Energie, Floßtour, Klima, Verkehr
7. August 2010

Floßlogbuch Teil 3 Mannheim – Mainz

Das Floß hat nun beinahe die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht und irgendwie verwechselten wir wohl Heidelberg und Mannheim, weil das Floß in Heidelberg lag und es eine Aktion gegen das Kohlekraftwerk in Mannheim gab. Nun ja, vielleicht wollten wir ja auch nur unseren taktischen Gegner verwirren.
Und so treibt das Floß weiter… nun noch über den Neckar und dann ab Mannheim den Rhein hinab, der die meistbefahrene Schifffahrtsstraße in Europa ist und deshalb auch nicht ganz ungefährlich.

Heidelberg – Mannheim 04.08.

Nach einem schnellen Frühstück brechen wir schon um neun Uhr morgens auf, da wir gut 20 km Fahrt und zwei Schleusen vor uns haben. Nach der Kranbesetzung am Dienstag in Mannheim ist die WaSchPo offensichtlich recht nervös und begleitet uns. An der Feudenheimer Schleuse haben sie wohl Sorge, dass sie nicht mitkommen und wollen bei Rotlicht noch vor uns und einem Schubverband in die Schleuse einfahren. Dafür handeln sie sich einen Anpfiff des Schleusenwärters ein: “Ja macht nur mit eurer Nußschale, wenn der Schuber nicht bremsen kann, seid ihr platt wie ne Flunder!”. (weiterlesen …)

Klima, Verkehr
20. April 2010

Der Vulkan, die Ruhe und das Klima

Der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull zeigt unerwartet positive Effekte. So werden täglich knapp 200.000 Tonnen Kohlendioxid durch die Flugverbote eingespart.

Schade, dass solche Einsparungen immer erst durch Überraschungen von außen möglich sind und nicht der Flugverkehr koordiniert zurückgefahren wird.

Auch bei der Mahnwache in Kelsterbach gegen die Landebahn Nord-West, für die tausende Bäume gefällt wurden, stellen sich positive Effekte ein. Der Fluglärm sei dort, besonders Nachts deutlich zurückgegangen, berichten Aktive von ROBIN WOOD.

Weiter Informationen zum Flugverkehr gibt es hier.

Klima
18. März 2010

Proteste und Aktionen zur Bonner Klimakonferenz 2010

Vom 31. Mai bis zum 11. Juni findet in Bonn die nächste UN-Klimakonferenz nach Kopenhagen statt.

Der Klimagipfel in Kopenhagen ist gescheitert. Statt einem verbindlichen,
ausreichenden und fairen Abkommen haben die politischen Repräsentanten eine unverbindliche Erklärung abgegeben.

Gegen die regierungspolitische Tatenlosigkeit hat sich ein Bündnis mit dem Namen “Klimawelle” zusammengeschlossen.  Dies ist ein Zusammenschluss von regionalen und überregionalen Gruppen und Einzelpersonen. Die Erwartungen der EU-Kommission an den in Bonn vorbereiteten Gipfel in Cancun sind gering.

Zu der UN Klimakonferenz  in Bonn wird es bunte und kreative Proteste geben und es werden dezentrale Aktionen zu verschiedenen Aspekten des Klimawandels auf die Straße gebracht. Ebenfalls wird ein Camp mit Klimaforum organisiert!

Wie viele andere Organisationen werden auch wir von ROBIN WOOD im Umfeld der Vorbereitungskonferenz zum nächsten COP aktiv werden. Wir wollen die Konferenz aber lediglich zum Anlass nehmen, dezentrale Aktionen in der ganzen Republik auf die Straße zu bringen. Sich selbst lediglich an der Konferenz abzuarbeiten ist uns zu wenig und in den Medien wird sicher wieder nur ein Gemurmel von “Mehr Klimaschutz” wahrzunehmen sein.

Die COP-Vorbereitungs-Konferenz, in der die Lobbyverbände der Industrie wieder arbeiten werden, wirksamen Klimaschutz zu verhindern können wir aber eben auch nicht einfach geschehen lassen.

Wir bleiben bei einer unserer konkreten und leicht umzusetzenden Forderung, internationale Treibstoffe für Flugzeuge und Schiffe, so genannte Bunker-Fuels zu besteuern und davon wirksamen Klimaschutz im globalen Süden zu finanzieren. Das reicht natürlich nicht aus, aber Klimaschutz setzt sich eben aus vielen kleinen Mosaiksteinen zusammen.

Bisher stehen folgende der Proteste in Bonn Termine fest:

Samstag, 5. Juni: zentrale Demonstration

Samstag, 30. Mai: dezentraler Aktionstag

in der Woche vom 31. Mai — 6. Juni:  direkte Aktionen

3. und 4. Juni:  Klimaforum mit Vorträgen und Workshops

29. Mai – 6. Juni: Durchführung eines Klimacamps für Übernachtungen, Workshops, Kultur und Aktionsplanung

Energie, Klima
4. März 2010

Plangenehmigung für Bau der Vattenfall-Trasse war rechtswidrig

Die Begründung des Oberverwaltungsgerichts, warum Vattenfall vorerst nicht, wie geplant, in Hamburg seine Fernwärmetrasse bauen darf, ist jetzt öffentlich – und ein Schuss vor den Bug der grün geführten Umweltbehörde und von Vattenfall.

Demnach hätte die Umweltbehörde ein Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung machen müssen. Umweltsenatorin Anja Hajduk hatte stattdessen aber versucht, die Sache auf die Schnelle in einem vereinfachten Planverfahren ohne Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuziehen, und das – zuletzt in einer Aktuellen Stunde in der Bürgerschaft zu dem Thema – auch noch so dargestellt, als wäre dies aus juristischen Gründen der einzig mögliche Weg. Damit ist sie jetzt richtig auf die Nase gefallen.

Das Gericht stellte auch klar, dass es unrealistisch sei, dass die Fernwärmeleitung zur Heizperiode 2012/13 betriebsbereit wäre.

Hier die heutige Stellungnahme von BUND Hamburg und ROBIN WOOD dazu:

http://www.robinwood.de/Newsdetails.13+M51b3529387b.0.html

Und die Pressemitteilung des OVG:
http://justiz.hamburg.de/presseerklaerungen/2134970/pressemeldung-2010-03-03-ovg01.html

Und hier findet sich der OVG-Beschluss samt Begründung:

http://justiz.hamburg.de/contentblob/2134812/data/5bs24-10.pdf

Energie, Klima
29. Januar 2010

Radiokampagne für eine klimagerechte Gesellschaft

Die Politik hat in Kopenhagen auf dem Klimagipfel versagt und auch die Vorreiterrolle Deutschlands beim Klimaschutz ist ein Mythos. Es ist also Zeit für eine Klimabewegung von unten. Bei den Protesten in Kopenhagen wurde die Saat für eine globale Klimabewegung gesät, nun ist es an der Zeit vieles auch konkret umzusetzen.

ROBIN WOOD protestiert zum Beispiel gegen das Klimakillerkraftwerk in Moorburg durch eine Baumbesetzung und die freien Radios haben sich zusammengetan und eine Kampagne gestartet. Dynamo Effect – Die Radiokampagne für eine klimagerechte Gesellschaft ist eine Kombination aus Sendungen, Podcasts, Zeitung, Fact Sheet und Event.

In der 30-teilige Radiosendereihe zu Fragen der Verwendung und Verschwendung von Energie werden Probleme diskutiert und konkrete Lösungen vorgestellt – eigentlich bräuchte die Welt mehr davon.

Energie, Klima, Verkehr
19. Dezember 2009

Alles für die Weltrettung

In Kopenhagen haben unsere Politiker alles getan, um die Welt vor dem Klimawandel zu bewahren. Selbst nach ihren eigenen Ansprüchen haben sie es nicht geschafft.

China will Wirtschaftswachstum, in den USA blockieren die Kohlelobbyisten wirksame Klimaschutzmaßnahmen. Aber warum immer auf die anderen schauen?

40% Reduktionen der Treibhausgasemissionen bis 2020 wären notwendig, um das 2 Grad-Ziel zu erreichen, bevor sich selbst verstärkende Klimaveränderungen eintreten. Angeboten hat die EU 20% und 30%, wenn die anderen auch stärkere Verpflichtungen eingehen.

Das würde also schon mal nicht reichen. Bei uns werden mehr als 20 neue Kohlekraftwerke geplant oder gebaut, neue Braunkohle-Tagebaue sollen aufgeschlossen werden und im Rahmen des Konjunkturpakets wurden Milliarden für Klimaschädliche Infrastruktur und Produkte (Autobahnen, Straßen, Opel) ausgegeben.

Dass die Verhandlungen in Kopenhagen scheitern werden, selbst vor dem geringen Anspruch der Politiker, haben viele geahnt. Es ist also nicht der Zeitpunkt, diesem Versagen nachzutrauern.

Das Scheitern ermöglicht auch einen neuen politischen Spielraum für eine globale Klimabewegung von unten. Dafür müssen wir handeln – nicht hätte, haben, können und noch Ideen, was alle anderen Menschen und Staaten tun könnten.

Einige Tipps, hatten wir ja schon in einem Flyer zusammengefasst, wie ohne Verlust von Lebensqualität von Lebensqualität jeder und jede etwas für das Klima tun kann. Aber! das ist nicht genug und es wäre falsch, diese kollektive Aufgabe immer nur auf Individuen abzuwälzen. Ja, jeder und jede kann etwas tun, aber es ist auch an der Zeit, kollektiv etwas zu ändern.

Vier große gewinnorientierte Energiekonzerne helfen uns da wenig. Und so haben Aktive von ROBIN WOOD und Anwohner_innen Bäume im Gählerpark in Hamburg besetzt, um gegen das Kohlekraftwerk Moorburg zu protestieren.

Ich schicke meiner Familie heute noch einmal die dringende Aufforderung, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.

Und dann arbeite ich in und an der neuen globalen Klimabewegung, die eines ihrer Erweckungserlebnisse unter den Polizeiknüppeln vor dem Verhandlungsgebäude hatte, in dem die Politiker die Welt retteten – äh, retten wollten.

Aktion, Klima
5. Dezember 2009

Keine Zeit zu verschenken — Klimaschutz jetzt!

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ROBIN WOOD-Aktive haben am heute in der Bielefelder Innenstadt für eine konsequente und gerechte Klimapolitik demonstriert. Sie erkletterten gegen 12 Uhr den zehn Meter hohen Uhrturm auf dem zentral gelegenen Jahnplatz und entrollten dort ein Banner mit der Aufschrift „Umdenken statt Zeit verschenken – Klimaschutz jetzt“. ROBIN WOOD unterstützt mit der Kletteraktion den von vielen verschiedenen Bielefelder Initiativen gemeinsam organisierten Klima-Aktionstag. Zeitgleich mit der Kletteraktion fand unter dem Titel „Die blaue Welle – Klimawandel stoppen – Jetzt!“ ein Flashmob vor dem Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Bielefeld statt.