Aktion, Tropenwald
11. Mai 2010

Erneut Protest gegen Palmöl aus Raubbau bei Unilever

ROBIN WOOD-Protest bei der Unilever-Hauptversammlung in Rotterdam (Foto: ROBIN WOOD/Christian Grodotzki)

Der weltweit größte Verbraucher von Palmöl, UNILEVER, hat heute Besuch von ROBIN WOOD-Aktivist_innen bekommen. ROBIN WOOD fordert, dass Unilever auf Palmöl aus Raubbau verzichtet. Der Konzern soll insbesondere seine Lieferanten darauf verpflichten, keine neuen Palmöl-Plantagen mehr anzulegen. Protestiert wurde bei der Hauptversammlung des Konzerns in Rotterdam und auch vor der Deutschland-Zentrale in Hamburg. Zum Protest in der Hamburger Hafen-City gibt es ein YouTube-Video .

Aktion, Energie, Klima
18. April 2010

Pinocchio für Vattenfall-Lesetage

“Lesetage – eine gute Idee – ohne Vattenfall” stand auf dem Transparent, mit dem Aktive die Eröffnungsveranstaltung der Lesetage in Hamburg bereicherten. Gleichzeitig überreichten sie für die vielen Lügen von Vattenfall einen Pinocchio aus Gemüse. Dieser wurde von der Pressesprecherin von Vattenfall entgegengenommen.

Vattenfall-Eröffnungsveranstaltung

Vattenfall-Lesetage-Eröffnungsveranstaltung

Corporate Citizenship, also Bürgerschaft von Firmen, nennt es sich, wenn Konzerne gar nicht mehr für ihre Produkte oder ihr Unternehmen werben, sondern sich als Teil der Gemeinschaft präsentieren. Der profitorientierte Vattefall-Konzern möchte also einfach und selbstverständlich dazugehören. Die Bürgerinitiative “Moorburgtrasse stoppen” meinte, dass das so nicht geht und bereicherte die Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag und viele weitere Lesungen der Lesetage.

Nicht die Lesetage selbst seien problematisch, aber eben das Sponsoring des Klimakillers Vattenfall, der in Hamburg gerade ein neues Kohlekraftwerk errichtet. Auch in der Hamburger Innenstadt wurden Flugblätter verteilt. Auf diesen wurde auch über die Braunkohletagebaue von Vattenfall berichtet, die Dörfer vernichten und ganze Landschaften verwüsten.

Weitere Informationen gibt es unter www.moorburgtrasse-stoppen.de.

Tschüß Vattenfall.

Aktion, Energie, Klima
15. März 2010

Feier und Abschied im Gählerpark

Am Samstag feierten wir gemeinsam mit der BI “Moorburgtrasse-stoppen” und hunderten Anwohner_innen unseren Teilerfolg gegen die Moorburgtrasse und das Kohlekraftwerk in Hamburg.

Mit Schnupperklettern, Lagerfeuer, Musik und vegetarischem Essen der VoKü verbrachten wir einen regnerischen und dennoch schönen Nachmittag im Gählerpark.

Die Plattformen, auf denen die Baumbesetzer_innen monatelang lebten, wurden von 10m Höhe auf einen Meter herabgelassen, so dass alle einen Einblick in unsere zwei Quadratmeter Privatsphäre bekommen konnten.

Am Abend spielten verschiedene Bands und Künstler auf der Bühne, begleitet von Redebeiträgen einiger Beteiligten.

Die Freude war groß, können wir doch nun unseren Protest auf den Bäumen im Park aussetzen und diesen auf andere Ebenen verlagern. Die Wochen und Monate der Kälte und Entbehrungen haben sich also gelohnt und auch etwas Wehmut lag in der Luft, haben wir doch den Ort und die Menschen lieb gewonnen, die uns hier so unterstützten.

Heute, am Sonntag, haben wir begonnen, unsere Baumbesetzung abzubauen. Hunderte Meter Seil, verschiedene Transparente und die letzte Plattform mussten wieder auf den Boden gebracht werden. Unser Transparent “Trassenstopp heißt Moorburgstopp” wird bleiben.

Auch die AnwohnerInnen Jürgen, Kay und Olivia haben angefangen, ihre Sachen zu packen, ihre Bäume langsam zu räumen (das klingt für die meisten Baumbesetzer_innen von uns irgendwie merkwürdig).

Die Frage ist nun, was als Zeichen des Widerstandes hier vor Ort bleiben soll. Das Widerstands-X, ein großer Baumstumpf, weitere Transparente?

An der Stelle der Feuertonne, die 105 Tage eine Anlaufstelle für Interessierte und Unterstützer_innen war, soll ein öffentlicher Grillplatz entstehen. Und auch dies ist ein Effekt der Baumbesetzung: Es ist klar, dass es mehr Mitbestimmung für die AnwohnerInnen in den Parks des Grünzuges Altona geben wird.

Auch auf anderer Ebene gibt es Bewegung: Vattenfall und der Senat verhandeln scheinbar gerade über die zukünftige Wärmepolitik. Dezentrale erneuerbare Kraftwerke stehen gegen ein einziges Großkraftwerk zur Debatte.

Wir haben also für Bewegung gesorgt, für Mehr Recht auf Stadt, für weniger Klimachaos – gemeinsam mit den Leuten der BI und allen anderen, die uns hier unterstützten und die wir mit unserer Aktionsform unterstützen konnten. An all diese noch ein paar Worte:

“Das war toll, vielen Dank, dass es Euch gibt! Tschüss Vattenfall!”

UPDATE:

Auch wenn die Bildzeitung scheinbar anderes behauptet, unsere Baumbesetzung ist abgeräumt und Jürgen und Olivia bauen weiter ab. Unser Transparent hat sich heute nacht leider vertüddelt (Bildmitte) und so wird es erst nachher wieder “ordentlich” aufgehangen.

Der Park nach der Baumbesetzung, das Transparent wird demnächst wieder "ordentlich" aufgehangen. Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Energie, Klima
5. März 2010

“Die Verbindung von Hamburg und Vattenfall stand nie unter einem guten Stern”

Die öffentliche Kritik am Konzern Vattenfall wird schärfer. Das zum Springer-Konzern gehörende Hamburger Abendblatt veröffentlichte diese Woche einen Artikel mit der Überschrift „Die gescheiterte Privatisierung eines Stromversorgers“. Seit dem Verkauf der HEW nach Schweden, so der Tenor des Artikels, gab es nur Ärger und Verdruss. Zu den schwerwiegenden Fehlern zählen insbesondere Pannen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel sowie der Bau des Kohlekraftwerks Moorburg.
„Die Verbindung von Hamburg und Vattenfall stand nie unter einem guten Stern“, schreibt Autor Olaf Preuss. Und er zitiert Bürgermeister Ole von Beust mit seinem negativen Fazit des Verkaufs der HEW an Vattenfall: „Im Nachhinein und mit dem heutigen Wissen war es ein Fehler. Heute würde ich die HEW nicht mehr verkaufen.“

Vattenfall dagegen versucht immer krampfhafter, sich in der Öffentlichkeit als „Partner der Stadt“ zu verkaufen und mit Vattenfall-Lesetagen und den Vattenfall-Cyclassics vom eigenen Missmanagement abzulenken. So richtig überzeugend wirkt das nicht. Gleichzeitig war es noch nie so einfach, Vattenfall den Stecker zu ziehen. Gut so! Wer noch nicht zu einem Ökostromanbieter gewechselt ist, tut’s am besten gleich. Aktuelle Infos zu empfehlenswerten Ökostromanbietern und einen praktischen Stromtarifrechner gibt’s in unserem Stromwechselbereich.

Aktion, Energie, Klima
25. Februar 2010

Gute Aussichten – Nachrichten aus dem Gählerpark

Erst heute kommen wir, die Baumbesetzer_innen von ROBIN WOOD im Hamburger Gählerpark, dazu, etwas zu schreiben. Gestern haben wir noch ein wenig mit der Bürgerinitiative und dem BUND gefeiert, waren aber alle auch müde, nachdem die Anspannung abfiel.
Noch gestern hatten wir ja damit gerechnet, dass Polizei und Angestellte von Vattenfall mit Kettensäge um die Ecke springen, um die Bäume hier zu fällen. Wir waren ruhig, aber angespannt – nun konnten wir lang ausgeschlafen und nett frühstücken.
NDR und RTL waren dann noch hier und brachten uns auf den politischen Boden der Tatsachen zurück. Auch Mitglieder der BI kamen vorbei und wir schmiedeten einige Pläne. Doch nun einige Worte zur politischen Situation, die Grund zur Freude bietet, aber diese ist noch mit einigen Vorbehalten behaftet:

1. Das Gericht hat in einem Eilverfahren den Bau der Fernwärmetrasse von Vattenfall gestoppt.
2. Die Chancen, auch im Hauptsacheverfahren zu gewinnen, sind durch die OVG-Entscheidung erheblich gestiegen.
3. Wir kennen die Urteilsbegründung des OVGs noch nicht. Was genau das Gericht entschieden hat, wissen wir voraussichtlich erst Mitte nächster Woche.
4. Wir bleiben noch hier vor Ort, bis wir Genaueres wissen, freuen uns also weiter über Besuch.
5. Vattenfall hat es schwerer, das Kohlekraftwerk Moorburg in Betrieb zu nehmen.
6. In dem Rechtsstreit ging es darum, ob Naturschutzverbände bei Vorhaben wie dem Trassenbau im Planverfahren beteiligt werden müssen und klageberechtigt sind. Dies ist insofern wichtig, als dass Interessen von Anwohner_innen oft nur über Umweltklagen und -beteiligungsverfahren gewahrt werden können.
7. Diese Entscheidung macht Mut, wir haben die Baumfällungen hier aufgehalten.
8. Das Signal an eine Klimabewegung von unten, nach dem Versagen der Politik in Kopenhagen, lautet: Widerstand lohnt sich!

Und weil es so schön ist, hier ein Link zu einem Vattenfall-Mitarbeitenden-Motivationsvideo. Uns stellt sich die Frage: Würden sie diesen Menschen ein Atomkraftwerk anvertrauen?

Aktion, Energie
22. Februar 2010

Protest-Aktion auf der Alster gegen Vattenfall-Trasse in Hamburg

AktivistInnen der Initiative „Moorburgtrasse-stoppen“ und AnwohnerInnen enterten heute Mittag (22.2.2010) per Schlauchboot einen Ponton auf der Hamburger Binnenalster und hissten ein Transparent mit der Aufschrift: „Moorburgtrasse – stoppen. de“.
Der Protest richtet sich gegen den Bau einer Fernwärmetrasse für das neue extrem klimaschädliche Kohlekraftwerk Moorburg.

Das Hamburger Oberverwaltungsgericht wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch über eine Beschwerde des BUND gegen die Genehmigung für die Trasse entscheiden. Sollte das Urteil des Verwaltungsgerichts bestätigt werden, hätte Vattenfall freie Bahn, in Altona über 300 Bäume zu fällen. Die vereinfachte Genehmigung dafür gab es von der „grün“ geführten Umweltbehörde.

Der Beginn der Baumfällungen oder die Räumung der von AnwohnerInnen und ROBIN WOOD-AktivistInnen besetzten Bäume im Gählerpark wäre dann auch der Startschuss für TAG X. Bereits 1.500 Menschen stehen auf der SMS-Alarmkette.
Sie/Du auch? Zum Eintragen einfach eine SMS “go trasse” an 84343 senden.

Aktion, Energie, Klima
27. Januar 2010

Luftbeobachtung der Baumbesetzung in Hamburg

Hubschraubereinsatz statt Klimaschutz ?

Gestern (Dienstag) hieß es in den Medien, der Vattenfall-Konzern würde zunächst keine Räumung der Baumbesetzung im Hamburger Gählerpark veranlassen und wolle die Ergebnisse einer Beschwerde vom BUND vorm Oberverwaltungsgericht abwarten.

Diese Äußerung steht jedoch im Gegensatz zu den Beobachtungen der BaumbesetzerInnen vor Ort: in der letzten Nacht sowie am heutigen Mittwoch wurden die AktivistInnen durch BeamtInnen von einem Polizeihubschrauber aus – zum ersten mal seit Beginn der Besetzung – beobachtet und gefilmt.

„In Hamburg gibt’s scheinbar reichlich Geld für umweltverschmutzende Hubschraubereinsätze aber keines für Umweltschutz“, spottet eine der Baumbesetzinnen.

Aktion, Energie, Welt retten
26. Januar 2010

St. Pauli und weitere Informationen

Beim letzten Heimspiel des FC St.Pauli (23.1., gegen Aachen, 1:0) haben Fans mit einem großen Banner gegen die Fernwärme-Trasse durch Altona und das Klimakiller-Kraftwerk Moorburg protestiert. Im Stadion entrollten sie das Banner mit dem Schriftzug www.moorburgtrasse-stoppen.de und riefen zu einer Demonstration am TAG X um 18 Uhr am Holstenbahnhof auf.

St. Pauli gegen die Moorburgtrasse

St. Pauli gegen die Moorburgtrasse

Laufende Informationen und weitere Hintergründe zur Moorburgtrasse sind nun auf der Internetseite von ROBIN WOOD auch  hier zu finden.

Aktion
21. Januar 2010

Naturschutzrat Hamburg ist entsetzt über das Vorgehen der Umweltbehörde in Sachen Moorburgtrasse

In Hamburg rumort es kräftig. Jetzt hat der Naturschutzrat in einer Stellungnahme sein “Entsetzen” zum Ausdruck gebracht, wie die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) im Falle der Moorburgtrasse sich gegen die Interessen des Umwelt- und Naturschutzes in Hamburg stellt.

Hamburg, die kommende Umwelthauptstadt Europas, lasse mit leichter Hand alten Baumbestand vernichten, nur damit ein in der Hansestadt ansässiges großes Unternehmen die billigere Variante einer Fernwärmetrasse realisieren könne.

“Der Naturschutzrat hat die Aufgabe, die BSU zu beraten. Im vorliegenden Falle rät er dem Amt für Immissionsschutz und Betriebe, die Genehmigung zum Fällen der Bäume im Grünzug Altona zurück zu nehmen. Täte es dieses nicht, wäre es wirklich schlecht beraten”, schreibt Reinmar Grimm, Vorsitzender des Naturschutzrates.

Aktion, Energie, Welt retten
15. Januar 2010

Widerstand nach zurückgewiesener Klage

Die Klage des BUND gegen die Moorburgtrasse in Hamburg wurde abgewiesen. Das Gericht nahm die Klage nicht zur Entscheidung an, da weniger als 10ha Wald gerodet würden und so der BUND keinerlei Klagebefugnisse hätte.
Die Abweisung der Klage ist purer Hohn, klagte der BUND doch gerade dagegen, dass eine kilometerlange Trasse durch Hamburg gebaut wird und knapp 400 Bäume gefällt werden, ohne dass Bürger oder Umweltverbände an der Entscheidung beteiligt waren.
Die Bäume im Gählerpark bleiben von AnwohnerInnen und Aktiven von ROBIN WOOD weiter besetzt – die Baumbesetzer fühlen sich in ihrer Aktionsform bestätigt.
Der BUND prüft eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht.

UPDATE: Am selben Abend lud Vattenfall zu einer Infoveranstaltung ein, um die Wut der Anwohner einzudämmen und sich in ein gutes Licht zu rücken. Aber das ging nach hinten los: Anwohner und Interessierte ließen die Veranstaltung platzen.

Um informiert zu bleiben, können sie sich in einen SMS-Verteiler eintragen lassen: Dafür “go trasse” an 84343 senden.