Energie, Klima
28. Dezember 2015

Sternmarsch gegen Tagebaue am 3. Januar

Am Sonntag, den 3. Januar 2016 findet wieder der traditionelle Sternmarsch der vom geplanten Tagebau Jänschwalde-Nord bedrohten Dörfer statt. Obwohl bereits zum neunten Mal, ist es in diesem Jahr besonders wichtig, ein klares Signal an Vattenfall und eventuelle Käufer der Kohlesparte zu senden, dass sich die Region Tagebaupläne wie Jänschwalde-Nord nicht gefallen lässt!

Sternmarsch im benachbarten Nochten April 2014 / Foto: Daniel Häfner

Sternmarsch im benachbarten Nochten April 2014 / Foto: Daniel Häfner

Der Marsch wird auch im Zeichen des Protestes gegen den benachbart in Polen geplanten Tagebau Gubin stehen, zu dem noch bis 12. Januar die Einwendungsfrist läuft. Bei Gubin plant der polnische Konzern PGE einen neuen 8.000 Hektar großen Braunkohle-Tagebau und ein Kohlekraftwerk von 2.700 Megawatt. Der Tagebau soll ab 2025 über rund 50 Jahre hinweg jährlich 17 Millionen Tonnen Kohle fördern, die im Kraftwerk verbrannt werden sollen. Rund 3.000 Menschen müssten für den neuen Tagebau umgesiedelt werden. Die Grüne Liga / Umweltgruppe Cottbus hat dagegen einen zweiseitigen Musterbrief entworfen. Die Einwendungen werden gesammelt und im Januar persönlich bei der polnischen Behörde abgegeben.

Treffpunkte für den Sternmarsch sind: 13:00 Uhr in Grabko, 13:15 Uhr in Atterwasch oder 13:30 Uhr in Kerkwitz, in Kerkwitz besteht Bahnanschluss. Gegen 14:00 Uhr kommen alle Züge am „Alten Schafstall“ zwischen den drei Orten zusammen. Der Sternmarsch findet seit 2008 immer am ersten Sonntag im Jahr statt

 

 

Hintergrund:

Der schwedische Konzern Vattenfall plant, seine Braunkohlesparte zu verkaufen. Er hat aber noch verschiedene Planungsverfahren eingeleitet, u.a. für die Tagebaue Welzwow Süd II und den Tagebau Jänschwalde-Nord. Für den Tagebau Jänschwalde-Nord sollen die Dörfer Kerkwitz, Grabko und Atterwasch abgebaggert werden, zwischen denen der diesjährige Sternmarsch stattfindet. Der Neuaufschluß des Tagebaus Jänschwalde-Nord wird aber immer unwahrscheinlicher bspw. weil bis 2018 im Rahmen der „Überführung in die Kraftwerksreserve“ 2 Blöcke des Kraftwerks Jänschwalde (1.000 MW) abgeschaltet werden. Um so wichtiger ist auch der politische Druck, damit sich die energiepolitischen Rahmenbedingungen nicht wieder ändern.

Energie, Klima
27. Dezember 2015

Einwendungen gegen polnischen Tagebau Gubin einreichen!

Einen neuen 8.000 Hektar großen Braunkohle-Tagebau und ein Kohlekraftwerk von 2.700 Megawatt plant der polnische Konzern PGE bei Gubin an der Grenze zur Lausitz. Der Tagebau soll ab 2025 über rund 50 Jahre hinweg jährlich 17 Millionen Tonnen Kohle fördern, die im Kraftwerk verbrannt werden sollen. Es geht isgesamt also um mehr als 800 Millionen Tonnen Kohlendioxid – fast soviel wie die BRD in einem Jahr. Rund 3.000 Menschen müssten für den neuen Tagebau umgesiedelt werden.

Eine grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsstudie zu dem Vorhaben liegt bis Ende Dezember in kleinen Teilen Südost-Brandenburgs aus (Forst, Peitz, Schenkendöbern und Guben). Im Internet wurde sie hier veröffentlicht: http://www.lbgr.brandenburg.de/sixcms/detail.php/728066

Die betroffenen Gemeinden in Polen haben sich per Bürgerentscheid gegen den Tagebau ausgesprochen. PGE und Regierung wollen das offenbar nicht akzeptieren. Den Dörfern, die auf deutscher Seite vom Tagebau Jänschwalde betroffen oder von Jänschwalde-Nord bedroht sind, läge der polnische Tagebau gegenüber in Sichtweite! Deshalb kämpfen die Bürgerinitiativen auf beiden Seiten der Neiße seit Jahren gemeinsam gegen neue Tagebaue.

Gerade lief der Tagebau Cottbus-Nord in der Lausitz aus und Vattenfall will seine Braunkohlesparte in der Lausitz verkaufen. Der Neubau eines Kraftwerkes am bisherigen Standort Jänschwalde (3.000 MW, nordöstlich von Cottbus) ist unwahrscheinli. An diesem Standort sollen gerade 2 Blöcke (je 500 MW) bis 2018 in die sogenannte Stillegungsreserve überführt werden – und damit wird auch ein Neuaufschluss des Tagebaus Jänschwalde-Nord unwahrscheinlich.

Blick in Richtung des ehemaligen Teichgebietes von Lacoma und dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde / Foto: Daniel Häfner

Blick in Richtung des ehemaligen Teichgebietes von Lacoma und des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde / Foto: Daniel Häfner

Die Grüne Liga / Umweltgruppe Cottbus hat einen zweiseitigen Musterbrief entworfen, den jede(r) für seine Einwendung nutzen kann. Die Einwendungen werden gesammelt und im Januar persönlich bei der polnischen Behörde abgegeben. Ausgefüllte und unterschriebene Briefe können mit der Post bis zum 8. Januar an die Umweltgruppe Cottbus geschickt werden. Beides spart im Vergleich zu einem Brief nach Polen nicht nur Porto, sondern es gibt außerdem einen Überblick, wie viele Bürger sich mindestens beteiligt haben.

Aktion, Berlin, Süd-West, Verkehr
15. Dezember 2015

Klimaschutz braucht die Bahn für Alle – 4056 Unterschriften übergibt Robin Wood morgen der Deutschen Bahn

Am 9. Oktober, dem siebten Jahrestag des geplatzten Börsengangs der Deutschen Bahn AG, hat Robin Wood dazu aufgerufen, von Bahnchef Grube ein Nachtzugnetz und faire Preise für Tickets ohne Zugbindung und die BahnCard 50 zu fordern. 4056 Menschen sind unserem Appell für Klimaschutz im Fernverkehr gefolgt und haben den Aufruf unterzeichnet. Morgen wird Robin Wood die Unterschriften der DB AG in der Konzernzentrale am Potsdamer Platz in Berlin überreichen – zusammen mit einer hochbrisanten neuen Prognose erneut explorierender Kosten des Immobilienprojektes Stuttgart 21.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und unserem Bündnis Bahn für Alle werden wir morgen um 11 Uhr die brisanten neuen Zahlen der Öffentlichkeit vorlegen. Zeitgleich tagt der Aufsichtsrat der DB AG. Das Kontrollgremium des bundeseigenen Konzern soll über die Zukunft der Nachtzüge und die Abschaffung des Normalpreises für Tickets ohne Zugbindung entscheiden. Auf der Tagesordnung steht auch eine Teilprivatisierung.

Wir fordern einen sofortigen Stopp des Bahn-Abbauprojektes S21, die Wiederbelebung bereits gestrichener und den Erhalt bestehender Nachtzugverbindungen als Alternative zu innereuropäischen Flügen. Wir fordern faire Preise für Tickets ohne Zugbindung und die BahnCard 50 als Alternative zu Auto und Fernbus. Klimaschutz baucht die Bahn für Alle!

Protest bei DB-Aufsichtsratssitzung – 16.12.2015
Allgemein, Tropenwald, Welt retten
25. November 2015

Gratisexemplar bestellen: Das neue ROBIN WOOD-Magazin ist da!

Feuer für Biodiesel! Seit Monaten wüten in Indonesien Waldbrände, die die Umwelt zerstören und den Klimawandel vorantreiben. Der giftige Smog nebelt Millionen Menschen und Tiere ein, zehntausende IndonesierInnen mussten schon im Krankenhaus behandelt werden. Und wofür? Für sogenannten „Biodiesel“ aus Palmöl: Damit immer mehr riesige Ölpalmenplantagen angelegt werden können, fackeln Konzerne alles ab, was vorher auf den begehrten Flächen steht. Mehr dazu findet Ihr im aktuellen Magazin, das gerade erschienen ist.

ROBIN WOOD-Magazin 3-2015

Unter „Lasst uns die großen Verschmutzer rausschmeißen!“ könnt Ihr ein Plädoyer für eine starke Klimabewegung lesen. Wenn sich Ende November die Delegierten in Paris zur 21. Klimakonferenz der Vereinten Nationen treffen, ist eines von Anfang an klar: Eine angemessene Lösung des Problems Klimawandel werden die Verhandlungen nicht bringen. Trotzdem ist wichtig, dass die Umweltbewegung aktiv wird. Denn klar ist auf jeden Fall auch, dass die Lobby der großen Verschmutzer in Paris dabei sein und Einfluss nehmen wird. Mehr Infos dazu im neuen ROBIN WOOD-Magazin.

Unter der Rubrik „Forum“ kommen wieder die Förderinnen und Förderer von ROBIN WOOD zu Wort. Buch- und aktuelle Filmtipps runden unser Magazin ab.

Das ROBIN WOOD-Magazin informiert Euch viermal im Jahr fundiert, konkret und anschaulich über alle wichtigen Themen im Bereich Umwelt- und Naturschutz.

Ein unverbindliches und kostenloses Probemagazin könnt Ihr gerne anfordern unter Tel. 0421-598288 oder per e-Mail unter info(at)robinwood.de.

Blog, Klima
17. November 2015

Zivilgesellschaft einig und solidarisch, weiter in Bewegung für das Klima

coalitionclimatPresseerklärung des französischen Klimabündnisses Coalition Climat 21 vom Montag, 16. November 2015:

„Das Bündnis Climat 21 und alle beteiligten Organisationen drücken ihre Solidarität mit den Opfern vom 12. November in Beirut und vom 13. November in Paris aus, mit ihren Familien und ihren Lieben.

Die Welt, die wir immer verteidigt haben, ist nicht die, die wir in dieser Nacht gesehen haben. Die Welt, die wir verteidigen, ist eine Welt des Friedens, der Gerechtigkeit und des Kampfes gegen Ungleichheiten und den Klimawandel.

parisUnser Kampf für Klimagerechtigkeit wird nicht aufhören. Wir haben die Pflicht, aufrecht stehen zu bleiben und den Kampf für einen gerechten und lebenswerten Planeten für Alle fortzusetzen. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, eine Welt frei von Kriegen, frei von Gewalt und den Verwüstungen durch die Klimakrise aufzubauen. Wir werden weiter Lösungen und Alternativen voran bringen, um den Klimawandel zu bekämpfen.

Gerade angesichts der Ausnahmesituation sind wir überzeugt, dass COP21 nicht ohne Partizipation und Mobilisierung der Zivilgesellschaft in Frankreich stattfinden kann. Deshalb bemühen wir uns, all das aufrecht zu erhalten, was bisher an Mobilisierung läuft. In Rücksprache mit den Behörden geben wir unser Bestes, damit die Sicherheit von allem und aller gewährleistet ist.

Vergessen wir nicht, dass es eine globale Bewegung sein wird: Hunderttausende Menschen sind in den zwei Verhandlungswochen von COP21 auf den Beinen und Vertreter_innen der Länder des Südens wie des Nordens werden in Paris vor Ort sein.

Die ganze Welt ist betroffen, und wir werden uns dieser Herausforderung stellen.“

[Übersetzung des französischen Originals von Monika Lege, Robin Wood]


Weitergehende Informationen:

Blog, Energie
12. November 2015

Bewegung für Klimagerechtigkeit im Umfeld des Pariser Klimagipfels (Terminübersicht)

Informationen aus aktuellem Anlass:

 


Vom 30. November bis 11. Dezember 2016 treffen sich in Paris die Regierungsdelegationen zur 21. UN-Klimakonferenz (COP21). Was plant die Bewegung? – Ein Überblick über geplante Aktivitäten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

 

28./29. November: Global Climate Marches

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Kurz vor Beginn der Konferenz wird es in knapp 30 Städten weltweit (darunter Paris, London und Berlin) Demonstrationen geben. Die Stoßrichtung der Demos war innerhalb von Verbänden und Bewegung bis zuletzt umstritten. Ein Appell an die internationalen Verhandlungen würde vortäuschen, so sei Klimaschutz kurzfristig erreichbar. Klimaschädliche Politik wird jedoch auf nationaler Ebene weiter voran getrieben. Wirklicher Klimaschutz müsse insofern auf nationaler Ebene beginnen – so die Kritik. Ein Ergebnis dieser Debatten: Die Demo in Berlin (29.11., 12 Uhr, Washingtonplatz) fordert nun einen bundesweiten Kohleausstieg und den Umstieg auf 100 % Erneuerbare Energien. – Bleibt zu hoffen, dass diese Forderungen nicht in der internationalen Gipfelinszenierung untergehen.

 

30. November – 12. Dezember: Climate Games in Paris

ClimateGames-meme-e1444227629407Mit den Klimaverhandlungen beginnen in Paris auch die Climate Games. Laut den Organisator_innen sind die sog. Climate Games – das „weltweit größte ungehorsame Aktions-Abenteuer-Spiel“. Aktion und Abenteuer treffen dabei – laut Organisator_innen – auf einen tatsächlichen Wandel. Thema der Climate Games in Paris ist „greenwashing“. An den Spielen beteiligen kann sich Jeder. Paris und die Welt könne so zu einem gigantischen Spielfeld für Klimagerechtigkeit werden. Die Spiele laufen bis Samstag den 12. Dezember. Die Preisverleihung findet im Anschluss, am Sonntag, dem 13. Dezember, statt. „We have everything to play for – but time is running out.“

 

30. November: Climate Strike

ClimateStrike_CBQkEqXH_400x400„Gehst Du noch zur Schule und machst Deine Hausaufgaben, während sie Deine Zukunft verbrennen?“, fragen die Organisator_innen des „Climate Strike“ in ihrem Aufruf. Für den 30. November rufen sie zu einem weltweiten Schüler_innen- und Studierenden-Streik auf. Die Teilnehmer_innen werden statt üblichem Schul- oder Uniprogramm an dem Tag Vorträge zur Klimakrise halten, sich mit anderen Klimaaktivist_innen vernetzen, Erneuerbare-Energie-Projekte umsetzen (bspw. die Installation eines Solarpanels), Protestaktionen organisieren oder die Schulleitungen zu Divestment aufrufen.

 

4. bis 10. Dezember: Corporate False Solutions Event

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Von 4. bis 10. Dezember werden zahlreiche Konzerne den Grand Palais in Paris dafür nutzen, um im Rahmen der Veranstaltung „Solutions COP21“ ihre (interessengeleiteten) Vorstellungen zum Umgang mit der Klimakrise zu präsentieren. Dagegen wird bereits im Vorfeld deutliche Kritik laut. Mit einem Aufruf zu Aktionen sagen Aktivist_innen „Nein zu den falschen Lösungsansätzen der Corporate Climate Criminals„. Sie kündigen zugleich breite ungehorsame Aktionen in Reaktion auf die Konzernveranstaltung an:
„Together, in solidarity with communities defending their lives against these corporate climate criminals, we will prevent Solutions COP21 opening to the public. During this colourful and creative disobedient mass action, we will show they are not part of the solution – we are the solution!“

 

5./6. Dezember: Citizen Summit for Climate (Montreuil)

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Im mittleren Wochende der COP21 findet das Citizen Summit for Climate im Pariser Vorort Montreuil statt. In dessen Rahmen wird das Klimaforum – eine Art Gegengipfel – mit zahlreichen Workshops, Podien und Filmvorführungen ausgerichtet. In Montreuil wird es darüber hinaus das „Globale Dorf der Altenativen“ geben, das Teilnehmer_innen zu konkreten GlobalVillagesOfAlternativeslokalen und internationalen Alternativen für Klimagerechtigkeit einlädt. Die französische Vereinigung von Kleinbäuer_innen (Confédération Paysanne) wird beim Citizen Summit einen Markt veranstalten, bei dem Erzeuger_innen ihre Produkte vorstellen und für die kleinbäuerliche Landwirtschaft werben.

 

7. bis 11. Dezember: Climate Action Zone (ZAC)

logoCoalitionClimat2Für eine Woche dient das Kulturzentrum „Espace 104“ (in der Nähe der Metro-Station Stalingrad) als Kommunikationszentrum in dem Aktionsvorbereitungen, Debatten und Performances stattfinden. Jeden Nachmittag wird es dort eine Vollversammlung geben, bei der der Stand der Verhandlungen und die Aktionsplanungen für den nächsten Tag vorgestellt werden.

 

11. Dezember: People. Power. Action.

FoEIFür Freitag den 11. Dezember ruft das internationale Netzwerk Friends of the Earth – und in Deutschland dessen Mitglied der BUND (Aufruf) – zu einer Demonstration mit dem Slogan „People. Power. Action.“ auf. Teilnehmer_innen der zentralen Abschlussdemo am 12.12. sind eingeladen bereits einen Tag vorher anzureisen. Die Demo richtet sich gegen das fossilistische Energiessystem und stellt die Auseinandersetzungen der weltweiten Klimagerechtigkeitsbewegung für eine wirkliche Energiewende dar. Das unternehmensgetriebene System soll symbolisch durch eine saubere und gerechte Energie-Zukunft „von unten“ ersetzt werden. Die Aktion beginn um 16 Uhr.

 

12. Dezember: Demonstration zum Ende der Klimaverhandlungen – Wir haben das letzte Wort!

le_dernier_motJedes Abkommen, das in Paris verabschiedet wird, wird unzureichend sein. Die Klimagerechtigkeitsbewegung wird es deshalb nicht unangefochten lassen. Dieses Jahr will die Bewegung sicherstellen, das letzte Wort zu haben. Nach dem offiziellen Ende der Verhandlungen wird sie die Straßen Paris‘ mit ihrer Entschlossenheit, ihrer Vielfalt und Kreativität in Beschlag nehmen, um zu widerstehen und um Alternativen zu schaffen. Um alles zu ändern braucht die Bewegung jeden. „We are the ones we have been waiting for.“ Bei der Demonstration wird es Themenblöcke geben – darunter ein „Don’t nuke the Climate„-Block.

 

12. Dezember: „Rote Linien“-Aktion

redlinesAm 12. Dezember – so die Planungen eines internationalen Netzwerks – werden Tausende an einer zentralen Aktion zivilen Ungehorsams teilnehmen. Außerhalb wie auch innerhalb des Klimagipfels wollen sie „roten Linien“ abstecken, die die internationale Politik hinsichtlich eines sozial-ökologisch gerechten Klimaschutzes nicht überschreiten darf. Grundlegend für die Aktion ist der Aktionskonsens, dass von allen denen, die an der Aktion teilnehmen keine Eskalation ausgeht und keine Menschen gefährdet werden. Ausführlichere Informationen zur Aktion bietet eine Broschüre.

Teilnehmer_innen werden von den Organisator_innen gebeten bereits am Freitag (11. Dezember) in Paris zu sein und an einem letzten Vorbereitungstreffen teilzunehmen (es wird verschiedene Informationsräume in der Climate Action Zone (ZAC) geben. Die Redlines-Aktion wird am 12. Dezember zu Sonnenaufgang (8.30 Uhr) beginnen – es sei denn die Konferenz endet tatsächlich bereits am Freitag. In diesem Fall beginnt die Aktion direkt nach den Vorbesprechungen am Freitag. „Whenever they cross the red lines we will stop them.“

 

Hintergrundinformationen:

 


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Aktion, Energie, Klima, Welt retten
21. Oktober 2015

UN-Klimagipfel in Paris – und wo steht die Bewegung? (Video)

Ende November diesen Jahres ist es wieder soweit: Zahlreiche Regierungsdelegationen treffen sich in Paris zur UN-Klimakonferenz – der 21. Konferenz seit Inkrafttreten der UN-Klimarahmenkonvention im Jahr 1995. Wie so oft zuvor, werden auch diese Verhandlungen im Vorfeld als der nötige Wendepunkt hin zu wirksamem Klimaschutz bezeichnet. Doch ist dieser Optimismus berechtigt? Am 8. Oktober diskutierten in Hamburg Aktive aus der Klimabewegung die Frage:

UN-Klimagipfel 2015: Klimaschutz oder Klimatheater?

Auf dem internationalen Parkett stehen scheinbar unauflösbare Interessenkonflikte der Notwendigkeit wirksamen Klimaschutzes gegenüber. Müssten klimapolitische Auseinandersetzungen nicht vielmehr in der nationalen Energiepolitik geführt werden oder an den Orten fossiler Industrie wie dem Kohlekraftwerk Moorburg oder den Braunkohletagebauen im Rheinland? Darf eine Bewegung, die auf globale Gerechtigkeit zielt, den Klimagipfel links liegen lassen? Spätestens mit dem Scheiterns des Klimagipfels 2009 in Kopenhagen hat sich auch im zivilgesellschaftlichen Feld umwelt- und entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und sozialer Bewegungen die Debatte deutlich verändert.

Über Sinn und Unsinn des Pariser Klimagipfels als Bezugspunkt für soziale Bewegungen und Nicht-Regierungs-Organisationen diskutierten auf Einladung von Hamburger Energietisch, Greenpeace und ROBIN WOOD:

Moderation:

  • Philip Bedall, Energiereferent bei ROBIN WOOD

Zum Weiterlesen – Artikel im ROBIN WOOD-Magazin 03/15:

  • The same procedure as every year?
    Nicht der internationale Klimagipfel, sondern die fossile Industrie steht dieses Jahr im besonderen Fokus der Klimabewegung – ein Überblick über geplante Aktivitäten
Blog, Energie, Klima
9. Oktober 2015

Rodungssaison am Tagebau Hambach – Der Forst bleibt widerständig!

71553Es wird wieder Herbst im Hambacher Forst, bei Köln. Während an anderen Orten die Natur mit Erntedank gefeiert wird, beginnt hier – vorangetrieben vom Energiekonzern RWE – die jährlliche „Rodungssaison“. Der Braunkohletagebau fordert seinen Tribut. Doch wie zuvor, formiert sich auch dieses Jahr Widerstand. Anti-Kohle-Aktivist_innen kündigen Proteste an – getreu dem Motto ihrer Kampagne „Um jeden Meter kämpfen!“

Einst erstreckte sich der Hambacher Forst – einer der naturwüchsigsten Wälder Mitteleuropas – über stolze 5.500 Hecktar. Damit war der Forst der größte Wald in der Region zwischen Köln und den Niederlanden. Heute sind davon weniger als 1.000 Hektar geblieben. Ohne Unterlass frisst sich der Tagebau Hambach, ein Loch von nahezu 500 Metern Tiefe, Tag für Tag und Stunde für Stunde voran. Nur 300 Hektar des Waldes sollen – so der Wille RWEs – nach dem Ende des Braunkohletagebaus bleiben. Auch in Zeiten einer möglichen Wende hin zu Erneuerbaren Energien wird die 12.000 Jahre alte Waldgeschichte des Hambacher Forsts weiterhin der Kohle geopfert.

Seit Beginn der Rodungen im Jahr 1978 war die Vernichtung des Waldes umstritten. Mit der Besetzung des Hambacher Forsts am 14. April 2012 erreichte der Protest eine neue Qualität. Mit direkter Aktion stellten sich Aktivist_innen der Anti-Kohle-Bewegung so der ungebremsten Zerstörung des Ökosystems entgegen. Trotz wiederholter Räumungen durch die Polizei besteht die Besetzung bis heute weiter. Ergänzung findet sie durch ein Protestcamp auf einer anliegenden Wiese, deren Besitzer sich sich mit den Protesten solidarisierte. Etwa 20 Menschen leben im Wald und auf der Wiese in Wohnwägen, Lehm- und Holzhütten.

Rodung_Hambacher Forst_hambacherforst-blogsport-de baum_bagger_hambacherforst-blogsport-de Rodung Hambacher Forst_Antje Grothus

RWE rodet von Oktober bis Februar. Wie jedes Jahr wird so ein 200 bis 400 Meter breiter Streifen des Waldes gefällt, um den gigantischen Kohlebaggern den Weg frei zu machen. Die Aktivist_innen des Forsts rufen deshalb zu vielfältigen Protesten auf. Mit direkten Aktionen wollen sie dem Treiben Einhalt gebieten. Vom 9. bis zum 18. Oktober laden sie zu einem sog. „Skillsharing Camp“, einer „Party auf der Kohlebahn!“ (17. Oktober) und einem Waldspaziergang (18. Oktober).

Auch der noch erhaltene Teil des Hambacher Forsts ist ein einzigartiges Ökosystem. Hier finden sich Stieleichen und Rotbuchen, die über 200 Jahre alt sind. Der Hambacher Forst ist eine der größten Eichen-Hainbuchenwaldflächen der Bundesrepublik. Er bietet zahlreichen Zugvögeln jedes Jahr einen Zwischenstopp. Bewohnt wird er von Waldkäuzen, Fledermäusen und Haselmäusen sowie zwei Kolonien der vom Aussterben bedrohten Bechsteinfledermaus. Insgesamt finden sich im Forst 142 geschützte Arten.

All dem droht der Braunkohleabbau den Garaus zu machen. Der Tagebau Hambach ist dabei nur einer von gegenwärtig zwölf aktiven Braunkohle-Tagebauen in Deutschland. In ihnen werden rund 20  Prozent der weltweit geförderten Braunkohle abgebaut (185,43 Mio. Tonnen im Jahr 2012). Der Braunkohletagebau ist mit immensen Materialbewegungen verbunden. Im Durchschnitt werden beim Abbau für einen Teil Kohle 5 Teile Abraum bewegt. Neben der Zerstörung von Ökosystemen, wie dem Hambacher Forst, bewirken die Kohletagebaue eine Vielzahl von ökologischen, gesundheitlichen, kulturellen und finanziellen Folgeschäden.

Ca. 300 Ortschaften mussten in Deutschland bereits der Kohle weichen und 110.000 Menschen wurden so vertrieben. Auch wenn Dörfer an anderer Stelle am Reißbrett neu entstehen, können soziale Strukturen nicht vollständig erhalten werden. Und auch die sog. „Rekultivierung“ von Tagebauen verschleiert die mit Tagebauen verbundene unwiderbringliche Zerstörung einzigartiger Landschaften und Ökosysteme. Auf rekultivierten Kunstböden ist Landwirtschaft nur eingeschränkt möglich. Die ursprüngliche, oft einzigartige Bodenfruchtbarkeit  – wie die der 12.000 Jahre alten Parabraunerden der Niederrheinischen Bucht  – wird nie wieder erreicht werden.

Aktion, Klima, Rhein-Main, Verkehr, Wald
27. August 2015

Jetzt geht´s los – Camp gegen Flughafenausbau in Rhein-Main an diesem Wochenende

Zum zweiten Mal lädt die Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD an diesem Wochenende zum Sommercamp gegen den Bau von Terminal 3 am Frankfurter Flughafen in den Treburer Oberwald ein. Zurzeit bauen Umweltschützer_innen ihr Camp in dem vom Kahlschlag bedrohten Waldstück südlich von Zeppelinheim auf. Am Abend versammeln sich die Delegierten des Bündnisses der Bürgerinitiativen „Kein Flughafenausbau – Für ein Nachtflugverbot“ vor Ort im Camp.

Aktion beim Kieswerk Sehring am Langener Waldsee 28.8.2015

Aktion beim Kieswerk Sehring am Langener Waldsee 28.8.2015

Zeppelinheim stand vor genau achtzig Jahren am Anfang der Rodung von inzwischen mehr als 2000 Hektar Wald für den Rhein-Main-Flughafen. Sechs Hektar Mischwald mehr sollen dort, wo das Camp ist, für den Bau eines eigenen Autobahnanschlusses und die Baustellenzufahrt zum dritten Terminal fallen. Weitere 60 Hektar Wald frisst das Projekt durch Kiesabbau der Firma Sehring am Langener Waldsee. Den „ersten Spatenstich“ für Terminal 3 hat Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Flughafenbetreibergesellschaft Fraport, für den Spätherbst angekündigt.

Umwelt- und Entwicklungsverbände, darunter ROBIN WOOD, haben Anfang August in einem alternativen Luftverkehrskonzept nachgewiesen, dass es deutschlandweit keinen Bedarf für noch mehr Flughafenkapazitäten gibt. Obwohl nur von einem Bruchteil der Weltbevölkerung genutzt, trägt der Flugverkehr mindestens fünf Prozent zur globalen Erwärmung bei. „Der Schutz des Waldes ist der wirksamste Weg, Kohlendioxid zu binden. Flugverkehr ist die am schnellsten wachsende Quelle von Treibhausgasemissionen. Wir sind hier, um den doppelten Klimaschaden durch das T3-Projekt aufzuzeigen“, sagt Monika Lege, Verkehrsreferentin von ROBIN WOOD.

Am Freitag, 28. August 2015, findet um 11 Uhr ein Pressegespräch im Camp statt. Am Samstag, 29. August, stehen eine botanische Führung (10 Uhr), Schnupperklettern (ab 12 Uhr), Workshops zu Atomtransporten (14 Uhr), Lärm- und Grundwasserbelastung (17 Uhr) sowie ein Konzert des Liedermachers Siggie Liersch (20 Uhr) auf dem Programm. Am Sonntag, 30. August, erwartet Besucher_innen ab 11 Uhr ein Streifzug durch die Geschichte des Widerstandes gegen den Flughafenausbau – und natürlich der traditionelle Kuchenstand der Bürgerinitiativen (14 Uhr).

Eine Karte mit dem Weg zum Camp ist hier. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es am besten vom S-Bahnhof Zeppelinheim zu erreichen, ab da 1,6 km mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

ROBIN WOOD vor Ort: Tel. 0176-94 92 09 56.

Energie, Klima
16. August 2015

Zahlen und Fakten über Kohle

Jetzt bestellen oder als PDF-Download beziehen:
Neu erschienene Hintergrundpapiere bieten umfangreiches Wissen über den Status Quo der Kohlekraft in der Bundesrepublik

Den wenigsten ist bekannt: Auch im Jahr 2014 lag der Anteil der Kohle am Strommix der Bundesrepublik noch bei 43,6 Prozent – und das, obwohl eine vollständige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien laut Fachexpertisen realisierbar ist. Der Großteil der verfeuerten Kohle ist Braunkohle (57 Prozent) – der mit Abstand klimaschädlichste Energieträger.

 Kohle_und_Klimawandel
  • Hintergrundpapier »Kohle und Klimawandel« (PDF)
    Das Papier gibt einen Überblick über den Zusammenhang von Kohleverstromung und Klimawandel und geht dabei auf Fragen ein wie:
    Welchen Klima-Zielen hat sich die Bundesregierung verschrieben? Wie hat sich in der Bundesrepublik die Kohleverstromung seit 1990 entwickelt, was ist ihr Status Quo und wie steht es um ihre Zukunft?

Gefördert wird Braunkohle in Tagebauen, mit erheblichen Folgen für Gesellschaft und Natur. Die Tagebaue zerstören Natur- und Kulturlandschaften und bewirken eine Vielzahl weiträumiger und oft irreversibler Folgeschäden für Natur, Gesellschaft und Klima. In der Bundesrepublik ist die Menge der Braunkohleförderung seit den 1990ern nahezu unverändert groß. 12 Braunkohle-Tagebaue sind aktuell aktiv. In ihnen werden rund 20 Prozent der weltweit geförderten Braunkohle abgebaut. 2014 waren dies 178.178.000 Tonnen.

 Kohle_und_Tagebaue
  • Hintergrundpapier »Kohle und Tagebaue« (PDF)
    Das Hintergrundpapier liefert Antworten auf Fragen wie:
    Wie ist die Braunkohle entstanden? Wo wird sie in der Bundesrepublik gefördert und von wem? Welche Folgen haben Braunkohletagebaue für Gesellschaft und Natur? Wie steht es um den Rechtsschutz und diee Entschädigung von der von Umsiedlung Betroffenen? Und: Welche Zukunftsperspektiven gibt es für die Tagebauregionen?

Im Falle eines Kohleausstiegs drohen in der Bundesrepublik regelmäßig die Lichter auszugehen, so die von der Kohlelobby verbreitete Legende. Doch für das Energiesystem ist Braunkohle zunehmend nicht mehr systemrelevant. Der wachsende Anteil an erneuerbaren Energien macht die alten Grundlastkraftwerke mehr und mehr überflüssig, denn sie sind extrem unflexibel. Notwendig sind schnellstartende und flexibel regelbare Energiequellen – beispielsweise Gaskraftwerke. In einem auf erneuerbare Energien setzenden Energiesystem kann Versorgungssicherheit nur dann gewährleistet werden, wenn der Anteil an konventionellen, unflexiblen Kraftwerken gesenkt wird.

 Kohle_und_Versorgungssicherheit
  • Hintergrundpapier »Kohle und Versorgungssicherheit« (PDF)
    Das Hintergrundpapier „Kohle und Versorgungssicherheit“ gibt Antworten auf Fragen wie:
    Warum war Kohle in der Vergangenheit ein essentieller Bestandteil des Energiesystems und warum sind Kohlekraftwerke unvereinbar mit einem Energiesystem, dass auf einen zunehmenden Anteil an erneuerbaren Energien setzt? Warum ist die Versorgungssicherheit keineswegs bedroht, wenn auf Kohlekraft verzichtet wird?

Die Verstromung der Kohle wird im Wesentlichen von einer Hand voll Unternehmen vorangetrieben: von EnBW, E.ON, RWE, der STEAG und – bis zum angekündigten Verkauf der Kohlesparte – von Vattenfall. Trotz der erheblichen Folgen der Kohleverstromung für Gesellschaft und Natur halten die Konzerne an der Kohleverstromung fest.

 Kohle_und_Energieversorger
  • Hintergrundpapier »Kohle und die großen Energieversorger« (PDF)
    Das Hintergrundpapier liefert Antworten auf Fragen wie:
    Welche Rolle spielen die Konzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall bei der Kohleverstromung in der Bundesrepublik? Welche Anteile nehmen Kohlekraftwerke in ihrem Kraftwerkspark bzw. bei ihrer Stromerzeugung ein? Wem gehören eigentlich die Konzerne? Und: Wie steht es bei den Konzernen um einen Wandel hin zu erneuerbaren Energien?
Bezug der Hintergrundpapiere von Robin Wood in Kooperation mit PowerShift und Rosa-Luxemburg-Stiftung:

Klima statt Kohle! Mach mit!