Blog, Energie, Klima
20. April 2011

Obstbäume statt CO2-”Endlager”

Unter dem Motto „Obstbäume statt CO2-Endlager“ ruft ein Bündnis von Umweltverbänden dazu auf, durch das Pflanzen von Obstbäumen ein Zeichen gegen die Pläne der Bundesregierung zu setzen, Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken unterirdisch zu speichern. Ziel ist es, bis 15. Mai Pflanzungen an mehr als 200 Orten zu erreichen. Also seid dabei!

Am 13. April hatte das Bundeskabinett ein Gesetz verabschiedet, wonach die CCS-Techologie (Carbon Dioxide Capture and Storage) zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken erprobt werden soll. Das Gesetz muss noch von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden.

Im Internet kann die Pflanzung unter http://www.bund.net/obstbaeume-statt-co2-endlager gemeldet und sichtbar gemacht werden. Dort gibt es auch weitere Informationen und z.B. Pflanzanleitungen.

Energie, Klima
18. April 2011

Endlager-Propaganda in Schulen

Die “Endlagerung” von Kohlendioxid ist eine umstrittene und hochriskante Technologie – in mehr als 25.000 Schulen soll sie nun als Umweltschutz verkauft werden – finanziert durch die Energiekonzerne.

Um Interessen durchzusetzen gründen Konzerne gern Lobbyverbände und so wurde zum Thema CO2-”Endlagerung” (CCS, Carbon Capture and Storage) das Informationszentrum (IZ) Klima gegründet. Das IZ Klima hieß lange Zeit im Untertitel auch: Informationszentrum für klimafreundliche Kohlekraftwerke, da dies aber zu offensichtlich war, nennt es sich jetzt Informationszentrum für CO2-Technologien. Finanziert wird es im Wesentlichen von den großen Energiekonzernen. Auf den Kongressen treten dann auch schon einmal EU-Kommissar für Energie Oettinger etc. auf und stellen natürlich Forderungen im Sinne der Konzerne…auch wenn sie damit ihre politischen Befugnisse überschreiten.

Aber die Konzerne haben auch dazu gelernt, dass es eben nicht reicht, Lobbyismus in Richtung der Politik zu betreiben – für die Technologie muss auch Akzeptanz geschaffen werden. Genug Geld gibt es, Akzeptanz kaum. Und anstatt zu akzeptieren, dass die Bevölkerung nicht auf einer Gas-Blase leben möchte, wird immer wieder versucht, Akzeptanz zu schaffen – natürlich angeblich ergebnisoffen. Dabei gehen die PR-Spezialisten nun einen Schritt weiter und verteilen Broschüren “Klimaschutz und CCS” an Schulen – natürlich uneigennützig. Herausgeber ist Zeitbild, eine PR-Agentur mit Verlag, deren Hefte laut Eigenwerbung an 25.000 Schulen gehen. Die Strategie ist perfide, denn die jungen Menschen sollen sich schon einmal an die Endlager gewöhnen – oder besser sogar noch ihre Eltern überzeugen.

Protest regt sich, aber klar ist auch, dass nicht vor jeder Schule Umweltschützer mit Transparent und Infobroschüre stehen können, um dem etwas entgegen zu halten. Die betroffenen Bürgerinitiativen fordern, die Verteilung der Broschüren einzustellen.

Energie, Klima
15. April 2011

Klima- und Energiecamp in der Lausitz

Ende Januar haben sich verschiedene Gruppen und Einzelpersonen zusammengeschlossen, um vom 7. bis 14. August 2011 ein Klima- und Energiecamp in der Lausitz (Jänschwalde bei Cottbus/Brandenburg) zu veranstalten. Das Camp nimmt nun langsam Gestalt an, es gibt aber auch noch viel Raum für eigene Ideen.

Klima- und Energiecamp in der Lausitz

Klima- und Energiecamp in der Lausitz

Hier ein erster Text aus dem Aufruf: “Das Klimachaos scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein: Mit extremen Wetterverhältnissen, der Versteppung ganzer Regionen, dem Anstieg des Meeresspiegels und der Bedrohung der Lebensgrundlagen vieler Menschen schreitet  der Klimawandel voran. Dass die Antwort nicht Atomkraft heißen kann, ist spätestens seit Fukushima klar. Aber anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen und die fossilen Brennstoffe im Boden zu lassen, werden Kohlekraftwerke und die Risikotechnologie CCS als Alternativen zur Atomkraft propagiert.

Wir nehmen das nicht hin! Wir wollen an Auseinandersetzungen um Klimagerechtigkeit und Energiesouveränität anknüpfen und mit einem Camp Alternativen zum „business as usual“ denken, leben und erstreiten.

Weitere Informationen gibt es unter: www.lausitzcamp.info

Energie, Klima
27. Februar 2011

Flammender Protest gegen CCS

Mehr als 2.500 Menschen demonstrierten heute in Beeskow (Brandenburg) gegen die Pläne von Vattenfall, dort ein CO2-”Endlager” einzurichten. Aus 4 Richtungen strebten die Menschen mit Fackeln zum Marktplatz, um sich dort zu einem leuchtenden X aufzustellen. Neben zahlreichen Reden erklangen dann auch die Glocken der umliegenden Kirchen.

Flammender Protest gegen CCS auf dem Marktplatz in Beeskow

Flammender Protest gegen CCS auf dem Marktplatz in Beeskow

Mit der Demonstration und der Kundgebung wehren sich die Menschen der Region dagegen, dass unter ihren Füßen Kohlendioxid verpresst werden soll (CCS), welches aus den Lausitzer Braunkohlekraftwerken zukünftig abgeschieden werden soll. In der Bundesregierung wir hierfür seit langem um ein Gesetz gerungen, welches bereits mehrfach verschoben wurde. Das Bundeskabinett wird sich frühestens am 16. März mit dem Gesetz beschäftigen. Noch wehren sich verschiedene Bundesländer vehement gegen eine mögliche Verpressung von CO2, darunter Schleswig-Holstein. Mögliche Deponiestandorte befinden sich vor allem in Brandenburg und Schleswig-Holstein, doch mehr als 400 Orte wären bundesweit potentiell betroffen.

Energie, Klima
18. Februar 2011

Überall CO2-Endlager? Viel Neues um eine Technologie von gestern

Nach erfolgreichen Klagen musste das zentrale Kataster des Bundes nun die potentiellen Orte für CO2-Endlager bekannt geben – mit einem für die breite Öffentlichkeit erschreckenden Ergebnis: An mehr als 400 Standorten könnte CO2 “endgelagert” werden. Unter anderem in der Nähe von  Großstädten wie Berlin, Hamburg und München.

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Proteste in Beeskow gegen CCS / Foto: Daniel Häfner

Im Wesentlichen befinden sich angeblich geeignete geologische Schichten für die Endlagerung von CO2 im wesentlichen im Norden, doch auch im Süden gibt es in der Nähe von München “geeignete” Formationen.

Derweil wehren sich die Bürgerinitiativen in Brandenburg unter anderem mit Klagen dagegen, dass Vattenfall eine erste Untersuchungsgenehmigung erteilt wurde.

Doch schon in der nächsten Woche könnte das Bundeskabinett ein CCS-Gesetz erlassen.

Berichte gibt es unter anderem bei:

Tagesschau (ab Minute 7:30)

Spiegel

Energie
30. Januar 2011

CCS-Protest vor der schwedischen Botschaft

Rund 140 Vertreter_innen von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden protestierten am Samstag vor der schwedischen Botschaft in Berlin gegen die CO2-Endlagerung. Konkreter Anlass war die Genehmigung, die Vattenfall für die Untersuchung potentieller Lagergebiete in Ostbrandenburg erhielt.

Die Bürgerinitiativen aus dem gesamten Bundesgebiet übergabe eine Petition an den schwedischen Botschafter, dass der Widerstand der Menschen in den betroffenen Gebieten respektiert und das Vorhaben gestoppt werden müsse.

Das Protestbündnis fordert vom schwedischen Staat einen schrittweisen und sozialverträglichen Ausstieg aus der Verbrennung von Braunkohle, keinen Neuaufschluss von Tagebauen, keinen Neubau von Kohlekraftwerken und CO2-Verpressung in Deutschland zuzulassen.  Hintergrund  sind die Pläne des Staatsunternehmens Vattenfall im Osten Brandenburgs und in der Altmark seinen CO2-Industriemüll aus Kohlekraftwerken unter besiedeltem Gebiet zu verklappen. Dafür sollen neue Tagebaue in der Lausitz aufgeschlossen und Dörfer abgebaggert werden.

Energie
28. Januar 2011

CCS-Untersuchung in Brandenburg genehmigt

In Brandenburg wurde heute die Untersuchung von potentiellen CO2-”Endlagern” (CCS) genehmigt. Der CCS-Beirat der Region hatte sich in seiner Sitzung zuvor dagegen ausgesprochen.

In Ostbrandenburg will Vattenfall in zumindest zwei Gebieten, bei Beeskow und Neutrebbin, die Verpressung von Kohlendioxid in den Untergrund testen. Dafür soll nun zunächst der Untergrund geologisch untersucht werden. In den Regionen regt sich breiter Widerstand. „Mit brachialer Gewalt setzt Christoffers die Pläne Vattenfalls durch und Ministerpräsident Platzeck steht stillschweigend hinter ihm“, kritisierte Udo Schulze, Vorstand der Bürgerinitiative „CO2- Endlager stoppen“. Die Ankündigung der rotroten Regierung in Potsdam bezeichnete Schulze als Kampfansage gegen die Bürger in Ostbrandenburg. Ein Bundesgesetz für CCS existiert – zum Glück – noch nicht.

Insbesondere die Rolle des Vattenfall-hörigen Wirtschaftsministers Ralf Christophers (Linke) wurde immer wieder stark kritisiert, hatte sich doch die Partei im Wahlkampf gegen CCS ausgesprochen. In der Lausitzer Rundschau wurde die Genehmigung mit einer regelrechten Kampagne gegen Tagebaugegner_innen, insbesondere den Linken Bundestagsabgeordneten Neskovic vorbereitet.

Am Samstag wird es in Berlin Proteste vor der schwedischen Botschaft gegen die CCS-Pläne von Vattenfall geben. Die Bewohner_innen der Regionen in Ostbrandenburg mobilisieren für einen Tag X, um sich mit zivilem Ungehorsam den Untersuchungen von Vattenfall entgegen zu stellen.

Aktion, Energie, Klima
15. November 2010

22.200 Bäume gegen CCS

1.000 Bäume wurden in Dreilinden gepflanzt

1.000 Bäume wurden in Dreilinden gepflanzt

Am vergangenen Wochenende wurden mehr als 22.200 Bäume gegen den Klimawandel und falsche Lösungen, wie die CO2-Endlagerung gepflanzt. Der Protest “Bäume statt CO2-Endlager” wurde von verschiedenen Organisationen und Personen getragen.
Vom Apfelbaum im eigenen Garten bis zu tausenden Bäumen auf freien Flächen war bei den mehr als 130 Pflanz-Aktionen alles dabei. Einen Medienspiegel zur Aktion gibt es hier…

Aktion, Energie, Wald
12. November 2010

Bäume statt CO2-Endlager – Pflanzaktionen am Wochenende

An über 100 Orten werden am kommenden Wochenende Bäume als Protest gegen die Verpressung von Kohlendioxid (CO2) gepflanzt. Durch die umstrittene CCS-Technologie (Carbon-Capture and Storage) wollen Energiekonzerne das Klimagift CO2 abscheiden und unter bewohnten Gebiet einlagern. Im Falle von Havarien und Lecks sind ernsthafte Bedrohungen für die Bevölkerung, Umwelt und Grundwasser nicht auszuschließen.

Bäume statt CO2-Endlager (Foto: Jan Knaup)

Bäume statt CO2-Endlager (Foto: Jan Knaup)

Unter dem Motto „Bäume statt CO2-Endlager“ ruft ein Bündnis von Umweltverbänden und Baumpflanz-Initiativen für den 12. bis 14. November 2010 dazu auf, bundesweit über 10.000 Bäume zu pflanzen, die auf der Internetplattform www.baeume-statt-co2-endlager.de gemeldet und dort für jedermann sichtbar werden. Weiter Pflanzaktionen können ganz einfach auf der Internetseite eingetragen werden.

Doch trotz allem nicht vergessen zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Da geht das Licht nicht aus und wir sind einen kleinen, privaten Schritt näher an der Energiewende.

Energie, Klima
15. September 2010

Vattenfalls Ausstieg aus der Braunkohle?

Verschiedene Medien berichteten, dass Vattenfall sich aus der Braunkohle-Verstromung in der Lausitz bis 2040 zurückziehen wolle. Heute erwies sich dies als Zeitungs-Ente, wirft aber doch interessante Fragen auf.

Aktion gegen neue Tagebaue, im Dezember 2008 am Wahrzeichen von Cottbus / Foto: Daniel Häfner

Aktion gegen neue Tagebaue, im Dezember 2008 am Wahrzeichen von Cottbus / Foto: Daniel Häfner

Verschiedene Medien, so RBB, Lausitzer Rundschau und PNN berichteten, dass Vattenfall sich aus der Braunkohleverstromung zurück ziehen wolle. In einem Gespräch zwischen Vattenfall Oberen und Ministerpräsident Platzeck und dem Wirtschaftsminister wäre das Thema zur Sprache gekommen. Anlass wären die Unwirtschaftlichkeit von CCS und die mögliche Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken.

Die Umweltverbände und Betroffene hielten sich zunächst mit Reaktionen zurück, auch und gerade um den energiepolitischen Schwarzen Peter nicht den Betroffenen durch die Atomkraft zuzuschieben. Doch auch der Aufschrei von Seiten der Beschäftigten, der SPD etc. blieb aus. In den Kommentaren zu Artikeln der Zeitungen sind vor allem Stimmen zu finden, die sagen: “Na endlich!”.

Auch wenn die Berichte zumindest übertrieben waren, so haben sie aber doch einen wahren Kern: Sowohl bei Vattenfall selbst als auch im schwedischen Wahlkampf wird sehr wohl über ein Ende der Braunkohleverstromung diskutiert. Und auch der Zeitplan eines Ausstiegs entspricht ungefähr dem Szenario, welches im Volksbegehren “Keine neuen Tagebaue” gefordert wurde.

Dass die klimaschädliche Braunkohleverstromung, die Dörfer und ganze Landschaften vernichtet, enden wird und muss ist allen seit Jahren klar. Wenn wir eine kohlenstofffreie Energieversorgung anstreben, dann muss der Ausstieg aus der Braunkohle eben auch erfolgen.

Insgesamt zeigt der Vorfall, dass der Mythos der Stromlücke eben nicht stimmt und auch, dass CCS immer nur ein Feigenblatt war, die Braunkohleverstromung weiter zu führen – ein Ende der Braukohlevertromung ist aber möglich und nötig. Doch warten wir einmal ab, am Sonntag sind Wahlen in Schweden.

Update:

Auch einen Tag nach der “Zeitung-Ente” des Ausstiegs Vattenfalls aus der Braunkohleverstromung in 30 Jahren in der Lausitz raschelt es im Blätterwald und jeder (Hinterbank-)politiker hat dazu eine Meinung.

Klar ist jedoch, dass Vattenfall natürlich rechnet, wie lange die Braunkohle für sie profitabel ist. Und die Versteigerung von Emissionen ab 2013 wird eben teuer für den klimaschädlichsten aller Energieträger. So forderte der DIW den Ausstieg Brandenburgs aus der Braunkohle, da auch die Verpressung von CO2 zu teuer wäre. Vattenfall ist eben nicht das treusorgende Kombinat aus DDR-Zeiten, sondern ein profitorientiertes Unternehmen.

Politiker, wie der Wirtschaftsminister Christoffers (LINKE) verwenden immer das Wort der “Brückentechnologie” ins Zeitalter der erneuerbaren Energien, dies ist auf Grund des Drucks von Umweltverbänden und Betroffenen ja schon etwas. die zentrale Frage ist aber doch, wie lang die Brücke denn sein soll und da kommt die Brandenburgische Regierungspolitik und z.B. auch die CDU ins schwimmen.

Schon 30 Jahre sind viel zu lang und würden die Vertreibung von mehr als 2.000 Menschen aus den Dörfern bedeuten. Der Anlass der Debatte um den Ausstieg aus der Kohle überrascht. Dass Braunkohle kein Zukunft hat und die Regierungspolitik keinen Plan B ist schon lange bekannt.

Ein weiterer Punkt an der Debatte ist interessant: von nun an müssen nicht mehr Umweltschützer und Betroffene sich dafür einsetzen, das Klima geschont und Dörfer gerettet werden müssen. Von nun an müssen die Befürworter mobilisieren und wir können uns schon an den Ausstieg gewöhnen und konkret an Alternativen weiter arbeiten.