Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr, Wald
27. August 2015

Jetzt geht´s los – Camp gegen Flughafenausbau in Rhein-Main an diesem Wochenende

Zum zweiten Mal lädt die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD an diesem Wochenende zum Sommercamp gegen den Bau von Terminal 3 am Frankfurter Flughafen in den Treburer Oberwald ein. Zurzeit bauen Umweltschützer_innen ihr Camp in dem vom Kahlschlag bedrohten Waldstück südlich von Zeppelinheim auf. Am Abend versammeln sich die Delegierten des Bündnisses der Bürgerinitiativen „Kein Flughafenausbau – Für ein Nachtflugverbot“ vor Ort im Camp.

Aktion beim Kieswerk Sehring am Langener Waldsee 28.8.2015

Aktion beim Kieswerk Sehring am Langener Waldsee 28.8.2015

Zeppelinheim stand vor genau achtzig Jahren am Anfang der Rodung von inzwischen mehr als 2000 Hektar Wald für den Rhein-Main-Flughafen. Sechs Hektar Mischwald mehr sollen dort, wo das Camp ist, für den Bau eines eigenen Autobahnanschlusses und die Baustellenzufahrt zum dritten Terminal fallen. Weitere 60 Hektar Wald frisst das Projekt durch Kiesabbau der Firma Sehring am Langener Waldsee. Den „ersten Spatenstich“ für Terminal 3 hat Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport, für den Spätherbst angekündigt.

Umwelt- und Entwicklungsverbände, darunter ROBIN WOOD, haben Anfang August in einem alternativen Luftverkehrskonzept nachgewiesen, dass es deutschlandweit keinen Bedarf für noch mehr Flughafenkapazitäten gibt. Obwohl nur von einem Bruchteil der Weltbevölkerung genutzt, trägt der Flugverkehr mindestens fünf Prozent zur globalen Erwärmung bei. „Der Schutz des Waldes ist der wirksamste Weg, Kohlendioxid zu binden. Flugverkehr ist die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgasemissionen. Wir sind hier, um den doppelten Klimaschaden durch das T3-Projekt aufzuzeigen“, sagt Monika Lege, Verkehrsreferentin von ROBIN WOOD.

Am Freitag, 28. August 2015, findet um 11 Uhr ein Pressegespräch im Camp statt. Am Samstag, 29. August, stehen eine botanische Führung (10 Uhr), Schnupperklettern (ab 12 Uhr), Workshops zu Atomtransporten (14 Uhr), Lärm- und Grundwasserbelastung (17 Uhr) sowie ein Konzert des Liedermachers Siggie Liersch (20 Uhr) auf dem Programm. Am Sonntag, 30. August, erwartet Besucher_innen ab 11 Uhr ein Streifzug durch die Geschichte des Widerstandes gegen den Flughafenausbau – und natürlich der traditionelle Kuchenstand der Bürgerinitiativen (14 Uhr).

Eine Karte mit dem Weg zum Camp ist hier. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es am besten vom S-Bahnhof Zeppelinheim zu erreichen, ab da 1,6 km mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

ROBIN WOOD vor Ort: Tel. 0176-94 92 09 56.

Energie, Klima
16. August 2015

Zahlen und Fakten über Kohle

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Neu erschienene Hintergrundpapiere bieten umfangreiches Wissen über den Status Quo der Kohlekraft in der Bundesrepublik

Den wenigsten ist bekannt: Auch im Jahr 2014 lag der Anteil der Kohle am Strommix der Bundesrepublik noch bei 43,6 Prozent – und das, obwohl eine vollständige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien laut Fachexpertisen realisierbar ist. Der Großteil der verfeuerten Kohle ist Braunkohle (57 Prozent) – der mit Abstand klimaschädlichste Energieträger.

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  • Hintergrundpapier »Kohle und Klimawandel« (PDF)
    Das Papier gibt einen Überblick über den Zusammenhang von Kohleverstromung und Klimawandel und geht dabei auf Fragen ein wie:
    Welchen Klima-Zielen hat sich die Bundesregierung verschrieben? Wie hat sich in der Bundesrepublik die Kohleverstromung seit 1990 entwickelt, was ist ihr Status Quo und wie steht es um ihre Zukunft?

Gefördert wird Braunkohle in Tagebauen, mit erheblichen Folgen für Gesellschaft und Natur. Die Tagebaue zerstören Natur- und Kulturlandschaften und bewirken eine Vielzahl weiträumiger und oft irreversibler Folgeschäden für Natur, Gesellschaft und Klima. In der Bundesrepublik ist die Menge der Braunkohleförderung seit den 1990ern nahezu unverändert groß. 12 Braunkohle-Tagebaue sind aktuell aktiv. In ihnen werden rund 20 Prozent der weltweit geförderten Braunkohle abgebaut. 2014 waren dies 178.178.000 Tonnen.

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  • Hintergrundpapier »Kohle und Tagebaue« (PDF)
    Das Hintergrundpapier liefert Antworten auf Fragen wie:
    Wie ist die Braunkohle entstanden? Wo wird sie in der Bundesrepublik gefördert und von wem? Welche Folgen haben Braunkohletagebaue für Gesellschaft und Natur? Wie steht es um den Rechtsschutz und diee Entschädigung von der von Umsiedlung Betroffenen? Und: Welche Zukunftsperspektiven gibt es für die Tagebauregionen?

Im Falle eines Kohleausstiegs drohen in der Bundesrepublik regelmäßig die Lichter auszugehen, so die von der Kohlelobby verbreitete Legende. Doch für das Energiesystem ist Braunkohle zunehmend nicht mehr systemrelevant. Der wachsende Anteil an erneuerbaren Energien macht die alten Grundlastkraftwerke mehr und mehr überflüssig, denn sie sind extrem unflexibel. Notwendig sind schnellstartende und flexibel regelbare Energiequellen – beispielsweise Gaskraftwerke. In einem auf erneuerbare Energien setzenden Energiesystem kann Versorgungssicherheit nur dann gewährleistet werden, wenn der Anteil an konventionellen, unflexiblen Kraftwerken gesenkt wird.

 Kohle_und_Versorgungssicherheit
  • Hintergrundpapier »Kohle und Versorgungssicherheit« (PDF)
    Das Hintergrundpapier „Kohle und Versorgungssicherheit“ gibt Antworten auf Fragen wie:
    Warum war Kohle in der Vergangenheit ein essentieller Bestandteil des Energiesystems und warum sind Kohlekraftwerke unvereinbar mit einem Energiesystem, dass auf einen zunehmenden Anteil an erneuerbaren Energien setzt? Warum ist die Versorgungssicherheit keineswegs bedroht, wenn auf Kohlekraft verzichtet wird?

Die Verstromung der Kohle wird im Wesentlichen von einer Hand voll Unternehmen vorangetrieben: von EnBW, E.ON, RWE, der STEAG und – bis zum angekündigten Verkauf der Kohlesparte – von Vattenfall. Trotz der erheblichen Folgen der Kohleverstromung für Gesellschaft und Natur halten die Konzerne an der Kohleverstromung fest.

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  • Hintergrundpapier »Kohle und die großen Energieversorger« (PDF)
    Das Hintergrundpapier liefert Antworten auf Fragen wie:
    Welche Rolle spielen die Konzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall bei der Kohleverstromung in der Bundesrepublik? Welche Anteile nehmen Kohlekraftwerke in ihrem Kraftwerkspark bzw. bei ihrer Stromerzeugung ein? Wem gehören eigentlich die Konzerne? Und: Wie steht es bei den Konzernen um einen Wandel hin zu erneuerbaren Energien?
Bezug der Hintergrundpapiere von Robin Wood in Kooperation mit PowerShift und Rosa-Luxemburg-Stiftung:

Klima statt Kohle! Mach mit!

Aktion, Rhein-Main, Verkehr, Wald
23. Juli 2015

Frankfurter Flughafen: Spatenstich im Spätherbst – Wir sind schon da

Beim „Dämmerschoppen“ mit geladenen Journalist_innen ließ der Chef des Frankfurter Flughafens, Stefan Schulte, eine kleine Katze aus dem Sack. Im „Spätherbst“ soll es den „ersten Spatenstich“ für Terminal 3 geben. Mit einem dritten Terminal will die Fraport die zusätzlichen Kapazitäten, die sie sich mit der Nordwestbahn 2011 geschaffen hat, in der Passagierabfertigung ausschöpfen. Wenn die Passagierabfertigung um ein Drittel leistungsstärker ist, bedarf es für die volle Auslastung vermutlich einer fünften Bahn – Salamischeibe für Salamischeibe hat der Flughafenausbau kein Ende.

Während der Schutz des Waldes der „einfachste, billigste und schnellste Weg ist, die Atmosphäre zu entlasteRowo-Logo-mit-Kletterinn“ (Nick Reimer in „Schlusskonferenz“), ist Fliegen die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgasemissionen.

Diesmal ist es der Treburer Oberwald, mit dem für einen zusätzlichen Autobahnanschluss noch mehr Bäume fallen sollen. Deswegen treffen sich dort am letzten Wochenende im August Aktive von Robin Wood. Am Sonntag, den 30. August, laden sie gemeinsam mit Mitgliedern der örtlichen Bürgerinitiativen gegen Flughafenausbau ein zum traditionellen Kuchenstand, Schnupperklettern und Infos rund um Flughafen, Wald und Klimaschutz. Ihre Botschaft an die Fraport: Wald statt Asphalt – Wir hängen an den Bäumen!

Wegbeschreibung und Flyer zum Sommercamp sind hier.

Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr
14. Juli 2015

„Fliegen als gäbe es kein Morgen“ – Klimaschützer_innen blockieren Start- und Landebahns

Aus Protest gegen Flughafenausbau hat ein Dutzend Aktive des Netzwerks Plane Stupid gestern in den frühen Morgenstunden die Nordbahn des Londoner Flughafens Heathrow blockiert. Sie durchschnitten den Absperrzaun und legten sich zusammengekettet auf die Piste des viertgrößten Flughafens der Welt, um friedlich gegen neuerdings wieder aktuelle Pläne zum Bau einer dritten Bahn zu protestieren.

Klimaschutz durch weniger Luftverkehr ist eine Kernforderung für globale Gerechtigkeit: Weltweit fliegt nur eine kleine Minderheit von drei bis sieben Prozent regelmäßig. Über neunzig Prozent aller Menschen fliegen nie. Fliegen ist die energieintensivste Form der Mobilität. Obwohl nur von einem Bruchteil der Weltbevölkerung genutzt, trägt der Flugverkehr nach UN-Schätzungen bereits heute mehr als fünf Prozent zur globalen Erwärmung bei. Trotzdem werden die Transportunternehmen bisher von allen nationalen und internationalen Klimaschutzverpflichtungen verschont.

Aus der Presseerklärung: „(…) eine dritte Bahn in Heathrow wird es für Groß Britannien unmöglich machen, seine Klimaschutzziele zu erreichen. (…) Wenn die Luftverkehrsindustrie mehr von ihren Umweltkosten zu zahlen hätte, würde sie nicht mehr auf Bau einer neuen Bahn drängen. Neun der zehn meistgenutzten Routen ab Heathrow sind Kurzstrecken(…), für die es Alternativen auf der Schiene gibt. Ella Gilbert, eine Plane-Stupid-Aktivistin auf der Start- und Landebahn, sagt: „Flughafenausbau verstößt gegen alles, was uns von Wissenschaftler_innen und Expert_innen über den Klimawandel erzählt wird. Er würde die Treibhausgasemissionen massiv ansteigen lassen, gerade dann, wenn wir sie massiv reduzieren müssten. Deswegen sind wir hier. Wir entschuldigen uns bei allen, denen wir den Tag ruiniert haben, und wir sagen nicht, dass jede_r, der vorhat zu fliegen, ein schlechter Mensch ist. Es sind die, die häufig und unnötig fliegen, die den Bedarf für einen Ausbau schaffen. Wir können nicht länger die Augen vor den schrecklichen Konsequenzen verschließen, die es hat, zu fliegen als gäbe es kein morgen“.

Den ROBIN WOOD-FliegenFlyer finden Sie hier. Mehr über Flughafenausbau in Deutschland erfahren Sie beim Sommercamp in der Rhein-Main-Region.

Energie, Klima
3. Juli 2015

Degrowth meets Climate Justice

Ein Ort ist gefunden. Das Programm steht. Zur Degrowth-Sommerschule 2015 im rheinischen Kohlerevier Mitte August (9.-14.) werden bis zu 500 Teilnehmende erwartet. Sie alle eint die Überzeugung, dass eine Gesellschaft jenseits des (wirtschaftlichen) Wachstums eine drängende Notwendigkeit ist.

Unter dem Begriff „Degrowth“ (dt. “Postwachstum”, “Schrumpfung” oder  “Entwachstum”) sammeln sich Debatten um eine Wirtschaft und Gesellschaft, die unabhängig von Wirtschaftswachstum ein gutes Leben für alle ermöglicht. Schien das Thema bislang ein Nischenthema sozial-ökologisch interessierter zu sein, geraten  Debatten darüber derzeit mehr und mehr in die breite Öffentlichkeit. Bereits im September 2014 trafen sich in Leipzig über 3.000 Menschen zur 4. Internationalen Degrowth-Konferenz (anschließend an Konferenzen in Paris 2008, Barcelona 2010 und Venedig 2012). Statt in Universitätsräumen werden Workshops dieses Jahr jedoch in Zelten stattfinden, denn die Sommerschule wird in Kooperation mit dem Klimacamp im Rheinland stattfinden.

Schwerpunktthema Klimagerechtigkeit

Im Fokus der Sommerschule stehen konkrete Lösungen und Alternativen gegenüber der wachstumsbasierten Gesellschaft. Stattfinden wird sie im rheinischen Braunkohlerevier – eine der größten CO2-Quelle Europas und Ausdruck der energie- und ressourcenintensiven Lebensweise der globalen Mittelschicht. „Klimagerechtigkeit konkret“ ist der Titel der Sommerschule. Im Rheinland kann dies  nur bedeuten: „Ausstieg aus der Kohle“.

Soziale Bewegungen und Degrowth

Klimagerechtigkeit oder ein Degrowth-Gesellschaft wird es ohne politische Auseinandersetzungen sozialer Bewegungen jedoch nicht geben. Gelegenheiten sich an diesen Auseinandersetzungen zu beteiligen, gibt es für die Teilnehmenden der Sommerschule zahlreiche. Höhepunkt könnte dabei die Besetzung eines Braunkohletagebaues sein, zu der ein breites Bündnis am Wochenende nach dem Klimacamp und der Sommerschule aufruft.

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Blog, Energie, Klima, Welt retten
11. Juni 2015

„Im August ist Ende Gelände!“ Proteste gegen Kohle angekündigt

Für die Delegierten der UN-Klima-Zwischenverhandlungen in Bonn dürfte es eine Überraschung gewesen sein: Am heutigen Morgen versperrten zahlreiche Aktivistinnen und Aktivisten symbolisch einem Braunkohlebagger vor dem Verhandlungszentrum den Weg. Eingekleidet in weiße Overalls forderten die Protestierenden „No more coal!“, „Ende Gelände! Kohlebagger stoppen, Klima schützen!“ Zugleich kündigten sie für Mitte August breite Protestaktivitäten gegen Kohle und für effektiven Klimaschutz an.

Während die internationalen Klimaverhandlungen seit Jahren zunehmend festgefahren sind, zeigen sich auf nationaler Ebene zahlreiche Ansatzpunkte für effektiven Klimaschutz. Doch während sich Angela Merkel beim G7-Gipfel erfolgreich als Klima-Kanzlerin inszeniert, bleibt sie beim Thema Kohleausstieg Deutschlands in der Deckung.

CHNWwiKW4AA7TFnPaul, einer der 25 blockierenden Aktivisten in Bonn, ist deshalb der Meinung, dass es nicht genügt, zu dieser Politik nur laut Nein zu sagen. „Es ist an der Zeit, Widerstand zu leisten und Klimaschutz selbst in die Hand zu nehmen.“ Ihre Aktion sei eine Art öffentliches Aktionstraining. Vor den Augen der UN-Delegierten bereiten sie sich mit dem Training auf die Aktion „Ende-Gelände!“ vor, mit der sie zusammen mit mehr als 1.000 Menschen vom 14. bis 16. August gegen den Betrieb im rheinischen Braunkohletagebau demonstrieren werden. Zu dieser Aktion wollen sie breit einladen. „Unsere Aktion wird ein Bild der Vielfalt, Kreativität und Offenheit: Einige protestieren an der Abbruchkante, andere blockieren im Tagebau die Bagger. Es wird vielfältige auch niedrigschwellige Aktionsniveaus und Beteiligungsmöglichkeiten geben. Aber wir alle sagen: Keinen Meter weiter, hier ist Ende Gelände für die Kohlebagger!“

Denn noch immer wird in Deutschland der Großteil der existierenden 250 Großkraftwerke zur Stromerzeugung mit Kohle befeuert. Die Kohlekraft nahm 2013 einen Anteil von sage und schreibe 45,5 Prozent an der Stromerzeugung Deutschlands ein. Ob sich daran in Zukunft etwas ändert, bleibt fraglich. Bundeswirtschaftminister Gabriels Vorstoß zur Reduktion der Kohleemissionen durch eine Klimaabgabe stößt auf vehementen Widerstand der Großkonzerne und Gewerkschaftsfunktionäre aus IG BCE und Ver.di.

Und Angela Merkel? Statt bei den Auseinandersetzungen um die Zukunft der Kohle ein Machtwort zu sprechen und ihrem klimapolitischen Ruf gerecht zu werden, hält sie sich bedeckt. Als Klimakanzlerin zu gelten und Klimaschutz effektiv voranzutreiben, beides scheint noch immer unabhängig voneinander zu sein.

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Aktion, Allgemein, Verkehr
24. April 2015

Seenotrettung im Mittelmeer

Täglich geraten hunderte Menschen auf dem Mittelmeer in Seenot – hunderte ertrinken.  Nur selten ist das die Hauptnachricht der Woche und ein EU-Gipfel. Heute schickt mir die grüne Bundesfraktion eine Erinnerung an ihre Einladung zum Fachgespräch: „Kreuzschifffahrten – sicher und öko?“ : „Außerdem stellt sich die Frage, ob Passagiere im Falle einer Havarie oder eines Terrorakts von Kreuzfahrtschiffen zügig und sicher vom Schiff geborgen werden können. … Der Spagat zwischen Urlaubsgenuss und Sicherheit scheint immer schwieriger zu werden.“ Ich werde freundlich absagen und auf Sea-Watch hinweisen.

 

Aktion, Klima, Verkehr
20. April 2015

Grüne Kreuzschifffahrten mit drei fff

Die grüne Bundestagsfraktion lädt mich ein zum Fachgespräch „Kreuzschifffahrten – sicher und öko?“ Wie kommen Verbraucherschützerin Künast und Verkehrsexpertin Wilms auf die Frage, ob Rumfahren um des Rumfahrens willen zuzüglich An- und Abreise im Flieger „ökologisch“ sei? Cruisen kann schön sein, lustig, teuer, billig, aufregend – aber ökologisch? Das erfordert schon viel Cruising im Kopf. Dafür ist Monika Griefahn zuständig, die von Greenpeace über niedersächsischen Landtag und Bundestag ins Nachhaltigkeitsmanagement von AIDA Cruises cruiste. Sie hält den Impulsvortrag „Was tragen Kreuzfahrtunternehmen zur Emissionsminderung bei?“
„Kreuzfahrten für alle“ heißt die Schlussrunde – knallhart vorbei an Klimaschutz und Mobilität für alle .
Energie, Klima
18. März 2015

“Kampf ums Klima” – Konferenz vom 10. bis 12. April in Köln

Der Klimagipfel in Paris (COP 21) naht und so wollen sich Teile der Klima- und Klimagerechtigkeitsbewegung schon im Vorfeld mit diesem auseinandersetzen. Wird in Paris wirklich der Klimaschutz vorangetrieben, gar die Klimagerechtigkeit? Derweilen schreitet die Übernutzung natürlicher Ressourcen voran, ob im Amazonas oder in Alberta, in der Ägais oder im rheinischen Braunkohlerevier. Darüber hinaus geht es um die Energiewende hierzulande: wird der Prozess von der Regierung und der Energielobby gekapert, oder schaffen es die Bewegungen für eine demokratische, soziale und ökologische Energiewende noch, das Steuer herumzureißen?

Entlang der drei Stränge Klimagerechtigkeit, Rohstoffnutzung (Extraktivismus) und Energiedemokratie, und mit besonderem Bezug auf die verschiedenen für 2015 geplanten Massenaktionen im rheinischen Braunkohlerevier sowie die Mobilisierung nach Paris zum Ende des Jahres, werden auf der Konferenz „Kampf ums Klima“ vermeintliche Lösungsansätze einer kritischen Betrachtung unterzogen und Alternativen zum Status Quo debattiert.

Konferenz: Kampf ums Klima, 10. bis 12. April, Universität Köln

Weitere Informationen: www.kampfumsklima.org

Aktivist_innen von Robin Wood haben den Baukran der Landebahn-Baustelle am Frankfurter Flughafen gekapert (Foto: ROBIN WOOD / Häfner)

Aktivist_innen von Robin Wood dem Baukran der Landebahn-Baustelle am Frankfurter Flughafen  (Foto: ROBIN WOOD / Häfner)

Aktion, Klima, Verkehr
29. Januar 2015

Lobbyliebling Luftverkehrskonzept

In ihrem Koalitionsvertrag trägt sich die GroKo auf, ein Luftverkehrskonzept zu erarbeiten. Dieses Konzept ist ein lang gehegter Wunsch der Luftfahrtindustrie und Topthema beim Lobbyverband Bund der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, BDL.  Der BDL hat dafür die „Posch-Kommission“ ins Leben gerufen, die sich 2013 sechsmal traf und mit Vertretern des Bundes aus Verkehrs- und Wirtschaftsministerium sowie der Länder Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg  einen recht offiziellen Eindruck machte. Dem Bundesverkehrsminister ist sie willkommen, doch das grün regierte Baden-Württemberg grätscht rein: In der Kommission saßen keine grünen Verkehrspolitiker, ihr fehle die demokratische Legitimation und die Ausarbeitungen seien nur ein „gut getarnter Lobbybeitrag„. Nun geht es langsamer: Die Marktanalyse, die das Verkehrsministerium als nächsten Schritt vorsieht, soll erst noch vergeben werden. Der Zeitplan bis zu den nächsten Wahlen wird damit – „ambitioniert“.IMG_1102

Für den Klimaschutz ist das eine gute Nachricht. Mehr Klimaschutz im Flugverkehr gibt es nur mit einer Deckelung der Airport-Kapazitäten: Keine Aus- und Neubauten, Nachtflugverbote. Verdecktes Ziel der Luftverkehrslobby beim Luftverkehrskonzept ist es, „Flughäfen von nationaler Bedeutung“ mit eigenem rechtlichen Status festzulegen. Vorbild ist der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) für Fernstraßen, Schienennetz und Wasserstraßen.  Am Anfang der Infrastrukturplanung steht die Bedarfsanalyse. Wird im BVWP ein Projekt als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft, wird aus der Bedarfsanalyse ein Bundesgesetz. Wer jemals Verkehr gezählt und in die Zukunft hochgerechnet hat, weiß um die Wunder der Verkehrsprognostik und die unglaubliche Metamorphose dieser Prognosen in Gesetzesrang zu schätzen. Genau das wäre ein Traum für den BDL: Wachstumsprognosen sollen auch im Luftverkehr bei der Genehmigung von mehr Kapazitäten den Rang von Bundesgesetzen bekommen, an denen sich widerständige Bürger_innen, Kommunen, Regionen und Länder die Zähne ausbeißen.

Wer mehr Klimaschutz durch weniger Flugverkehr möchte, kann sich noch bis zum Wochenende am ROBIN WOOD-Online-Protest beteiligen.