Energie, Klima
21. Mai 2013

Bauernverbund widerspricht Vattenfalls Braunkohle-Kurs

Für immer mehr Streit sorgen die Pläne von Vattenfall, den Braunkohle-Abbau in der ostdeutschen Lausitz weiter voranzutreiben. Der RBB berichtete in der letzten Woche: “Auf der Fläche, die für die neuen Abbaugebiete vorgesehen ist, leben zurzeit noch viele hunderte Menschen und Landwirtschaftsbetriebe haben hier ihre Anbauflächen. Im Fall der Ausweitung der Tagebauen ist Vattenfall als Bergbautreibender dafür verantwortlich, die Existenz der Agrarbetriebe zu sichern. Dazu hat sich der Konzern am Mittwoch erklärt und umfassende Unterstützung in Aussicht gestellt. Eine gleichlautende Verpflichtung kündigte der Konzern auch für die Landwirte an, die von einer Weiterführung des sächsischen Tagebaus Nochten im Abbaugebiet II betroffen sind.”

Doch die Betroffenen glauben Vattenfall nicht. Der “Firmenverbund Proschim” wirft dem Stromgiganten vor, sich schon heute nicht an die gesetzlichen Vorschriften zu halten und will die weitere Zerstörung der Umwelt durch die Erweiterung der Tagebaugebiete verhindern. In einer Pressemeldung heißt es, dass schon in der Vergangenheit “landwirtschaftlich wertvolle(n) Böden unseres Wirtschaftsraumes für alle Zeiten vernichtet” worden sind. “Mit der Verordnung zum sog. Tagebau Welzow TA I von 2004 fand dieser Irrsinn sogar noch eine Fortsetzung. Was Vattenfall hierbei unerwähnt lässt: Zahlreiche Verpflichtungen, die dem Konzern mit dieser Verordnung der Landwirtschaft – und vor allem unseren Unternehmen – gegenüber auferlegt wurden, sind gar nicht umgesetzt worden, wurden einfach ignoriert. Leistungen und Flächen, die uns per Gesetz zustehen, werden nicht gewährt – es sei denn, wir sind bereit, weitere neue Flächen einem neuen Tagebau (Welzow TA II) zu opfern. Ein solches Verhalten ist illegal.”

Auch Wolfgang Nešković, unabhängiger Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis  Cottbus-Spree/Neiße und Richter am Bundesgerichtshof a. D. kritisiert Vattenfall scharf: „Die Verpflichtungserklärung Vattenfalls zur Existenzsicherung landwirtschaftlicher Betriebe ist juristisch ohne Wert. Der Energiekonzern will mit diesem Täuschungsmanöver die Landwirte und die Öffentlichkeit in die Irre führen und sich als uneigennütziger Wohltäter der Region präsentieren“. 

Der Firmenverbund Proschim schreibt außerdem: Der Versuch von Vattenfall, in den Medien den “Eindruck zu vermitteln, ihnen sei an unserer Existenzsicherung gelegen …widersprechen wir ausdrücklich. Das ist ein ganz hartes Dementi!”

Vattenfall will seine Braunkohle-Tagebauen in der Lausitz erweitern. Dafür sollen Dörfer zerstört, Menschen umgesiedelt und landwirtschaftliche Betriebe vernichtet werden. Vattenfall erzeugt über 80 Prozent seines Stroms mit der besonders klimaschädlichen Braumkohle. Europaweit gehört Vattenfall damit zu den führenden Klima-Killer-Konzernen!

Aktiv werden gegen Vattenfall:

Volksbegehren: Unterstützung für den Berliner Energietisch

Klima- und Energiecamp 2013 in der Lausitz

Infos zu Vattenfalls Tagebau-Planungen siehe bei der Grünen Liga hier und hier bei ROBIN WOOD.

Aktion, Energie, Klima
29. April 2013

Leipzig: Protest gegen “Ostdeutsches Energieforum 2013″

OLYMPUS DIGITAL CAMERALeizipg – 29. April 2013: Bundeswirtschaftsminister Rösler und das Thema “Energie für die Zukunft”? Kein Wunder, wenn es da zu Protesten kommt. Kaum jemand anderes versucht wirklungsvollen Klimaschutz und den Ausbau der Erneuerbaren Energien derart zu behindern, wie Rösler. Daher demonstrierten ca. 15 KlimaschützerInnen von BUND, der BI Profen (Braunkohlekraftwerks-Standort) und ROBIN WOOD Leipzig heute anläßlich des “Ostdeutschen Energieforums 2013″. “Kohle + Uran + Solarkürzungen = Energienwende? – Durchgefallen, Herr Rösler”  war auf einem Banner der ROBIN WOOD – AktivistInnen zu lesen. (weiterlesen …)

Aktion, Energie
24. April 2013

Immer mehr Kohlestrom von Vattenfall und Co: “Die Kohle ist blutbefleckt”

Termin vormerken: 10. Mai 2013 Elbblockade gegen Vattenfall-Kraftwerk in Hamburg

Termin vormerken: 10. Mai 2013 Elbblockade gegen Vattenfall-Kraftwerk in Hamburg

Kohlekraftwerke bringen Umweltzerstörung, Gesundheitsrisiken und Klimakatastrophe mit sich. Nicht nur in Deutschland, sondern z.B. auch dort, wo die Kohle abgebaut wird. “Die Zeit” berichtet jetzt erneut über das Beispiel Kolumbien:  “Ganze Dörfer müssen in Kolumbien dem Bergbau weichen. Menschen werden bedroht und ermordet. Der Tagebau verursacht enorme Umweltschäden. Deutsche Versorger, die kolumbianische Kohle importieren, kümmert das wenig” (hier der gesamte Text auf der Seite der Autorin Alexandra Endres).

Auf diese Probleme will auch die Aktion Gegenstrom13 aufmerksam machen. Dazu läuft eine Kampagne gegen das noch im Bau befindliche Vattenfall-Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg. Am 10. Mai findet als Höhepunkt der Kampagne eine symbolische Hafenblockade in Hamburg statt. Die Kampagne will auf die enormen Schäden aufmerksam machen, die mit der Kohleverstromung weltweit zusammen hängen. Unterstützt wird diese Aktion auch von ROBIN WOOD. Wir werden mit dem Floss ROBINA WALD an der Aktion im Hamburger Hafen dabei sein.
Siehe auch hier.

Aktion, Cottbus, Klima
24. April 2013

Klima- und Energiecamp 2013 in der Lausitz

Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Klima- und Energiecamp in der Lausitz geben. Nach Jänschwalde/Janšojce 2011 und Cottbus/Chóśebuz 2012 wird das Camp diesmal vom 13.–22.07. in Rohne/Rowne in Sachsen stattfinden. Dieses sorbische Dorf ist vom Tagebau Nochten betroffen und durch den beantragten Tagebau Nochten II akut von Umsiedlung und Abbaggerung bedroht. Es steht beispielhaft für acht weitere gefährdete Dörfer mit mehr als 3.000 Einwohnern in Brandenburg und Sachsen, die dem Braunkohletagebau zum Opfer fallen sollen.

Der Tagebau Cottbus Nord - Anlass für bereits zwei Klimacamps

Der Tagebau Cottbus Nord – Anlass für bereits zwei Klimacamps

Im Aufruf zum Camp heißt es: Der Raubbau an der Natur in der Lausitz durch den Kohlebergbau ist nach wie vor extrem.

Allein in den vergangenen 80 Jahren verschwanden 186 Orte ganz oder teilweise von der Landkarte, verloren 30 000 Menschen ihre Heimat. Der Bergbau hat wertvollen Boden, vitale Wälder vernichtet und den Wasserhaushalt der Lausitz auf einer Fläche so groß wie das Saarland zerstört. Ebenso ist wertvolles kulturelles Erbe in den Dörfern und Siedlungen, insbesondere der sorbischen Kultur, unwiederbringlich verlorengegangen. Aktuell drohen fünf neue Tagebaue in der Lausitz und ein Großtagebau gleich hinter der polnischen Grenze.

Diese Natur- und Kulturzerstörung muss dringend gestoppt werden.

Weitere Informationen: www.lausitzcamp.info

Cottbus, Energie, Klima, Prozess
15. Januar 2013

Nach Baumbesetzung gegen Vattenfall-Braunkohletagebau: ROBIN WOOD-Aktivistin wehrt sich erfolgreich gegen rechtswidrige Behandlung durch die Polizei

Das Ringen um die eigenen Rechte kann zäh sein. Diese Erfahrung hat eine ROBIN WOOD-Aktivistin gemacht, die sich vor Gericht gegen ihre Behandlung durch die Polizei gewehrt hat. Vor rund fünf Jahren hatte die Polizei Cottbus die Umweltschützerin – nach einer Protestaktion gegen die Erweiterung des Braunkohletagebaus in der Lausitz – fast neun Stunden lang ohne Richterentscheidung im Gewahrsam festgehalten. Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) hat nun in einem Anerkenntnisurteil entschieden, dass die Bedingungen, unter denen die Frau damals festgehalten wurde, rechtswidrig waren (VG Frankfurt/O VG 6 K 123/12).

27.9.2007: Räumung der Baumbesetzung gegen Braunkohletagebau in Lacoma

27.9.2007: Räumung der Baumbesetzung gegen Braunkohletagebau in Lacoma (Foto: ROBIN WOOD, U.Bertrand)

Rückblende: Im September 2007 hielten ROBIN WOOD-AktivistInnen Tag und Nacht Bäume in der Lacomaer Teichlandschaft bei Cottbus besetzt. Sie protestierten damit gegen den Energiekonzern Vattenfall, der auch diesen Landstrich in der Lausitz abbaggern wollte, um noch mehr Braunkohle zu fördern. Am 27. September wurden die AktivistInnen brutal geräumt und in Gewahrsam genommen. Die Bäume wurden umgehend gefällt, das einst ökologische wertvolle Teichgebiet verwüstet.

Auch ROBIN WOOD-Aktivistin Suse wurde von der Polizei im Zentralgewahrsam in Cottbus weggesperrt. Stundenlang bekam sie keine Sitz- und Ruhegelegenheit, nichts zu essen oder zu trinken. Auch die Möglichkeit, telefonisch mit einem Anwalt Kontakt aufzunehmen, wurde ihr erst verwehrt und nach Stunden nur so gestattet, dass die Polizisten mithören konnten. Das war rechtswidrig und ein Verstoß gegen die Freiheitsgarantie des Grundgesetzes und gegen die Gewahrsamsbefugnisse des Brandenburgischen Polizeigesetzes. Das hat das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) nun festgestellt und der Polizei aufgegeben, die Kosten des Verfahrens zu tragen.

„Das ist ein Erfolg. Es ist wichtig, dass sich viele wehren. So lernt die Polizei, dass sie kontrolliert wird und Grundrecht und Rechtsvorschriften einhalten muss“, sagt Rechtsanwältin Ulrike Donat.

Dass die Unterbringung während der Ingewahrsamnahme rechtswidrig war, ist damit geklärt. Ob die Polizei die Aktivistin überhaupt und so lange
festhalten durfte, darüber wird weiter vor Gericht gestritten. Ein Ende ist noch nicht absehbar. Der Rechtsstreit über den Gewahrsam und den Richtervorbehalt ist vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg in der Berufung (OVG 1 N.59/12).

Auf der ROBIN WOOD-Homepage stehen die Presse-Infos zur damaligen Baumbesetzung:

28.9.2007, Vattenfall zerstört Lacoma
27.9.2007, Zahlreiche Bäume noch immer besetzt
27.9.2007, Vattenfall beginnt Kahlschlag in Lacoma
17.9.2007, Baumbesetzung gegen Klimakillerkonzern Vattenfall


 

Blog, Energie, Klima
17. November 2012

4 Tage im Tunnel – Klimaschutz von unten

4 Tage verbrachte ein Aktivist in einem Tunnelsystem um Widerstand gegen die Abholzung des Hambacher Forsts zu leisten. Dieser soll dem Braunkohletagebau weichen – mithin der klimaschädlichsten Art Strom zu erzeugen. Seit April war der Wald besetzt – von Menschen in einem Camp, die gegen das Klimachaos protestieren wollten und gleichzeitig einen Ort schufen, an dem Alternativen gedacht und gelebt werden konnten.

Die Aktion des “Maulwurfs” verweist auf den Protest gegen den Tagebau mit allen seinen ökologischen Folgen. Dabei geht auch etwas unter, dass mehr als 30 Menschen Bäume besetzt hatten, sich in anderen Betonkonstruktionen im Camp festgekettet hatten oder vor Ort protestierten. Die Räumung des Camps, die am 13. November im Auftrag von RWE begann, schien schon beinahe abgeschlossen. Klettereinheiten der Polizei hatten die Bäume geräumt und alles sah so aus, dass dieser Vorgang nicht einmal genug “Nachrichtenwert” besaß, um in den überregionalen Medien aufgenommen zu werden.

Und so ist die Aktion des Aktivisten im Tunnel beides: direkter Widerstand gegen die Abholzung – und darüber hinaus geeignet eine überregionale mediale Öffentlichkeit herzustellen. Als Spektakel wurde dies in den Medien dann zunächst auch angenommen – teilweise mit wenig Substanz. So berichtet der Spiegel zunächst noch von einer “lebensgefährlichen Situation“, so dass der Aktivist gerettet werden müsse – das Wissen stammt von zahlreichen Nachrichtenagenturen. Dass der Aktivist professionell arbeitet und erst durch die “Retter” gefährdet wird, taucht in den Medien nicht auf, obwohl die Information auf verschiedenen Internetseiten der Aktivist*innen verfügbar war. Der Protest des Maulwurfs war selbstbestimmter “Klimaschutz von unten” – im doppelten Sinne der Worte.

Die Aktion schuf auch den zeitlichen Raum für zahlreichen Solidaritätskundgebungen z.B. in Köln und Hamburg.

Über die je einzelnen Vorgänge im Tunnel können wir nichts sagen – wir waren ja nicht dabei. Für uns wirkt die Planung der Tunnel-Aktion professionell. Und die Aktion hat ein deutliches Signal gesetzt. Gerade weil die Räumung des Waldes, die Abräumung der Gegner des Tagebaus, nicht schnell ging ist diese Aktion motivierend für das Streiten gegen das Klimachaos. Sie ist das Zeichen einer – neuen – Entschlossenheit.

Weitere Informationen:

http://hambacherforst.blogsport.de/
https://stopptrwe.crowdmap.com/reports

 

Hier der Bericht eines Aktivisten, der vor Ort war:

Schwarze Löcher
Der Hambacher Forst ist der letzte zusammenhängende Wald in der Region und noch ca.1.000 ha groß.
Er wird von einem gigantischem schwarzen Loch verschluckt werden, wenn sein Erhalt nicht gelingt. Im Wald wohnen viele Tiere und zwitschern die Vögel. Ganz früh morgens, wenn Mensch in ihm erwacht und die unzähligen sich übertönenden Vogelstimmen die ersten Sonnenstrahlen begleiten scheint alles im Einklang zu sein.
Nur ein andauerndes Rauschen, welches nur durch das morgendliche Vogelkonzert seine Permanenz verliert, verrät die trügerische Harmonie. Keine 200m weiter wühlen Bagger, hämmern die Bohrer und heulen die Sägen von „RWE“ und Co. Ein gigantisches mehrere 100 Fußballfelder großes Areal soweit das Auge blicken kann erstreckt sich vor uns – Wüste. Und in ihr ein riesiges schwarzes Loch. Kein Tropfen Wasser weit und breit. Kargheit,Trockenheit in der alles in der glühenden Mittagssonne verdorrt. Wo noch Vegetation ist, ist noch Leben, Vögel, Insekten, Amphibien. Wo nicht herrschen wüstenklimatische Bedingungen und der Boden reißt vor Trockenheit auf.
Winzig kleine LKW fahren wie in einem riesigen Sandkasten am Boden – entlang an den kilometerlangen Förderbändern die zutage geförderte Kohle abtransportieren.

Blick in der Tagebau Hambach / Foto: ROBIN WOOD

Blick in der Tagebau Hambach / Foto: ROBIN WOOD

An den Hängen dieser Löcher stehen übergroße Abraum-Bagger und schaufeln Tag und Nacht. Vorher wird alles aus dem Weg geräumt was dem im Wege steht. Mit Kettensägen bewaffnete Fälltrupps und Minen-Räumkommandos gehen der völligen Zerstörung durch um- und abgraben voraus und entziehen so allem Leben die Existenzgrundlagen. Dazu wird Grundwasser abgesenkt, wurden hunderte Dörfer umgesiedelt, ganze Landstriche für Jahrzehnte unbrauchbar gemacht, alle Natur zerstört und Wälder vernichtet die viele 100 Jahre wuchsen.

Dem stellt sich eine Widerstandsgruppe in den Weg, die ein demnächst zu rodendes Waldgebiet bei „Buir“ besetzt halten. Mit viel Witz und Humor wird versucht den ernst der Lage zu ertragen. Täglich kommen Gäste und Unterstützer*innen aus der ganzen Welt im Wald an und bleiben Tage oder Wochen. Viel zu Tun gibt es immer. Zu erledigen gibt es viel vom täglichem Gespräch mit dem (fast) netten RWE-Angestellten der seine Familie ernähren will und unser Sein als Angriff auf seine Persönlichkeit empfindet und wirklich nette Menschen mit Kaffee und Kuchen. Täglich müssen Wasser und Lebensmittel organisiert werden. Und täglich zu bewältigen sind auch die bautechnischen Aus- und Umbauten, die eine Sonntag-Nachmittagsräumung wohl eher unwahrscheinlich werden lassen.

Es besteht immer die Möglichkeit eines Wandels. Nur finden solche Prozesse immer quälend langsam statt und in dieser lähmenden Zähigkeit liegt die total zerstörerische Evolution dieser Erkenntnisprozesse der Menschheit – learning by burning… Die Natur kommt in vielen, vielen Jahren auch ohne uns ganz gut zurecht, das weiß ich – wir auch ohne Sie?

Energie
16. November 2012

ROBIN WOOD zum Ökostromwechsel und das Braunkohleprojekt der Verbund AG

Die taz meldet heute, dass die Verbund AG aus Österreich in den Neubau eines besonders klimaschädlichen Braunkohlekraftwerks in der Türkei einsteigen will. Von der Verbund AG beziehen drei deutsche Ökostromunternehmen zu unterschiedlichen Anteilen derzeit Wasserstrom. Diese drei Unternehmen – Lichtblick, Naturstrom und Greenpeace Energy – werden seit Jahren von ROBIN WOOD und zahlreichen Umweltverbänden, die bei dem Bündnis “Atomausstieg selber machen” (ASM) beteiligt sind, als Ökostromunternehmen empfohlen. Außerdem die in diesem Fall nicht betroffene EWS  aus Schönau. Über den Ökostromwechsel und die Kriterien für unsere Empfehlungen informiert ROBIN WOOD hier. Dort finden sie auch den umfangreichen Recherchebericht.

ROBIN WOOD hat gestern auf die Planungen der Verbund AG deutlich und klar reagiert: Sollte die Verbund AG das Braunkohlekraft weiter vorantreiben und in Betrieb nehmen, werden wir Stromlieferungen der Verbund AG künftig nicht mehr akzeptieren. Unternehmen, die von der Verbund AG nach einer Fertigstellung des Braunkohlekraftwerks weiterhin Ökostrom beziehen, werden dann nicht mehr als Ökostromer empfohlen!

Wir haben die betroffenen Ökostromunternehmen über diese Position in Kenntnis gesetzt und diese gebeten, sich bei der Verbund AG für eine Beendigung des Braunkohleprojekts in der Türkei einzusetzen. Auch das Bündnis ASM hat sich in einem Brief an die betroffenen Ökostromer entsprechend positioniert. Alle drei betroffenen Unternehmen haben erklärt, dass sie gegen den Neubau dieses Braunkohlekraftwerks durch die Verbund AG sind und sich dafür einsetzen werden, dass die Verbund AG aus dem Projekt aussteigt. Derzeit bestehen allerdings noch Lieferverträge, die z.T. bis zum Jahr 2016 reichen. Die Unternehmen haben uns erklärt, dass sie selbstverständlich jetzt prüfen werden, wie ggfls die Verträge beendet werden können, sollte die Verbund AG an den Plänen festhalten. Gemeinsam mit den Umweltverbänden und -Initiativen von ASM werden wir darüber in den nächsten Wochen Gespräche führen. Derzeit bleibt es bei unseren Empfehlungen für den Ökostromwechsel, denn noch ist das Braunkohlekraftwerk in der Türkei nicht in Betrieb.

Keine Beeinflussung unser Recherche und Empfehlungen durch Wechselprämie

Die taz schreibt in ihrem Artikel auch: “Allerdings verdient die Umweltorganisation Robin Wood Geld, wenn über ihre Webseite Stromkunden zu den empfohlenen Unternehmen wechseln. Anrüchig? Nein, sagt Seifert. Lediglich 0,35 Prozent des Umsatzes mache man mit Empfehlungen. „Davon lassen wir uns nicht beeinflussen.“

Robin Wood erhält in dem Fall, dass der Ökostromwechsel mit einem Formular auf der Homepage von ROBIN WOOD erfolgt, von dem jeweiligen Unternehmen eine Wechselprämie. Darauf verweisen wir auch auf unser Homepage hier. Im Jahr 2011 betrugen diese Einnahmen über eine Wechsel-Prämie 3.700 Euro. Bei einem Umsatz von rund 1,1 Millionen Euro entspricht dies dem genannten Anteil von 0,35 Prozent. Nur rund Drittel dieses Betrags stammt von den drei betroffenen Unternehmen.

Unsere Recherchen und die wachsende internationale Verflechtung der Energiewirtschaft

ROBIN WOOD prüft im Abstand von ca. 12 – 18 Monaten in einem Recherchebericht Ökostromunternehmen und ihre Lieferanten hinsichtlich einer Verflechtung mit der Atom- und Kohleindustrie. Die Kriterien unser Prüfung sind hier nachzulesen. Wir bemühen uns nach bestem Wissen und Gewissen dabei möglichst vielschichtig alle Verflechtungen zu entdecken. Allerdings nimmt die Komplexität und die Verflechtung der Unternehmen im Strommarkt nicht nur national, sondern auch international immer mehr zu. Wie komplex, zeigt sich sicherlich an dem Recherchebericht, in dem auf zahlreiche Verflechtungen hingewiesen werden, die wir im Rahmen der Recherche aufspüren. Leider, das zeigt sich an dem Bericht der Taz, entdecken wir nicht alle Fälle vonVerflechtungen. ROBIN WOOD wird daher in den nächsten Wochen prüfen, wie wir die Recherche weiter verbessern können. Auch der Taz-Autor räumt in seinem Kommentag ein: “Die genannten Anbieter sind mit dem Versprechen groß geworden, keinerlei Geschäftsbeziehungen mit einem Atomkonzern einzugehen, was bis heute funktioniert hat – im Rahmen der Möglichkeiten in einer Energiewirtschaft, in der ein unübersichtlicher Dschungel an Querbeteiligungen herrscht.”

Die Taz schreibt mit Bezug auf die Verbund AG: “Die hat die Naturschutzorganisation Robin Wood, die die Lieferanten der drei Ökostromer regelmäßig durchleuchtet, bisher ohne Einschränkung empfohlen.”

Richtig ist, wir haben Einschränkungen in unserem Recherchebericht gemacht, die allerdings nicht dazu geführt haben, Ökostromlieferungen der Verbund AG abzulehnen: Seit Jahren weisen wir in den Berichten darauf hin, dass es bei der Verbund AG eine indirekte Beteiligung des Atomkonzerns EnBW gibt. In dem Bericht heißt es ausdrücklich: “Durch den Strombezug über die Verbund AG verdient in geringem Umfang EnBW. Eine direkte oder indirekte Einflussnahme durch die Konzerne auf die Betreiber der Kraftwerke kann ausgeschlossen werden.” Außerdem wird über die Verbund AG ausgesagt: Auch dem Mutterkonzern Verbund AG selbst ist, ohne eigentumsrechtlich mit Atomkonzernen verflochten zu sein, über ihre hundertprozentige Vertriebstochter Austrian Power Sales in den Handel mit Atomstrom involviert. Der Umweltdachverband vergab die „Atombirne 2009“ an die VERBUND‐Austrian Power Sales GmbH. Sie stehe an der Spitze der “Atomstromverkäufer” in Österreich, während die Muttergesellschaft Verbund mit Strom aus sauberer Wasserkraft werbe. Des Weiteren ist der Verbund selbst Eigentümer von 35,12 % der Aktien eines Kärntener Elektizitäts‐Unternehmens (Kelag). An diesem wiederum ist die RWE Energy AG mit 49 % beteiligt.”

 

Energie, Wald, Welt retten
13. November 2012

Soli-Aktionen gegen Räumung der Waldbesetzung im Hambacher Forst

Es gibt ein breites Netzwerk von Menschen, die den Widerstand im Rheinischen Braunkohlerevier unterstützen und aktiv mitgestalten. Soli-Aktionen für die Waldbesetzer_innen im Hamburger Forst finden heute im Laufe des Tages in vielen Städten statt, u.a. hier:

Berlin:

14:00 Uhr Kundgebung vor dem Internationalen Handelszentrum Berlin

19:00 Uhr Spontan-Demo, Treffpunkt vor der Kirche am Lausitzer Platz

Hamburg:

17:00 Uhr vor dem Café Knallhart auf dem Uni Campus (Van Melle Park 9)

Köln:

14:00 Uhr: Zentrale der RWE Power AG in Köln, Stüttgenweg 2, 50935 Köln

Essen:

18:00 Uhr Vorderausgang Hauptbahnhof Essen

Osnabrück:

14:00 vor der RWE-Zentrale (Goethering 23-29)

* * *

Mehr Information zur Besetzung des Hambacher Forstes und zur Räumung findet ihr hier:

http://hambacherforst.blogsport.de/

https://stopptrwe.crowdmap.com/reports/

http://www.ausgeco2hlt.de/

 

Blog, Energie, Klima, Welt retten
13. November 2012

Räumung der Waldbesetzung im Hambacher Forst

Heute Morgen haben mehrere Hundertschaften der Polizei damit begonnen, den Hambacher Forst zu räumen. Der Hambacher Forst wird seit April 2012 von KlimaaktivistInnen besetzt. Die Besetzung richtet sich gegen die Erweiterung des Braunkohletagebaus, für die der Wald gerodet werden müsste. Der Tagebau dient zur Versorgung von fünf Kohlekraftwerken in der Umgebung. Dazu zählt auch das Kohlekraftwerk Niederaußem. Es ist das größte Kohlekraftwerk in der BRD mit einem jährlichen CO2-Ausstoß von 28 Millionen Tonnen. Sowohl der Tagebau als auch die Kohlekraftwerke werden von RWE betrieben.

Nach Angaben der AktivistInnen haben sich mehrere Menschen in Baumhäusern und in Tunneln festgekettet. Sie gehen davon aus, dass die Räumung noch lange andauern wird.

Am 14. April hatten freie Aktivist*innen in dem in der Nähe von Manheim gelegenen Wald Bäume besetzt. Die Aktion lenkt die Aufmerksamkeit auf die “Arbeit am Klimachaos as usual” und schuf einen Ort, an dem Menschen sich über eine klimagerechte und nachhaltige Zukunft austauschen können. ROBIN WOOD hatte sich mit dieser Aktion solidarisch erklärt.

Baumbesetzung im Hambacher Forst / Foto: ROBIN WOOD

Baumbesetzung im Hambacher Forst / Foto: ROBIN WOOD

Die Braunkohleverstromung ist die klimaschädlichste aller Stromerzeugungsarten. Und am Klimachaos wird weiter gearbeitet, dabei sind die entscheidenden Emissionen, die den Klimawandel unumkehrbar machen noch gar nicht getätigt. In einem Aufruf der Besetzer*innen heißt es: “Unsere Besetzung richtet sich im Generellen gegen die Verstromung von Kohle, weil sie die CO2-intensivste Form der Energiegewinnung ist. Das Rheinische Braunkohlerevier ist Europas Klimakiller Nummer 1.

Blick in der Tagebau Hambach / Foto: ROBIN WOOD

Blick in der Tagebau Hambach / Foto: ROBIN WOOD

Mehr Information zur Besetzung des Hambacher Forstes und zur Räumung findet ihr hier:

http://hambacherforst.blogsport.de/

https://stopptrwe.crowdmap.com/reports/

http://www.ausgeco2hlt.de/

Karte der Umgebung:

http://www.openstreetmap.org/?mlat=50.89903&mlon=6.44452&zoom=12

von Michi und Daniel

Aktion, Blog, Energie, Klima
17. August 2012

Kraftwerk Jänschwalde blockiert

Seit dem frühen Nachmittag blockieren ca. 150 Personen die Zufahrt zum Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in der Lausitz. Sie wollen die Zukunft des Energiesystems selbst in die Hand nehmen.

Nach einer Demonstration vor dem Kraftwerk Jänschwalde, an der Menschen aus der Region und Besucher*innen des aktuell in Cottbus stattfindenden Klima- und Energiecamps teilnahmen, sitzen Demonstrierende auf der Hauptzufahrtsstraße und den Gleisen, die auf das Kraftwerksgelände führen. Unter dem Motto „Blockupy Vattenfall“ blockieren sie so den Schichtwechsel der Kraftwerksmitarbeiter*innen. Ziel der Protestierenden ist es, auf die weiterhin bestehenden Pläne des Vattenfall-Konzerns zum Ausbau der Braunkohleverstromung aufmerksam zu machen und Alternativen für eine soziale, demokratische, dezentrale und erneuerbare Energieversorgung zu diskutieren. Dazu haben sie inhaltliche Arbeitsgruppen gebildet, gleichzeitig werden auch Aktions- und Blockadetrainings durchgeführt.

Blockade des Kraftwerks Jänschwalde

Blockade des Kraftwerks Jänschwalde

„Dass ein Konzern wie Vattenfall Arbeitsplätze, Fördermittel oder Ausgleichszahlungen nutzen kann um eine ganze Region in Abhängigkeit zu halten, hängt unmittelbar mit der zentralistischen und undemokratischen Struktur unseres Energiesystems zusammen. Das ist nicht hinnehmbar.“, führt Michelle Wenderlich vom Bündnis „Vattenfall in die Tonne“ die Gründe für den Protest aus. „Energie darf nicht länger von Konzernen monopolisiert werden, denn alle haben ein Anrecht auf Energie und sollen darüber mitbestimmen dürfen. Um dahin zu kommen, ist es legitim, zu Mitteln des friedlichen zivilen Ungehorsams zu greifen.“.

Update: Gegen 17.30 Uhr wurde die Blockade beendet.

Weitere Informationen: www.lausitzcamp.info