kohlekraftwerk in Datteln wird nicht gebaut, teilte die Partei der Grünen in Nordrhein-Westfalen mit. Der Landesentwicklungsplan wird so geändert, dass das Klimakiller-Kraftwerk nicht errichtet werden kann.

Der Bebauungsplan des Kraftwerks von E.ON war für unwirksam erklärt worden und E.ON konnte auch durch die Investition von bereits 800 Millionen Euro keine Tatsachen schaffen. Nach Klagen des BUND war der alte Landesentwicklungsplan durch die Vorgängerregierung so angepasst worden, dass das Kohlekraftwerk hätte gebaut werden können.

Das umstrittene Kraftwerk hätte mehr als 6,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Luft gepustet.

Aktion, Energie, Floßtour, Klima
3. August 2010

Kranbesetzung gegen Kohlekraftwerk Mannheim

Heute gegen 6.22 Uhr wurden Aktive von ROBIN WOOD auf einem Kran der Baustelle des Kohlekraftwerks Mannheim von Bauarbeitern entdeckt.

ROBIN WOOD Kranbesetzung am Kohlekraftwerk Mannheim (Foto: ROBIN WOOD)

Darauf hin entrollten sie ein kleines TransparentSaubere Kohle ist eine dreckige Lüge” und bereiten derzeit das Ausrollen eines größeren Transparentes vor. Gegen 9 Uhr entrollten sie das Transparent, auf dem der Baustopp des Kraftwerks gefordert wurde. Der Zusatz lautete: “Climate Justice Now“.

Das Kohlekraftwerk Mannheim wird von RWE und EnBW derzeit gebaut und soll mehr als 3 Mio. Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. ROBIN WOOD wendet sich strikt gegen den Neubau von Kohlekraftwerken.

Die Polizei war entspannt, ebenso die Kraftwerksbetreiber und sie sagten, dass sie eine bevorstehende Aktion ahnten, konnten es aber scheinbar nicht verhindern.

Gegen 10.30 Uhr kletterten die Aktiven vom Kran und konnten nach einer Personalienfeststellung das Kraftwerk, samt Transparent und Material verlassen. Die Betreibergesellschaft prüft eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Eine Anklage wegen einer ähnlichen Aktion vor zwei Jahren am gleichen Standort erwies sich als gegenstandslos.

Floßtour, Klima
23. Juli 2010

Floßlogbuch Teil 1 – Stuttgart bis Heilbronn

Die Floßtour ist gestartet und hier nun das Logbuch der ersten Floßtage in Bad Cannstatt. Dieser Artikel wird regelmäßig mit den Logbucheinträgen der nächsten Tage bis Heilbronn aktualisiert.

Stuttgart-Bad Cannstatt (20-22.07.)

Nachdem wir unser Floß ROBINA WALD II in Stuttgart-Hofen zusammengebaut hatten, begann die Floßtour 2010 unter dem Motto „KLAR ZUM ENTERN – KLIMASCHUTZ SELBER MACHEN“. Es gab anfänglich unerwartete Diskussionen mit regionalen Behörden, die von uns eine Anmeldung als Sondertransport verlangten, obwohl wir seit 2 Jahren als Kleinfahrzeug zugelassen und ohne spezielle Genehmigung unterwegs sind. Auf dem Weg vom Aufbauort zum Startpunkt der Tour in Stuttgart-Bad Cannstatt begrüßten zwei Aktivisten von Robin Wood das Floß, indem sie sich mit einem großen Transparent mit der Aufschrift „Klimaschutz statt Kohleschmutz“ an der Brücke am Kohlekraftwerk von EnBW im Stadtteil Münster auf das Floß abseilten.

Aktion am Stuttgarter Kohlekraftwerk der EnBW am 20.07.10 auf dem Weg nach Cannstatt (Foto: C. Grodotzki/ROBIN WOOD)

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Energie, Klima
23. Juni 2010

Norddeutsche Wasserbetriebe gegen CCS

Die Verpressung von Kohlendioxid (CCS – Carbon Capture and Sequestration) stellt eine Gefährdung des Trinkwassers dar und ist deshalb abzulehnen. Zu dieser Schlußfolgerung kommt die Norddeutsche Wasserwirtschaft in einer Stellungnahme zu einem möglichen CCS-Gesetz, an dem die Bundesregierung arbeitet.

Die Norddeutsche Wasserwirtschaft im BDEW hat in ihrer Stellungnahme vom 08.06.2010 auf dieses Risiko im Zusammenhang mit CCS hingewiesen: Die Verpressung von CO2 in Salinen Aquiferen stellt im Norddeutschen Becken ein großes Risiko für die Trinkwasserversorgung dar. Durch das Einbringen von CO2 in den Untergrund droht extrem salzhaltiges Wasser verdrängt zu werden, wodurch es zu einer Versalzung von Trinkwasser kommen kann.

Des Weiteren weist die Organisation darauf hin, dass diese Technologie die Energieeffizienz senkt, nicht zum Klimaschutz beitragen kann und wahrscheinlich nur aus kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen genutzt werden soll.

Die vollständige Stellungnahme finden sie hier: Norddeutsche Wasserwirtschaft zu CCS

Aktion, Klima
5. Juni 2010

Demonstration für Klimagerechtigkeit

In Bonn findet seit heute Mittag, anlässlich der UN-Klima-Verhandlungen, eine Demonstration für Klimagerechtigkeit statt.

Start der Demonstration "Für Klimagerechtigeit"

Start der Demonstration "Für Klimagerechtigeit und Klimaverantwortung"

Unter strahlendem Himmel findet eine kreative und gesellschaftlich breite Demonstration statt. Von uns geschätzt sind ca. 1.500-2.000 Menschen da, ungefähr so viele wie erwartet.

auch ROBIN WOOD ist dabei

auch ROBIN WOOD ist dabei

später mehr dazu, die Demo geht ja noch weiter…..

Update:

Die Demonstration war wirklich bunt und die Sambatistas schufen gute Laune. Im Anschluss an die offizielle Demonstration gab es noch eine kleinere, im Verlaufe derer es auch zu einer Blockade einer Tankstelle kam. “Fossile Rohstoffe im Boden lassen” hieß es und mehr als eine Stunde wurde dieser Forderung durch eine Sitzblockade Nachdruck verliehen.

Bohrlöcher zumachen

Gerüchteweise sollen auch ROBINWOOD Aktive bei der Aktion gewesen sein

Eine Zusammenfassung der Ereignisse schreiben wir in den nächsten Tagen, der Tag war so erlebnisdicht und klingt jetzt im Klimacamp aus.

Energie, Klima
23. April 2010

Aus für Kohlekraftwerk Düsseldorf

Im Düsseldorfer Hafen wird kein Kohlekraftwerk gebaut, beschloss heute der Aufsichtsrat der dortigen Stadtwerke. Statt dessen soll wie bisher an dem Standort ein 400MW-Gaskraftwerk betrieben werden. Die Stadtwerke gehören mehrheitlich der EnBW und diese wollte mit dem Kohlekraftwerk scheinbar weiter nach Nordrhein-Westfalen expandieren.

Aktion gegen das Kraftwerk 2007 im Rahmen der Floßtour (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Aktion gegen das Kraftwerk 2007 im Rahmen der Floßtour (Foto: Daniel Häfner / ROBIN WOOD)

Der Widerstand gegen die Kohlekraftwerke ist nun auch auf einer neuen Internetseite im Überblick dargestellt: www.kohle-protest.de Der lokale Widerstand gegen Kohlekraftwerke wird von großen Teilen der Umweltbewegung nach dem Scheitern in Kopenhagen als das effektivste Mittel gesehen, Klimaschutz zu betreiben.

Aktion, Energie, Klima
18. April 2010

Pinocchio für Vattenfall-Lesetage

“Lesetage – eine gute Idee – ohne Vattenfall” stand auf dem Transparent, mit dem Aktive die Eröffnungsveranstaltung der Lesetage in Hamburg bereicherten. Gleichzeitig überreichten sie für die vielen Lügen von Vattenfall einen Pinocchio aus Gemüse. Dieser wurde von der Pressesprecherin von Vattenfall entgegengenommen.

Vattenfall-Eröffnungsveranstaltung

Vattenfall-Lesetage-Eröffnungsveranstaltung

Corporate Citizenship, also Bürgerschaft von Firmen, nennt es sich, wenn Konzerne gar nicht mehr für ihre Produkte oder ihr Unternehmen werben, sondern sich als Teil der Gemeinschaft präsentieren. Der profitorientierte Vattefall-Konzern möchte also einfach und selbstverständlich dazugehören. Die Bürgerinitiative “Moorburgtrasse stoppen” meinte, dass das so nicht geht und bereicherte die Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag und viele weitere Lesungen der Lesetage.

Nicht die Lesetage selbst seien problematisch, aber eben das Sponsoring des Klimakillers Vattenfall, der in Hamburg gerade ein neues Kohlekraftwerk errichtet. Auch in der Hamburger Innenstadt wurden Flugblätter verteilt. Auf diesen wurde auch über die Braunkohletagebaue von Vattenfall berichtet, die Dörfer vernichten und ganze Landschaften verwüsten.

Weitere Informationen gibt es unter www.moorburgtrasse-stoppen.de.

Tschüß Vattenfall.

Aktion, Energie, Klima
15. März 2010

Feier und Abschied im Gählerpark

Am Samstag feierten wir gemeinsam mit der BI “Moorburgtrasse-stoppen” und hunderten Anwohner_innen unseren Teilerfolg gegen die Moorburgtrasse und das Kohlekraftwerk in Hamburg.

Mit Schnupperklettern, Lagerfeuer, Musik und vegetarischem Essen der VoKü verbrachten wir einen regnerischen und dennoch schönen Nachmittag im Gählerpark.

Die Plattformen, auf denen die Baumbesetzer_innen monatelang lebten, wurden von 10m Höhe auf einen Meter herabgelassen, so dass alle einen Einblick in unsere zwei Quadratmeter Privatsphäre bekommen konnten.

Am Abend spielten verschiedene Bands und Künstler auf der Bühne, begleitet von Redebeiträgen einiger Beteiligten.

Die Freude war groß, können wir doch nun unseren Protest auf den Bäumen im Park aussetzen und diesen auf andere Ebenen verlagern. Die Wochen und Monate der Kälte und Entbehrungen haben sich also gelohnt und auch etwas Wehmut lag in der Luft, haben wir doch den Ort und die Menschen lieb gewonnen, die uns hier so unterstützten.

Heute, am Sonntag, haben wir begonnen, unsere Baumbesetzung abzubauen. Hunderte Meter Seil, verschiedene Transparente und die letzte Plattform mussten wieder auf den Boden gebracht werden. Unser Transparent “Trassenstopp heißt Moorburgstopp” wird bleiben.

Auch die AnwohnerInnen Jürgen, Kay und Olivia haben angefangen, ihre Sachen zu packen, ihre Bäume langsam zu räumen (das klingt für die meisten Baumbesetzer_innen von uns irgendwie merkwürdig).

Die Frage ist nun, was als Zeichen des Widerstandes hier vor Ort bleiben soll. Das Widerstands-X, ein großer Baumstumpf, weitere Transparente?

An der Stelle der Feuertonne, die 105 Tage eine Anlaufstelle für Interessierte und Unterstützer_innen war, soll ein öffentlicher Grillplatz entstehen. Und auch dies ist ein Effekt der Baumbesetzung: Es ist klar, dass es mehr Mitbestimmung für die AnwohnerInnen in den Parks des Grünzuges Altona geben wird.

Auch auf anderer Ebene gibt es Bewegung: Vattenfall und der Senat verhandeln scheinbar gerade über die zukünftige Wärmepolitik. Dezentrale erneuerbare Kraftwerke stehen gegen ein einziges Großkraftwerk zur Debatte.

Wir haben also für Bewegung gesorgt, für Mehr Recht auf Stadt, für weniger Klimachaos – gemeinsam mit den Leuten der BI und allen anderen, die uns hier unterstützten und die wir mit unserer Aktionsform unterstützen konnten. An all diese noch ein paar Worte:

“Das war toll, vielen Dank, dass es Euch gibt! Tschüss Vattenfall!”

UPDATE:

Auch wenn die Bildzeitung scheinbar anderes behauptet, unsere Baumbesetzung ist abgeräumt und Jürgen und Olivia bauen weiter ab. Unser Transparent hat sich heute nacht leider vertüddelt (Bildmitte) und so wird es erst nachher wieder “ordentlich” aufgehangen.

Der Park nach der Baumbesetzung, das Transparent wird demnächst wieder "ordentlich" aufgehangen. Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Energie, Klima
4. März 2010

Plangenehmigung für Bau der Vattenfall-Trasse war rechtswidrig

Die Begründung des Oberverwaltungsgerichts, warum Vattenfall vorerst nicht, wie geplant, in Hamburg seine Fernwärmetrasse bauen darf, ist jetzt öffentlich – und ein Schuss vor den Bug der grün geführten Umweltbehörde und von Vattenfall.

Demnach hätte die Umweltbehörde ein Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung machen müssen. Umweltsenatorin Anja Hajduk hatte stattdessen aber versucht, die Sache auf die Schnelle in einem vereinfachten Planverfahren ohne Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuziehen, und das – zuletzt in einer Aktuellen Stunde in der Bürgerschaft zu dem Thema – auch noch so dargestellt, als wäre dies aus juristischen Gründen der einzig mögliche Weg. Damit ist sie jetzt richtig auf die Nase gefallen.

Das Gericht stellte auch klar, dass es unrealistisch sei, dass die Fernwärmeleitung zur Heizperiode 2012/13 betriebsbereit wäre.

Hier die heutige Stellungnahme von BUND Hamburg und ROBIN WOOD dazu:

http://www.robinwood.de/Newsdetails.13+M51b3529387b.0.html

Und die Pressemitteilung des OVG:
http://justiz.hamburg.de/presseerklaerungen/2134970/pressemeldung-2010-03-03-ovg01.html

Und hier findet sich der OVG-Beschluss samt Begründung:

http://justiz.hamburg.de/contentblob/2134812/data/5bs24-10.pdf