Energie
30. Januar 2013

Krieg in Mali – Uran im Niger – AREVA und die Uranfabrik Gronau

Uranminen der AREVA im Niger – Landeskonferenz der Anti-Atom-Gruppen NRW nimmt Stellung

Am 27.1.2013 hat in Münster die Landeskonferenz der AntiAtomGruppen in NRW nicht nur die Aktionen zum zweiten Jahrestag der Katastrophe von Fukushima weiter vorbereitet, sondern auch zu dem Militäreinsatz französischer Truppen bei den Uranminen der AREVA im Zusammenhang mit dem Kriegseinsatz in Mali folgendermaßen Stellung genommen. AREVA ist einer der wichtigen Lieferanten für die Uranfabrik in Gronau. Hier die Erklärung der LAKO.

Unterstützt den Online-Protest gegen die Uranfabrik Gronau hier. (weiterlesen …)

Energie
17. Januar 2013

Uranfabrik Gronau – Maßnahmen gegen Flugzeugabsturz sind Geheimsache – Sicherheitsprüfung zieht sich hin

Die Landesregierung in NRW teilt in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Piraten-Fraktion (Drucksache 16/1832) mit, dass die Sicherheitsüberprüfung für die Uranfabrik in Gronau noch immer nicht abgeschlossen ist. Dabei hatte sie direkt nach der Katastrophe von Fukushima zugesagt, so schnell wie möglich Ergebnisse einer solchen Prüfung vorzulegen. Ausgerechnet zu Fragen der Sicherheit der Urananlage bei Flugzeugabstürzen erklärt die Regierung, dass Gegenmaßnahmen geheim gehalten werden.

In der Antwort auf die kleine Anfrage heißt es: “Die Ergebnisse der hinzugezogenen Sachverständigen wurden Ende 2012 vorgelegt. Jetzt werden die Sachverständigen-Gutachten durch die atomrechtliche Aufsichtsbehörde abgenommen und ausgewertet.” Außerdem: “Die Erstellung der Unterlagen durch die Betreiberin, ca. 100 Ordner, dauerte bis Anfang 2012. Die Prüfung dieser Unterlagen durch die hinzugezogenen Sachverständigen nimmt erfahrungsgemäß etwa ein Jahr in Anspruch.” Auf Basis der von den Sachverständigen Ende 2012 vorgelegten Stellungnahmen wird nun die zuständige Atomaufsicht in NRW eine Bewertung vornehmen.

Die Uranfabrik in Gronau, die trotz angeblichem Atomausstieg völlig unbefristet weiter betrieben werden darf, versorgt weltweit jedes zehnte Atomkraftwerk mit Brennstoff. Schon vor dem Unfall von Fukushima hat es immer wieder Kritik an der mangelnden Sicherheitsauslegung der Urananlage gegeben.

Nach Fukushima räumte sogar der Geschäftsführer der URENCO in Gronau ein, dass die Anlage nicht ausreichend gegen Flugzeugabstürze gesichert sei und die Behälter mit Uranhexafluorid, die unter freiem Himmel lagern, bei einem Brand schon nach einer halbe Stunde versagen würden.

Die Landesregierung spielt dieses Risiko herunter: Im November teilte sie ebenfalls in der Antwort auf eine kleine  Anfrage (Drucksache 16/1244) mit: ““In den atomrechtlichen Genehmigungsverfahren für die Urananreicherungsanlage in Gronau wurde das mit einem unterstellten Flugzeugabsturz auf die Anlage verbundene Risiko umfassend bewertet. Es wurde festgestellt, so zuletzt mit Bescheid 7/6 UAG vom 14.02.2005 zum Endausbau der Urananreicherungsanlage in Gronau, dass die Anlage in Übereinstimmung mit den geltenden Lastannahmen und Richtlinien geschützt ist. Von einer Verbunkerung der Anlage wurde wegen des im Vergleich zu Kernkraftwerken wesentlich geringeren Aktivitätsinventars abgesehen; es wurden jedoch risikomindernde Maßnahmen getroffen.”

Mit keiner Silbe erwähnt die Landesregierung, dass sich die Fragen nach dem Risiko von Flugzeugabstürzen, aber auch Hochwasser etc. seit Fukushima neu stellen!

Auf Nachfrage durch die Piraten teilt die Landesregierung – während die Prüfung von Gutachten noch läuft – in der Drucksache 16/1832  mit: “Als risikomindernde Maßnahme gegen Flugzeugabsturz herrscht unterhalb 2000 Fuß (ca. 600m) und in einem Abstand von 1,5 km der erkennbaren Grenzen der Urananreicherungsanlage Gronau ein Überflugverbot.

Des Weiteren verfügt die Urananreicherungsanlage Gronau über geneigte Freilager-Betonflächen, die in ein unterirdisches Volllaufsystem entwässern. Damit wird ein länger anhaltender Brand von auslaufendem Kerosin in Folge eines Flugzeugabsturzes unterbunden und Vorsorge gegen ein Überdruckversagen der dort gelagerten, mit Uranhexafluorid gefüllten, Behälter getroffen.

Weitergehende Informationen über Maßnahmen gegen (erzwungene) Flugzeugabstürze sind im öffentlichen Interesse geheimhaltungsbedürftig und daher als Verschlusssachen eingestuft. Naheliegend dürfen diese daher nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.”

Sicherheitsfragen: Geheim, Verschlusssache! Ob das Naheliegend ist, darf sehr bezweifelt werden. Und komisch eigentlich, dass der URENCO-Geschäftsführer trotzdem Mängel einräumt.

Für die Stilllegung der Uranfabrik wird aus Anlass des zweiten Fukushima-Jahrestags am 9. März demonstriert. Dann heißt es: Uranfabrik Gronau in die Zange nehmen. ROBIN WOOD ist dabei.

Infos und Onlineprotest von ROBIN WOOD hier unterstützen!

Zur Uranfabrik Gronau und den rot-grünen Vereinbarungen im Koalitionsvertrag NRW siehe auch:

Uranfabrik – Aktionen in Gronau – Atomaufsicht im Dornröschenschlaf

Energie
17. Januar 2013

Fukushima mahnt: AKW Grohnde nicht auf Notfall vorbereitet

AtomkraftgegnerInnen aus dem Weserbergland haben gestern auf einer Pressekonferenz sicherheitsrelevante Mängel beim AKW Grohnde kritisiert und eine Kurzstudie der Gutachterin Oda Becker präsentiert.

Einem Bericht der taz ist zu entnehmen: “Die nach dem Unglück in Fukushima erfolgten Sicherheitsüberprüfungen durch die deutsche Reaktorsicherheitskommission und der EU-weite „Stresstest“ hätten unter anderem gezeigt, dass Grohnde nicht ausreichend gegen Erdbeben und Hochwasser geschützt sei. Auch die Funktionsfähigkeit der Notfallmaßnahmen sieht Becker nicht gewährleistet. ”

Die AtomkraftgegnerInnen fordern deshalb die Atomaufsichtsbehörde in Niedersachsen auf, angesichts der vorhandenen Mängel endlich schärfer gegen den Betreiber E.on vorzugehen. Umfassende Sicherheit könne aber nur die sofortige Abschaltung des AKW Grohnde bringen.

Kritisiert wurde auch der völlig mangelhafte Katastrophenschutz. Bislang sehen die Pläne vor, dass es zu Evakuierungen nur in der unmittelbaren Nahzone des AKW Grohnde im Bereich von 10 km kommen würde. Spätestens seit der Katastrophe in Fukushima sei aber klar, dass Evakuierungen in erheblich größerer Entfernung vom Reaktor erforderlich sind. Selbst das Bundesamt für Strahlenschutz hat das in einer Studie aufgezeigt und spricht davon, dass auch noch in einer Entfernung von bis zu 170 km Menschen dauerhaft evakuiert werden müssten. Katastrophenschutzbehörden räumen inzwischen diesen Mangel ein, gehen aber auch davon aus, dass Evakuierungsmaßnahmen in dieser Dimension in Deutschland nicht möglich wären.

Dabei kann es in den immer noch neun Atommeilern, die in Deutschland in Betrieb sind, jederzeit zu einer Kernschmelze und einer massiven Freisetzung von Radioaktivität kommen.  Auch deshalb fordern die Initiativen die sofortige Stilllegung des AKW Grohnde.

Für den 9. März rufen zahlreiche Anti-Atom-Gruppen und Umweltorganisationen zu einer AKTIONS- UND MENSCHENKETTE rund um das AKW Grohnde auf. Anlass ist der zweite Jahrestag der Atomkatatrophe von Fukushima.

Mehr Informationen dazu auf grohnde-kampagne.de/

Über die bundesweiten Proteste zum zweiten Fukushima-Jahrestag u.a. an den AKWs in Gundremmingen und gegen die Uranfabrik Gronau gibt es hier mehr Infos.

 

Aktion, Energie
9. November 2012

E.on reagiert auf Aktionswoche gegen AKW Brokdorf: Keine Panik – alles sicher!

“Zur “Aktionswoche Katastrophale Risiken – AKW Brokdorf stilllegen” übersandte gestern das Eon Kernkraft unserer Zeitung eine Stellungnahme,” meldet die shz.de heute in ihrer Onlineausgabe. Vom 5. – 11. November läuft in Schleswig-Holstein und Hamburg eine dezentrale Aktionswoche von Anti-Atom-Initiativen und Umweltorganisationen über die Sicherheitsmängel des AKW Brokdorf. Im Zentrum dabei steht der katastrophale Katastrophenschutz. Im Falle eines Super-GAU, so die Initiativen, gibt es für die Bevölkerung keinen ausreichenden Schutz. Dann heißt es nur noch: Rette sich wer kann.

Heute, am Freitag (9.11.), gibt es in Hamburg ab 16 Uhr eine Mahnwache von ROBIN WOOD und X-1000malquer in der Spitalerstrasse und am Samstag wird es in Elmshorn zu einer Demonstration kommen: Auftakt ist ab 10.30 Uhr an den Kreuzungen Steindamm/Reichenstraße/Hamburger Straße, Gerberstraße/Wedenkamp sowie Kaltenweide/Friedensallee/Bauerweg/Mühlendamm. Von dort soll der Protestzug zum Alten Markt ziehen, wo um 11.30 Uhr eine Kundgebung beginnt. “Wir wollen die Gefahren der Atomkraft wieder in das öffentliche Bewusstsein bringen”, begründete Karla Braunschweig von der Kreis Pinneberger Initiative die Demonstration. (Infos)

Offenbar ist E.on unangenehm berührt von dieser Aktionswoche. Aus Sicht von E.on sei das AKW Brokdorf vollkommen sicher. Ausdrücklich wird von Hauke Rathjen, Öffentlichkeitsbereich des Kernkraftwerks Brokdorf, die örtliche Initiative kritisiert: “Die Aussage von “Brokdorf akut”, dass es jederzeit auch in Brokdorf zu einem Kernschmelzunfall kommen könne, entbehre jeglicher Grundlage. Rathjen: “Bestünde auch nur der geringste Zweifel daran, müsste die für die Aufsicht verantwortliche Behörde unverzüglich tätig werden.”

Zu den Hinweisen von E.on (siehe den Link oben) in Sachen Erdbebenauslegung gibt es von der Initiative Brokdorf akut unter diesem Link Argumente.

Am Mittwoch hatte es in Wewelsfleht, dem Nachbarort des AKW Brokdorf, eine sehr gut besuchte Veranstaltung gegeben, auf der von der Katastrophe in Fukushima und die Konsequenzen für Brokdorf und den Katastrophenschutz informiert wurde. Offenbar reagiert der Atomkonzern E.on auf die dort vorgebrachten Argumente. SHZ.de berichtet über diese Veranstaltung hier.

Aktion, Energie
6. November 2012

AKW Brokdorf – Fukushima – Katastrophaler Katastrophenschutz

Seit Montag läuft die dezentrale Aktionswoche zum Thema “Katastrohaler Katastrophenschutz – AKW Brokdorf abschalten”. Auf zwei Veranstaltungen wollen wir gesondert hinweisen:

  • Am Mittwoch wird im Rahmen dieser Aktionswoche in Wewelsfleth (bei Brokdorf) eine Veranstaltung mit der Ärztin Angelika Claussen (IPPNW) stattfinden, die vor kurzem mit einer Mediziner-Delegation in Japan unterwegs war. Sie wird über ihre Reiseerlebnisse und Eindrücke berichten, darüber, wie fahrlässig die japanischen Behörden mit der Radioaktivität und der Gesundheit der Menschen umgehen. Außerdem hat sich Angelika Claussen mit dem Katastrophenschutz für deutsche Atomkraftwerke eingehend befasst. Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 7. November 2012, 19 Uhr 30 in der Mehrzweckhalle in Wewelsfleth, Am Sportplatz, 25599 Wewelsfleth und wir durchgeführt von Initiative Brokdorf-akut, BUND Kreisgruppe Steinburg und attac Itzehoe.
  • Für die HamburgerInnen gibt es die Möglichkeit am Freitag ab 16 Uhr sich an einer Mahnwache von ROBIN WOOD und X-tausendmalquer sich beteiligen. In der Spitalerstraße wollen die Anti-Atom-AktivistInnen bis 20 Uhr über den katastrophalen Katastrophenschutz informieren. UnterstützerInnen sind gern eingeladen, vorbei  zu kommen und beim Flyerverteilen etc. zu helfen.

Im Frühjahr hatte eine Studie des Bundesamt für Strahlenschutz aufgezeigt, dass es erhebliche Probleme beim Katastrophenschutz rund um die Atomkraftwerke gibt: Evakuierungen könnten nach Berechnungen des BfS noch in bis zu 170 km Entfernung von einem Atomreaktor entfern erforderlich sein. Außerdem würden die Menschen für lange Zeit evakuiert werden müssen, weil die verstrahlten Gebiete lanfristig unbewohnbar bleiben. Derzeit sind im Rahmen der Katastrophenschutzpläne Evakuierungen nur in einem Nahbereich von rund 10 km vorgesehen. Erst vor wenigen Tagen hat der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, eingeräumt, dass es große Lücken im Katastrophenschutz gibt: “… bei nationalen Ereignissen, bei denen es um großräumige und länger anhaltende Evakuierungen mit vielen Menschen geht, müssen wir noch was tun“, sagt er gegenüber der Wochenzeitung Die Zeit.

Besonders problematisch wären z.B. schwere Unfälle in Atomkraftwerken. Unger sagt dazu: „Seit Fukushima diskutieren wir, ob wir in der Lage sind, rund um kerntechnische Anlagen großräumig zu evakuieren. Reichen dazu unsere Planungen? Dieses Problem haben wir mit den Schweizer Kollegen besprochen. Dabei entdeckten wir Defizite für den Fall, dass so ein Ereignis kurzfristig kommt und viele Menschen für längere Zeit – nicht nur einen Sonntagnachmittag lang zum Bombenräumen – evakuiert werden müssen“.

Na dann: Rette sich wer kann! Es gibt nur einen Schutz vor der Katastrophe und ihren Folgen: Atomkraftwerke sofort stilllegen!

Mehr über die Aktionswoche für die Abschaltung des AKW Brokdorf hier und hier eine Pressemitteilung von ROBIN WOOD zu dem Thema.




Klima, Rhein-Main, Verkehr
28. Oktober 2012

Wer Flugsteige sät – wird Probleme ernten

Ein Jahr nach der Eröffnung der Landebahn Nordwest am Frankfurter Flughafen – ein Jahr, in dem die Region mit Fluglärm überzogen wird und in dem tausende Demonstranten Woche für Woche montags im Terminal lautstark ihrer Wut über diese Lärm und Gesundheitsgefährdungen Luft machen – demonstrierten 8.000 Menschen an der neuen Landebahn. Die Robin Wood Regionalgruppe Rhein-Main unterstütze die Kundgebung und Demonstration am 21. Oktober mit einem Infostand und Schnupperklettern.

Infostand zur Demonstration 1 Jahr Landebahn Nordwest / Foto: Carola

Infostand zur Demonstration 1 Jahr Landebahn Nordwest / Foto: Carola

Wieder einmal wollten wir die Gelegenheit nutzen, mit Fluglärmgegnern ins Gespräch zu kommen und auf weitere negative Auswirkungen von Flugverkehr hinzuweisen, wie: Klimaschädigungen, Abschiebung, Ausbeutung, Raubbau, Regenwaldzerstörung durch niedrige, weil subventionierte Transportkosten.

Seit der Eröffnung der Landebahn sind tausende Menschen buchstäblich wach geworden – weil die Flugzeuge direkt über ihre Häuser fliegen. Was vielen nicht bewusst ist, ist aber, dass die Landebahn selbst nur eine unwesentliche Kapazitätssteigerung bedeutet. Erst mit dem am 10. Oktober eröffneten neuen Flugsteig und vor allem mit Fertigstellung des 3. Terminals wird eine wesentliche Kapazitätssteigerung erreicht werden. Dann soll es möglich sein, etwa 90 Millionen Passagiere jährlich (25 Millionen mehr als bisher) abzufertigen. Welche Steigerung von Lärm und Schadstoffen dies bedeutet, können sich viele heute noch nicht vorstellen.

Es geht jetzt darum, das Terminal 3 zu verhindern. Darüber hinaus geht es darum, Konzepte für eine umwelt- und klimagerechte Mobilität zu entwickeln und darum, Emissionen und Verbrauch zu senken. Wir müssen immer wieder mit Menschen ins Gespräch zu kommen um klar zu machen, dass es nicht allein um die Lärmbelastung in der Region, sondern um Teilhabe und Umweltgerechtigkeit weltweit und für alle geht.

Anne Mühlemeier

PS: Konkret konnten Aktive der Regionalgruppe negative Folgen der Klimaveränderung beim Schnupperklettern durch das massenhafte Auftreten von Eichenprozessionsspinnern erfahren.

Aktion, Energie
21. Oktober 2012

STOPP PLUTONIUM – kein Atomtransport durch die Wesermarsch !

Aufruf: Im November wird wieder ein Atomtransport in Nordenham ankommen und durch die Wesermarsch rollen. Vieles spricht dafür, dass dies nicht der letzte Transport sein wird.

Wird Nordenham die atomare Drehscheibe Deutschlands?

Warum sind wir gegen diese Transporte?

+ MOX-Brennelemente enthalten Plutonium, das bei Unfällen freigesetzt werden kann. Ein geringer Teil reicht aus, um Lungenkrebs auszulösen.

+ Der Transport geschieht mit einem mehr als 20 Jahre alten Schiff, das bei Kontrollen starke Sicherheitsmängel aufwies und französische Häfen deshalb nicht anlaufen durfte. Deutsche Behörden haben die Sicherheit dieses Schiffes nie überprüft.

+Das in den Brennelementen enthaltene Plutonium ist waffenfähig und kann zur Herstellung von Atombomben benutzt werden.

+ MOX-Brennelemente erhöhen das radioaktive Inventar der Atomkraftwerke.

Wir fordern:

  • Stoppt die MOX-Transporte!
  • Stoppt die Verarbeitung und den Transport von Plutonium!
  • Beendet die Produktion von immer neuem Plutonium durch das Stilllegen aller Atomkraftwerke!

Am 3. November ist der Auftakt für die nächsten MOX-Transporte !

Auftakt: 12.15 Uhr Bahnhof Nordenham

12.45 Uhr Marsch zum Midgard-Tor

13.15 Uhr Spaziergang zum Rathaus

14 Uhr Fahrt zum RoRo-Anleger-Blexen

15 Uhr Abschlusskundgebung

V.i.S.d.P.: Aktion Z (Jürgen Janssen, Abser Deich 8, 26935 Stadland)

Arbeitskreis Wesermarsch (Hans-Otto Meyer-Ott, Hammelwarder Außendeich 8, 26919 Brake)

Aktion, Energie
27. September 2012

Weltweite Urangeschäfte in deutschem Staatsauftrag beenden

ROBIN WOOD unterstützt internationalen Aktionstag für die Stilllegung von Uranfabriken

Am kommenden Samstag, dem 55. Jahrestag der Atomkatastrophe im russischen Mayak, werden in zahlreichen Ländern AtomkraftgegnerInnen für das Ende der internationalen Uran-Industrie auf die Straße gehen. Hierzulande wird es Aktionen in Frankfurt, Essen, Duisburg und Gronau geben. ROBIN WOOD-AktivistInnen werden sich an der Demonstration in Gronau, dem Standort der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage, beteiligen. ROBIN WOOD unterstützt den Aktionstag und fordert das Ende des Uranabbaus und die Stilllegung aller Uranfabriken. (weiterlesen …)

Energie
13. August 2012

Atomtransporte – Plutonium auf dem Weg zum AKW Grohnde

Das AKW Grohnde bekommt in den nächsten Monaten neuen Brennstoff geliefert. Diese Atomtransporte aus England werden über den Midgard-Hafen in Nordenham importiert und bestehen aus plutoniumhaltigen – sogenannten Mischoxid-Brennelementen. Jeweils acht solcher MOX-Brennelemente sind pro Transport geplant. Der erste Atomtransport ist für September vorgesehen, der zweite für November.

Eine E.on-Sprecherin hat diese Angaben inzwischen bestätigt. Die genauen Transporttermine werden ebenso geheim gehalten wie die konkreten Transportstrecken.

Schon der Einsatz von MOX-Brennelementen birgt besondere Risiken in den AKWs, die schwieriger regelbar sind. Davor haben Anti-Atom-Initiativen immer wieder gewarnt.

Aber Plutonium-Brennelemente erhöhen auch die Risiken in Folge einer Atomkastrophe. Das hat sich in Fukushima gezeigt, wo teilweise solche MOX-Brennelemente im Einsatz waren. Über die Gefährdung durch Plutonium schreibt der Spiegel im März 2011: “Die Radiotoxizität von Plutonium ist allerdings enorm: Schon die Einnahme einer Menge im zweistelligen Milligramm-Bereich gilt als tödlich, während die letale Dosis bei Uran zwischen einem Gramm und fünf Gramm liegt – je nachdem, wie es in den Körper gelangt. Noch gefährlicher ist allerdings die radioaktive Strahlung von Plutonium. Wird der Stoff eingeatmet, genügt vermutlich schon eine Menge von wenigen Mikrogramm, um Krebs auszulösen. Die Alphastrahlung des Plutoniums kann zwar nicht die Haut durchdringen, im Innern des Körpers aber schwere Strahlenschäden verursachen – insbesondere an den Knochen und in der Leber.”

Die Plutonium-Brennelemente für das AKW Grohnde kommen aus einer Fabrik bei Sellafield in England. In der dortigen Wiederaufarbeitungsanlage ist das Plutonium aus abgebrannten Uran-Brennelemente separiert worden. Die Wiederaufarbeitung ist seit 2005 in Deutschland verboten. Bis dahin haben deutsche AKW-Betreiber ihren Atommüll mangels Endlagermöglichkeiten in die Wiederaufarbeitungsanlagen nach Frankreich (La Hague) und England (Sellafield) per Castortransport geschickt. Die Wiederaufarbeitung gilt als einer der gefährlichsten und dreckigsten Arbeitschritte in der Atomspirale. Die hohen radioaktiven Emissionen dieser Anlagen sind in der Nordsee noch weit entfernt nachweisbar und verstrahlen die Umgebung der Anlagen. Die hochradioaktiven Brennelemente werden hier chemisch bearbeitet, um das in geringen Anteilen entstandene Plutonium zur erneuten Energieerzeugung einzusetzen.

Weitere Informationen zu Atomtransporten und Plutonium auf der ROBIN WOOD Seite.

In Deutschland sind die Pläne für eine eigene Plutoniumwirtschaft bereits in den 80er bzw. frühen 90er Jahren vollständig aufgegeben worden. Die geplante Wiederaufarbeitungsanlage im bayersichen Wackersdorf war aufgrund des massiven Widerstands der Anti-Atom-Bewegung und wegen der enormen Kosten eingestellt worden. Der Neubau einer MOX-Brennelementefabrik im hessischen Hanau scheiterte nach einer Serie von Störfällen und der geplante “Schnelle Brüter” in Kalkar, in dem Plutonium im großindustriellen Maßstab hergestellt werden sollte, wurde 1991 aufgegeben.

Zur Problematik der Wiederaufarbeitung siehe auch hier.

Aktion, Energie
1. August 2012

Uranfabrik Gronau – Aktionen dauern an

Aktion vor der Uranfabrik in Gronau. Abschalten, sofort! Foto: Pay Numrich

Die Protestaktion vor der Hauptzufahrt der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau geht nach einer ruhigen Nacht weiter.  Mit den Protesten wollen die Aktiven von contrAtom, den Münsterländer Anti-Atom- Initiativen, ROBIN WOOD und vom BBU erreichen, dass die Uranfabrik in Gronau endlich stillgelegt wird.

Udo Buchholz, Gronauer Vorstandsmitglied des BBU betont: “Die Gefahren der Gronauer Urananreicherungsanlage sind bekannt. Ständig kommt es zu Pannen und Unfällen, die Anlage ist nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert und das Uran-Freilager schon gar nicht. Zudem gibt es für den ständig anfallenden Uranmüll absolut kein Entsorgungskonzept. Aus all diesen Gründen kann die Landesregierung die Genehmigungen zum Betrieb der Anlage von heute auf morgen aufheben!”

„Die Urananreicherungsanlage in Gronau ist der offensichtliche Beweis dafür, dass es in Deutschland keinen Atomausstieg gibt“, so Christof Neubauer, der es sich in einer Hängematte in einem der Tripods in mehreren Metern Höhe gemütlich gemacht hat. „Von hier aus werden knapp 10% aller AKW weltweit mit Brennstoff versorgt – von Ausstieg kann keine Rede sein. Wir fordern die sofortige Stilllegung der Anlage“

ContrAtom teilte am Mittwoch abend mit: Die Polizei ist vor Ort, die Aktion wird vorerst geduldet. Nun haben sich die AktivistInnen mit Schlafsäcken und Stroh versorgt und wollen die Nacht vor der Anlage ausharren. „Nieselregen und Dunkelheit sind nichts gegen die Gefahren der tödlichen Fabrik auf der anderen Seite des Zauns“ meint Christof.

Weitere Informationen:

Atomausstieg kommt von unten – Online für die Abschaltung der Uranfabrik Gronau demonstrieren: Informationen und Unterschreiben.  

Folgende Fotos dürfen mit Quellenangabe „Foto: Pay Numrich“ frei verwendet werden:

http://bit.ly/MZUN43

Update:

Am 1. August gegen 13.00 Uhr wurde die Protestaktion vor der Gronauer Uranfabrik nach 24 Stunden beendet.