Energie
13. März 2011

ROBIN WOOD bei der Menschenkette in Baden-Württemberg

Unter dem Eindruck der Ereignisse in Japan haben am Samstag, dem 12. März zwischen den AKWs in Neckarwestheim und Stuttgart insgesamt 60.000 TeilnehmerInnen eine Anti-Atom-Menschenkette gebildet. 14 Tage vor den Landtagswahlen in Baden Württemberg forderten einige RednerInnen auf der Abschlußkundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Die künftige Landesregierung, egal welche Partei sie stelle, müsse aus den Ereignissen in Japan die Konsequenzen ziehen. Auch bundesweit sei in keinem AKW die Gefahr von Kernschmelzunfällen auszuschließen. An zahlreichen Reaktoren treten auch in Deutschland immer wieder Probleme mit der Notstromversorgung auf. Die Konsequenz kann daher nur der Ausstieg aus der Atomenergie sein.

Zu der Menschenkette hatte ein Trägerkreis aus vier Umweltorganisationen aufgerufen, darunter auch ROBIN WOOD.

Bei Ludwigsburg beteiligten sich AktivistInnen von ROBIN WOOD mit einem mehrere hundert Meter langen „Tunnel“ aus Transparenten an der Menschenkette.  von Dirk

Update Aktionsbericht:

Um die Menschenkette zu unterstützen hat ROBIN WOOD entlang einer 500m langen Allee bei Ludwigsburg einen Transparente Tunnel mit Transparenten aus früheren Aktionen aufgebaut. 25 AktivistInnen haben deshalb am Samstag morgen begonnen die Bäume entlang der Allee zu erklimmen um ein Transparent nach dem anderen zu hissen. Unter den Aktiven war die Stimmung durch die Atomkatastrophe in Japan getrübt, jedoch auch entschlossen sich für den sofortigen Atomausstieg einzusetzen, am Samstag und darüber hinaus.

ROBIN WOOD mit einem Transparenttunnel bei der Menschenkette zwischen Stuttgart und Neckarwestheim

ROBIN WOOD mit einem Transparenttunnel bei der Menschenkette zwischen Stuttgart und Neckarwestheim

Gegen 12 Uhr, als die ersten TeilnehmerInnen der Menschenkette auf der Strecke eintrafen, waren bis zu 30 Transparente über und entlang der Strecke aufgehängt. Die Forderungen der Transparente reichten vom sofortigen Atomausstieg über den Ausbau der Erneuerbaren bis hin zur Castor Stopp Forderung.

Atomkraft ist eine Risikotechnologie und deshalb gibt es nur einen Weg für sie, den sofortigen Atomausstieg, weltweit!

von Michi

Aktion, Energie
12. März 2011

Deutsche Atomkraftwerke sind sicher – werden die Regierenden sagen!

Noch überschlagen sich die Nachrichten aus Japan und wir können nur hoffen, dass dort durch die Radioaktivität keine Menschen zu Schaden kommen.

Doch schon jetzt ist klar, wie die Diskussion bei uns verlaufen wird: Es wird um alte Atomkraftwerke in Japan, dortige unzuverlässige Betreiber und um Erdbebengebiete gehen … dabei wird wieder versucht aus dem Blick zu nehmen, dass Atomenergie an sich ein Hochrisikotechnologie ist.

Die Regierungspolitiker, die für die Laufzeitverlängerungen der AKWs gesorgt haben werden sagen (schätzten wir um 13:16 Uhr):

1. haben sie noch nicht genug Informationen
2. bedauern sie den Zwischenfall
3. ist Deutschland durch einen Super-GAU in Japan nicht/kaum betroffen
4. sind deutsche Atomkraftwerke (erdbeben-)sicher
5. wird in einigen Wochen eine Kommission eingesetzt, die 4. bestätigt

Natürlich gibt es bei jedem Unfall spezifische Umstände, doch die Atomtechnologie ist eben an sich hochriskant und das Ausmaß eines Unfalls ist unvorstellbar. Three-Mile Island schlitterte 1979 nur knapp an einer Kernschmelze vorbei, vor knapp 25 Jahren explodierte das AKW in Tschernobyl und auch z.B. das AKW Forsmark in Schweden entging im Jahr 2006 nur knapp einer Kernschmelze.

Für uns gibt es nur eine Lösung: Die Stilllegung aller Atomanlagen weltweit – sofort.

In Baden-Württemberg gibt es heute eine Menschenkette (bei einem unsicheren AKW in einem Erdbebengebiet), in vielen Städten Unterstützungsdemonstrationen, in den nächsten Wochen wird die Atom-Debatte heißer werden. Im April wird es zahlreiche Aktionen anlässlich des 25. Jahrestages von Tschernobyl geben.

Unterstützen sie uns für die zukünftigen Auseinandersetzungen, Kraft und Ressourcen werden wir brauchen, um dem Atomspuk nach und nach den Garaus zu machen…

Update 19.00 Uhr:

Die Regierenden reagierten wie folgt:

3. Umweltminister Röttgen: Keine Gefahr für Deutschland bei möglichem Super-GAU in Japan
4. Merkel betonte aber: „Wir wissen, wie sicher unsere Kraftwerke sind.“
5. Merkel kündigt die Überprüfung der Sicherheitsstandards an.

Unsere Forderung bleibt: Die Stilllegung aller Atomanlagen weltweit – sofort.

Aktion, Energie
11. März 2011

Atomkraft in Baden-Württemberg

Der BUND hat am Mittwoch eine Studie zu den Atomkraftwerken in Baden-Württemberg vorgestellt, in dem massive Mängel festgestellt wurden. Ein Fazit lautet etwa, dass Neckarwestheim 1, einen unzureichenden Schutz gegen Erdbeben aufweist. Auch seien Erdrutsche unterhalb nicht auszuschließen, da durch den Neckar das Kalkgestein unter dem Atomkraftwerk ausgehöhlt wird. Neckarwestheim 1 ist nicht sicher und wäre ohne die im letzten Jahr beschlossene Laufzeitverlängerung längst abgeschaltet. Greenpeace stellte unterdessen Strafanzeige gegen die baden-württembergische Ministerin Gönner – sie soll Akten über die Sicherheit des AKW Philippsburg zurückhalten.

Atomkraft ist und bleibt eine Risikotechnologie, bei der auch keine Nachrüstungen Sicherheit bringen. Für Atomkraft gibt es nur eine Lösung und diese heißt: Sofortiger Ausstieg – Weltweit.

Morgen findet zwischen dem Atomkraftwerken in Neckarwestheim und Stuttgart eine Anti-Atom Menschenkette statt, um ein klares Zeichen für den sofortigen Atomausstieg zu setzen. ROBIN WOOD wird die Menschenkette mit einem Transparente-Tunnel unterstützen und ein klares Zeichen gegen Atomkraft setzen.

Wollt ihr noch kurzentschlossen zur Anti-Atom-Kette kommen und mit einem der Sonderzüge anreisen? Dann auf, es gibt noch Tickets. Mehr unter dazu hier…

von Michi und Daniel