Blog, Energie, Klima
27. April 2011

CO2-Endlager ohne Zukunft?

Wie der NDR berichtet, will sich RWE Dea nun völlständig von seinen CO2-”Endlager”-Plänen in Schleswig-Holstein verabschieden. Auch die Zuversicht der Lobbyisten schwindet auf Grund des massiven Widerstands in der Bevölkerung.

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Am 26. April gab RWE Dea bekannt, sich von seinen Konzessionen zur Erkundung von CO2-Endlagern zurück zu ziehen. Begründet wurde dies mit den großen Vorbehalten in der Bevölkerung. Für die Bürgerinitiativen vor Ortgegen die riskante Technologie  ist dies ein großer Erfolg.

Und auch die Lobbyisten des Vereins IZ-Klima, welches u.a. von den vier großen Energiekonzernen finanziert wird, verlieren die Hoffnung auf die Durchsetzung der Technologie. So äußerte Michael Donnermeyer, IZ-Klima-Chef, dass sich eine Investition der Unternehmen nicht lohne, wenn es keine definitiven Endlagermöglichkeiten gäbe.

Doch der Protest geht weiter und so gibt es z.B. die Möglichkeit, mit Bäumen ein Zeichen gegen die Einführung der riskanten Technologie zu setzen.

Energie, Klima
18. April 2011

Endlager-Propaganda in Schulen

Die “Endlagerung” von Kohlendioxid ist eine umstrittene und hochriskante Technologie – in mehr als 25.000 Schulen soll sie nun als Umweltschutz verkauft werden – finanziert durch die Energiekonzerne.

Um Interessen durchzusetzen gründen Konzerne gern Lobbyverbände und so wurde zum Thema CO2-”Endlagerung” (CCS, Carbon Capture and Storage) das Informationszentrum (IZ) Klima gegründet. Das IZ Klima hieß lange Zeit im Untertitel auch: Informationszentrum für klimafreundliche Kohlekraftwerke, da dies aber zu offensichtlich war, nennt es sich jetzt Informationszentrum für CO2-Technologien. Finanziert wird es im Wesentlichen von den großen Energiekonzernen. Auf den Kongressen treten dann auch schon einmal EU-Kommissar für Energie Oettinger etc. auf und stellen natürlich Forderungen im Sinne der Konzerne…auch wenn sie damit ihre politischen Befugnisse überschreiten.

Aber die Konzerne haben auch dazu gelernt, dass es eben nicht reicht, Lobbyismus in Richtung der Politik zu betreiben – für die Technologie muss auch Akzeptanz geschaffen werden. Genug Geld gibt es, Akzeptanz kaum. Und anstatt zu akzeptieren, dass die Bevölkerung nicht auf einer Gas-Blase leben möchte, wird immer wieder versucht, Akzeptanz zu schaffen – natürlich angeblich ergebnisoffen. Dabei gehen die PR-Spezialisten nun einen Schritt weiter und verteilen Broschüren “Klimaschutz und CCS” an Schulen – natürlich uneigennützig. Herausgeber ist Zeitbild, eine PR-Agentur mit Verlag, deren Hefte laut Eigenwerbung an 25.000 Schulen gehen. Die Strategie ist perfide, denn die jungen Menschen sollen sich schon einmal an die Endlager gewöhnen – oder besser sogar noch ihre Eltern überzeugen.

Protest regt sich, aber klar ist auch, dass nicht vor jeder Schule Umweltschützer mit Transparent und Infobroschüre stehen können, um dem etwas entgegen zu halten. Die betroffenen Bürgerinitiativen fordern, die Verteilung der Broschüren einzustellen.

Energie, Klima
18. Februar 2011

Überall CO2-Endlager? Viel Neues um eine Technologie von gestern

Nach erfolgreichen Klagen musste das zentrale Kataster des Bundes nun die potentiellen Orte für CO2-Endlager bekannt geben – mit einem für die breite Öffentlichkeit erschreckenden Ergebnis: An mehr als 400 Standorten könnte CO2 “endgelagert” werden. Unter anderem in der Nähe von  Großstädten wie Berlin, Hamburg und München.

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Im Wesentlichen befinden sich angeblich geeignete geologische Schichten für die Endlagerung von CO2 im wesentlichen im Norden, doch auch im Süden gibt es in der Nähe von München “geeignete” Formationen.

Derweil wehren sich die Bürgerinitiativen in Brandenburg unter anderem mit Klagen dagegen, dass Vattenfall eine erste Untersuchungsgenehmigung erteilt wurde.

Doch schon in der nächsten Woche könnte das Bundeskabinett ein CCS-Gesetz erlassen.

Berichte gibt es unter anderem bei:

Tagesschau (ab Minute 7:30)

Spiegel

Aktion, Energie, Klima
5. Oktober 2010

Bäume statt CO2-Endlager – Aufruf zu gemeinsamen Pflanzaktionen

Zu einer gemeinsamen Pflanzaktion von mehr als 10.000 Bäumen vom 12.-14. November rufen verschiedene Umweltorganisationen auf, darunter ROBIN WOOD:

Während der Klimawandel weiter voranschreitet werden in Deutschland neue Kohlekraftwerke geplant und gebaut. Diese Kohlekraftwerke werden Millionen Tonnen zusätzliches CO2 jährlich freisetzen. Legitimiert werden sie mit der Aussicht auf eine mögliche Nachrüstung in 10 bis 20 Jahren mit der sogenannten CCS-Technologie durch die großflächige, unterirdische CO2-Endlager entstehen sollen. Diese teure, ineffiziente und riskante Technik ist höchst umstritten. Durch das Pflanzen von 10.000 Bäumen wollen wir ein Zeichen setzen!

Machen sie mit, ob 1 Baum im Garten oder 10 im Park, oder 100 vor dem Kohlekraftwerk…

Weitere Informationen gibt es unter: www.baeume-statt-co2-endlager.de und demnächst hier bei uns.

Aktion, Energie, Klima
5. September 2010

Proteste gegen CCS in Beeskow

Mehr als 1.000 Menschen demonstrierten am Samstag in Beeskow in Ostbrandenburg gegen die geplante Verpressung von CO2. ROBIN WOOD beteiligte sich mit einer Abseilaktion am Wahrzeichen der Stadt an den Protesten.

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Mehrere Redner_innen wiesen bei der Kundgebung auf die Risiken der Technologie hin. Mit mehr als 1.000 Menschen war die Demonstration eine große Kundgebung in der dünn besiedelten Region und deutliches Zeichen des Protestes. “Keine CO2-Endlager. Weder hier noch anderswo.” stand auf vielen Transparenten und machte somit auch klar, dass die Proteste zwar lokal verankert sind, aber eben nicht nach dem St. Florians-Prinzip funktionieren. Die Initiativen sind bundesweit vernetzt und eben keine NIMBYs (Not in my Backyard / Nicht in meinem Hinterhof). Dies wurde auch durch Unterstützer_innen aus verschiedenen Regionen und Organisationen deutlich.

Das CO2 soll aus Braukohlekraftwerken abgeschieden und dann in Ostbrandenburg verpresst werden. Das Verfahren ist aber großtechnisch nicht erprobt, verbraucht selbst viel Energie und beschleunigt somit den Braunkohleabbau in der Lausitz. Dort sollen weitere Dörfer weichen, das Grundwasser abgesenkt und ganze Landschaften zerstört werden. Dies ein falscher Technologiepfad, die Zukunft gehört den erneuerbaren.

Unsere Aktiven unterstützten die Proteste durch eine Abseilaktion am “Dicken Turm”, dem Wahrzeichen der Stadt Beeskow. Etwas ungewohnt war es schon: alle hießen uns dort herzlich willkommen, der Bürgermeister ließ die Straße unter dem Turm absperren und wir wurden im “Bootshaus” freundlich einquartiert.

Der Turm war insofern als Kletterobjekt spannend, weil er sonst nicht zugänglich ist – den Schlüssel gab es von der Stadt. Der Zugang zum Turm selbst lag in 2,50 Meter Höhe und er ist eben nicht als Aussichtsplattform ausgebaut. Deshalb hatte der Turm auch keine Treppen, die einzelnen Etagen waren mit bis zu 8 Metern langen Leitern versehen, auf denen es von Etage zu Etage ging. Um 16.30 Uhr seilten wir uns pünktlich ab – nach einer halben Stunde war alles leider schon wieder vorbei, da die Kundgebung begann.

Einen filmischen Eindruck der Aktion gibt es in der rbb-Abendschau ab Minute 2:20.

Unser Fazit: Die Aktion war politisch richtig und wichtig – die Menschen der Stadt Beeskow sehr freundlich.

Energie, Klima
29. August 2010

Demo gegen CO2-Endlager

Am Samstag, den 4.September, ab 17 Uhr findet in Beeskow eine große Kundgebung mit Redebeiträgen, Musik und Modenschau gegen CCS statt. CCS (Carbon Capture and Storage), ist die Abscheidung und Einlagerung von CO2 im Boden, in der Region um Beeskow ist ein Demonstartionsprojekt von Vattenfall geplant.
Erwartet werden hunderte Unterstützer_innen aus Berlin, Brandenburg und anderen betroffenen Gebieten wie Sachsen-Anhalt und  Schleswig-Holstein. Hier einige Argumente der Demonstration:

* CCS ist ein Feigenblatt für neue Kohlekraftwerke. In Deutschland werden zurzeit massiv neue Kohlekraftwerke gebaut, deren CO2-Bilanz eine einzige Katastrophe ist. Die Ausrede der Kohlelobby: CCS, “saubere Kohlekraft”. Doch das ist eine Lüge. Ob die Technologie jemals
funktioniert, ob sie sicher ist, das weiß heute noch kein Mensch. Zerstörerische Tagebaue werden durch CCS nicht überflüssig.

* Es ist unklar, ob CCS wirklich sicher ist. In der Region um Beeskow soll ausprobiert werden, ob das CO2 im Boden bleibt und ob das Trinkwasser (durch das CO2 oder durch die anderen enthaltenen Chemikalien) gefährdet wird. Die Menschen in der Region werden als Versuchskaninchen missbraucht. Nichts ausgeschlossen ist, dass auch das Berliner Trinkwasser gefährdet wird.

* Ein speziell auf Vattenfalls Pläne abgestimmtes Gesetz soll nach den Plänen der Bundesregierung noch dieses Jahr durchgewunken werden.

Weitere Infos zur Kundgebung gibt es hier…..