Energie, Klima
15. April 2011

Klima- und Energiecamp in der Lausitz

Ende Januar haben sich verschiedene Gruppen und Einzelpersonen zusammengeschlossen, um vom 7. bis 14. August 2011 ein Klima- und Energiecamp in der Lausitz (Jänschwalde bei Cottbus/Brandenburg) zu veranstalten. Das Camp nimmt nun langsam Gestalt an, es gibt aber auch noch viel Raum für eigene Ideen.

Klima- und Energiecamp in der Lausitz

Klima- und Energiecamp in der Lausitz

Hier ein erster Text aus dem Aufruf: “Das Klimachaos scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein: Mit extremen Wetterverhältnissen, der Versteppung ganzer Regionen, dem Anstieg des Meeresspiegels und der Bedrohung der Lebensgrundlagen vieler Menschen schreitet  der Klimawandel voran. Dass die Antwort nicht Atomkraft heißen kann, ist spätestens seit Fukushima klar. Aber anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen und die fossilen Brennstoffe im Boden zu lassen, werden Kohlekraftwerke und die Risikotechnologie CCS als Alternativen zur Atomkraft propagiert.

Wir nehmen das nicht hin! Wir wollen an Auseinandersetzungen um Klimagerechtigkeit und Energiesouveränität anknüpfen und mit einem Camp Alternativen zum „business as usual“ denken, leben und erstreiten.

Weitere Informationen gibt es unter: www.lausitzcamp.info

Aktion, Verkehr
31. März 2011

Aufruhr in Schwaben – Österreicher beleidigen Porsche

Alles läuft aus dem Ruder im Schwabenländle. Nun sind Umweltschützer auch noch dem Zuffenhausener Autobauer zu nahe getreten. Doch Porsche wehrt sich. Genau gesagt geht es um den VW-Importeur Porsche Austria, der den alternativen österreichischen Verkehrsclub VCÖ wegen Geschäftsschädigung verklagt. Der VCÖ hätte in einer Pressemitteilung den durchschnittlichen Treibhausgas-Ausstoß der Flotte von Porsche Austria möglicherweise um 4,8 Milligramm Kohlendioxid pro Kilometer zu hoch angesetzt. Ok, damit gehören sie zwar immer noch zu den Spritschleudern der Nation, aber das könnte ja trotzdem den ein oder anderen Cayenne-Liebhaber bekehrt und zu Geschäftseinbußen geführt haben. Dazu der VCÖ: „Angesichts der Tatsache, dass Porsche Austria im Vorjahr Rekordumsätze gemacht hat, verhärtet sich der Eindruck, dass mit der Klage lediglich der Zweck verfolgt wird, eine kritische NGO einzuschüchtern und mundtot zu machen.“

ROBIN WOOD stärkt dem VCÖ den Rücken, hier können sich weitere Unterstützer_innen eintragen.

Aktualisierung 3. April 17:28: Die Kampagne des VCÖ gegen Porsche/VW war schon erfolgreich und der VCÖ muss doch nicht vor Gericht. Die Unterlassungsklage wird „ewig ruhend gestellt“. Der VCÖ freut sich sehr, dass die gerichtliche Auseinandersetzung beendet ist und er sich wieder zu 100-Prozent der inhaltlichen Arbeit für mehr Klimaschutz und für die Verringerung des Energieverbrauchs des Verkehrs einsetzen können. Sie bedanken sich sehr für unsere Unterstützung.

Blog, Energie
14. Januar 2011

Anklage gegen britische Umweltaktivisten fallengelassen – Undercover-Polizist unterstützte sie

Im April 2009 hatte die britische Polizei über 100 Umweltaktivisten vorläufig festgenommen, um eine bevorstehende Blockade des E.ON-Kohlekraftwerks Ratcliffe-on-Soar zu verhindern. Gegen sechs von ihnen sollte am Montag der Prozess beginnen, jedoch hat die Staatsanwaltschaft die Anklage überaschend fallen gelassen. Der vor kurzem enttarnte Undercover-Polizist Mark “Flash” Kennedy hatte den Angeklagten Unterstützung zugesagt.

Der Undercover-Polizist hatte die britische Umweltszene über sieben Jahre lang ausgehorcht und wurde vergangenes Jahr enttarnt. Mark Kennedy war auch in der internationalen ökologischen Aktisten-Bewegung aktiv. Auch in Heidelberg wurde im Dezember vergangenen Jahres der Spitzel Simon Brenner der Polizei enttarnt, der ebenfalls in der Umweltszene ermittelt hat.

Das Interessante an beiden Fällen ist, dass es sich um eingeschleuste fest angestellte Polizisten und nicht um so genante V-Leute handelte. Beide gestanden Ihre Tätigkeit und schienen ihre “Taten” zu bereuen, gaben sie doch Informationen über ihre Arbeit an Umwelt-Aktivisten weiter. Eine besondere Qualität hat nun das Verhalten von Mark Kennedy, der scheinbar die Seiten gewechselt hat und die Umweltaktivisten auch aktiv in ihren Prozessen unterstützt.

von Michi und

Klima, Tropenwald, Verkehr
2. Dezember 2010

Kranich im Blindflug

Lufthansa klopft sich für Agro-Sprit-Pläne selbst auf die Schulter und täuscht damit die Öffentlichkeit

Die Lufthansa will ab 2011 ein Agro-Spritmix versuchsweise als Flugzeugtreibstoff einsetzen. Dafür feiert sich das Unternehmen als Klimaschützer. In der sechsmonatigen Versuchsphase sollen dadurch rund 1.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, teilte das Unternehmen mit. Um etwaige Ökobedenken gegen den Pflanzensaft gleich im Keim zu ersticken, setzte Lufhansa Vorstand Mayrhuber noch einen drauf: „Unser Treibstoff ist nachhaltig. Fest steht, dass für Lufthansa-Biotreibstoff kein Regenwald gerodet wird.“

Das ist natürlich Quatsch mit Soße, denn die Geschichte vom klimaschonenden und umweltfreundlichen Agro-Sprit ist längst als Ökomärchen entlarvt. Fliegen mit Pflanzen – Robin Wood Magazin 1/2010 Dabei ist es unerheblich, woher der Rohstoff für die angeblich grüne Fliegerei auch stammen mag. Sei es Raps aus Europa, Palmöl aus Indonesien, oder Jatropha aus Afrika – die Nachfrage von Konzernen wie Lufthansa führt am Ende dazu, dass sich weitere Agrarflächen in die vorhandenen Naturräume dieser Erde hineinfressen. Fachleute nennen diesen Effekt indirekte Landnutzungsänderungen. Dabei können riesige Mengen des Klimagases Kohlenstoffdioxid in die Luft gepustet werden.

In keinem guten Licht steht auch Nesteoil da – der Brennstoff-Lieferant für Lufthansas Agro-Abenteuer. Bei unseren Kollegen von Greenpeace Finnland steht der Konzern wegen Regenwaldzerstörung bereits am Pranger.

Das für diesen Unsinn auch noch Steuergelder aus dem Fenster geworfen werden, ist ein weiterer Skandal. Das Bundesforschungsministerium subventioniert Lufthansa bei diesem Projekt mit zweieinhalb Millionen Euro. Ausgerechnet der notorische Klimakiller Lufthansa bekommt so mit öffentlichem Geld ein grünes Mäntelchen umgehängt.

Klima, Tropenwald
30. November 2010

Beginn des UN-Weltklimagipfels in Cancún/Mexico

Gestern, am 29. November, hat der UN-Weltklimagipfel (COP 16) in Canún (Mexico) begonnen. Dort beraten VertreterInnen aus mehr als 190 Nationen wie gegen die Folgen des weltweiten Klimawandels vorgegangen werden kann. Ging es Ende der 1990er Jahre noch darum, den Klimawandel zu verhindern, geht es nun darum, die Folgen abzumildern. Auf dem Gipfel wird wieder nur von Nationalstaaten verhandelt – z.B. Indigene bleiben außen vor. Die Hoffnungen auf erforderliche durchgreifende Beschlüsse sind nach den Erfahrungen des Weltklimagipfels in Kopenhagen gering – das Medieninteresse auch.

Stark in der Kritik stehen vor allem der Clean-Development-Mechanism (CDM) und der REDD. Durch diese beiden CO2-Schlupflöcher ist es Industriekonzernen möglich, billig an CO2-Zertifikate zu gelangen um die eigene CO2-Bilanz zu schönen. Konzerne erhalten diese Zertifikate, indem sie entsprechende CDM oder REDD Projekte in Entwicklungsländern finanziell Unterstützen. Der Klimaschutz fällt bei beiden Modellen eher gering aus, viel mehr wird dadurch ein effektiver und nachhaltiger Klimaschutz in den Entwicklungsländern verzögert oder sogar behindert. Deshalb hat sich ROBIN WOOD in einer Resolution gegen diese Intrumente ausgesprochen.

Wir dürfen gespannt sein, ob und was für Beschlüsse in den kommenden zwei Wochen von der Staatengemeinschaft getroffen werden. Die Erwartungen sind gering, die Herrausforderungen denkbar groß.  Zu bekämpfen gilt der weltweite
Temperaturanstieg, die Versauerung der Ozeane, das Abschmelzen der Polkappen und Gletscher und die durch den Klimawandel hervorgerufen soziale Ungerechtigkeit und das Artensterben.

Von Michi und

Klima
1. September 2010

KlimaaktivistInnen in Kopenhagen freigesprochen

Das Gericht der Stadt Kopenhagen hat gestern Natasha Verco und Noah Weiss freigesprochen. Den zwei KlimaaktivistInnen wurde vorgeworfen, illegale Aktivitäten während des UN-Klimagipfels in Kopenhagen organisiert zu haben, die nie stattgefunden haben. Doch diese Anklagepunkte konnten sich im Gericht nicht behaupten.

Das Gerichtsurteil diskreditiert hingegen die gewaltsamen Methoden der Polizei während des Gipfels. Klimapolitisch engagierten Menschen wurde ihr demokratisches Recht verweigert, die Klimaverhandlungen zu kritisieren.

Tash und Noah vor dem Tatwerkzeug Bolzenschneider / Foto: Climate Kollektiv

Tash und Noah vor dem Tatwerkzeug Bolzenschneider / Foto: Climate Kollektiv

Die Vorwürfe gegen die beiden waren absurd, sie waren aber von einer Höchststrafe von sechseinhalb Jahren bedroht. So war in einem abgehörten Telefongespräch von einem Bolzenschneider die Rede, welcher sich allerdings als ein Papp-Bolzenschneider für eine Demonstration von 3 Meter Höhe entpuppte.

Des Weiteren sollten auch ganz normale Aktivitäten als Beweis herhalten. Dazu zählte der Druck von Postern, die Suche nach Parkplätzen für Musikanlagen und die Teilnahme an öffentlichen Informationsveranstaltungen für Hunderte von Menschen.

Im Oktober stehen die beiden Pressesprecherinnen von Climate Justice Action (CJA) wegen ähnlicher Vorwürfe vor Gericht.

Aktion, Energie, Floßtour, Klima
22. August 2010

Flosstour Film Teil 2 – Weiterfahrt bis Mannheim

Nun ist auch der zweite Teil der Floßtour-Dokumentation von Quer-TV online.

Es gibt Einblicke in das Floßleben, in Heilbronn nehmen einige FlößerInnen an einer kleinen „Atom-Alarm”-Demo teil. Wir beobachten das nervöse Verhalten der Wasserschutzpolizei beim Vorbeifahren an Kohlekraftwerken und AKWs.
Und als Höhepunkt wird ein Kran von Robin Wood Aktiven auf dem Gelände des Mannheimer Kohlekraftwerks besetzt.

den ersten Teil gibt es hier……

Energie, Floßtour, Klima, Verkehr
7. August 2010

Floßlogbuch Teil 3 Mannheim – Mainz

Das Floß hat nun beinahe die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht und irgendwie verwechselten wir wohl Heidelberg und Mannheim, weil das Floß in Heidelberg lag und es eine Aktion gegen das Kohlekraftwerk in Mannheim gab. Nun ja, vielleicht wollten wir ja auch nur unseren taktischen Gegner verwirren.
Und so treibt das Floß weiter… nun noch über den Neckar und dann ab Mannheim den Rhein hinab, der die meistbefahrene Schifffahrtsstraße in Europa ist und deshalb auch nicht ganz ungefährlich.

Heidelberg – Mannheim 04.08.

Nach einem schnellen Frühstück brechen wir schon um neun Uhr morgens auf, da wir gut 20 km Fahrt und zwei Schleusen vor uns haben. Nach der Kranbesetzung am Dienstag in Mannheim ist die WaSchPo offensichtlich recht nervös und begleitet uns. An der Feudenheimer Schleuse haben sie wohl Sorge, dass sie nicht mitkommen und wollen bei Rotlicht noch vor uns und einem Schubverband in die Schleuse einfahren. Dafür handeln sie sich einen Anpfiff des Schleusenwärters ein: “Ja macht nur mit eurer Nußschale, wenn der Schuber nicht bremsen kann, seid ihr platt wie ne Flunder!”. (weiterlesen …)

Aktion, Energie, Floßtour, Klima
3. August 2010

Kranbesetzung gegen Kohlekraftwerk Mannheim

Heute gegen 6.22 Uhr wurden Aktive von ROBIN WOOD auf einem Kran der Baustelle des Kohlekraftwerks Mannheim von Bauarbeitern entdeckt.

ROBIN WOOD Kranbesetzung am Kohlekraftwerk Mannheim (Foto: ROBIN WOOD)

Darauf hin entrollten sie ein kleines TransparentSaubere Kohle ist eine dreckige Lüge” und bereiten derzeit das Ausrollen eines größeren Transparentes vor. Gegen 9 Uhr entrollten sie das Transparent, auf dem der Baustopp des Kraftwerks gefordert wurde. Der Zusatz lautete: “Climate Justice Now“.

Das Kohlekraftwerk Mannheim wird von RWE und EnBW derzeit gebaut und soll mehr als 3 Mio. Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. ROBIN WOOD wendet sich strikt gegen den Neubau von Kohlekraftwerken.

Die Polizei war entspannt, ebenso die Kraftwerksbetreiber und sie sagten, dass sie eine bevorstehende Aktion ahnten, konnten es aber scheinbar nicht verhindern.

Gegen 10.30 Uhr kletterten die Aktiven vom Kran und konnten nach einer Personalienfeststellung das Kraftwerk, samt Transparent und Material verlassen. Die Betreibergesellschaft prüft eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Eine Anklage wegen einer ähnlichen Aktion vor zwei Jahren am gleichen Standort erwies sich als gegenstandslos.

Aktion, Floßtour, Klima
23. Juli 2010

Erste Aktionen auf dem Floß

Bereits am Montag beteiligte sich unsere Floßcrew in Stuttgart an der Montagsdemonstration gegen das sinnlose Milliardenprojekt Stuttgart 21.

Am Dienstag startete das Floß dann hochoffiziell in Stuttgart Bad-Cannstatt unter großem Presserummel. “Klimaschutz selbst gemacht” – und “Klimaschutz von unten” sind die Themen der Tour und diese sind vielfältig. Unsere Aktive wollen Menschen bewegen, selbst tätig zu werden und in die lokalen Probleme einzugreifen. Und dies kann von der Solaranlage auf dem Dach bis hin zu Aktionen des zivilen Ungehorsams gehen.

Einige Tipps haben die Aktiven in einem Flyer zusammengefasst, und wissen, dass auch dies nicht reicht. Klimaschutz ist mehr als “eine Energiesparlampe einzuschrauben” und was genau dies sein kann, darüber wollen sie mit den Menschen im nächsten Monat ins Gespräch kommen.

Aktion gegen das Klimakiller-Kraftwerk von EnBW

Aktion gegen das Klimakiller-Kraftwerk von EnBW

Wie vielfältig das Thema Klimaschutz ist zeigte auch schon eine Aktion am ersten Tag. Unsere Aktiven seilten sich von einer Brücke ab, um gegen das Kohlekraftwerk von EnBW zu protestieren. Jeder und jede kann zu einem Ökostromanbieter wechseln, um den Konzernen das Geld für ihre klimaschädliche Politik zu entziehen. Insgesamt müssen wir aber daran arbeiten, dass nur noch Ökostrom aus der Steckdose kommt – immer und überall und am liebsten sofort.

Aber dazu und von den Erfahrungen auf dem Floß mehr in den nächsten Tagen, hier, bei Twitter und auf der Seite der Floßtour.